Der Arzbacher Hof Rückblick auf das Jahr 2015 und der Blick von oben

Der Arzbacher Hof Rückblick auf das Jahr 2015 und der Blick von oben

Das Jahr hat genau noch einen einzelnen Tag übrig und wie so oft um diese Zeit haben wir das Gefühl, daß wir etwas Altes loslassen müssen, um wieder etwas Neues einladen zu können. Eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude und manches Mal auch aus Trauer und Hoffnung. Egal aus was für einer Mischung dein “Altes-Jahr- Neues-Jahr-Cocktail” dieses Mal besteht, so hoffe ich, daß du trotzdem zuversichtlich in die Zukunft schauen kannst.

Bei uns im Arzbacher Hof war allerhand los. Es ist schon erstaunlich was überhaupt so in ein Jahr passt. Die letzten Monate habe ich vergleichsweise wenig über den Alltag im Arzbacher Hof geschrieben, obwohl das ja immer einen sehr großen Teil bei uns ausmacht. Wenn ich schreibe, dann folge ich immer dem Gefühl und erzähle die Geschichten, die erzählt werden wollen (auch wenn ich das nicht immer bei allen schaffe – wert wären sie es allemal). Was 2016 betrifft: mein Kopf ist gefüllt mit neuen Ideen für den Blog. Die Herzmenschen-Geschichten und die Gipfeltreffen, wollten wohl einfach nicht mehr ins alte Jahr mit rein und darum nehme ich sie jetzt einfach mit in das nächste. Vielleicht habt ihr es ja gelesen und mitbekommen, mir ist kurz bevor ich auf den Veröffentlichen-Buttom drücken wollte, die Speicherkarte mit all den Fotos des letzten Sommers, einschließlich Herbst, kaputt gegangen. Natürlich habe ich keines der Bilder gespeichert. Is ja klar. Im Moment kümmert sich eine Datenwiederherstellungsfirma darum. Aber Bilder hin oder her, wir hatten eine ganz wundervolle Arzbacher Hof Saison. Einen Bilderbuchsommer und einen ebenso Bilderbuchherbst, ach es war überhaupt ein Bilderbuchmärchenjahr. Der Campingplatz war fast immer ausgebucht und wir durften jede Menge Feiern, Grillabende, Hochzeiten usw. miterleben, viele wundervolle Menschen kennenlernen oder auch wiedersehen und mit jedem neuen Jahr werde ich noch ein bisschen mehr demütiger, weil ich einfach so dankbar bin, daß ich mit meiner Familie genau hier leben darf. Das war das was mich früher immer so an den Reisen fasziniert hatte, die wundersamen Begegnungen. Das man irgendwie immer genau zum richtigen Zeitpunkt die “richtigen”Menschen getroffen hatte, einfach so und die vielen, vielen Zufälle, die ich mir bis heute oft noch nicht erklären kann. Jetzt habe ich das Glück, daß wir genau hier an einem Platz sind an denen die Menschen reisen, übernachten, Essen gehen, wieder weiterreisen und schon bin ich wieder mittendrin im Karussell der magischen Fügungen, ohne je den Ort zu wechseln.

An dieser Stelle möchte ich mich einmal aus ganzem Herzen bei unseren Mitarbeitern bedanken. Für ihre Energie wahre Gastfreundschaft zu leben und für den Zufall, der genau diese Menschen alle zu uns geführt hat! Dieses Jahr waren wir alle zusammen und gemeinsam mit der Waldherr Alm in Hamburg. 30 Bayern in Hamburg! Wir hatten eine so großartige Zeit dort und ich habe mich wieder einmal mehr in diese Stadt verliebt, die so weltoffen, einzigartig und besonders ist.

IMG_0270

20151120_102106IMG_022420151122_08035220151122_082358IMG_0204IMG_0226Reeperbahn-RitzeIMG_0257IMG_0201Hamburg Panorama nach Fischmarkt

Diese Zeit mit unserer ganzen Arzbacher Hof Familie war etwas ganz Wertvolles und das die Waldherr Alm auch noch dabei war, hat es nur noch einzigartiger gemacht. Ich glaube das haben wir alle gespürt. Jetzt sind wir unter dem Jahr ja so viele Stunden täglich zusammen und ich werte das jetzt einfach einmal als ein gutes Zeichen, daß jeder sich auch außerhalb der Arbeitszeit freut, wenn er den anderen sieht . Ohne Ausnahme. Die drei Tage Hamburg würden, viele, viele lustige Seiten hier im Blog füllen. Vielleicht erzähle ich euch einmal davon…dieses Jahr eher nicht mehr.

Am Jahresanfang durften wir uns unsere kleine, bunte Welt von oben anschauen. Mit einem Heißluftballon sind wir über unsere Häuser und über die Dinge hinweg geschwebt. (und wir hatten richtig viel Schnee zu dieser Zeit) Alles wirkte so unsagbar friedlich und es ist seltsam, aber geht es euch auch so, von oben aus der Distanz betrachtet, hat man das Gefühl den Bezug zu den kleinen Alltagsleben da unten zu verlieren. Fast so als ob der Blick sich weitet und damit auch irgendwie der Geist. Ich glaube, wir täten gut daran, das Leben öfters aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieser Blick aus dem Ballon und auf unsere Heimat, den Isarwinkel,  hat mich das ganze Jahr über treu begleitet. In so mancher Situation habe ich mich daran zurück erinnert, wie leicht doch alles da oben war und wie unwichtig Unwichtiges tatsächlich ist. Meinen Blog gab es damals noch gar nicht, vielleicht schon in Gedanken. Aber so ist es doch immer, alles fängt mit einem klitzekleinen Gedanken an. Einen Wunsch, eine Sehnsucht. Darum pass einmal mehr auf das auf was du denkst oder dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.

IMG_4777IMG_4887IMG_4767

Was bleibt mir anderes als dir ein überragendes Neues Jahr im besten Sinne zu wünschen.  Vergiß nicht, dich vom alten Jahr zu verabschieden und dich zu bedanken,  es wird ein Abschied für immer sein. Für den ein oder anderen mag es ein gutes Jahr gewesen sein, für manche Menschen ein trauriges. Doch es gibt immer etwas, wofür du dankbar sein kannst. Halte deine Augen und dein Herz offen. Nada mas.  Alles Liebe für dich und einen guten Flug in eine neues Jahr, aus ganzem Herzen M.

Fotos S.Hanus, K.Dülks, M.Linke

Der Arzbacher Hof trifft das Festzelt

Der Arzbacher Hof trifft das Festzelt

Letztes Wochenende wurde uns an eine ganz besondere Ehre zu teil. Wir durften anlässlich des Almbauertages drei Tage lang ein Festzelt für 1000 Personen organisieren und bewirten.  Der Veranstalter des 68. Almbauerntag vom 09.-11.10.2015 war der Almwirtschaftlicher Verein Oberbayern (AVO) zusammen mit der Gemeinde Wackersberg.

In der Nachkriegszeit herrschte große Not, da es an allen Dingen des täglichen Bedarfs mangelte. Es gab nicht annähernd ausreichend Nahrung, dazu fehlten Kleidung und Wohnung. Millionen Flüchtlinge kamen aus dem Osten ohne ein Dach über dem Kopf, ohne Arbeit – in ein Land mit zerstörten Städten und demontierten Industrieanlagen. Das Geld hatte keinen Wert mehr, der Großteil an Geschäften musste über den Tauschhandel abgewickelt werden. Der Überlebenswille der Menschen in der Zeit danach war aber besonders stark. Zu dieser Gruppe gehörten auch Georg Fischbacher vom Unterbuchberghof am Tegernsee und seine Mitstreiter in Sachen Almwirtschaft. Mit der Gründung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) wollten sie gemeinsam das Land wieder aufbauen, durch einen Zusammenschluss aller oberbayerischen Almbauern bessere Lebensbedingungen für ihre Berufskollegen schaffen und aktiv und rührig ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie wollten nach Kräften am Wiederaufbau der Heimat beteiligt sein und nicht jammern und um Almosen betteln. Fischbacher verstand es, mit Überzeugungskraft und Überredungskunst alle positiven Kräfte in der oberbayerischen Almwirtschaft um sich zu sammeln. Das war eine Gruppe von aufrechten und vertrauenswürdigen Männern, die sich schnell den Respekt der Politiker und die Achtung der Behörden verschaffen konnten, die es auch verstanden, sachlich auf die Bedeutung der Almwirtschaft und ihre missliche Lage aufmerksam zu machen. Am 30. August 1947 fand im Sitzungssaal des “Landwirtschaftlichen Wochenblattes” in München die Gründungsbesprechung des “Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern” statt. Aus der Niederschrift über die Gründungsbesprechung geht hervor, dass sich die anwesenden 17 Almbauern für eine eigene Organisation aussprachen und einen Anschluss an den Bayerischen Bauernverband ablehnten. Georg Fischbacher bestand auf einer zwanglosen Organisation der oberbayerischen Almbauern zur Wahrung ihrer Interessen, die speziell bei den vielen Berechtigungsalmen in Oberbayern einer individuellen Lösung bedürfen. Im Rahmen dieser Gründungsbesprechung stimmten die Almbauern über die Vorstandschaft und die Einteilung der Bezirksalmbauernschaften ab. Die weiteren Organisationsaufgaben, die Aufstellung einer Satzung und die Eintragung des Vereins wurden der Vorstandschaft übertragen. ( Quelle www.almwirtschaft.net)

Einmal im Jahr treffen sich nun alle Mitglieder zur Hauptversammlung am Almbauertag. An diesem Tag wurden unter anderem langjährige Almleute geehrt, ein Festgottesdienst mit anschließendem Festzug abgehalten und natürlich darf dann auch ein Festzelt mit reichlich Bier und deftigem Essen nicht fehlen. Dieses Mal werde ich gar nicht soviel schreiben, sondern einfach einmal nur die Bilder für sich sprechen lassen, weil ich finde, daß es sie in diesem einen speziellen Fall viel mehr aussagen als tausend Worte.

Die Vorbereitungen zum Festzelt begannen schon ein halbes Jahr vorher, aber richtig konkret und auch greifbar ist es dann erst, wenn da Zelt steht.

IMG_8893IMG_8889Zeltaufbau 2015 031 - KopieIMG_8915

IMG_8885Zeltaufbau 2015 046 - Kopie

Tausend Vorbereitungen, so viele Gedanken und irgendwann geht’s dann einfach los. Es ist ein bißchen so wie vor Prüfungen, wenn man das Gefühl hat, man könnte immer noch was anschauen, immer noch was verbessern.  Und mit Sicherheit gibt es etwas, daß man beim nächsten Mal anderes machen würden. Etwas an das man gerade jetzt nicht denkt.  Wir sind aufgeregt und voller Vorfreude. Das erste Mal Festzelt. Unglaublich.

IMG_9013IMG_8942IMG_9019IMG_8937

Es ist angerichtet und kann endlich los gehen…

IMG_8948

IMG_8917

Freitag, 09. Oktober 19 Uhr. O’zapft is. 1.Tag. Zur Einstimmung das Weinfest vom Maßenclub mit der Band “Tiroler Ursprung” und die Erkenntnis des Tages, daß die Personaldichte im Service halbiert werden kann. Nicht wegen zu geringer Auslastung, sondern wegen Effektivität;-)

IMG_8969IMG_8971IMG_8989IMG_8980

IMG_8966

Tag 2. Samstag, 10. Oktober.2015 “Oimarisch g’spuid und g’sunga” Es spielen uns singen: die Musikkapelle Wackersberg, die Lärchkogel Musi und der Wackersberger Almchor. Hans Demmel moderiert den Abend, gewohnt souverän und äußerst unterhaltsam.

IMG_9095 IMG_9150 IMG_9144 IMG_9103

Auftritt der GoaslerIMG_9160

Der Almochs  “Klitschko” vom hiesigen Bauern Alois Willibald und seiner Familie wird für seinen großen Tag am Sonntag vorbereitet. A Mordsviech so a Ochs.

IMG_9073IMG_9200

IMG_9125IMG_9154IMG_9165IMG_9163

Tag 3/ DER Almbauerntag. Gleich in der Früh klingelt das Telefon und der Hans Demmel ist dran. Der Festgottesdienst ist im Zelt und nicht wie geplant an der Pestkapelle. Umziehen, alles einpacken in Rekordzeit und rauf nach Wackersberg. Um 10 Uhr geht’s los, das Festzelt ist randvoll und wir startklar…

IMG_9214IMG_9229IMG_9234

Film Festgottesdienst/Festumzug:

MVI_9284

MVI_9228

IMG_9270

IMG_9247IMG_9272

IMG_9296IMG_9315

IMG_9277IMG_9317

IMG_9301IMG_9307

IMG_9320IMG_9349

IMG_9358IMG_9363

IMG_9381IMG_9388IMG_9397IMG_9379

…und dann war’s auf einmal vorbei das Almbauernwochenende und wir waren froh und glücklich. Einfach deswegen weil es eine so wertvolle Erfahrung für uns war und wir alle Eindrücke, all die “neuen” Dinge die wir dabei lernen durften mit zu uns in den Arzbacher Hof nehmen können. Und zum Schluß und am allermeisten bedanken wir uns bei allen Mitwirkenden, ehrenamtlichen Helfern, bei unseren Gästen und einfach bei jeden der den Almbauerntag in irgendeiner Art und Weise unterstützt hat. Vergelt’s Gott wie man bei uns in Bayern sagt aus ganzem Herzen. Ohne die ganze Unterstützung und das uns entgegengebrachte Vertrauen wäre das alles nicht möglich gewesen. Das ist uns klar.

Nach dem Abbau am Montag fahre ich noch einmal an dem Platz an dem noch einen Tag vorher so viele Menschen zusammen gegessen, Hacker Pschorr Bier getrunken und viel gelacht haben. Neue Geschichten die man sich später einmal erzählen wird sind entstanden und jeder sieht das Festzelt aus seiner eigenen Perspektive. Ein seltsames Gefühl über die leere Festwiese zu gehen. Es ist so wie wenn man eine Kerze ausbläst. Das Feuer erlischt zwar, aber die Energie bleibt noch im Raum. ( das habe ich einmal irgendwo gehört und ich finde den Vergleich an dieser Stelle sehr treffend) Ich schaue mich dankbar um und bin wieder einmal faziniert. Ich denke an meinen Mann, der das Zelt ja schon seit Monaten in seinem Kopf mehrmals auf und abgebaut hat. Ich bin kurz vorher dazu gekommen, als er es bereits sehen konnte und habe mich gerne an seine Seite gestellt und es mir zeigen lassen. Was alles möglich ist…

Was ich dir heute wünsche? Ich wünsche dir, daß du immer davon überzeugt bist, daß alles grundsätzlich möglich ist. Daß du keine Angst vor dem Unbekannten hast und daß du die gleiche Erfahrung wie wir an diesem Wochenende machen darfst: Es gibt immer genug Menschen, die hinter dir stehen und dir helfen. Einfach so und weil sie es gerne und  aus ganzem Herzen tun. Ich bin mir sicher, alles Gute kommt zurück. An einer anderen Stelle, an einem anderen Ort.

aus ganzem Herzen, M.

Wahre Liebe geht durch den Magen – ein bayerisches Gedicht zu Kirchweih

Wahre Liebe geht durch den Magen – ein bayerisches Gedicht zu Kirchweih

Von da Fliagaplatt’n und da Liebe

Passt’s amoi auf, jetzt erzähl i eich was
von oana idylischen Wiesn, mit am saftigem Gras
wo friedlich nebeneinander lem, Ant’n, Gäns und Henna
und i frag di, gibt’s was des is no scheena?
Doch im Zustand der Glückseeligkeit
kimmts auf omoi gor soweit
das sich a Ant’n in an Gänserich verliebt
ja was auf der Welt ois gibt?

A den Gänserich den hat’s dawischt und de zwoar wern a Paar
jetzt kannt ma moana ois is g’richt, ois is wunderbar
Aber aus is mit der Glückseeligkeit
und auf der Wies’n gibt’s nur no Tratsch & Neid
A Ant’n und a Gans des passt ja garned zam
a so a Schmarr’n, des dauert gwiss ned lang
A bsonders blede Gans de faucht, nimmer lang dann is eh Kirchweih
dann sterb’n ma olle und aus is dann mit eichana Liebelei
Do ruckt der Gänserich no a bisserl näher zu seiner Ant’n hi
und sagt, las nur redn, i bin do für di
weg geh i von dir nia
und wenn i stirb dann nur mit dir
De Ant’n flüstert, i hab di gern
wenn scho, dann mecht i mit dir zam im Ofen knusperig wern
neben dir lieg’n in da Soß, bei Knödel, Blaukraut und am Truthahnfilet Kirchweih zu Ehr’n
mit dir miteinander an Märtyerertod sterb’n
So is dann a kemma und du fragst di was is aus dene zwoa woarn
in Himmel san’s kemma, weil’s so heldenhaft san gstorb’n
Jetzt hockan’s glücklich auf oana Wolkn und schaun oba wia de Leid im Arzbacher Hof a Fliaggaplatt’n essen
und wünschen sich, das earna Botschaft nia vergess’n
drum los dir groad no omoi sagn
wahre Liebe de geht durch’n Magn

aus ganzem Herzen für eich,

von M.

 

Spatzl as’ Böfflamott is ma verbrennt

Spatzl as’ Böfflamott is ma verbrennt

Einmal kurz nicht aufgepaßt und schon ist es passiert, das ganze Böfflamott für den Sonntag verbrannt! Mein Mann hat es gestern vergessen, als er sich nach Feierabend noch ein bisserl ausgiebiger mit unseren Gästen unterhalten hat. Er hat’s erst gemerkt, als es schon zu spät war und das Böfflamott sich bereits unverschämt hartnäckig in allen Winkeln des Topfes verkrustet hat. Das ganze Haus roch nach angebranntem Böfflamott! Ein undefinierbarer, einzigartiger Geruch, der mit nichts zu vergleichen ist. Sollte ich jemals wieder in den Genuss kommen, verbranntes Böfflamott zu riechen, ich würde es sofort wieder erkennen. Mein Mann jammerte, wie andere über tagelangen Stromausfall im Hauptverteilerkasten oder zumindest bei einem Wasserrohrbruch. Ich empfinde echtes Mitleid aus mehreren Gründen. Erstens: für einen weiteren sinnlosen Tod eines Tieres. (für die Squaw in mir ist das doppelt bitter) Zweitens: für den, den es letztendlich zum Reinigen des Topfes erwischt ( ich nehme an unseren fleissigen Ferienjobbler aus Frankreich Jaques oder unseren Azubi Kili) Drittens: für unsere Gäste, die sich schon so auf ihr Sonntags-Böfflamott gefreut haben. So ist das nämlich, wenn man sich auf ein Gericht eingeschossen hat, dann wirkt jede Alternative auf einer noch so umfangreichen Speisekarte so, als würde man einem Weinkenner Traubensaft anbieten, weil gerade der Rotwein ausgegangen ist. Und viertens und zu guter letzt für meinen Mann. Jeder der ihn einmal beim liebevollen Würzen der Schweinshaxen erlebt hat, der kann garnicht anders als automatisch mit Empathie zu reagieren was das Böfflamottdrama betrifft. Das es Menschen gibt, die mit Pflanzen und Autos sprechen ist mittlerweile allgemein bekannt. Mein Mann aber spricht mit Tieren. Genauer gesagt mit Schweinefilets, Bierbratel, Rinderrouladen…Keine Ahnung, ob das der Geist der Tiere noch mitbekommt, aber es ist so, dass das Fleisch wenn mein es Mann kocht, einfach immer sooo gut schmeckt und ich bin eigentlich ganz klar auf der Veggie-Seite. Genau richtig gewürzt, immer auf den Punkt…Wie macht er das nur? Und wieder meldet sich die Squaw in mir zu Wort und vermutet eine Art Pow-Wow-Segnung die bei dem guten Zureden während des Kochens geschieht. Mein Mann ehrt die Tiere, die ja wirklich für uns ihr Leben lassen. Ich finde es ganz schrecklich, wenn man sich in den Medien diese Reportagen über Massentierhaltung anschaut! Wenn nur die Hälfte davon wahr ist, dann ist es immer noch schlimm genug. Fleisch hat einfach keinen Wert mehr, genauso wenig wie andere Tierprodukte wie zum Beispiel Milch und Eier. Muß ich wirklich jeden Tag Fleisch essen? Wir sollten bereit sein für Fleisch mehr zu zahlen, damit es wieder eine andere Wertigkeit bekommt. (vorrausgesetzt das “mehr-Geld” fließt in die Tierhaltung ein und wird zuvor nicht irgendwo im Konsumstrudel verschluckt) Ich glaube letztendlich würde jeder von uns sein Steak lieber von einer glücklichen Almkuh essen, als von mageren, kranken Rindern aus tierunwürdiger Haltung. Dafür muß man nicht unbedingt die Radikalvariante einschlagen und Veganer werden, aber vielleicht geht es um die Achtsamkeit und ruhig auch um große Werte wie Dankbarkeit und Respekt vor den Tieren – vor dem Leben allgemein. Vielleicht schaut man ganz genau hin woher man sein Fleisch bezieht. (auch bei Fischen ist auf die Nachhaltigkeit zu achten) Und weil nicht jeder gleich einen Selbstversorgerbauernhof gründen kann, obwohl das sicher eine gute Möglichkeit wäre, reicht es für den Anfang wenn wir einfach bewußter leben. Vielleicht denken wir alle ein bisserl um und passen auf uns auf. Auf uns Menschen, auf die Tiere und darauf das jedes Lebewesen auf dieser Welt ein “gutes Leben” verdient hat. Ich wünsche dir, daß du trotz der ganzen Verunsicherungen und der unsagbar vielen Informationen was unsere Ernährung angeht, immer noch auf deinen Bauch hören kannst. Das du essen kannst, wenn du Hunger hast, daß du spürst wann du satt bist, daß du weißt, was dir gut tut. Denn darum geht es doch letztendlich. Unsere Nahrung sollte uns stärken und uns Energie geben. Iß nicht mit dem Verstand oder das was jemand anderes meint, was für dich gesund ist. Und wenn du kochst, dann vergiß die Liebe nicht, dann schmeckt auch das Essen. Einen Guten Appetit wünscht dir aus ganzem Herzen M.

Böfflamott ist ein urbayrisches Gericht, das aus der Zeit stammt, als Napoleon Bayern besetzt hatte. Eigentlich heißt Böfflamott nämlich nichts anderes als “Boeuf al la mode”. Übersetzt bedeutet das Rindfleisch nach Art der Mode, also so, wie es damals modern war. Zunächst war Böfflamott eine Fleischspeise, die dem Adel vorbehalten war, hat sich aber dann zu einem gutbürgerlichen Fleischgericht entwickelt.

Böfflamott ist Rinderschmorbraten, dessen Hauptaugenmerk auf dem Marinieren liegt. Die Zubereitungsart des Marinierens von Rindfleisch hat in Frankreich einen logischen geschichtlichen Hintergrund: Zunächst wurden Rinder nur als Zug- und Arbeitstiere gehalten. Ihr Fleisch kam erst in den Kochtopf, wenn das Tier bereits alt war. Deswegen war Rindfleisch immer zähes Fleisch.

Um das fast schon lederartige Fleisch weich zu bekommen, wurde es in eine kräftige Marinade eingelegt und anschließend lange geschmort. Der mit Rotwein marinierte Rinderschmorbraten heißt deswegen Boeuf a la mode, weil die Mode des Rindfleischessens zur damaligen Zeit (Anfang 1800) erst aufkam.

Beim Marinieren muss Folgendes beachtet werden: Das Fleisch sollte nicht in einer Plastikschüssel mariniert werden. Besser geeignet ist die Schüssel aus Porzellan oder Ton mit dicht abschließendem Deckel. Außerdem muss das Fleisch während der ganzen Zeit, die es in der Beize verbleibt, rundum mit Flüssigkeit bedeckt sein.

Die Marinade dringt bei Rindfleisch circa einen Zentimeter tief pro Tag ins Fleisch ein. Die Beizzeit richtet sich also nach der Größe des Fleischstücks. Während des Marinierens dringen die Aromen der Gewürze ins Fleisch ein, während gleichzeitig die Säure der Beize das Bindegewebe der Muskelfasern zersetzt und so das Gewebe auflockert. Das Fleisch wird weich.

Nach dem Marinieren muss das Fleisch, bevor es weiterverwendet wird, abgewaschen werden, dass keine Gewürzteilchen hängen bleiben. Anschließend wird es mit einem Küchenpapier trocken getupft, gesalzen und weiterverarbeitet. Die Marinade wird nicht weggegossen, sondern ebenfalls als Basis für die Soße weiterverwendet.

Böfflamott

Rezept Böfflamott – bayerischer Rinderschmorbraten:

  • Zubereitungszeit: ca. 3 Stunden
  • Marinierzeit: 4 Tage
  • Zutaten reichen für 4 Personen

Rezept: Böfflamott Zutaten

  • 1 kg Ochsenfleisch (aus der Schulter)
  • 1 Bund Suppengrün
  • 1 Zwiebel
  • 1/8 L Rotweinessig
  • 2 Nelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Pfefferkörner
  • 4 Wacholderbeeren
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 0,25 L Fleischfond
  • 1 Schuss Rotwein
  • 1 Prise Zucker
  • Salz

Böfflamott: Zubereitung

  1. Das Suppengrün putzen und grob zerkleinern.
  2. Die Zwiebel schälen und in große Würfel schneiden.
  3. Das Gemüse mit dem Essig, mit 500 Millilitern Wasser und den Gewürzen in einen Topf geben und kurz aufkochen lassen.
  4. Den Rotwein hinzufügen und die Marinade abkühlen lassen.
  5. Die Beize in ein gut schließendes Tongefäß gießen, das Fleisch hineinlegen, sodass es vollständig von der Flüssigkeit bedeckt ist, und den Deckel schließen. Das Tongefäß wird für vier Tage in den Kühlschrank gestellt.
  6. Nach vier Tagen wird das Fleisch aus der Beize genommen, abgewaschen, trockengetupft und gesalzen.
  7. Das Gemüse wird ebenfalls aus der Marinade gefischt, von Gewürzen befreit und auf einen separaten Teller gelegt.
  8. Anschließend wird die Marinade durch ein Sieb gegossen. Die Flüssigkeit wird aufgefangen. Die Gewürze, die im Sieb hängenbleiben, werden nicht mehr benötigt.
  9. Das Öl wird in einen Bräter gegeben und das Fleisch bei starker Hitze rundum schön braun angebraten.
  10. Das gebeizte Gemüse wird nun neben das Fleisch drapiert und es wird mit der kalten Fleischbrühe und der durchgeseihten Beize abgelöscht.
  11. Die Hitze wird reduziert und das Böfflamott darf bei geringer Hitze zwei Stunden schmoren.
  12. Anschließend wird das Fleisch aus dem Bräter genommen und in einem separaten Topf zugedeckt zur Seite gestellt, damit es warm bleibt.
  13. Die Bratenflüssigkeit wird durch einen Sieb in einen großen Topf gegossen und auf großer Hitze eingekocht. Eventuell muss mit etwa Salz nachgewürzt werden und ein Schuss Rotwein kann ebenfalls nicht schaden.

Zum Böfflamott gibt es Kartoffelknödel und Blaukraut oder Semmelknödel und Bayrisch Kraut. Böfflamott ist ein Gericht, das etwas arbeitsaufwendig ist und auch Zeit muss ausreichend für die Zubereitung veranschlagt werden. Aber jeder, der es einmal gegessen hat, weiß, dass sich die Mühe lohnt!

(Rezept unter www.bayerische-spezialitaeten.net)

Warum das Leben so kostbar ist

Warum das Leben so kostbar ist

Am Montag war wieder Kindertag im Arzbacher Hof. Der dritte in Folge und dieses Mal auch einer den wir nicht so schnell wieder vergessen werden. Ein zweijähriger Junge, der mit seiner kubanischen Familie auf dem Alpencampingplatz war wurde ganz plötzlich bewusstlos. Schocksekunden. Drama. Eine schreiende Mama mit ihrem Kind im Arm. Keiner wusste, atmet er noch? Ich bin direkt daneben gestanden und fühlte mich so hilflos wie selten zuvor. Alles was ich tun konnte war nach drinnen zu laufen und den Rettungswagen zu holen. Der Biergarten war voll und es fand sich Gott sei Dank gleich jemand der den Jungen helfen konnte. Atmung überprüfen, Puls fühlen, stabile Seitenlage…der Rettungswagen mit vier Mann kam innerhalb endlos erscheinenden zehn Minuten und in kürzester Zeit wurde alles durch gecheckt. Der Rettungshubschrauber flog den Jungen kurze Zeit später in die Haunersche Kinderklinik nach München. Diagnose und Zustand zu dem Zeitpunkt unklar. Wir haben in der ganzen Zeit die restlichen Kinder nach unten in den Weinkeller verfrachtet, damit sie erst einmal “weg” waren. Kasperltheater, Kinderdisco…alles war plötzlich nicht mehr von Bedeutung. Noch lange wurde an dem Abend im Arzbacher Hof darüber diskutiert und jeder hoffte, daß es dem kleinen Jermal gut geht. Mich hat das Thema wie viele Eltern auch total berührt. Eltern haben untereinander eine Verbindung. Ist ein Kind so offensichtlich in Gefahr, dann fühlt man automatisch mit. Das geht gar nicht anders. Am nächsten Tag kam glücklicher Weise die gute Nachricht, daß alles den Umständen entsprechend gut ist. Der Kleine ist am Spielplatz gestolpert und so unglücklich gefallen, daß er sich dabei eine Gehirnerschütterung zugezogen hat und davon unmächtig geworden ist. Erleichterung. Aufatmen. Für mich war es wirklich der Anstoß mich definitiv und sofort zu einem Erste-Hilfe-Kurs für Kinder anzumelden. Am Montag waren glücklicherweise genügend Menschen anwesend die wußten was sie in dieser Situation zu tun haben. Ich weiß nicht, ob ich das hätte, wäre ich alleine gewesen. Man kennt die Notfallgriffe ja eigentlich nur noch lückenhaft aus der Führerscheinprüfung. Ich finde, daß man so einen Kurs immer auffrischen sollte bis man es so verinnerlicht hat und die Angst etwas falsch zu machen kleiner ist, als zu helfen. Es heißt ja immer, besser du tust irgend etwas, als nichts. Bei einem Kind ist das noch einmal ganz was anders und in echt sowieso, als in der Theorie. Warum wissen die Meisten von uns so wenig über Erste Hilfe im Allgemeinen und besonders bei Kindern Bescheid? Es wären nur ein paar wenige Handgriffe, die dafür aber Leben retten könnten. Alle Kursangebote in Bad Tölz (und sicher auch in deinem Ort) findest du unter:
www.brk-toel-wor.de/angebote/erste-hilfe-unser-kursangebot/alle-kurse.html
Ich hoffe du meldest dich heute noch an, weil es einfach einmal ganz schnell gehen kann, daß du in eine Situation geraten kannst, in der es um Leben und Tod geht. Dann wird es uns wieder bewußt, wie kostbar doch das Leben ist. Auch wenn es ein Leben nach dem Tod gibt (wovon ich mittlerweile übrigens überzeugt bin, aber davon schreibe ich bestimmt hier an einer anderen Stelle einmal mehr), so haben wir doch nur dieses eine Leben. Dieses eine Mal in der Konstellation, mit all den Menschen um uns herum die wir lieben, die uns lieben. Nie wieder wird es genauso sein wie jetzt. Darum passe gut auf dieses Leben auf und hüte es wie den größten und kostbarsten Schatz überhaupt. Den meisten von uns bleibt es sowieso erspart, aber solltest du einmal ein Leben retten können, dann warte nicht. Nicht eine Sekunde. Denke immer, wie würde es dir gehen, wenn du jetzt die Person wärst die Hilfe benötigt. Es gibt keinen vertretbaren Grund um zu zögern.
Ich wünsche dir, daß du mit deinen eigenen Augen siehst, wie schön das Leben wirklich ist.
aus ganzem Herzen, M.

Titelbild H.Demmel

 

7 Gescheid-Haferl Tipps für eine garantiert unvergessliche Hochzeitsfeier

7 Gescheid-Haferl Tipps für eine garantiert unvergessliche Hochzeitsfeier

So eine Hochzeit ist immer etwas ganz Besonderes. Etwas tief Emotionales. Ich wage sogar zu behaupten, dass man anhand wie jedes einzelnen Paar die Hochzeit vorbereitet und feiert, ziemlich treffsichere Prognosen über den weiteren Beziehungsverlauf und die Beständigkeit der Ehe abgeben kann. Es geht gar nicht so sehr um die einzelnen Charaktere des Brautpaares, sondern mehr darum, wie sie die beiden ergänzen und am allermeisten wie stark ihre Liebe zueinander ist. Die Gründe für eine Heirat können so unterschiedlich sein, wie es die Menschen sind. Hochzeitsfeiern auch. Aber wie es so oft bei großen Gefühlssachen ist, man kann alles bis ins kleinste Detail planen, irgendwann muss man den Dingen ihren Lauf lassen. Zu durchgeplante Feiern wirken verkrampft, weil kein Raum mehr für Spontanität ist. Eine Feier ganz ohne Plan jedoch hat fast den gleichen gähnenden Effekt. Eben weil dann jeder darauf wartet, dass was passiert und die Zeit dann am Ende schon einmal sehr lang erscheinen mag. Was wäre also der beste Weg? Der Dalai Lama würde sagen, den in der Mitte, den sollt ihr gehen. Ich finde er hat völlig Recht, der gute Mann. ( der übrigens am 6.Juli diesen Jahres 80 geworden ist und noch immer so herzerfrischend strahlt wie ein kleines Kind) Und weil ich schon über 38 Jahre hier im Arzbacher Hof lebe und schon so viele Hochzeiten erleben durfte,(und selber schon einmal geheiratet habe;-)) bin ich jetzt einmal ein kleines Gescheidhaferl und schreibe euch meine 7 besten Tipps für die perfekte Hochzeitsvorbereitung auf.
1. Finde den Richtigen/ die Richtige
Ja, dieser Punkt mag selbstverständlich klingen. Ist er aber nicht. Es gibt wirklich tolle Bücher, wie “Liebe dich selbst und es ist egal, wenn du heiratest” von Eva Maria Zuhorst, viel Wahrheit mit Sicherheit, aber ich persönlich habe immer an die wahre Liebe geglaubt. Klar lieben wir viele Menschen, Liebe ist groß und ausdehnbar, wir lieben ja auch unsere Freunde, Kinder, Arbeitskollegen… (hoffe ich) Wenn aber dann der Richtige/ die Richtige, um die Ecke kommt, dann weiß man das einfach. Ich glaube nicht, dass man heiraten muss, wenn die große Liebe plötzlich da ist. Heirat ist nur ein Symbol, aber unterschätze ihren Wert nicht. Zueinander ja sagen und das auch noch öffentlich, hat erstmal Kraft. Kraft auf die man gerne zurück greift in Zeiten in denen der Himmel einmal nicht mit rosa Wolken behangen ist. Woran erkennst du, ob es der Richtige ist? Ich sage es dir jetzt noch einmal, bitte glaube mir, wenn es soweit ist, weißt du das einfach. Intuition, Bauchgefühl.
2. Lade alle “wichtigen” Familienmitglieder und Freunde ein oder heirate im kleinen Stil
Wenn ihr eine riesengroße Verwandtschaft habt, müsst ihr deswegen nicht alle Cousins und Cousinen einladen oder den Großonkel aus Amerika. Wer hat eine Verbindung zu euch? Wenn ihr zum Beispiel alle Tanten einlädt nur Tante Erna nicht, weil du noch nie so einen richtigen Draht zu ihr hattest und weil das nicht nur an der ollen Flippersplatte lag, die ihr immer an ihren Geburtstag anhören musstet oder an dem alljährlichen Glas Silvester-Bowle zuviel und den seltsamen Sachen die sie dir dann immer ins Ohr säuselte. Lasse dir eines sagen, eine Tante Erna gibt es in jeder Familie, aber sie gehört dazu. Sieh es mit Humor, aber vergiss sie nicht. Bei Dornröschen ist das auch nicht gut ausgegangen. Du kennst ja die Geschichte mit der nicht eingeladenen Fee am Anfang des Märchens und weil Märchen meistens doch noch gut ausgehen, besonders die mit Prinzessinnen, hat Dornröschen echt noch einmal Glück gehabt. Bei Freunden gilt übrigens das Gleiche. Dabei gibt es noch zwei goldene Regeln. Weniger ist mehr und Qualität geht vor Quantität. Und irgendwann ist dann auch Schluss. Es wird immer jemanden geben, denn ihr noch auf eure Gästeliste hätten setzen können. Passt einfach auf die Feen und Tante Erna auf.
3. Finde heraus was euch wichtig ist
Wollt ihr eine sechsstöckige Hochzeitstorte, eine Live-Band oder die klassische Pferdekutsche die vorfährt und euch von der Kirche abholt. Wer seid ihr? Was ist euch wichtig? Schreibt ruhig eine Liste und pickt dann die wichtigsten Punkte raus. Legt euere Konzentration auf die Organisation dieser Dinge. Ist einer von euch (oder beide) zum Beispiel leidenschaftlicher Hobbygärtner spielen Blumen und Deko wahrscheinlich eine größerer Rolle als wenn einer von euch ( oder beide) Mitglied bei den Hells Angels ist.
4. Gehe Kompromisse ein
Ok, nun habt ihr doch tatsächlich eine Was-mir-so-wichtig-ist-Liste und stellt fest, das sich diese komplett von derer eures/eurer bald Ehemann/Ehefrau unterscheidet. Und nun? Es geht hier ja einfach darum euch beide als Persönlichkeiten gleichwertig zu integrieren. Da kann man auch mal dem Wunsch nachgeben, dass die kleine Nichte der Braut “Ein Vogel wollte Hochzeit machen” auf der Blockflöte zum Einzug in der Kirche spielen darf, wenn wenigsten Onkel Erwin das mit dem Singen lässt. Es darf dann der Braut zuliebe auch einmal ein paar Stunden Tanzkurs sein, wenn der Junggesellenabschied mit den Kumpels nach Mallorca ging. Aber Tanzkurse werden meiner Meinung nach grundsätzlich total überschätzt.
5. Mach deinen Gäste Freude
Sind Kinder auf der Hochzeit? Könnt ihr vielleicht Kinderbetreuung organisieren. Schaut ganz genau hin und auf all die kleinen Details, über was würden sich deine Gäste wirklich freuen. Ein Feuerwerk? Das Lawendelsäcklein als give-away? Eine stimmungsvolle Live-Band, eine atemberaubende Location? Es ist euere Hochzeit, darum vergesst jetzt einmal kurz Tanten Erna. Es sei denn ihr wollt des Flippers arrangieren. Der große Trick ist, euer Ding zu machen und trotzdem alle anderen mit einzubeziehen. Gutes Essen kann da übrigens schon sehr helfen. Dann sind alle entspannter. 🙂 Die richtigen Getränke auch.
6. Lasse los
Irgendwann sind alle Einladungen verschickt, alles ist geplant, jetzt heißt es einfach nur genießen. Dieser Tag ist euer Tag und ihr werdet nur einmal heiraten. Macht euch frei von der Vorstellung, dass dieser Tag der Schönste in eurem Leben sein soll! Ich hoffe ihr habt noch viele schöne Tage, die einander immer wieder übertreffen. Eure Hochzeit soll ein schöner Tag von vielen sein. Momente kann man nicht planen, das Wetter übrigens auch nicht. Dann würde es wahrscheinlich nur noch Hochzeiten mit Sonnenschein geben und das wäre ja ziemlich langweilig.
7. Vergiss die Liebe nicht
Um die geht es hier und um euch. Deswegen sind wir hier. Und jetzt plaudere ich einmal aus dem Nähkästchen: Einer der schönsten Augenblicke auf unserer Hochzeit war der, als mich mein Mann mit dem Auto vor dem Friseur abgeholt hat. Ich stand da einfach so im Brautkleid und er kam und holte mich ab, sein Mädchen you know. Das war so ein schlichter, einfacher, ehrlicher Moment, der mich so sehr berührt hat. Ich werde ihn nie vergessen und wenn ich hundert Jahre alt werden sollte. So war das alles nicht geplant.
Was ich euch jetzt wünsche? Ein langes, glückliches und lustiges Leben, hört nicht auf an die große Liebe zu glauben und nach ihr zu suchen. Wenn ihr sie gefunden habt, lasst sie nicht mehr los. Aber liebe dich selbst, weil es eben nicht egal ist, wenn du heiratest. (Anmerkung an Eva Maria Zuhorst, deine Bücher liebe ich trotzdem;-) Aus ganzem Herzen M.
Bild/ M.Linke

Warum Kinder heilig sind

Warum Kinder heilig sind

Der erste Kindertag war vor vier Jahren. Damals hatten wir “nur” den Bären, mittlerweile sind es noch ein paar Maskottchen mehr geworden.  Der erste Kindertag in der Saison war gestern und für uns ist er immer auch eine Art Probelauf, um zu sehen was dieses Jahr bei den Kindern so ankommt ;-). Oft ändern wir dann noch ein paar Lieder in der Kinderdisco oder bauen das ein oder andere ein. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal ein Kasperletheater mit im Programm.

Kroko beim “Karamello” werfen

Der Kindertag ist für uns eine Herzensangelegenheit. Ein Geschenk an unsere Kinder, einfach weil es so schön ist, daß sie da sind. Kinder sollten meiner Meinung nach die größte Aufmerksamkeit überhaupt bekommen. Sie sind unsere Zukunft und der Spiegel unserer Gesellschaft. Wenn wir unsere Kinder anschauen, dann sehen wir in welche Richtung wir uns bewegen. Ich bin nicht für eine antiautoritäre Erziehung, Kinder brauchen klare Regeln, aber sie müssen frei sein. Wenn wir ihnen wirklich begegnen wollen, dann müssen wir uns in ihre Welt begeben, um diese mit ihren Augen zu sehen. Miteinander Bilder malen, Geschichten erzählen, Legotürme und Höhlen bauen, Basteln und ausgedehnte Wanderungen in der Natur. Das alles sind Möglichkeiten mit Kindern eine echte Verbindung aufzubauen. Ich glaube bei seinen eigenen Kindern hat man dafür maximal 10 Jahre Zeit. Hinterher wirkt jeden Bemühung sich nah zu sein nicht mehr glaubhaft und man wird sich wahrscheinlich sehr schwer tun in Kontakt zu kommen. Einfach weil die ersten 10 Jahre, eine magische und heilige Zeit, so prägend ist für Kinder. Den Gegenwert den man dafür erhält ist unbezahlbar: glückliche und selbstbewußte Kinder. Ich kenne wirklich nichts, daß mich so erfüllt wie mich mit meiner Familie verbunden zu fühlen. Wir können die Welt zusammen retten, das ist uns klar! Der Kindertag berührt mich jedes Mal aufs Neue. Immer dann, wenn die Kinderaugen leuchten und die Freude aus den kleinen Herzen regelrecht heraus strahlt. Dann haben wir noch ewig Zeit, wie es in unserem Abschlußlied “Tage wie dieser” von den Toten Hosen heißt:
An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit
Wünsch ich mir Unendlichkeit
Das hier ist ewig, ewig für heute
Wir stehen nicht still für eine ganze Nacht
Komm ich trag dich durch die Leute
Hab keine Angst, ich gebe auf dich Acht
Wir lassen uns treiben, tauchen unter, schwimmen mit dem Strom
Drehen unsere Kreise, kommen nicht mehr runter, sind schwerelos
An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit
An Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit
In dieser Nacht der Nächte, die uns soviel verspricht
Erleben wir das Beste, kein Ende ist in Sicht
Ich wünsche dir das Beste und noch viele kostbare Momente, von denen du dir wünscht sie mögen niemals aufhören. aus ganzem Herzen, M.
Kindertag Termine 2015 immer montags ab 17.30 bis circa 19.30 Uhr
27.Juli/03.August/10.August/17.August/24.August

Titelbild L.Geisreiter/ Bild M.Linke

Sommerfest in Arzbach oder Real Social Networking

Sommerfest in Arzbach oder Real Social Networking

Wie jedes Jahr im letzten Juliwochenende ist es wieder soweit: Sommerfest in Arzbach. Das Sommerfest ist schon immer der absolute Höhepunkt im Jahresdorfkalender. Sogar der größte Partymuffel versucht es sich irgendwie einzurichten an einen der beiden Tage (entweder Samstag oder Sonntag) vorbei zu schauen. Die Kinder dürfen lange aufbleiben, Oma und Opa haben sich auch noch einmal rausgeputzt und tanzen eine flotte Sohle zur Blasmusik der Wackersberger Musikanten. Fröhliche Menschen in allen Altersklassen tragen bunte Sommerdirndl und traditionelle Lederhosen. Auch wenn die meisten Einheimische sind, mischen sich immer mehr internationale Gäste unters Publikum. Urlauber die zufällig vorbei kommen oder welche die jedes Jahr extra fürs Sommerfest anreisen. Die Atmosphäre ist eine ganz Besondere. Ich liebe die ausführliche Gespräche mit jung & alt. Unterm Jahr fehlt oft die Zeit dafür, auch wenn man sich des Öfteren über den Weg läuft. Das ist das Gute am Dorfleben. Wenn oft bemängelt wird, daß man auf dem Land zu wenig anonym ist und jeder jeden beobachtet, halte ich immer dagegen. Ich will nämlich gar nicht anonym sein und ich möchte auch nicht, daß es die anderen für mich sind. Es freut mich mit zum Bespiel zu hören, daß gerade heute wieder ein Kind in unserem Dorf zur Welt gekommen ist. Es ist mir ein Bedürfnis zu dem Mann, dessen Frau vor zwei Wochen gestorben ist, zu sagen das es mir aufrichtig leid tut und das ich an ihn denke, ihm viel Kraft wünsche. Und ich möchte in angenehmer Gesellschaft zwei, drei Radlermaß trinken und über die banalsten Dinge lachen. Wenn ich Leute von früher treffe -als wir noch aktiv im ohne hin begrenzten Tölzer Nachtleben unterwegs waren- dann rutschen wir beinahe automatisch in ein Gespräch über die gute, alte Zeit ab. Jeder hat irgendeine Geschichte auf Lager, die in Erinnerung geblieben ist und oft staunen wir selber, daß das wirklich wir waren, die das alles erlebt haben. Einmal nur von der Besucherzahl ausgehend, gibt es immer noch einen hohen Bedarf sich wirklich auszutauschen. Sich gegenüber zu sitzen und sich dabei in die Augen zu schauen. Gespräche ergeben sich zufällig und sind daher so ungezwungen. Ist es nicht so, daß besonders während unserer Anwesenheit auf einem Fest dieser Art uns die Leichtigkeit mühelos einhüllt und uns die Dinge die uns am Herzen liegen, leichter über die Lippen kommen? Oder ist es nicht beim Nachhause gehen im Morgengrauen als könnten man fliegen, weil man so erfüllt ist und sich unglaublich lebendig fühlt. (Und ich bin mir sicher, es sind vordergründig nicht die Bargetränke die einem das Gefühl vermitteln) Es hat ein echter zwischenmenschlicher Austausch statt gefunden, das macht einfach glücklich. So simple ist das. Ein alter, langvergessener Trick. Real Social Networking.

Sommerfest Samstag 2015 035 Sommerfest Samstag 2015 038

Ich wünsche dir, daß dein ganzes Leben ein Fest ist und du dich irgendwo auf dieser Welt zugehörig und zu Hause fühlst, aus ganzem Herzen M.

Fotos und Titelbild/ Hans Demmel Sommerfest 2015

Was der Regen im Biergarten und die Prioritäten in deinem Herzen gemeinsam haben

Was der Regen im Biergarten und die Prioritäten in deinem Herzen gemeinsam haben

Gestern war im Arzbacher Hof der 4. Grillabend dieser Saison und wie so oft am Freitag bangten wir alle, ob das Wetter hält und wir draußen im Biergarten feiern können. Regnet es gleich zu Beginn um 18 Uhr, dann wissen wir wie wir dran sind. Dann wird im Saal und Stüberl hergerichtet. Schwierig wird’s bei einer ungenauen Prognose. Das schöne Wetter kann halten, es kann aber auch wie aus dem Nichts ein Gewitter aufziehen. So wie gestern. Biergarten voll, dann plötzlich kam der Wind und wie so oft auch kurz danach der Regen. Alle Gäste stürmen reflexartig nach innen. Die Tische müssen so schnell wie möglich abgeräumt werden, unsere Gäste werden angehalten UNBEDINGT ihre Tischnummern vom Biergarten mitzunehmen, damit sie später noch ihr bestelltes Essen warm serviert bekommen. Danach versuchen wir immer so eine Art System rein zu bringen, denn das von eben ist ja gerade überfällig. Wie wenn man im Fußball eins null hinten liegt und muß jetzt voll in die Offensive. Nach einer Stunde hat sich alles wieder beruhigt, die Gäste haben ihren Platz gefunden. Die “Argeter Buam” sind auf die Bühne im Saal umgezogen und spielen wieder zünftig Oberkrainer Polkas. Uuund jetzt kommt sie wieder meine philosophische Überleitung, aber so ist es doch: Wie oft denken wir alles muß nach Plan laufen und dann kommt auf einmal alles ganz anders. Wie nach einen Sturm, finden wir uns dann erst einmal zurecht. Wir laufen zunächst orientierungslos umher, bis wir uns langsam wieder sammeln und eine neue Strategie entwickeln, um weiter zu gehen. Viel zu wenig ist uns doch bewußt, daß das Leben überhaupt nicht planbar ist, wenigstens nicht die großen Sachen. Du kannst dir aber alles wünschen, sei aber nicht enttäuscht, wenn das Gewünschte dann in einer ganz anderen Form eintrifft, wie du es dir vorgestellt hast. Du wünscht dir mehr Zeit für dich und dein Fernseher geht kaputt. Du kannst dich darüber ärgern oder einfach einmal für einen Abend ein Buch lesen (oder meinen Blog…hihi) oder spazieren gehen. Das wolltest du doch schon so lange einmal wieder machen. Du sehnst dich nach guten Gesprächen mit deinen Freunden, als sie auf einmal vor der Tür stehen. Genau da als du gerade die Wohnung putzen willst. Du kannst sie wieder fortschicken, mit der Begründung es ist gerade schlecht, aber du rührst dich dann, wenn es besser paßt. Die Wahrheit ist, es wird nie besser passen. Es gibt sogar noch eine zweite Wahrheit, es liegt alles an dir, in deiner Hand, in deiner Macht. Du siehst die Dinge aus deiner Sicht. Es geschieht immer das, was du für möglich hältst und wofür du dich entscheidest. Ein Afrikaner der zum Beispiel wochenlang auf Regen wartet, wird ihn anders bewerten als wir gestern beim Grillabend. Setze deine Prioritäten. Was ist dir wichtig? Ich meine wirklich, wirklich wichtig. Ist es die Reise die du schon so lange machen wolltest, dann warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt dafür. Es wird in vermutlich nie geben. Sind es deine Freunde, dann triff dich mit ihnen. Jetzt. Sicher, Sachen müssen erledigt werden und du kannst auch deine Arbeit total gerne machen und gleichzeitig deine Familie lieben. ( Ich hoffe sehr, daß das der Fall ist;-) Wenn du im Moment zehn Stunden am Tag arbeitest, anstatt mit deinen Kindern im Freibad rum zu springen, dann heißt das nicht, daß dir Familie nichts Wert ist. Im Gegenteil. Es sind die Prioritäten in deinem Herzen die ich meine. Ich bin überzeugt, wenn du diese einmal klar gesetzt hast, so wie Wegweiser die fest in Beton zementiert sind, zeigt sich das auch im Außen. Die Menschen um dich werden spüren, wenn sie dir viel bedeuten und dann darfst du auch einmal zu deinen Freunden sagen, ich muß jetzt wirklich erst die Wohnung sauber machen, aber heute abend komme ich auf ein Glas Wein zu dir. Sie werde es verstehen, weil sie die Wahrheit ja spüren. Ich wünsche dir, daß du weise entscheidest was du mit deiner kostbaren Zeit anfängst und daß du das mit ganzem Herzen tust. Meine Oma hat immer gesagt, wer weiß wofür es gut ist. Betrachte das Leben von hinten. Rückwirkend machen viele Dinge Sinn, auch wenn du es damals nicht verstehen konntest. Versuche immer das Gute zu sehen. Ich wünsche dir, daß es bei dir immer gutes Wetter gibt, egal ob die Sonne scheint oder es in Strömen regnet. Irgendwo habe ich einmal gelesen, hinter den Wolken scheint immer die Sonne. Und ich sage dir: vergiß nicht, der Himmel war nie blauer als jetzt.
Aus ganzem Herzen M.
Bild/ Franz Xaver Kohlauf

Sommerkinder

Sommerkinder

Unsere Kinder sind eingeschlafen. In unserem großen Bett unter dem Sternenhimmel dieser lauen Sommernacht, der durch das weit geöffnete Dachfenster blinzelt. Sommer, Sterne und schlafende Kinder, eine zauberhaft anrührende Kombination. Wer hat sich so etwas Schönes nur ausgedacht? Ich denke an meine Kindheit und an den Sommer, an diese grenzenlose Freiheit. Als würde sich alles um einen herum ein kleines Stückchen ausdehnen und weiter werden. Dieses universale Gefühl mit jedem und allem verbunden zu sein hat sich als unerschütterliches Urvertrauen in mir festgesetzt. Alles ist gut, alles wird gut. Die Sommer bei uns bestanden in meiner Erinnerung immer aus blauen Himmel und Sonnenschein. Das es höchstwahrscheinlich auch mindestens genauso viel Regentage gab, habe ich ausgeblendet. Die paar wenigen an die ich mich erinnere, waren im Grunde nur eine Vorbereitung zur nächsten Hitzewelle. Der Arzbacher Hof und der Alpencampingplatz waren ein internationaler Treffpunkt und Austauschplatz für uns Kinder. Das wir verschiedene Sprachen gesprochen haben hat uns nicht gestört, weil wir auf einer ganz anderen Ebene kommunizierten. Wir sind morgens mit den ersten Sonnenstrahlen aufgewacht und zum Spielen nach draußen. Kurz vorm Dunkelwerden sind wir dann alle wieder nach Hause, um in unsere Betten zu fallen, todmüde, aber glücklich. Im Grunde eine Art Wanderzirkus, mit festem Standpunkt. Wir waren wie Reisende, die doch immer am selben Ort blieben. Die Geschichten und Abenteuer die wir mit unseren “Weggefährten” teilen durften waren kostbare Souvenirs aus den unterschiedlichsten Ländern, die wir sorgfältig in unserem imaginären Schrein stellten, um sie immer mit uns zu tragen. Jetzt beinahe fünfundzwanzig Jahre später, lebe ich immer noch an diesem kleinen Ort, der mir soviel bedeutet. Ich bin unendlich dankbar, daß unsere Kinder nun das Gleiche erleben dürfen. Ich sehe ihre Augen funkeln, wild, lebendig und so hungrig auf das Leben wie wir damals. Ich bin überzeugt, alles was wir im Moment für sie tun können ist ihnen diese Freiheit zu gewähren, die ich damals erfahren habe. Sie möglichst lange auf zu lassen, um jede Sekunde zu genießen. Um Glühwürmchen zu suchen, Walderdbeeren zu sammeln, Wassermelonen und Eis zu essen bis man Bauchweh bekommt.

Gelati2IMG_7443IMG_7495IMG_0333IMG_7379

Das Bewußtsein, daß wir nicht alleine auf dieser Welt sind und das es noch so viele andere Menschen gibt. Vor Kurzem ist mir zufällig das beeindruckende Buch von Catharina Rust “Das Mädchen vom Amazonas” in die Hände gefallen. Eines der Bücher die man in einem Zug ausliest. Als Kind lebte sie in Mashipurimo, einem Urwalddorf am Amazonas. Während ihre Eltern, beide Deutsche, die Lebensweise der Aparai-Wajana-Indianer erforschten, wuchs sie wie eine Indianerin auf – fernab westlichen Komforts, doch aufgehoben in der Gemeinschaft eines Stammes. Vielleicht ist der Vergleich weit her geholt, aber ein bißchen erinnert mich ihre Geschichte auch an meine Kindheit in Arzbach. Das Indinanerspielen im Arzbach, die Lianen und Hütten die wir uns aus Seilen und Holz gebaut haben und das Empfinden, daß wir wertvoll sind und uns genügen. Wenn es notwendig wäre, hätten wir aber auch die Kraft die Welt zu retten. Ich wünsche dir, daß du darauf vertrauen kannst, daß unsere Erde ein guter Ort ist. Und du dich überall zu Hause fühlst, weil Heimat ein Gefühl ist, das in dir ist. Ich wünsche dir, daß das Kind von damals immer ein Teil von dir bleibt. Mögen alle Kinder ihren Platz im Leben finden, an dem sie sich zu Hause fühlen und den Raum & die Nähe die sie brauchen, um Flügel und Wurzeln zur selben Zeit wachsen zu lassen.
Aus ganzem Herzen, M.

Titelbild und Bilder M.Linke/Juli2015