Der Tag am See

Der Tag am See

Das Wetter in Bayern ist sensationell schön. Obendrein sind die Prognosen auch noch sensationell gut. Blauer Himmel und Sonne überall. Es ist erst dann richtig Sommer, wenn wieder über die Hitze gejammert wird. Das traut man sich nämlich nicht, wenn das Wetter zuvor wochenlang grottenschlecht war. Als könnte man durch “nur übers mieses Wetter reden” die Regenwolken wieder zurück locken. Schönes Wetter und Sommer bedeutet bei uns viele Menschen im Biergarten und auf dem Alpencampingplatz. Könnt ihr denn den Sommer auch genießen? Ihr bekommt ja gar nichts mit. Findet ihr denn auch ein bißchen Zeit für einander? So oder so ähnliche Fragen werden uns manchmal gestellt. Die Antwort ist immer leicht. Wir genießen den Sommer. Und wenn viele Gäste auch viel Arbeit bedeuten, wir lieben das. Frag doch mal Mick Jagger, wie ihm das so im Sommer geht, wenn er mit seinen Jungs auf Tour ist. Die sagen ja auch nicht, Mist, das Stadion voll, Sommer und heiß, wir würden dann jetzt mal lieber am See beim Grillen sitzen. So geht’s uns auch, wir wollen bei euch sein und ein verdammt “gutes Konzert” spielen, damit ihr am Ende alle gut gelaunt wieder nach Hause geht. Auf die Frage, ob wir denn Zeit für uns finden ist die Antwort nicht ganz so leicht. Vor 10 Jahren hätte ich mir das nur schwer vorstellen können, daß es jemanden gibt mit dem ich freiwillig beinahe immer zusammen bin. Ohne jeglichen Fluchtgedanken. Jetzt ist es genauso gekommen und wir sind sogar noch mehr geworden. Unsere Familie. Manchmal passiert dann etwas Seltsames. Obwohl wir uns ständig sehen, haben wir eine solche Sehnsucht nach uns. Ich weiß, schwer zu erklären. Heute war dieses Gefühl wieder besonders ausgeprägt vorhanden und wir haben dann spontan unser Boot auf unseren Bus gepackt, haben unsere Köchin und die Kellnerin angerufen, ob sie vielleicht eher kommen könnten und sind für ein paar Stunden verschwunden. Ich glaube wenn man seinem Gefühl folgt, besonders wenn es einheitlich stark ist, wird man belohnt. In unserem Fall mit einem magischem Tag an einem unbeschreiblich schönen See, gerade mal 30 Km von uns. Baby Kati ist im Wasser auf meinem Arm eingeschlafen, Tommy und Leni sind mit Papa Tom Bootgefahren, easy living für ein paar Stunden und das Bewußtsein, daß es so ein großes Glück ist, daß wir uns gefunden haben! Das größte Geschenk überhaupt – auf die Gefahr hin das sich das jetzt so kitschig wie eine Blumentapete aus den 70gern anhört. Ich wünsche dir, daß du immer deinem Herzen folgst, die Gefühle sind die Sprache in der es zu dir spricht. Du wirst sehen, du wirst belohnt werden. Ausnahmelos. Das wünsche ich dir aus ganzem Herzen und eine Gute Nacht, M.
www.walchensee.de
Bild M.Linke / Juli 2015

Über das Losgehen und das Ankommen

Über das Losgehen und das Ankommen

Wenn jemand mit vollbepackten Rucksack je nach Wetterlage durchnäßt oder verschwitzt bei uns an der Campingrezeption steht, sich nach einen Zeltstellplatz für eine Nacht und dem besten Weg zur Tutzinger Hütte erkundigt, dann ist es ziemlich wahrscheinlich, daß es sich um einen “Venedigwanderer” handelt. Vom Arzbacher Hof aus ist die Tutzinger Hütte in ungefähr 4 Stunden zu erreichen und so ist der Alpencampingplatz besonders die letzten Jahre zu einer beliebten letzten Übernachtungsmöglichkeit vor dem Einstieg in das Voralpengebirge geworden. Mich hat die Strecke auch seit jeher fasziniert. Die magische Landschaft der Alpen bis übers Karwendel, den Dolomiten und am Ende der bestimmt mühsame, lange Weg der Piave Ebene entlang und die große Freude, wenn man endlich das Meer sehen kann. Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlt nach 4-5 Wochen (wenn man keine größeren Pausen oder längere Aufenthalte plant) bei einem herzhaften Teller Pasta und gutem Wein auf dem Markusplatz in der Sonne zu sitzen und zu wissen man ist angekommen. Die Eindrücke und die Erlebnisse die man auf dem Weg haben durfte und die man im besten Fall in angenehmer Gesellschaft teilen darf. Definitiv ein gutes Gefühl.

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Mit Leni und Tommy in Venedig / Juni 2012

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Heute erst sind wieder ein paar der Wanderer aufgebrochen. Eine junge Frau, die alleine unterwegs war und ein flottes Ehepaar anfangs sechzig. Wir kamen kurz ins Gespräch und sie schwärmten von ihrer geplanten Reise von München nach Venedig und davon, daß sie sich einen langersehnten Traum erfüllen. Sie wollten solange warten bis sie beide in Rente sind, um sich dann soviel Zeit nehmen zu können wie sie eben brauchen. Bis Mitte September möchten sie unterwegs sein. Ich gebe noch ein paar Tipps für den Aufstieg und mache mir Gedanken, da sie erst um circa 9 Uhr aufbrechen und es um diese Zeit bereits 30 Grad Außentemperatur bei uns hat. Nur zu gut weiß ich wie heiß es auf dem Weg zur Benediktenwand im Sommer werden kann. Beinahe unerträglich heiß. In der Probstwand gibt es auch keinen Baum unter dem man sich einmal kurz stellen könnte. Ich frage mich, ob sie gut angekommen sind und nur zu gerne würde ich ihre Geschichten hören, die sie unterwegs noch erleben werden. Ich denke an früher, wie oft ich die Benediktenwand raufgekraxelt bin und das es jedes Mal anders war. Der Sonnenaufgang am Gipfelkreuz. Die Steinböcke die sich unbeeindruckt mitten auf den Weg ausruhen. Ein plötzlicher Regenschauer. Hitze. Schnee. Blumenwiesen. Die letzten Jahre bin ich nie wieder dort gewesen, auch wenn ich es mir so oft vorgenommen habe. Irgendwann werde ich einfach einmal wieder losgehen. Das hier ist mein allererster Eintrag in meinen eigenen Blog und es ist auch ein bißchen so, wie endlich losgehen. Weil darum geht es doch. Wenn es an der Zeit ist, einfach JETZT los zu gehen. Ich schließe meine Augen und kann ein Ziel vor mir sehen. Ich weiß noch nicht genau wie es aussieht, weil ich ja noch nie da gewesen bin. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt auf dem Weg zu sein und anzukommen. Definitiv (noch) ein gutes Gefühl. Ich wünsche dir, daß du los gehen kannst und ich wünsche dir das Gefühl zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist…aus ganzem Herzen M.

www.muenchenvenedig.de

Bild T.Linke