Mein Gipfeltreffen aus ganzem Herzen Teil 1

Mein Gipfeltreffen aus ganzem Herzen Teil 1

Jetzt bin ich hier. Genau in diesem Augenblick. Ihr habt mich auf mein Gipfeltreffen mit mir ganz alleine geschickt und ich habe genau diesen Tag dafür gewählt. Es ist mein Geburtstag und nun sitze ich schon eine Zeitlang auf diesem Holzstamm aus Treibholz in der strahlend warmen Herbstnachmittagssonne und atme tiefer ein als ich wieder ausatmen kann. Im Arzbacher Hof ist heute auch eine Geburtstagsfeier, aber die paar Stunden an einem meiner Lieblingsplätze im Isarwinkel habe ich einfach so geschenkt bekommen. Für eine Bergtour reicht der Nachmittag nicht ganz. Zumal es zu dieser Jahreszeit nicht allzu lange dauert, ehe die Sonne untergeht.

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Der Sylvensteinspeicher kurz vor Vorderriß

Es soll auf gar keinen Fall einer dieser klassischen Lebensläufe sein. Keine Aneinanderreihung von Ereignissen, von Zahlen oder eine Aufzählung der Ausbildungen oder Zertifikate die ich einmal erhalten habe.  Es gibt einen Satz von Kahil Gibran, der mich so sehr berührt hat, dass er mich seitdem ich ihn das erste Mal gelesen habe begleitet.

Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er im Leben erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt.

So glaube ich ist es auch. Viel mehr als irgendetwas anders über dich sagen deine Träume, deine tiefen, ehrlichen Gefühle und das wovon du richtig, richtig Herzklopfen bekommst über dich aus.  Nicht ich, sondern ihr habt mir dieses Mal die Fragen gestellt. Manches Mal musste ich nur kurz überlegen, ein anderes Mal, sehr, sehr lange, was auch der Grund dafür ist, dass ich dieses Gipfeltreffen tatsächlich erst so viel später für euch auf schreiben konnte. Dieser Tag hier an einem meiner absoluten Lieblingsplätzen an der Isar in Vorderriß ist der erste Teil. Über den andere Teil des Gipfeltreffens genau einen Monat später am Geigerstein schreibe ich nächste Woche. Denn was ist ein Gipfeltreffen ohne Gipfel? Wenn ihr möchtet, dann nehme ich euch so gerne mit…

Ich kenne dich nicht persönlich, aber dein Blog ist so optimistisch und positiv geschrieben. Woher kommt diese Grundeinstellung bei dir und war das schon immer so oder wie bist du so geworden?

Vielen Dank für deine Frage. Ich habe tatsächlich ein ganz großes Urvertrauen in mir, aber woher das kommt, darüber habe ich noch gar nicht so bewusst nach gedacht. Irgendwie war es schon immer bei mir, aber vielleicht ist das was ich dir jetzt erzähle eine Erklärung. Ich schreibe es auf, weil es gleichzeitig der Anfang von mir ist und der Grund warum ich überhaupt auf dieser Erde bin.

Ich wurde am 22.Oktober.1980 in Bad Tölz geboren. 17 Monate vorher ist mein zweijähriger Bruder an einem Gehirntumor gestorben.  Keiner hatte das wirklich erwartet, obwohl alle Zeichen dafür sprachen.  Meine Eltern trauerten um ihren Sohn, dessen Leben doch gerade erst begonnen hatte und meine beiden Schwestern verloren ihren kleinen, über alles geliebten Bruder.  Als meine Mama mit mir schwanger war, war es ein großer Segen noch einmal ein Kind geschenkt zu bekommen.  Auch wenn ich meinen Bruder auf dieser Welt nie kennen lernen durfte, so bin ich mir sicher, sind wir uns in der anderen sehr wohl begegnet. Als Kind habe ich oft mit ihm geredet und mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht warum das so ist.  Es fühlte sich für mich einfach ganz natürlich an.  Vielleicht war es ein bisschen so, dass ich dieses Gefühl für unsere Familie mitbrachte. Das Gefühl, dass es weiter geht und das sie wieder glücklich sein dürfen. Vielleicht ist das einfach mein Auftrag gewesen Zuversicht und Vertrauen zu vermitteln und manches Mal glaube ich, diese Aufgabe bleibt mein ganzes Leben lang bei mir. Und vielleicht scheint es hin und wieder naiv, aber ich bin einfach davon überzeugt, dass am Ende immer alles gut wird. Ich glaube, dass wir Dinge oft erst rückwirkend verstehen können und es immer um die Liebe geht, die uns führt und leitet. Je mehr Liebe in unserem Leben ist, um so sicherer und direkter führt uns dieser Weg ans Ziel und somit zu uns selbst. Das mit dem Optimismus ist also schätzungsweise angeboren.

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Mir ist aufgefallen, dass du viele Geschichten aus deiner Kindheit geschrieben hast oder immer einmal wieder erzählst, wie schön du damals alles erlebst hast. Was gibst du denn deinen Kindern davon weiter und gibt es so etwas wie ein Grundrezept für eine glückliche Kindheit?

Meine Kindheit war wunderschön. Abenteuerlich, bunt, frei und gleichzeitig wohl behütet. In einem bayrischen Wirtshaus neben dem Alpencampingplatz aufwachsen zu dürfen lehrte mich so unsagbar viel über die Menschen und das Leben an sich. Meine Eltern arbeiteten viel und ich lief irgendwie so nebenher. Doch in Wahrheit war genau das, das Allerbeste was mir passieren konnte! Meine Eltern waren ja immer da und ich wusste wenn etwas ist, kann ich jederzeit zu ihnen kommen. Der Alpencampingplatz und der Arzbacher Hof waren für mich wie eine Art Wandercircus, nur das wir an einem festen Platz blieben und die Gäste (meine Freunde) zu uns kamen.  Ich glaube so aufwachsen zu dürfen ist an sich schon ein ziemliches Privileg,  aber für ein Kind wie mich war es das Paradies. Ich fühlte mich unendlich frei und vertraute mir einfach selbst grenzenlos und das tue ich bis heute noch. Das unsere Kinder an dem gleichen Platz wie ich aufwachsen dürfen, macht mich einfach nur glücklich. Ein Grundrezept? Ich glaube das ist von Familie zu Familie verschieden, aber ich würde sagen, ein warmes Nest, Geborgenheit und Familie die zusammenhält, füreinander einsteht, Werte hat und die sie nicht aus den Augen verliert. Einen Platz wo man sich zugehörig und zu Hause fühlt und wohin man immer wieder zurück kehren kann. Vertrauen. Liebe. Und den Mut sein Leben zu leben. Mitfühlend, freundlich und offen zu sein. (Demnächst schreibe ich einen Beitrag dazu 😉 Alles andere kommt von ganz allein.

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Glaubst du an Gott und wieso?

Ja und es ist beinahe so, dass ich nicht sagen kann: ich glaube an Gott. Es ist mehr so eine Art Gewissheit.  Eine Vertrautheit zu dieser Kraft, der ich immer wieder einmal begegnen durfte, der wir alle von Zeit zu Zeit begegnen.  Das Leben ist ein Wunder. Wir verstehen so vieles nicht und oft hinter fragen wir es dann auch gar nicht mehr, wenn es sich nicht erklären lässt. Wir akzeptieren, dass das Weltall unendlich ist, können aber den Begriff nicht definieren. In unserem Denken muss alles immer einen Anfang und ein Ende haben und gleichzeitig muss es doch immer weiter gehen. Wir atmen Luft ein, die wir nicht sehen und wissen, dass wir so vieles nicht wissen. Warum fühle ich, was meine Kinder (und andere Menschen) denken, ohne dass sie es ausgesprochen haben? Warum sprechen wir nicht mehr über diese Themen z.B. über Telepathie und wie gut sie in Wahrheit wirklich funktioniert. Doch beinahe jeder hat sie im Alltag schon einmal erlebt. Man denkt an jemanden und trifft kurze Zeit später die Person oder sie ruft an. Die glücklichen Fügungen, die viele Zufälle.  Lässt sich das wirklich alles erklären? Liebe fühlt sich für mich leicht und ursprünglich an. Der Hass und alles Negative schwer. Deswegen glaube ich wir sind aus Liebe gemacht und wenn wir unser Leben in genau dieser Liebe leben, dann empfinden wir es als erfüllend. Immer wenn ich nicht wirklich weiter weiss folge ich meiner Intuition und die sagt mir, da ist so viel mehr in uns von dem wir nicht den blassesten Schimmer haben. Da ist jemand der uns führt und auf uns aufpasst, wir müssen nur vertrauen und unserem Gefühl folgen. Wir müssen nicht alles  verstehen. Es reicht, wenn wir lieben. Das dafür so intensiv, klar und so kraftvoll wie möglich.

Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Hast du Angst vor dem Tod?

Ja, ich glaube daran. Absolut. Als ich noch ein Kind war, hat mich diese Frage oft sehr beschäftigt. Ich habe mir vorgestellt, wie es ist, wenn man nie, nie mehr auf dieser Welt sein wird. Nie mehr!  Das fand ich ziemlich schade und irgendwie fühlte sich das auch ganz schrecklich an.  Wie es dann letztendlich aber sein wird, weiß ich selber nicht genau. Das weiß ja im Grunde auch niemand.  (Es sei denn man hatte ein Nahtoderlebnis)  Am stimmigsten von allen Berichten und Lehren hört sich für mich die Reinkarnation an. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir hier auf der Erde sind um bestimmte Lektionen zu lernen und das wir bereits mehrere Leben gelebt haben. Am stärksten hatte ich das tatsächlich einmal selber erlebt, als ich das erste Mal durch Arizona und Kalifornien gereist bin. Ohne je zu vor da gewesen zu sein, war es ein sehr intensives und starkes Gefühl des Nachhause Kommens. Ich wusste intuitiv wie die Landschaft hinter der nächsten Kurve aussah und konnte mir das manches Mal selber nicht richtig erklären. Es war einfach so. Aber solche Erlebnisse bestärken mich einfach, dass das alles tatsächlich wahr sein könnte.

Angst vor dem Tod habe ich nicht. Es gibt nur immer einen Gedanken den ich denke:  Ich bin einfach so, so gerne hier auf dieser Welt und das allerschönste ist die Zeit mit unserer Familie. Ich glaube, dass wir uns auch nach dem Tod wiedersehen werden, in einer anderen Form und an einem anderen Ort. Aber…es wird nie mehr genau so sein wie jetzt. Nie mehr werde ich die Mama dieser wunderbaren Kinder sein. Nie mehr die Frau von meinem Mann. Nie mehr werden wir dieses Leben das wir alle so sehr lieben noch einmal genau so erleben. Das macht mich unendlich dankbar und demütig.

Woher nimmst du die Kraft immer so in dir zu ruhen?

Ist das immer so? Tatsächlich ist das etwas das andere Menschen oft an mir wahrnehmen. Dabei kann ich auch mal richtig ausflippen, besonders wenn es mir um etwas geht, dass mir wichtig ist. Ungerechtigkeiten zum Beispiel. Aber es stimmt schon…im Grunde ist das eher selten und ich entscheide mich meistens für die Gelassenheit. Ich finde einfach, dass die wenigsten Dinge es wert sind sich darüber aufzuregen.  Woher das kommt, weiß ich selber nicht genau. Es passiert von ganz allein.

Welche „flüchtige“ Begegnung hat dich am allermeisten berührt? Ein Mensch, den du vielleicht nur einmal im Leben ganz kurz gesehen hast…

Es kommt sehr oft vor, dass mich jemand oder etwas total berührt. Mir fällt jetzt gar keine bestimme Situation oder Person ein. Das alte Ehepaar das Hand in Hand auf der Parkbank sitzt, der Papa der seine Tochter auf den Arm nimmt und sie tröstet oder der Jugendliche im Zug der seinen Sitzplatz der alten Dame anbietet. Immer da, wo jemand einfach „gut“ ist, ohne etwas dafür zu erwarten, sondern einfach weil er gar nicht anders kann, also so zu sein.

Du schreibst immer wieder darüber, dass du so gerne liest. Wer ist dein Lieblingsautor? Wer ist dein liebster Romanheld und welches Buch war das beste was du im letzen Jahr gelesen hast?

Oh, da gibt es viele. Schriftsteller wie Paulo Choelo. Ich habe alle seine Bücher gelesen, am meisten beeindruckt hat mich aber seine eigene Biografie und wie er zum Schreiben gekommen ist. Jojo Moyes natürlich.  Astrid Lindgren und Cornelia Funke, weil ihre Bücher voller Phantasie und Magie sind. Ich glaube das ist ein großer Schatz den wir da an unsere Kinder weiter geben können.  Am allermeisten Michael Ende, alleine schon weil er Momo geschrieben hat und weil seine Bücher nur zwischen den Zeilen verstanden werden können. Das liebe ich. 

Das beste Buch des letzten Jahres war für mich Wunder von Raquel J. Palacio. Es geht im wahrsten Sinne unter die Haut und zu sehr zu sentimentalisierend zu wirken. Eine wunderbare Geschichte!

Was ist dein Lieblingslied?

Da gibt es auch unzählbar viele. Das was mich am meisten bewegt hat ist nach wie vor Hotel California von den Eagels. Als Teenager war es Ausdruck meiner Sehnsucht nach Amerika und ich hatte keinen blassen Schimmer wieso, dieses Gefühl so stark in mir war, erst als ich das erste Mal dort gewesen bin. Es sind heute viele, viele neue Lieder dazu kommen, die ich alle liebe. Aber Hotel California erzählt von einer Geschichte, die irgendwo tief in mir drin in Resonanz geht.  Ich habe keine Ahnung was es ist, doch es scheint so, als ob sie mir jedes Mal wieder neu erzählt wird, wenn ich das Lied höre.

Dein Lieblingfilm?

Dances with Wolves – Der mit dem Wolf tanzt. Meine Indianerfamilie. So dargestellt wie ich es mir gerne wünsche. Das Buch dazu von Michal Blake ist übrigens unfassbar gut und enthält viele Stellen, die man im Film leicht übersieht. Pay it forward, Almost famous, Forrest Gump, Sweet November, Green Mile, Big Fish, Into the wild…würde ich jetzt auch mal knapp dahinter stellen. Mein liebster Kinderfilm im letzten Jahr war die Neuverfilmung von Heidi.  Wegen der vielen besonderen Augenblicke, die im ganzen Film großzügig verstreut sind.

Dein Lieblingstier?

Der Elefant. ( und Delfine natürlich, schon wegen unserer Tochter)

Als welches Tier möchtest du wieder geboren werden?

Wenn dann schon als Wolperdinger

Warum bloggst du denn überhaupt?

Das Schreiben hat mich irgendwie schon seit jeher begleitet und ich glaube an das Wort. Schreiben ist ja auch nichts anderes als eine Ausdrucksform und mich hat es schon immer fasziniert, die richtigen Worte zu finden, um zu beschreiben was man fühlt und was man denkt.  

Was ist deine Motivation regelmäßig zu schreiben, was treibt dich an?

Eben genau diese Liebe für das Schreiben und am allermeisten die zu den Menschen.  Mit dem Blog habe ich die Möglichkeit Menschen irgendwie sichtbar zu machen. Das was sie ausmacht, wer sie sind, wonach sie sich sehnen. Aber auch Orte und Erlebnisse zu teilen, die das Leben lebenswerter machen. Die größte Anerkennung ist, wenn jemand  meinen Blog liest und dadurch etwas für sein eigenes Leben mit nehmen kann. In welcher Form auch immer.

Hast du eine To-Liste für alles was du noch erleben möchtest?

Wenn mein Leben jetzt vorbei wäre, dann wäre es gut. Weil alles was mir so viel bedeutet schon bei mir ist. Meine Familie, meine Freunde, der Arzbacher Hof, aber auch das Schreiben. Es gibt ein paar Herzensangelegenheiten und Träume, die mir wirklich sehr viel bedeuten, die aber noch so zart und so am Anfang sind, dass ich jetzt noch gar nicht drüber schreiben kann, aus Angst sie können dadurch zerbrechen. Aber wenn ich Glück habe erfüllen sie sich noch.

Welcher Berg ist denn dein Lieblingsberg?

Oh, auch da gibt es viele. Die Benediktenwand bedeutet mir schon sehr viel. Auch wenn es mein Hausberg ist, war ich glaube ich schon um die 20 als ich das erste Mal da rauf bin. Dann dafür aber mehrmals jedes Jahr. Aber auch die Sundratn und da kann ich wirklich nicht mehr zählen wie oft ich dort oben war. Hundert Mal bestimmt. Aber es kommt meistens jedes Jahr ein neuer Berg dazu und in der Regel schreibe ich ja auch auf dem Blog darüber.

Was war dein emotionalstes Erlebnis auf dem Berg?

Für mich ist jedes Gipfeltreffen total emotional. Meine „Bergpartner“ erzählen mir dann ja aus ihrem Leben  und immer ist da irgendwann ein Augenblick in dem man den Menschen dahinter erkennt. Ich kann’s schwer beschreiben, aber das geht mir jedes Mal sehr nah und unter die Haut.  

Und ich erinnere mich…einmal bin ich nach dem Arbeiten an Heilig Abend bei anbrechender Dunkelheit noch einmal alleine auf die Sundraten rauf. Es war tiefster Winter und ich musste mich schon richtig anstrengen, überhaupt hoch zu kommen. Als ich oben war, ist bereits der Mond aufgegangen und die Sterne haben am Himmel geleuchtet. Die Vorstellung, dass jetzt viele Kinder da unten aufs Christkind warten und bald ihre Geschenke auspacken werden, berührte mich sehr. Ich fühlte mich so verbunden mit allem und jedem, dass mir Tränen übers Gesicht kullerten. Ich wünschte mir in diesem Augenblick nichts mehr als das alle Kinder dieser Welt diese Art von Frieden erleben dürfen. In dieser Nacht schien es mir möglich.

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Was war das Kurioseste, dass du dem Gipfel erlebt hast?

Da erlebe ich ständig Neues.  Da gibt’s so viele Geschichten, vielleicht sollte ich einmal etwas drüber schreiben.

Mir ist einmal eine Herde Kühe nach gelaufen und ich im Affenzahn voraus, weil sie dachten, ich habe Salz für sie. Oder als ich auf dem Waxenstein saß und Brotzeit machte, als sich plötzlich ein ausgewachsener Steinbock neben mich hinsetzte und mich anschaute. Er saß neben mir und schnaubte, ich hätte ihn streicheln können so nah war er. In Peru auf dem Chiccani würde ich auf 5300 Meter so schlimm höhenkrank, dass die Gruppe mich zurück lassen musste. Ich saß also mutterseelen allein irgendwie in Peru auf einem Vulkan.  Gott sei Dank konnte ich nicht wirklich drüber nachdenken, was passiert wäre, hätte mich die Gruppe nicht Stunden später genau am gleichen Fleck wieder aufgelesen, denn den Weg nach unten hätte ich sicher nicht gefunden. Doch auch das hatte seine magische Seite. Ich fühlte mich hundeelend, doch als die Sonne aufging und ich dort oben in den Wolken saß, fühlte ich mich auf seltsame Art und Weise sehr behütet und aufgehoben. Vielleicht lag es daran, dass ich dem Himmel so nah war.  

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Sehr witzig war auch, als einmal auf einem Gipfel (mir fällt einfach nicht mehr ein wo das war) jemand seinen kalten Big Mäc von McDonalds neben mir ausgepackt hatte und genüsslich reinbiss. Oh mei.

Wohin ging dein erster Urlaub ohne Eltern?

Mit ungefähr zehn dürfte ich nach und nach meine Freundinnen vom Alpencampingplatz besuchen. Das war meistens in München, einmal war ich auch am Bodensee. Das Landschulheim in der vierten Klasse in Schliersee zählt aber nicht dazu, oder?

Du bist nicht ganz Vegetarier, aber deine Essgwohnheiten sind zumindest vegetarisch angehaucht. Warum?

Ich esse gelegentlich ja Fleisch. (Besonders gerne Fisch) Im Arzbacher Hof haben wir oft Hirsch oder zum Beispiel Almochsen von hiesigen Jägern und Bauern. Wenn ich weiß wie das Tier gelebt hat und „friedlich“ gestorben ist, dann tue ich mir leichter. Für mich ist es eine moralische Frage, aber oft bin ich nicht konsequent genug. Was ja in einem bayerischen Wirtshaus grundsätzlich nicht leicht ist. Aber eins ist sicher, jedes Mal wenn ich Fleisch esse, dann „ehre“ ich das Tier das für mich gestorben ist. Mit dieser Haltung habe ich für mich einen Weg gefunden, dass es für mich in Ordnung ist Fleisch zu essen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass ich irgendwann ganz darauf verzichten kann.

Wie schaffst du das Wirtin und Mama gleichzeitig zu sein? Ich stelle mir das schwierig vor…

Im Grunde ist es das aber gar nicht. Es verträgt sich sogar sehr gut miteinander. Wir leben ja alle hier im Arzbacher Hof und somit bekommen die Kinder hautnah mit was wir da tun. Ich kann oft stundenweise einspringen, weil wir ja auch noch Oma und Opa im Haus haben und sagenhafte Schwiegereltern, Tanten, Onkel und Freunde, die hin und wieder einspringen und so eine riesengroße Hilfe für uns sind. Ich glaube jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Für uns funktioniert dieser ganz gut, dass mein Mann sich voll und ganz dem Arzbacher Hof widmet und ich größenteils bei den Kinder bin. Das passiert rein aus der Intuiton heraus. Momentan ist es so, dass unsere Kinder uns noch sehr brauchen, auch wenn die älteren Zwei schon gut alleine klar kommen. Ich liebe die Arbeit im Arzbacher Hof aus ganzem Herzen, aber am meisten unsere Familie und ich spüre wie wichtig das ist gerade jetzt bei unseren Kindern zu sein. Genau diese Jahre sind jetzt so wertvoll und die Stunden im Arzbacher Hof werden sicher von alleine mehr.

Was ist dir wichtig im Arzbacher Hof und auf dem Alpencampingplatz? Was hast du für Werte als Chefin?

Also das sind ja immer WIR. Mein Mann und ich. Ganz ehrlich, den Begriff Chefin mag ich gar nicht so gerne. Sicher, wir haben unsere Vorstellungen und möchten, dass diese auch vertreten  und umgesetzt werden. In diese Rolle  als Chefin bin ich auch irgendwie rein gewachsen.  Ich habe einen starken Hang zur Harmoniesucht und möchte am liebsten immer, dass es allen gut geht. Dass das nicht immer geht, musste ich lernen. Aber gerade an dieser Aufgabe bin ich gewachsen. Man kann sich nämlich vorher nicht genau vorstellen, was es wirklich bedeutet selbstständig in der Gastronomie zu sein. Es sind die viele, vielen Dinge die von Außen keiner sehen kann, die aber ungehörlich aufwendig sind und viel Kraft kosten. Für uns ist es total wichtig,  dass sich unsere Mitarbeiter wohl fühlen bei uns. Das sie gerne zur Arbeit kommen, dass es ihnen auch was gibt bei uns zu sein. So eine Art Wertschätzung die zwischen uns, unseren Mitarbeitern und dem Gast hin und her fliesst. Weil es ist so:  jeder Gast, der zu uns kommt, bereichtert uns und dafür würde ich am allerliebsten jeden einzelnen von ihnen umarmen und sagen: “ So schön, dass du da bist. Wegen dir lebt der Arzbacher Hof und der Alpencampingplatz, danke, danke, danke!“ Uns ist wichtig, dass diese Energie so stark ist, dass man sie spürt. Was wir an unseren Mitarbeitern haben, dass wissen wir und dafür sind wir unendlich dankbar. Es ist immer alles im Fluß, jeder bringt das ein was er kann und manches Mal bedeutet das eben auch, dass ein Weg jemanden in eine andere Richtung führt und das ist völlig in Ordnung so. Die Dankbarkeit bleibt.  Was uns noch am Herzen liegt ist, dass wir ehrlich miteinander sind, dass jeder die Verantwortung für sich selbst übernimmt und nicht abgibt. Es soll ja Raum für Wachstum und Weiterentwicklung sein. Darum fragen wir regelmässig, wo willst du hin, wo wollen wir hin?

Ich sitze immer noch regungslos und schweigend auf meinem Platz. Wenn ich so intensiv über mein Leben nachdenke, dann berührt mich das total. Weil ich einfach so gerne auf dieser Welt bin und dieses eine Leben so sehr liebe, dass ich es mit Worten unmöglich beschreiben kann. Ich empfinde grenzenlose Dankbarkeit und würde das Glück und meine Freude darüber am liebsten in den Wind schreien, damit es jeder hören kann. Genau wie Wind im Haar in der Schlussszene, als er sich zu Šuŋgmánitu Tȟaŋka Ob’wačhi  (der mit dem Wolf tanzt) und ihrer Freundschaft bekennt, möchte ich mit erhobenen Armen dem Leben meinen Dank aussprechen und so laut in den Himmel rufen wie ich kann:

„Ich kann lieben aus ganzem Herzen und danke dir, dass ich nie gelernt habe wie es sich anfühlt zu hassen. Meine Stärke ist das Gute zu sehen, zu verzeihen, sich selbst und anderen, um einfach weiter zu gehen. Ich kann glauben, dass es für mich real ist und ohne dass der Zweifel darin noch Platz findet. Ich vertraue dir bedingungslos. Du führst mich von anfang an und mit jedem Tag näher zu dir. Du hast mein Herz geöffnet und es weit und gerecht werden lassen. Das war nicht ich, dass warst du. Du bist mein Freund, mein liebes Leben, du bist mein Freund!“ 

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Sag amoi Addnfahrer, wer bist du eigentlich wirklich? – Das Phänomen um den Addnfahrer und seine wahre Geschichte

Sag amoi Addnfahrer, wer bist du eigentlich wirklich? – Das Phänomen um den Addnfahrer und seine wahre Geschichte

Um 9 Uhr am Isarsteg hama ausgmacht. Ein symbolträchtiger Treffpunkt. Nicht nur weil der Isarsteg die offizielle Grenze zwischen Gaißach (sein Dorf) und Arzbach (mein Dorf) markiert, sondern aus einem noch ganz anderen Grund von dem ich euch später noch erzählen werde. Ich packe eine gscheide Brotzeit und eine kleine Getränkeauswahl aus Paulaner Radler (Bier war aus – der Arzbacher Hof hatte zu derzeit Betriebsferien) und alkoholfreies Weißbier, Wasser, Apfelschorle & Kaffee und marschiere los. Beim Vorbeigehen an der Arzbacher Kirche erinnert mich die Kirchenglocke, dass ich fast 10 Minuten zu spät bin. Aber ER nicht. Ich sehe ihn schon von Weitem auf dem Steg stehen, als ich über unsere Hauptstraße zum Isarwanderweg einbiege. Klassisch mit Trachtenhut und vermutlich orangen Husqvarna-Hosenträger unter der Winterjacke. Mei, ich muss schmunzeln. Jetzt derf i doch tatsächlich mit einem Internet-Star den Isarweg Richtig Lenggries entlang wandern. Sagenhaft.

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img_2983„Da Addnfahrer. Ja Servus. Warts scho lang?“

„Na, i bin grad erst kemma. Eigentlich hab i mir dacht i bin selber z’spat“

„Gema links oder rechts“ (der Isarweg führt an beiden Uferseiten nach Lenggries)

„Erstmoi rechts, dann links“ sagt der Addnfahrer. Also dann…Gemma.

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Addnfahrer, jetzt erzähl mal, wie ist es denn überhaupt dazu gekommen, dass du der Addnfahrer geworden bist?

Das war absolut Zufall und überhaupt gar nicht geplant. Eigentlich wollte ein Spezl von mir aus der Gaudi heraus, das Video „Endlich Wochenende“ -welches mittlerweile Kult auf You-Tube ist- nachstellen und ich war hoid irgendwie dabei. Wie oft bei so einem Schmarrn. Er hat das Ganze dann einfach mit dem Handy gefilmt und über Whats app an sämtliche Freunde verschickt.

Wie gings dann weiter?

Tom Oswald von den Gaudiburschen hatte dann das Video bei seiner Facebookseite hochgeladen. Es wurde geteilt und geteilt und irgendwann hatte ich mir dann meine eigene Addnfahrer-Seite eingerichtet. Und aus ein paar hundert Fans sind heute nach gut einem Jahr über 200 000 geworden und es werden mit jedem Video mehr.

Unglaublich. 201 990 sind es aktuell. Du musst dir das mal vorstellen wie viel Leute das sind!

Das kann ich ehrlich gesagt selber noch nicht richtig glauben.

Jetzt finden viele da draußen den Addnfahrer extrem lustig. Aber als ich mich mal so eine Zeitlang durch deine Kommentare gelesen habe, (die sich wie ein Roman lesen – längenmässig) schreiben auch einige echt krasse Kommentare unter deine Videos. Wie gehst du denn damit um?

Am Anfang hat mich das schon gestört. Ich frage mich halt immer wieso. Es muss ja schließlich keiner anschauen, wenn es ihm nicht gefällt. Aber heute sehe ich das gar nicht mehr. Es ist mir ganz einfach egal geworden.

Was hat sich denn für dich alles verändert nach diesem völlig verrückten Jahr?

Sehr viel und doch wieder nicht. Ich bin und bleibe ja immer noch der Selbe. Ich habe freilich viel erlebt, im Guadn wia im Schlechten. Wobei das Erstere ganz klar überwiegt. Doch es ist schon so wie du sagst, das Jahr war einfach total verrückt und ich schüttel immer noch ungläubig den Kopf darüber.

Was war zum Beispiel weniger positiv für dich?

Zum Beispiel hatte ich am Anfang nicht sehr gute Erfahrungen mit meinem ersten Management. Für mich war das ja alles komplett neu und die Tatsache, dass ich tatsächlich irgendwann wirklich einen Manager brauchte, zumindest wenn ich das mit dem Addnfahrer so weitermachen will, war für mich schon schräg genug. Es sind dann einfach Sachen vorgefallen, wo ich auf einmal ganz klar wusste, naaa, dass mit uns das passt so überhaupt nicht und dann habe ich mich nach einem neuen Manager umgeschaut.

Und bist fündig geworden?

Ja mit Manuel von Meya Consulting passt‘s perfekt. Die Chemie stimmt total. Das ist mir auch immer sauwichtig und er ist obendrein auch noch ein Schmied so wie ich. (der Addnfahrer ist wahrhaftig Schmied, Innungsbester noch dazu…nur so am Rande erwähnt)

Aber trotzdem bist du ja hauptberuflich nicht Addnfahrer, sondern immer noch mit Leib und Seele Schmied. Zur Zeit machst du das ja noch nebenbei auch wenn das unheimlich viel Zeit beansprucht. Wo geht die Reise hin?

Das weiß ich selber noch nicht so genau. Ich habe seit meiner Kindheit einen großen Traum. Irgendwann möchte ich einmal nach Kanada auswandern. Als Bua durfte ich schon immer mit einem mit meiner Familie befreundeten Jäger zur Jagd mitgehen. Irgendwann hat es sich dann so ergeben, dass ich mit ihm nach Kanada auf eine „Jagdreise“ mitfliegen durfte. Das war der absolute Wahnsinn für mich damals!

Liebe auf den ersten Blick?

Voi!

Ja und wie stellst du dir das denn dann so vor?

Eine richtige Selbstversorgerfarm weit weg und mittendrin in der Natur. Er ergänzt schmunzelnd: Mit Internet natürlich. Dann kann der Addnfahrer mit mir auswandern.

Ja, überlege ich mir, das passt. Ich kann mir den Addnfahrer wirklich sehr gut in Kanada dort auf seiner Ranch vorstellen. An Haufen Viecher um ihn herum und vielleicht ja sogar die eine oder andere bayrische Kuhglocken die vor sich hin läutet.

Aber wie geht es denn jetzt konkret mit dem Addnfahrer weiter?

Ganz easy. Ich lass das alles auf mich zukommen. Ich stelle nicht mehr ganz so viele Videos wie am Anfang rein. Lieber 1-2 im Monat, dafür gehaltvollere. Im Moment schreibe ich unter anderem an einem Bühnenprogramm.

Echt? Ja sauguad…

Ja find ich a. Obwohl ich davor schon ein bisserl Respekt habe. In echt auf der Bühne und vor echtem Pumblikum zu stehen, ist halt noch einmal was ganz anders als daheim ein kleines Filmchen zu drehen. (die größte Reichweite bei diese kleinen Filmchen hatte so am Rande erwähnt 12 Millonen! Das muß man sich mal vorstellen, 12 Millionen! Portugal oder Griechenland haben zum Beispiel um die 10 Millionen Einwohner, nur so zum Vergleich:-)

Der Addnfahrer ist da tiefenentspannt. Es kommt wie’s kommt und er bleibt sowieso so wie er ist. Ich bin mir sicher, er ist viel zu bodenständig, als das ihn das was im Moment gerade passiert auf irgendeine Art und Weise verändern könnte. Er tritt weiterhin bei Burschenvereinen auf oder singt eben halt mal bei einem Live-Konzert von Gsindl gemeinsam mit der Band auf der Bühne. Einfach weil das ja alles seine Fan-Base ist, wie er sagt und er da auch selber sowieso hingegangen wäre, wenn er jetzt auch nicht gerade der Addnfahrer wäre. Er erzählt mir von den abgefahrensten Anfragen und Erlebnissen die er im letzten Jahr so erlebt hat. Nach einem hochgeladenen Video zum Bespiel hatte er um die 6000 Nachrichten auf seiner Facebookseite. 6000! Und ich denke mir, ja Herrschaftszeiten des gibt’s doch garned…Das einzige was ihn zur Zeit ein bisserl nachdenklich stimmt, sind die Addnfahrer, die keine Addnfahrer sind, aber sich auf Festl als der Addnfahrer ausgeben.

Warum macht man denn so was?

Keine Ahnung, vielleicht für ein paar Bargetränke umsonst oder so. Es ist nur irgendwie…ja sagen wir moi, ein bedrängendes Gefühl, wenn sich jemand als einen selber ausgibt und alles irgendwie dann in deinem Namen tut und du kannst Garnichts dagegen machen.

Die Patentrechte für den Addnfahrer hat er sich vor kurzer Zeit gesichert. Aber die „falschen Addnfahrer“ die ohne seines Wissens unterwegs sind, sind einfach schwer zu belangen, weil er ja oft selber gar nichts und wenn dann nur zufällig von ihnen mitbekommt.

Wir sind mittlerweile in Lenggries angekommen. Der Isarweg würde jetzt noch weiter an den Sylvensteinsee, ja sogar bis nach Österreich führen. Wir überqueren die Brücke in Lenggries, um auf der anderen Seite, der Goaßara Seitn, also die vom Addnfahrer, weiter zu gehen.

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Der Addnfahrer erzählt mir, dass er so wie ich unglaublich gerne liest. Heute immer noch und früher als Kind hat er ganze Indianerbücher regelrecht verschlungen. So wie mein Cousin auch. Der ist nämlich der Papa vom Addnfahrer und sein Opa ist mein Onkel gewesen. Mein Onkel war einer der großzügigsten, gutmutigsten, warmherzigsten und lustigsten Menschen an die ich mich je erinnern kann. Und er ist vor 12 Jahren ganz überraschend verstorben. Genau an der Stelle wo ich mich heute früh mit dem Addnfahrer am Steg getroffen habe. Zwischen Arzbach und Gaißach, letztendlich dann auf der linken, der Gaißacher Seite. Wir waren damals fassungslos und unendlich traurig, weil jeder der meinen Onkel, seinen Opa kannte ihn einfach gern haben musste.

Der Addnfahrer erinnert sich an diesen Tag:

Er war bei euch im Arzbacher Hof am Stammtisch und sie hatten besonders an diesen Tag alle miteinander so eine Fetzngaudi, dass da Opa und sein Freund auf dem Nachhauseweg kaum Radl fahren konnten so mussten sie lachen. Auf dem Steg ist es dem Opa dann plötzlich nicht mehr gut gegangen.“ Was ist denn los? „ hat ihn der Freund immer wieder gefragt als er merkte, dass etwas nicht stimmte. Dann ist der Opa zusammen gebrochen. Er war sofort tot. Selbst der herbei eilende Arzt und die Krankenschwester, die zufälligerweise direkt neben dem Ort wo es passiert ist wohnten und auch sofort zur Stelle waren um erste Hilfe zu leisten, konnte nichts mehr für ihn tun. Es hat einfach so sein sollen und er ist auf die Art und Weise gestorben, wie er es sich immer gewünscht hatte.

Ja, das stimmt. Da bin ich mir sicher. Es ist fast ein bisserl so, wie wenn er es sich ausgesucht hätte und er hatte sich ja von uns allen im Arzbacher Hof offiziell verabschiedet. Das es ein Abschied für immer sein würde, dass hatte keiner geahnt und hätten wir das, dann hätten wir ihn sicher nicht so einfach gehen lassen.

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Wir kommen an der berühmt berüchtigten Isarburg vorbei und weil wir heute keinen Gipfel haben an den ich meine Brotzeit auspacken könnte, muss die kleine Bank am Isarufer ausreichen. Der Addnfahrer hat es doch tatsächlich fertig gebracht sich durch a saublede Aktion an Leonhardi ( wer’s ned kennt, Nationalfeiertag von Bad Tölz) das Außenbandl ab zu reißen. Deswegen geht aufwärts im Moment schlecht. Er wählt aus der Rucksackminibar das Paulaner Radler und eine Butterbrezen aus und wir ratschen und ratschen.

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So und jetzt sag ich euch einmal was, was ich über den Addnfahrer wirklich denke. Irgendwie kommt man im bayrischen, sozialen Netzwerken sowieso nicht an ihm vorbei (und nicht nur den bayrischen, die Zahlen sprechen für sich). Der eine findet ihn gut, der andere find es vielleicht an Schmarrn. Des derf ja letztendlich jeder selber entscheiden. Ich persönlich find es unglaublich interessant wie sowas überhaupt einfach so passieren kann. So wie es in der Geschichte vom Addnfahrer war.  Er hat etwas unbeschreiblich Unterhaltsames in seiner Art und das war irgendwie soweit ich mich erinnern kann auch schon immer so. Nur das des jetzt einfach ein paar Menschen da draußen mehr gemerkt haben. Und ich finde, er hat so wie mein Onkel sein Herz am rechten Fleck und einen wachen Verstand, um aus dem allen gechillt hervor zugehen, egal was in Zukunft auch noch immer passieren mag. Da ist es dann auch Wurscht wie oft die Bildzeitung ihm noch eine ganze, wenig wahrheitsgemäße Seite widmen wird, mit der Überschrift „der Wutbayer“, als Anspielung auf sein Kuhglockenvideo bei Youtube.

Es gibt eine Sache die man bei dem ganzen Wirbel nicht vergessen darf: Es gibt ja da noch immer ihn, den Menschen hinter dem Addnfahrer, der in Wirklichkeit ganz anders ist. Der Indianerbücher liest, über eine fast schon poetische Ader verfügt und dessen heimlicher Traum eine einsame Farm in Kanada ist. Der, der sich wie ein Schnitzel freut, wenn er andere zum Lachen bringen kann, weil das schon immer sein Ding war und der, der sich heute einfach einmal so den ganzen Vormittag frei nimmt, um mit mir auf dieses, nennen wir es Isartreffen zu gehen. Doch trotzdem ist der Addnfahrer unglaublich authentisch. So wie wenn der Addnfahrer und der, der sich dahinter vesteckt, einfach immer schon eine Person waren.

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Vor lauter, lauter merken wir fast nicht, dass wir schon wieder am Arzbach Steg angekommen sind. 4 km ist die kleine Wanderung insgesamt lang und wenn du jetzt flussabwärts in die andere Richtung weitergehst, rechts oder links, dann kommst du direkt in unsere wunderschöne Landeshauptstadt München. Aber das wäre jetzt wirklich zu weit mit gerissenen Aussenbandl. Die Geschichtn vom Addnfahrer aber würden nicht ausgehen, da bin ich mir sicher.

über den Isarwanderweg die Route

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Do is er dahi

In diesem Sinne, lasst’s eich ned schwoam und dem Addnfahrer danke ich aus ganzem Herzen für das offene, ehrliche und unterhaltsame Isartreffen aus ganzem Herzen M.

Mehr Video’s etc…rund um den Addnfahrer

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Die herzensgute Hollerfee vom Isartal Burgi Heufelder und das Geheimniss unseres Uropas

Die herzensgute Hollerfee vom Isartal Burgi Heufelder und das Geheimniss unseres Uropas

Auf diese Treffen habe ich mich schon seit langer, langer Zeit gefreut. Ein paar Mal hatten wir schon einen Tag für unser Gipfeltreffen festgelegt und immer wieder ist ganz kurz vorher dann doch noch etwas dazwischen gekommen. Aber obwohl der Terminkalender bei uns beiden bis zum Rand gefüllt ist, habe ich einfach nicht locker gelassen, weil man eben nur ganz selten auf solche herzerwärmenden Menschen wie die Burgi trifft. Wenn Burgi den Raum betritt, erfüllt sie ihn sofort mühelos mit Leichtigkeit und einer dermaßen ansteckenden Fröhlichkeit, dass man sie am liebsten gleich in den Arm nehmen möchte, auch wenn man sie gerade erst kennen gelernt hat. Ich habe das große Glück, dass Burgi als meine Cousine schon mein ganzes Leben lang bei mir ist. Bei meiner Taufe hat sie die Kerze für mich getragen und auch sonst eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt. Sie hat mir auf meinem Weg sozusagen ein  Licht vorweg geschickt. Und das einfach nur weil sie da ist. So wie mit meiner Taufkerzen damals. Auch wenn wir uns manches Mal Monate lang nicht sehen, habe ich trotzdem immer das Gefühl, dass wir uns sehr nahe stehen. Wenn wir reden, reden wir lange und die Gesprächsthemen gehen uns sicher nicht aus. Und Burgi‘s Leben, das finde ich einfach so unfassbar spannend, dass ich es euch nicht vorenthalten kann.

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Wir treffen uns an diesem allerersten Herbstfreitag zu unserem langersehnten Gipfeltreffen am Wanderparkplatz der Waldherralm. Ich freue mich so Burgi wieder zu sehen, um gerade heute an diesem herrlichen Septembertag ein paar ganz besondere, geschenkte Stunden mit ihr verbringen zu dürfen. Das gleiche Anfangsstück wie bei meinem Gipfeltreffen mit Carola, Jochen und Emma denke ich, als wir geradeaus loswandern.img_9941 Wie nah doch immer alles zusammen liegt. Vor dem kleinen Brückerl biegen wir dann allerdings nicht rechts, sondern links Richtung Zwiesel ab. Der Morgentau hält sich in großen, dicken Tropfen hartnäckig an den Grashalmen und Sträuchern fest, während die Sonne vorsichtig durch den frühen Herbstnebel blinzelt. Wir bleiben kurz stehen und lassen diesen Moment auf uns wirken. Wie schön es doch hier ist!

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Burgis Mama und meine Mama sind Schwestern. Beide wuchsen zusammen mit insgesamt zehn Geschwistern in dem idyllischen Ort Leger zwischen Wegscheid und der Jachenau auf. Ihre Kindheit war frei, aber auch sehr geprägt von Strenge und Disziplin. Mein Opa hat seine erste Frau Elisabeth im Kindsbett verloren. Meine Oma war die Schwester von Elisabeth, jung verliebt und wollte bald heiraten. Wegen der ganzen Arbeit am Hof und auf dem Sägewerk, aber hauptsächlich wegen der fünf Kinder hat meine Oma schweren Herzen die Verlobung gelöst und den Mann ihrer Schwester geheiratet.(das muss man sich erst einmal vorstellen!)  Sie bekam noch sechs weitere Kinder mit meinem Opa, zwei davon waren meine Tante und meine Mama. Insgesamt waren es tatsächlich einmal vierzehn Kinder. Drei Kinder- zwei davon Zwillinge-  sind an heute vergleichsweise harmlosen Krankheiten als Säungling verstorben und ein Kind ist auf dramatische Weise im Sägbach ertrunken.  Das ist nur eine von vielen bemerkenswerten, manchmal auch tragischen Geschichten, die um unsere Familienclan den „Soagschneidern“ kreist. Jede einzelne davon wäre es wert sie zu erzählen und am Ende könnte man ein ganzes Buch darüber schreiben. Aber das hier ist Burgi’s Geschichte und ich bin dankbar, dass ich es sein darf, die sie für euch aufschreibt.

Burgi, ich war ja das jüngstes Enkelkind von unseren Großeltern. Unser Opa ist gestorben, als ich gerade einmal ein paar Monate alt war. Aber die Oma die habe ich immer noch in so guter und lebendiger Erinnerung. Einmal sind wir mit ihr über die Grenze nach Österreich gefahren, um einen kleinen Ausflug mit ihr zu unternehmen. Als der Grenzpolizist feststellte, das der Ausweis der Leger-Oma bereits seit 10 Jahren abgelaufen war und fragte warum sie den denn nicht neu beantragt hatte, meinte sie: „ Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich einmal so alt werden würde.“ Weil du ein paar Jahre älter bist als ich, hattest du von der Oma ja noch viel mehr mitbekommen. So oft hast du mir von den abenteuerlichen Ferienwochen im Leger mit meinen anderen Cousinen (und Cousins) vorgeschwärmt. Das Leger das war ganz ein besonderer Ort für dich?

Ja, und diese Zeit werde ich wirklich nie vergessen. Das Leger bedeutet für mich seit jeher schon grenzenlos Freiheit. Alleine das Haus der Oma mit dem großen Wald dahinter, nachdem wirklich nichts mehr kam, außer der Fluß Jachen und die Berge. Das ist glaube ich für alle Kinder ein großer Traum. Die Oma ist mit uns und dem Fahrrad zum Beerenpflücken gefahren, wir haben viel gesungen und gelacht. Überhaupt habe ich die Oma als herzensgute und lebenslustige Frau in Erinnerung.

Wir reden noch ein Weilchen, über unsere Erinnerungen an Leger. Über Oma und Opa, Omas Katzen, das Birkenwasser mit dem Oma ihren Enkelinnen immer die Haare geflochten hatte, die vorher im Kachelofen aufgeheizten Ziegelsteine, die sie uns Kindern zum Wärmen der Füße ins ohnehin schon wuchtige Federbett legte und an den Geruch von frischem Kaffee am frühen Morgen. Alleine durch ihren Namen, den  Burgi (Notburga) mit meiner Tante und Oma teilt, sind die drei sehr verbunden und es scheint, dass oft alleine durch diesen Namen, sich ein besonderes enges, unsichtbares Band um die drei legte.

Der Weg führt uns vorbei an prächtigen Wäldern, herbstlichen grün-gelben Wiesen und Brombeersträuchern. Die Blätter beginnen sich langsam zu färben. Wir sind mittendrin in diesem Übergang vom Sommer auf den Herbst.

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Burgi bleibt stehen und wir bewundern ein paar Pflanzen und Blumen am Wegrand. Burgi fällt ein Schwamm an einem Baum auf, an dem silbrige Wasserperlen langsam nach unten tropfen. Beinahe wäre ich einfach vorüber gegangen. Offene Augen für die kleinen Wunder um uns herum hatte Burgi schon seit jeher, aber auch die Liebe zur Natur, zu den Pflanzen, Kräutern…img_9956

Burgi, war eigentlich schon immer klar, dass du Floristin werden wolltest?

Ja, das war von Anfang an sonnenklar. Und das zieht sich auch wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Ich bin mir auch sicher, auf eine gewisse Weise werden die „Pflanzen und Blumen“ mein ständiger Begleiter sein. Nur habe ich festgestellt, dass sich etwa alle sieben Jahre  mein Leben auf wundersame Weise jedes Mal neuorientiert.

Wirklich alle 7 Jahre?

Seltsam. Ja. Aber es waren tatsächlich immer ziemlich genau 7 Jahre.

Wo befindest du dich denn dann gerade, am Ende der 7 Jahre, mittendrin oder am Anfang?

Ich würde sagen am Ende. Vor 7 Jahren habe ich mich mit der Sonnenkunst selbstständig gemacht. Das war damals die perfekte Zeit und hat sich alles auch richtig angefühlt. Ich arbeite nebenbei ja noch in der Gärtnerei Epp in Lenggries.  Selbstständig zu sein bedeutet Freiheit und die Dinge so zu gestalten wie man es selber möchte. Aber eben auch die vielen Extrastunden, die man gar nicht sieht, die sich aber am Ende dann doch summieren. Die  Gärtnerei zieht bald um und vergrößerst sich und da ich dort auch diese Freiheit auf meine Art zu arbeiten ganz und gar ausleben darf und auch das Arbeitsklima so perfekt passt, überlege ich gerade mehr dort zu arbeiten. Somit würden dann die Zusatzstunden der Selbstständigkeit wegfallen und ich könnte mich wieder mehr der Kunst widmen, zu der die letzten Jahre und oft  auch aufgrund der Selbstständigkeit einfach Zeit und Muße gefehlt hatten. Aber mal schauen, wo mich der Weg letztendlich hin führt…

Ich weiß, dass du genau so wie ich, auch davon überzeugt bist, dass alles zu seiner Zeit passiert. Und da muss ich jetzt an unsere Oma denken, die immer sagte, wer weiß für was es gut ist.

Davon bin ich überzeugt. Oft passiert im Leben etwas, dessen Sinn man erst gar nicht greifen kann. Manchmal hadert man und ärgert sich, aber wenn man ganz ruhig wird und auf auf sein Herz hört, dann weiß man es ganz genau. Am Ende wird alles gut sein. Und darum geht es für mich im Leben auch, darauf zu vertrauen, dass alles nur so sein kann, wie es im Augenblick ist und alles zu deinem Wohle geschieht. Mit einem offenen Herzen durchs Leben zu gehen, mag manches Mal weh tun, weil du so auch verwundbar bist, aber es wird sich immer lohnen. Alles was du aus ganzem Herzen gibst, kommt tausend Fach zu dir zurück.

Ach liebe Burgi, du sprichst mit so aus der Seele, aus ganzem Herzen eben und glaubst du wirklich wir sind in diesem Leben zufällig Cousinen geworden? Wobei ich bei meiner nächsten Fragen bin und unserer nächsten Gemeinsamkeit, die uns so verbindet.. Wie auch ich beschäftigt sich Burgi schon ihr ganzes Leben lang mit allem was weitgehend mit Heilen und Spiritualität zu tun hat. Auch hier schließt sich der Kreis im Ursprung unserer Familie. Unser Uropa hatte eine Gabe, die viele Menschen aus Nah und Fern zu ihm ins Leger pilgern  lies: Er konnte Menschen mit Kräutern und uraltem Heilwissen heilen. Als mein Uropa verstarb, hat er dieses niedergeschriebene Wissen meiner Oma in Form eines Gelübdes weiter gegeben. So wie auch er es erhalten hatte. Meine Oma hat es angeblich meiner Tante vermacht, der “ zufälligerweise“ auch ein großes Interesse für Kräuter und deren Wirkungsweisen mit in die Wiege gelegt wurde . Burgi und ich finden das unglaublich spannend und hochinteressant. Das Gelübde besagt unter anderem auch, dass derjenige der die alte Tradition fort führt, es als Geheimnis für sich behalten muss und mit keinem anderen Menschen  über den Inhalt und die Vorgehensweise dieser alten Heilkunst reden darf. Was die Sache für uns natürlich noch geheimnisvoller macht.

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Meine Cousine hat sich über Jahre hinweg das Handwerk des Räucherns angeeignet. Zusammen mit Christa und Margot sind sie die „Hollerfeen aus dem Isartal“.  Wer die drei jemals zusammen auf einen ihrer Vorträge oder beim Räuchern erlebt hat, sieht wie sehr sie dieses Thema dann auch leben und weitergeben möchten. Faszinierend ist es allemal.

Wie bist du denn überhaupt zum Räuchern gekommen Burgi?

Das hat sich immer alles ergeben. Durch meine Arbeit als Floristin hatte ich ja eh schon immer einen Zugang zu Kräutern  usw… Eine Freundin gab mir die Adresse von Marlies Bader, die über das Räuchern mit heimischen Kräutern oder das Wohnen mit guter Energie Bücher geschrieben hat und ihr Wissen in einer einjährigen Ausbildung an andere weiter gibt. Die Ausbildung hat mich persönlich sehr bewegt und auch vieles bei mir ausgelöst.

Du hattest ja auch einmal eine Ausbildung zur Persönlichkeitstrainerin absolviert?

Ja, genau. Das ist schon etwas länger her. Damals bei der Positiv Factory. Ich hatte so unglaublich ineressante Menschen während dieser Zeit kennen lernen dürfen und auch so wirksame Methoden, wie man zum Beispiel an neue Projekte heran geht oder mit schwierigen Lebenssituationen umgehen kann. Eine unfassbar wertvolle Zeit für mich, die ich jeden nur uneingeschränkt empfehlen kann.

Wir erreichen die Lichtung kurz vor der Gassenhofer Alm. Beide haben wir dort als Teenager lustige Hüttenabende verbracht. Unabhängig voneinander. Irgendwie müssen wir jetzt darüber lachen und können gar nicht glauben, wie lange das in Wirklichkeit schon her ist.

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Bald schon können wir den Gipfel sehen und der Weg führt uns steil nach oben. Ab und zu müssen wir einfach innehalten und uns umdrehen, zu schön ist diese zauberhafte Bergkulisse des Voralpengebirges. Und was für einen Stimmung! Wir genießen jeden einzelnen Augenblick so sehr, vor allem weil wir ja wissen wie selten das ist, dass wir es tatsächlich einmal gemeinsam auf den Berg schaffen.

Als wir oben am Bankerl ankommen stellt sich bei uns wirklich wahres Gipfelglück ein. Es ist einfach so besonders, dass wir hier zusammen auf dem Zwiesel sitzen und auf den Isarwinkel und auf unsere Heimat herab schauen dürfen. Alkoholfreies Weißbier, Butterbrezen, Käsestangen, Quarktaschen…ein verspätetes Frühstück auf dem Berg schmeckt einfach immer außergewöhnlich gut!

Und Burgi erzählt, wie oft es ihr im Alltag so ergeht, dass sie Menschen einfach spontan in den Arm nimmt, wenn ihr das Gefühl das sagt. Einmal so sagt sie, hatte sie eine Kirche für eine Hochzeit dekoriert und eine fremde Frau hat ihr von ihrem verstorbenen Mann erzählt. Burgi hat ihr einfach nur zugehört und sie dann rein aus dem Instinkt heraus umarmt. Die Frau ist in Tränen ausgebrochen und war so sehr berührt von dieser Geste, dass sie Burgi einen Segenswunsch für ihr ganzes Leben aussprach. Richtig förmlich mit Handauflegen und so. Burgi wiederum war von diesem spontanen Dankbarkeitsritual  dann auch wieder so bewegt, dass sie dieses Erlebnis mit der freundlichen Dame in der Kirche sicherlich auch so schnell nicht wieder vergessen wird. „Aber so ist das, wenn man seinem Gefühl folgt. Manches Mal geschehen dann die wundersamsten Dinge.“ stellt Burgi fest. „Und überhaupt, “ so fährt sie fort, „ein Leben ohne es aus dem Herzen heraus zu leben, könne sie sich nur schwer vorstellen.“ Herz über Kopf. Ganz klar.

Bei Burgi hat es immer den Anschein, wie wenn sie durchs Leben tanzt. Es ist diese Leichtigkeit die sie umhüllt, wie ein zarter Schleier gewebt aus Mut, Fröhlichkeit und der unendlich tiefen Freude am Leben. Gibt es irgendetwas was du dir noch wünscht Burgi?

Alles in allem hatte ich schon sehr viel Glück im Leben und mir wirklich ganz tolle Menschen ausgesucht, die ich begleiten darf und die mich begleiten. Ich würde nichts daran ändern, denn im Grunde hat mich alles genau dahin geführt wo ich jetzt stehe.  Auch zu meinem größten Geschenk: Mein Sohn Basti. Der ja mittlerweile auch schon erwachsen ist und seinen eigenen Weg geht. Wir sind sehr eng miteinander verbunden und ich bin so unfassbar gerne seine Mama und einfach überglücklich, dass wir uns gefunden haben.

Gefunden haben. Glaubst du ihr habt euch ausgesucht?

Ja auf alle Fälle. Ich glaube wir ziehen immer die „richtigen“ Menschen in unser Leben. Das sind ganz oft die Menschen die wir über alles lieben, aber auch die von denen wir am allermeisten lernen können.

Du und Markus (Bastis Papa) ihr seit ja beide noch sehr jung gewesen, als Basti zur Welt kam und habt euch getrennt, als er noch sehr klein war. Was mir bis heute imponiert ist, dass euch so eine tiefe Freundschaft miteinander verbindet. Ich glaube das ist echt selten.

Das stimmt. Wir schätzen uns beiden einfach total und freuen uns immer noch sehr, wenn wir uns sehen. Auch wenn das „nur“ freundschaftlich ist. Aber Freundschaft ist doch auch so unsagbar wertvoll.

Da hast du Recht. Glaubst du denn an die eine große Liebe?

Ja, unbedingt. Alle Menschen mit denen ich bisher zusammen war, haben immer noch einen Platz in meinem Herzen und auf übergeordnete Weise liebe ich sie immer noch. Auch wenn ich an diese eine große Liebe glaube, tue ich mir tatsächlich schwer, etwas zu versprechen, zu schwören…so wie es ja an Hochzeiten oft der Fall ist. Lieber möchte ich daran glauben, dafür leben und mein Herz dafür öffnen.

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Der Abstieg führt uns über die bewirtschaftete „Schnoada Alm“  über einen sehr schönen Steig mitten durch den Wald, alten Baumbeständen, an Wasserfällen vorbei und  Burgi erzählt mir von einem weiteren Geschenk, welches  ihr das Leben gemacht hatte: Das Haus in dem sie und Basti jetzt leben und das sie sich immer genau so gewünscht hatte. Manchmal so sagt sie, kann sie es immer noch nicht glauben, dass das genau so passiert ist. Denn sein Traumhaus in der heutigen schwierigen Imobilienlage zu finden, obendrein  erschwinglich, ist wirklich wie ein 6er im Lotto, wie Burgi es immer wieder betont. Ich erinnere mich so gut an jede einzelne von Burgis Wohnungen. Angefangen bei dem riesengroßem Zimmer bei meiner Tante und meinem Onkel im Dachgeschoss, die Wohnung beim Schloss in Reichersbeuern, die ohne Heizung am Kalvarienberg, die in der Marktstrasse in Bad Tölz, die bald unser Lieblingstreffpunkt an Leonhardi war, das kleine, uralte Haus mit dem verwunschenen Garten… Alle Wohnungen hatten ihre ganz besondere Ausstrahlung und Energie. Über die letzte Wohnung bekam Burgi dann auch das Angebot ihr Traumhaus direkt gegenüber zu kaufen. Das ist auch wieder was das Burgi lebt. Einfach einmal dem Leben zu vertrauen, alles wird gut und zur rechten Zeit kommt es zu dir…so wie dein Traumhaus zum Beispiel.

Burgi erzählt mir noch von den vielen Zufällen, wenn sie auf Reisen war. Einmal zum Besipiel wollte sie und Basti nach Mexiko fliegen. In den Osterferien im karibischem Meer baden, einmal die Maja-Tempel in echt sehen und mit dem Rucksack durch das Land reisen. Am Flughafen dann die Ernüchterung. Basti durfte mit seinem deutschen Pass nicht über die USA einreisen, weil er nicht den US Bestimmungen entsprach. Ziemlich traurig sind sie damals mit ihren Rucksack in dem sie nur Flossen, Taucherbrillen und ein paar Sommerklamotten gepackt hatten, mit dem Zug wieder nach Hause getingelt. Kurz entschlossen sind sie dann einfach nach Wien weiter gefahren, haben dort unsere gemeinsame Tante besucht und wie es der Zufall will in einer Pension übernachtet in der alles, wirklich alles im Mexikostyle eingerichtet war. Mit den Vermietern haben sie sich so gut verstanden, dass sie sich auch nach der Reise wieder getroffen haben. Das ist ja gerade das faszinierende am Reisen, die Menschen die einem überall auf dieser wunderschönen Erde begegnen. Denn am besten führt uns doch alle immer noch der Zufall zusammen. Zufall im Sinne von zu fallen.

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Waldherr Alm

Am Ende unserer Tour gehen wir am Bacherl Richtung Waldherr Alm entlang. Ein super Einkehrtipp übrigens, den ich nur empfehlen kann. Waldherr Alm

Liebe Burgi, ich könnte ewig mit dir weiter wandern. Auch bis ans Ende der Welt oder zumindest ein gutes Stück bis dahin,  das darfst du mir ruhig glauben. Du bist mit Abstand einer der warmherzigsten, gutmütigsten, offensten und ehrlichsten Menschen die ich kenne. Danke für die Zeit mit dir. Danke für unser Gipfeltreffen.

Danke aus ganzem Herzen, deine Cousine Michi

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Der bayrische Patriot und sein Engel – Gipfeltreffen am Heigelkopf in Wackersberg

Der bayrische Patriot und sein Engel – Gipfeltreffen am Heigelkopf in Wackersberg

Das letzte Gipfeltreffen liegt schon wieder fast zwei Monate zurück und ich weiß nicht warum, aber es ist wie bei einem guten Wein, der erst eine Weile in sich ruhen muss, um in seine wahre Kraft zu kommen. Es ist seltsam, aber dort oben in den Bergen geschieht immer etwas, was ich nur schwer in Worte fassen kann. Für das Gipfeltreffen suche ich Menschen für euch aus, in denen ich etwas ganz besonderes sehe. Auch wenn im Grunde wirklich jeder einzelne genau das ist. Etwas ganz besonderes auf seine ganz eigene Art und Weise. Nur manches Mal spüre ich, da ist eine Geschichte hinter dieser Person, etwas das unbedingt erzählt werden muss. Damit diese Geschichte bleibt und nicht irgendwann verloren geht, so wie buntes Laub im Herbst, das durch die Wälder getragen wird und sich an einer unscheinbaren Ecke wieder zu Erde zurück verwandelt. Ich wünsche mir die Sonne möge in ihren hellsten und wärmsten Strahlen auf die bunten Blätter scheinen und sie zum Leuchten bringen, dass jeder der zufällig vorüber geht, fasziniert ist und staunt wie schön und vielfältig doch diese Welt ist. Vielleicht ist dann auch der ein oder andere von euch dabei, der für einen Moment stehen bleibt und eines dieser Blätter aufhebt, um es zu sich nach Hause mit zu nehmen. Vielleicht legst du es  in ein Buch, damit es ganz glatt wird  und lange hält und vielleicht erinnerst du dich dann zufällig an jenen magischen Moment im Wald, als du es gefunden hast.

Heute darf ich euch von zwei ganz unterschiedlichen und doch gleichen, farbenprächtigen und einzigartigen Geschichten erzählen, die am Ende zusammen doch auch wieder eine Geschichte sind. Es ist Ende Mai, als wir uns zu viert auf den Weg machen. Jochen, Carola, Hündin Emma und ich. Der Aufstieg zum Heigelkopf in Wackersberg führt über den Wanderparkplatz an der Waldherr Alm. Gemütlich spazieren wir den Fahrweg unterhalb der Alm entlang, bevor es vor der kleinen Brücke rechts Richtung Heigelkopf weiter geht. Ich kann mich tatsächlich an das allererste Gespräch mit Jochen erinnern. Das war, als er von ungefähr 7 Jahren einen Stellplatz bei uns auf dem Alpencampingplatz reserviert hatte und sich ausgiebig über den Campingplatz und seine Umgebung informierte. Das Gespräch war so freundlich und amüsant, dass es sich bei mir auf eine positive Art und Weise verankert hatte. Das war dann auch der Sommer indem sich Carola und Jochen auf dem Alpencampingplatz verlobt haben und Carolas unfassbar zauberhafte Gitarrenstimme noch wochenlang nach ihrem Urlaub in der Luft lag.

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Wo habt ihr euch denn eigentlich kennen gelernt?

(Jochen)Bei Schwofen in der Nähe von Straubing.

Schwofen?

Ja auf einer Techno-Party und schwofen ist so was wie …Tanzen. (Aha) Ich lebte ja damals in München und war mit einem Freund in Straubing. Carola ist mir gleich  aufgefallen und dann kam alles einfach so und wir hatten eine gute Zeit zusammen. Dann waren wir aber beide viel zu stolz um den anderen nach der Telefonnummer zu fragen und haben uns dann an diesen Abend tatsächlich noch aus den Augen verloren.

Wie habt ihr euch denn dann wieder gefunden?

Ich hatte bei den Lokalisten alle Carolas aus Straubing angeschrieben. Ich wusste ja nur ihren Namen und…

Carola: (lacht) …du hast die Carola aus Straubing mit dem geilen A….gesucht.

Und wieder gefunden.

Wie ging es dann mit euch weiter?

Wir haben uns in München in einem Cafe verabredet.

Ich kann mich erinnern…als du damals vor dem Cafe gestanden bist mit deinem langen Mantel. Wir waren beiden tatsächlich etwas schüchtern und total aufgeregt, dann bist du irgendwann aufgestanden, um zur Toilette zu gehen und hast mir kurz über den Kopf gestreichelt und gesagt: „Bis gleich dann.“ Das Eis war gebrochen und für mich das mit uns klar. Und ab diesem Tag waren wir zusammen.

Wir gehen aus dem kleinen Waldstück heraus, von wo an die Steigung langsam zu nimmt. Die Sonne brennt vom Himmel, an diesen ersten heißen, frühsommerlichen Tagen. Carolas und Jochens Hund Emma springt übermutig voran und zieht uns hinterher.

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Ihr beide seid doch so unterschiedlich und dann doch irgendwie auch so gleich. Zumindest nehme ich das so wahr. Wie seht ihr das denn?

 Ja, das stimmt schon. Was ich an Carola so schätze ist ihre bodenständige Art, mit der sie mich immer wieder dazu bringt auf dem Teppich zu bleiben, wenn ich dazu neige abzuheben. Oder auch wenn es darum geht, Dinge einfach mal ganz konservativ anzugehen und durch zu ziehen.

Und ich schätze genau das Gegenteil an dir. Deine  Weltoffenheit zum Beispiel, die sicher auch von deiner „bewegten“ Vergangenheit kommt.

Da muss ich natürlich nachhacken. Bewegte Vergangenheit?

Wie Jochen dann seinen Lebenslauf in Stichpunkten erzählt, staune ich nicht schlecht was doch alles tatsächlich in so ein junges Leben passt.

Als ich Carola traf, war das wie ein Segen. In gewisser Weise war sie wie ein Engel für mich. In erster Linie weil sie so ist, wie sie ist, aber auch, weil ich durch sie zum ersten Mal kennen lernen durfte, was es bedeutet, wenn man aus einer intakten Familie kommt. Bei mir war das nicht der Fall.

Willst du erzählen was passiert ist?

So vieles. Das glaube ich würde hier auch den Rahmen sprengen. Für mich war damals die Schmerzgrenze erreicht, als meine Mama meinen geliebten Papa damals verlassen hatte. Sie hatte sicher ihre berechtigten Gründe, aber das habe ich als Kind natürlich nicht verstanden. Die Situation zu Hause geriet dermaßen aus dem Ruder und als ich sechs Jahre alt war, habe ich mich entschieden lieber in einem Kinderheim zu leben als zu Hause. Meine beiden Geschwister sind bei meiner Mutter geblieben.

Puh, das ist aber eine wirklich taffe Entscheidung für einen Sechsjährigen.

Das stimmt. Aber im Nachhinein war es auch das Beste, was ich damals hätte machen können. In dem Kinderheim, das Caniushaus in Schwäbisch Gmund in dem ich war, bin ich sehr gut aufgehoben gewesen. Besonders Schwester Thadäa von den Franziskanerinnen hat sich rührend um mich gekümmert und ist ein so wertvoller Mensch für mich gewesen und ist es immer noch. Wegen ihr bin ich eigentlich auch erst Bayern Fan geworden.  (Jochen ist aktiver und leidenschaftlicher FC Bayern Fan)

Wie ist denn heute dein Verhältnis zu deiner Familie?

Zu meiner Schwester hatte ich immer schon eine sehr tiefe Verbindung. Mit meinen Eltern habe ich im Augenblick keinen regelmäßigen Kontakt. Auch wenn ich nicht vergessen kann was passiert ist und es mir auch schwer fällt zu verzeihen, bin ich mit mir und meiner Geschichte im Reinen.

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Wir erreichen die obere Hälfte des Steilstücks und drehen uns einmal kurz um, um die Berge um uns herum zu benennen. Von hier aus hat man auch einen ziemlich guten Blick auf die Benediktenwand und Jochen erzählt, dass vor ziemlich langer Zeit die erste große Bergtour die er jemals gemacht hatte, auf die Benediktenwand ging. Er ist mit einem Freund aus England unterwegs gewesen und hat zu der Zeit als starker Raucher fast die doppelte Stundenanzahl gebraucht, wie die Tour ausgeschrieben ist. Münchner Hausberge Teil1 Aber er ist angekommen und das ist alles was zählt. Das Felsmassiv der Wand hat er sich auf den Oberarm tätowieren lassen. Wie all die anderen Dinge auch die ihm unter die Haut gehen. Jedes seiner Tattoos erzählt eine Geschichte und es sind viele, viele Geschichten.

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Ich vermute einmal deine bewegte Zeit geht weiter?

Carola schmunzelt und Jochen erzählt: Ich machte auch eine ganz solide Ausbildung als Maler und Zimmerer und noch ganz andere „seriöse“ Jobs.  Doch weil ich ja auch viel in der Techno-Szene unterwegs war, traf ich irgendwann auf einen in den 90ger Jahren ziemlich bekannten DJ aus Chicago. Er hatte mich gefragt, ob ich ihn als Tour Manager begleite würde. Eine riesengroße Sache für mich. Ich war anfangs zwanzig, hatte ein erfahrungsreiches Leben und sogar bereits eine kräftezerrende Scheidung hinter mir. Und zu diesem Zeitpunkt wollte ich einfach nur noch weg. Da kam dieses Angebot sehr gelegen. Ich bin dann mit ihm zusammen insgesamt 2,5 Jahre um die Welt getourt.

2,5 unglaubliche Jahre…was würdest du sagen hat dich da am meisten geprägt?

Es war eine ganz intensive und unglaubliche Zeit, die ich so auch nicht missen möchte. Am Schluss war ich aber so  ausgebrannt, dass ich in dem Hotel aufgewacht bin, in dem wir die letzte Nacht verbrachten und tatsächlich keine Ahnung mehr hatte in welchem Land wir uns derzeit überhaupt befanden. Weil es ist schon so, wenn du auf Tour bist: da wirst du am Flughafen abgeholt, ins Hotel gebracht, dann folgt für ein paar Stunden diese Show in der du der Allergrößte bist (auch wenn ich nur der Mann im Hintergrund war) und hinterher bist du wieder ganz alleine in deinem Hotelzimmer. Nach zwei Jahren war das einfach genug.

Wir biegen nach rechts ab. Es wären noch wenige Minuten zum Gipfel. Aber wir beschließen, hauptsächlich wegen Emma, die Bergtouren einfach noch gar nicht gewöhnt ist, ein paar Meter abseits vom Weg im Gras Platz zu nehmen. Und irgendwie passt es ganz gut, weil ich glaube, es ist manches Mal gar nicht so wichtig ganz oben anzukommen, sondern da, wo es sich richtig anfühlt. Ich mache meinen Rucksack auf und nehme unsere Brotzeit raus und ein paar Flaschen Hacker Pschorr Kellerbier. Jochens Geschichte ist noch lange nicht zu Ende. Doch passt definitiv nicht in ein einziges Gipfeltreffen. Und immer wieder ist da etwas, dass ich noch gar nicht über ihn gewusst hatte und das mich wirklich staunen lässt. Was passt nur alles in ein einziges Leben?  Jochen arbeitet in der Zeit als er Carola kennen lernte bei den „blauen Engeln“. Ein Unternehmen das Panzer repariert, wartet und unter Umständen auch mal bergen muss. Jochen war für die Firma in Kriegsgebieten wie z.B. in Afghanistan unterwegs. Bis Carola sehr bald sagte, dass sie das nicht mehr  kann. Diese Angst. Die ständige Ungewissheit. Die Sorge um ihn. Und Jochen verliess die blauen Engel. Und irgendwie war Carola, dann auch sein Engel.

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Carola und Jochen arbeiten mittlerweile beide dort, wo Carola schon seit ihrer Ausbildung zu Erzieherin tätig ist. Es geht um die Integration behinderter Erwachsener in das Berufsleben. Jochen ist in seiner Abteilung bei Menschen mit leichter Behinderung tätig und Carola arbeitet mit Schwerstbehinderten zusammen.

Carola du bist im Gegenzug zu Jochen ja sehr geborgen und behütet aufgewachsen…

Ja, meine Kindheit war wirklich das absolute Gegenteil. Ich bin ohne Geschwister ausgewachsen und habe zu meinen Eltern auch heute noch eine sehr innige Beziehung. Viele Sachen die bei Jochen so vorgefallen waren, waren mir neu und auch völlig fremd. Aber ich glaube auch gerade deswegen liegt darin auch eine große Chance. Die Dinge so zu sehen, wie sie auch laufen können und vom Guten auszugehen, anstelle  ohne jegliches Vertrauen. Das Leben ist auf unserer Seite.

Musik hat in deiner Familie ja immer schon eine sehr große Rolle gespielt und zusammen mit deinem Papa spielt ihr ja auch zusammen in der Nachtmusik. Ich vermute mal, du hast immer schon Musik gemacht…

Ja, das stimmt. Meine Mama war ja auch schon immer Musikerin, mein Papa sowieso. Ich hatte in der Grundschule das Glück von einem sehr guten Musiklehrer unterrichtet worden zu sein. Was meiner Meinung nach immer viel ausmacht, um die Begeisterung für die Musik aufrecht zu erhalten. Mein großes Ziel war früher immer, dass ich die Lieder die mir viel bedeuten irgendwann nach spielen kann. Und heute kamen und kommen sogar noch viele eigene Lieder dazu.

Du hast mir mal erzählt, dass du bei deiner Arbeit mit Schwerstbehinderten die Scheu vor Publikum zu spielen ganz verloren hast. Wie kam das?

Wir arbeiten unter anderem auch mit Musiktherapeuten  zusammen und einmal in der Woche spiele ich vor meiner Gruppe, was eine unglaubliche positive und beruhigende Wirkung auf alle hat. Durch genau dieses regelmäßige Spielen ist man es irgendwann gewohnt vor Publikum zu spielen. Es macht dann keinen großen  Unterschied mehr, ob es 10 oder 300 Menschen sind.

Ich persönlich könnte Carola stundenlang zuhören, weil ich ihre Musik einfach so gerne mag und vermisse die ganz besondere, einzigartige Stimmung die sich über den Alpencampingplatz wie eine große, weiße Friedenswolke ausbreitet, wenn Carola da ist, singt und Gitarre spielt. In der Adventszeit geht die Nachtmusik mit Christine Neubauer auf Weihnachtstour. Christine Neubauer liest weihnachtliche Geschichten und wird von der Nachtmusik musikalischer umrahmt. Die Tour startet am Donnerstag den 08.Dezember im Waitzinger Keller in Miesbach. Absolut lohnenswert, da bin ich mir sicher.

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Und wenn du dieses Gipfeltreffen bis zu Ende gelesen hast, dass dieses Mal besonders lange geworden ist,  dann freue ich mich. Dann freue ich mich sogar sehr und aus ganzem Herzen. Und ich freue mich auch darüber, dass der Zufall damals Carolas Eltern zu uns auf den Alpencampingplatz geführt hat. Denn genau genommen, waren die beiden schon vor vielen, vielen Jahren bei uns und so ist jetzt auch Carola und Jochen hier angekommen. Ihre Geschichte berührt mich zutiefst und ich bin froh, dass jetzt ein kleiner Teil davon aufgeschreiben ist, damit sie für immer bleibt und nie wieder verloren geht. Denn sie ist es wert. Sie ist es mehr als das. Danke Carola und Jochen aus ganzem Herzen.

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Mehr Info’s über die Nachtmusik unter http://nachtmusik.eu/

Des ganze Lebn vostraht

Kaffa/ Kaffa

Ned gred

Info’s zur Tour zum Heigelkopf u.a. unter almenrausch.at

Ein Herz das kann man nicht verbrennen – Schwester Jutta im Arzbacher Hof

Ein Herz das  kann man nicht verbrennen – Schwester Jutta im Arzbacher Hof

Letzte Woche konntet ihr im aus-ganzem-Herzen-Blog das erste Gipfeltreffen nach lesen, diese Woche stelle ich euch den ersten Herzensmenschen  im Arzbacher Hof vor. Am allerliebsten hätte ich sie auch zu einem Gipfeltreffen eingeladen, aber dafür hatte uns leider die Zeit gefehlt. Seit vielen Jahren kommt sie in regelmäßigen Abständen zu uns in den Arzbacher Hof, nämlich immer dann wenn sie das Ferienhaus der Solanusschwester in Lenggries besucht. Wenn sie mit strahlenden Lächeln und ihren leuchtenden Augen den Raum betritt, ist es genauso wie wenn die Sonne aufgeht. Sie begrüßt uns freundlich, macht ein paar kleine Witze-wir sind uns wie immer kollektiv einig:  Wie schön, daß du wieder hier bist Schwester Jutta. Ihr geht es auch so, betont Schwester Jutta und vor einiger Zeit hat sie uns allen eine Halskette mit einem gesegneten Tau-Kreuz als Talisman geschenkt, die wir seitdem alle hüten wie einen kleinen Schatz von einem ganz besonderen Menschen. Das letzte Mal war Schwester Jutta im Herbst bei uns und ich habe ganz schnell alles stehen und liegen lassen und ihr zwischen Sonntagmittagsbetrieb, Bierbratel und Radler ein paar Fragen gestellt. Ich habe mich so gefreut, daß sie da war und obendrein meine Fragen auch noch gerne beantworten wollte und irgendwie haben wir es geschafft in der kurzen Zeit, Schwester Juttas Leben in Umrissen aufzuschreiben, wenn da auch noch sicher viel Platz für die Details wäre. Ich bitte euch aus ganzem Herzen, zwischen den Zeilen zu lesen und besonders mit offenen Herzen. Schau genauer hin, dann kannst du so wie auf dem Titelbild in ihren verschmitzten Augen ihren herzerfrischenden Humor und den unglaublich liebenswürdigen Menschen der sie zweifelsohne ist, erkennen. Schwester Jutta kommt meistens in Begleitung von einer Mitschwester oder so wie heute von Walter. Darum meine erste Frage…

Liebe Schwester Jutta, ich freue mich so, daß du und Walter wieder hier seit. Kannst du mir kurz erzählen, woher ihr euch überhaupt kennt?

Walter ist ein guter, langjähriger Freund von uns Solanusschwestern. Er und seine Frau Elsa, hatten vor sehr langer Zeit einmal in Landshut in unserem Mutterhaus vorgesprochen, sie würden gerne etwas mit den Schwestern unternehmen, wie eine Bergtour zum Beispiel und auch gerne da helfen, wo einmal Not am Mann ist. Zugegeben eine eher ungewöhnliche Art der Freundschaftsanfrage. Also ich habe mir im ersten Moment gedacht, mit denen stimmt doch was nicht. (Schwester Jutta lacht laut und zwinkert zu Walter rüber) Aber ich muß sagen die Freundschaft hat sich bewährt und ist heute nicht mehr wegzudenken. Walters Frau Elsa ist vor ein paar Jahren leider verstorben, doch die Verbindung zu uns Schwestern blieb trotzdem und Gottseidank weiterhin bestehen.

So, vorweg gleich die wichtigste Frage…

Warum ich ins Kloster gegangen bin?

Genau. Warum bist du ins Kloster gegangen Schwester Jutta?

Für mich war es eine Berufung, an der ich bis heute nicht gezweifelt habe.

Ab wann hattest du zum ersten Mal den Wunsch verspürt ins Kloster gehen zu wollen und warum wurde es letztendlich dann der Orden der Solanusschwestern in Landshut?

Ich hatte damals eine Hauswirtschaftslehre bei den Solanusschwester begonnen und merkte ziemlich schnell, das wäre alles auch was für mich. Nach der Ausbildung habe ich noch ein weiteres Jahr als Angestellte im Haus gearbeitet, bevor ich mich entgültig dazu entschloss dem Orden beizutreten. Es dauert relativ lange bis man sein Gelübe ablegt und damit offiziell Solanusschwester ist. Als erstes hat man eine Art Probezeit, die Kandidatur, das Postulat, anschließend das Noviziat, das zwei Jahre dauert, Profess auf1 Jahr, dann auf 3 Jahre und als allerletztes folgt dann die „Ewige Profess“ die Profess auf Lebenszeit.

Da hast du dann dein Gelübde abgelegt?

Ja, das Gelübde auf Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit und wir Schwestern leben in Gemeinschaft.

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Ich habe es nicht gefragt, aber es mir im Nachhinein gedacht. Es war bestimmt auch nicht einfach für die Familie von Schwester Jutta, ihre Tochter das Reserl, so hieß Schwester Jutta nämlich früher, ziehen zu lassen. Für uns hinterlässt der Gedanke an das Ablegen eines solchen Gelübdes oft ein „einengendes“ Gefühl. Man verzichtet unter Umständen auch darauf einen Teil von einem selbst zu leben und nicht jeder ist sicherlich dafür geeignet. Aber ist es doch nicht auch so, daß wir das mit jeder Entscheidung die wir im Leben treffen nicht auch selbst ein Stück weit tun? Entscheide ich mich dafür zum Beispiel Kinder zu bekommen, übernehme ich Verantwortung und stelle zumindest vorrübergehend die eigene Freiheit und Selbstverwirklichung hinten an. Wähle ich einen bestimmten Beruf, schließe ich einen anderen aus…usw. Im Grunde ist also jede Entscheidung für oder gegen etwas, es kommt immer auf die Perspektive an aus der wir es betrachten. Schwester Jutta hat sich aus ganzem Herzen für ihren Glauben und ihr Leben als Nonne entschieden.

Die Kirche wird zur Zeit öffentlich oft scharf kritisiert. Was sagst du dazu, wo du doch so sehr mit dem katholischen Glauben verbunden bist?

Natürlich wenn etwas schief läuft, kann das keiner für gut heißen. Aber das tue ich grundsätzlich nicht, egal ob es in der Kirche oder außerhalb geschieht. Unrecht bleibt Unrecht. Wir organisieren im Orden oft Zusammenkünfte mit Jugendlichen in denen auch viel diskutiert und besprochen wird. So hat mir kürzlich erst ein junger Mensch genau die gleiche Frage gestellt wie du jetzt. Er hat auch kritisiert, daß die Kirche sich zu wenig für die Belange von Bedürftigen einsetzen würde. Und ich habe geantwortet indem ich ihn gefragt habe, was tust du, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Weil darauf kommt es an, was jeder einzelne beiträgt, ob er seinen Glauben lebt und Liebe weitergibt und nicht darauf was die Kirche macht. Die Kirche besteht auch nur aus Menschen.  Der Orden versucht immer nach dem Grundsatz unseres Gründers Pater Jakob Schauermann (1880-1957) zu handeln und auf die Zeichen der Zeit zu achten.

Was bedeutet das konkret?

Das bedeutet die Augen und Ohren offen zu halten für das was um uns herum passiert. Wir leben ja nicht isoliert in einem Kloster und bekommen von der Welt da draußen nichts mit. Erst kürzlich wurde bei uns im Orden besprochen, ob wir Flüchtlinge aufnehmen können oder nicht. Wir haben uns entschieden es nicht zu tun, obwohl Gründe wie die reine Nächsteliebe dafür sprechen würden. Die Entscheidung fiel viel mehr auf rationeller Ebene, weil wir Schwestern nicht mehr die Jüngsten sind und wir uns Aufgaben wie dieser im Moment nicht gewachsen fühlen. Hinzu kommt die Sprachbarriere und andere Dinge. Aber wir besprechen solche Sachen täglich in unserer Gemeinschaft und oft kann sicheine Entscheidung dann auch drehen. Es ist wichtig, nicht vorschnell zu handeln, nur aus dem spontanen Gefühl helfen zu wollen. Wir suchen nach der bestmöglichsten Lösung.

Ist es schwierig für euch neuen Mitschwestern zu finden, die dem Orden beitreten wollen?

Ja, ich denke das sind auch die Zeichen der Zeit. Unsere jüngste Mitschwester ist noch keine Vierzig und hatte ganz urplötzlich eine Rückenmarkinfarkt erlitten und sitzt seitdem im Rollstuhl. Sie meistert ihr Leben auch dank ihres starken Glaubens weiterhin sehr gut und kann sich auch nach wie vor selbst versorgen. Aber ich habe mich dennoch gefragt, was will uns Gott damit sagen? Wir werden alle nicht jünger und ich mache mir schon Sorgen, was mit uns Schwestern im Alter geschieht. Noch sind wir einigermaßen rüstig, aber das kann sich oft schnell ändern. Jetzt Michaela muß ich an das denken was du mir vorher erzählt hast. Das du manches Mal das Gefühl hast dringend etwas aufschreiben zu müssen, daß dir auf der Seele liegt. Du musst es die sprichwörtlich von der Seele schreiben.

Dieses Gefühl kenne ich sehr gut. So wie wenn einen ein Gedanke erst dann loslässt sobald man ihn frei lässt.

Genauso erging es mir vor einiger Zeit. Ich konnte nicht schlafen und bin also mitten in der Nacht aufgestanden und habe an unseren Gründer einen Brief geschrieben.  Daran habe ich ihn um ein Zeichen gebeten, was denn jetzt unsere Aufgabe sei, wo wir doch langsam aber sicher älter werden und unsere Kräfte schwinden. Die Mitschwestern haben den Brief gelesen und waren sehr berührt, weil sie genauso fühlen.

Ein paar Tage später kam Schwester Jutta mit den Handwerkern welche die Woche über im Ferienhaus gearbeitet haben noch einmal zu uns in den Arzbacher Hof zum Schweinhaxn-Essen. Sie hatte einen großen Umschlag mit Unterlagen der Solanusschwester für mich dabei ( für deinen Blog;-) und unter anderem den Brief den sie damals an den Gründer geschrieben hatte. Darin schreibt sie über die Mißstände die ihr vorschweben, über ihre Ängste und Wünsche und ich bin aus ganzem Herzen dankbar, daß ich ihn lesen durfte. Er hat mich auch so berührt, weil er einfach so ehrlich und  aus ganzem Herzen kam und mein Respekt vor Schwester Jutta ist dadurch nur noch größer geworden.

Du hast mir einmal von deinen Reisen zu den Missionsstationen erzählt, welche die Solanusschwestern weltweit aufgebaut haben. Kannst du mir kurz noch einmal davon erzählen, damit ich es aufschreiben kann?

Ich habe im Kloster unter anderem die Aufgabe erhalten, ein Zimmer zu räumen, zu sortieren…wenn eine unserer Mitschwestern im Orden verstorben ist. Darauf hin hat man mich auserwählt, meine erste Reise nach Natal/Südafrika anzutreten. Damals um die Missionsstation aufzulösen. Diese Reise hat mich sehr bewegt und so viel für mich verändert. Ich habe damals ein großes Feuer gemacht und all die Sachen die nicht mehr gebraucht wurden in Dankbarkeit verbrannt. Und als ich so am Feuer stand, kam mir der Gedanke: Du kannst alles Materielle verbrennen, es hat keine Bedeutung, das Herz aber (und die Seele) kannst du nicht verbrennen.

Wir unterbrechen das Gespräch für einen Augenblick. Schwester Jutta’s Augen füllen sich mit Tränen und ich kann so sehr fühlen, was sie im Moment fühlt. Und ich frage mich, was wäre passiert hätte man Schwester Jutta ihren Herzenswunsch erfüllt, auf einer der Missionsstationen des Ordens zu arbeiten? Das Gelübte beinhaltet auch Gehorsam und Schwester Jutta ist in Landshut im Mutterhaus geblieben, weil sie da gebraucht wurde. Ich kann mir das gut vorstellen, weil ihre ansteckende Energie einfach zu positiv ist, um darauf verzichten zu können.

Du durftest noch einmal auf eine große Reise gehen?

Ja und dafür bin ich unendlich dankbar.  Ich reiste für drei Wochen nach Coroatá in Brasilien. Diese Reise hat mir so viel bedeutet und ich durfte in dieser kurzen Zeit unglaublich viel lernen.

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Solanusschwestern in Brasilien

 

Schwester Jutta schwärmt mir noch von dem Land und von den Menschen vor. Erzählt aber auch von der Notwendigkeit und der Hilfe der Missonsstätte dort und ich könnte ihr noch stundenlang zuhören.

Es gibt mit Sicherheit auch viel in Landshut zu tun, darum hat man dich dann wieder zu Hause gebraucht.

Ja, es gibt viel zu tun. Der Orden ist ja auch der Träger des Kinderkrankenhauses St.Marien ( in dem übrigens Herr Dr. Bethke siehe 1.Gipfeltreffen für ein Jahr Schulleiter der Berufsschule für Kinderkrankenpflege war, so klein ist die Welt) und dann ja auch das Mutterhaus in Landshut. Deswegen haben wir ja auch ein Ferienhaus in Lenggries, indem wir uns hin und wieder alle erholen können.

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Das Mutterhaus in Landshut

Gibt es etwas, daß du den Bloglesern gerne mit auf den Weg geben möchtest?

Ich habe ja vorhin von den Zeichen der Zeit erzählt. Unser Patron nach dem wir gegründet wurden der heilige Franziskus Solanus (1549-1610) war ja auch ein Reisender, jemand der sich um Kranke und Menschen kümmerte die Hilfe brauchten und genau diese Zeichen der Zeit sehr genau beobachtet hat.

Ich glaube, es ist nicht wichtig, daß es in ein paar Jahren vielleicht keinen Orden der Solanusschwester mehr gibt, es ist auch nicht wichtig, das es mich, Schwester Jutta gibt oder gegeben hat. Wenn es so gewollt ist, dann soll es so sein und es ist auch gut so. Aber was mir am Herzen liegt, ist das der Glaube in den Familien weitergereicht wird. Der Glaube an Gott und daran, daß jeder Einzelne soviel Gutes bewirken kann, daß er die Welt damit verändert.

Liebe Schwester Jutta, ich danke dir für deine Zeit und aus ganzem Herzen für dieses tief bewegende Gespräch mit dir. Du bist ein leuchtendes Beispiel für das was Glaube sein kann und daß Kirche nicht  aus einem starrem Korsett aus Dogmen und auferlegten Glaubessätzen bestehen muß, sondern  lebendig sein kann und durch Menschen wie dich heller als je zu vor leuchtet.  Ich wünsche dir ( und natürlich auch Walter und Elsa, die weiterhin und auf ewig mit euch verbunden ist) und deinen Mitschwestern alles Glück dieser Erde und das die Sonne für dich scheint und dich wärmt, genau so wie du es für anderen tust.

Aus ganzem Herzen,

deine M.

Jeder von uns kann immer und überall da, wo er gerade ist, die Welt ein wenig besser machen/ das allererste Gipfeltreffen mit Dr.Ralph Bethke

Jeder von uns kann immer und überall da, wo er gerade ist, die Welt ein wenig besser machen/ das allererste Gipfeltreffen mit Dr.Ralph Bethke

Jetzt sind über fünf Monate vergangen seit meinem ersten Gipfeltreffen und endlich, endlich darf ich jetzt darüber schreiben. Normalerweise möchte ich beim Gipfeltreffen ausschließlich über die Person schreiben über die es tatsächlich geht, aber hier muß ich gleich eine Ausnahme machen, um die Geschichte zu erzählen die uns zueinander geführt hat. Auch wenn ich heute aus ganzem Herzen Wirtin vom Arzbacher Hof bin und das alles auch irgendwie als Berufung, Schicksal…empfinde, so war das nicht immer so klar wie heute. Manches Mal will das Leben, daß man erst einmal Abstand zu den Dingen bekommt und manches Mal muß man auch einen ganz anderen Weg einschlagen, um heraus zu finden was man wirklich will. Bei mir war das auf alle Fälle so.Und dieser Weg hat mich damals nach München zum Roten Kreuz verschlagen, um dort im biblischen Alter von 25 noch einmal eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester zu beginnen. Ich kann mich nur zu gut an damals erinnern, ich habe mich so auf die erste Psychologiestunden gefreut, einfach weil ich mich schon immer so dafür interessiert habe. Als dann Ralph (damals Herr Dr. Bethke) das Klassenzimmer betrat, erschien es mir mehr wie eine Bühne, als tatsächlich ein Klassenzimmer.

Die erste Stunde war als klassische Vorstellungsrunde gedacht gewesen, erinnerte aber mehr an einen Comedianauftritt im positvsten Sinne. Das Eis war sekundenschnell gebrochen und von da an, wurden von uns allen immer die Tage gezählt bis der“Bethke“ wieder als Dozent bei uns eingetragen war. Was mich damals so faszinierte war die Tatsache, daß Ralph uns Schülern alle im Lehrplan stehenden Themen auf eine so nachhaltige, größtenteils auch „unterhaltsame“ Art und Weise vermitteln konnte,  daß wir wirklich nichts mehr zusätzlich zu Hause lernen mussten. Manchmal hielten wir uns stundenlang mit einen Thema auf, ein anderes Mal waren wir wieder ganz schnell mit etwas durch, aber ausnahmslos immer hat uns der Unterricht auch persönlich etwas gebracht. Ralph ist meiner Meinung nach das leuchtende Beispiel was Schule sein kann. Ein Ort der Begegnung, des Austausches und des Wachstums. Und damit übertreibe ich auch gar nicht.  Jetzt kam alles anders und trotzdem ich mich am Rotkreuzplatz und auch im Haunerschen Kinderkrankenhaus so wohl gefühlt habe, hat nichts daran vorbei geführt, diese innere Stimme zu überhören wieder einen Schritt zurück nach Hause zu gehen. Im ersten Moment fühlte es sich wirklich  wie ein Rückschritt an, aber heute erst wird mir bewusst wie richtig und wichtig alles war und das wieder einmal alles auf wunderbare Weise zur richtigen Zeit passiert ist. Ein paar Monate später an einem Karfreitag ist Ralph und seine ganz zauberhafte Frau Angelika bei uns im Arzbacher Hof zum Essen vorbei gekommen. Was für eine Freude! Das war 2006 und seitdem ist daraus eine ganz persönliche Tradition entstanden und wir haben uns seither jeden einzelnen Karfreitag bei uns im Arzbacher Hof getroffen.  Zu stundenlangen Gesprächen bei denen die Zeit grundsätzlich viel zu schnell vergeht und was bleibt ist die Vorfreude auf den nächste Karfreitag.

Nun hat es sich so zugetragen, daß wir nächstes Jahr für eine „freie Trauung“ bei uns im Arzbacher Hof noch einen Redner gesucht haben und weil sich niemand besser eignet, ist und Ralph eingefallen. Zu diesem Anlaß ist Ralph dann außerkarfreitaglich zu uns in den Arzbacher Hof gekommen. Und wie hätte dieses 1. Gipfeltreffen besser gepasst, als für diesen Tag?

Ich hatte noch ein Hochzeitsvorbereitungsgespräch im Arzbacher Hof und wir sind viel später los als ich allerspätestens wollte. Jeder der uns kennt, weiß daß das im Grunde fast immer so ist. Pünktlich zu sein fällt schwer, einfach weil tausend kleine Dinge am Tag passieren, die man immer irgendwie noch unter bekommen will. Doch am Ende des Tages schafft man es dann doch noch irgendwie. So habe ich schnell ein paar Getränke und eine Brotzeit eingepackt.  Der Tank im VW-Bus war fast leer, also sind wir sicherheitshalber mit unserem Lieferauto, dem Ducato gefahren. Meine Nichte war längst schon da, um auf die Kinder aufzupassen. Baby Kati wollte mit, also habe ich sie auch noch eingepackt. Weil es jetzt wirklich eng würde mit der Zeit, habe ich für das erste Gipfeltreffen noch einmal die Sundraten ausgewählt. Das hat auch  einen symbolischen Hintergrund, weil die Idee dazu ist ja auch während einer Sundraten Tour entstanden. Eigentlich ja noch viel früher, weil es ist ja gar nicht meine Idee. Vielleicht kann ich das Werner Schmidbauer eines Tages einmal fragen was man sich da dabei gedacht hatte 😉

Den Weg zur Sundraten habe ich euch ja schon beim letzten Mal beschrieben, doch jede Wanderung ist immer einzigartig. Besonders auch diese hier. Ich habe kein Fernsehteam, daß mit mir mitgeht und auch keine Kamera’s die alles Gesagte aufzeichnen, ich versuche einfach mir alles zu merken. Heute nach vier Monaten, fällt es mir immer noch relativ leicht, den Tag abzurufen. Wie das immer so ist bei Erinnerungen an  ganz besondere Menschen und ich freue mich so, euch (endlich) mitzunehmen zum allerersten Gipfeltreffen mit Dr. Ralph Bethke.

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Ralph kannst du uns kurz von deinem beruflichem Lebensweg erzählen?profil

Sehr gerne. Ich bin 1962 in München  Sendling geboren. Dort lebe ich auch jetzt noch. Zwar bin ich immer wieder umgezogen, aber Sendling ist neben Landshut bis heute mein Lebensmittelpunkt geblieben. Ich bin ganz normal ins Gymnasium gegangen, bis die damalige Lehrerin meiner Mutter den Ratschlag gab, mich wegen meiner nicht ganz so guten Leistungen in Mathematik lieber einen „gescheidn Beruf“ erlernen zu lassen. Ich war mir damals selbst nicht sicher, was ich wirklich wollte. So bin nach der 10. Klasse mit der mittleren Reife vom Gymnasium gegangen um erst einmal eine Ausbildung als Verlagskaufmann zu beginnen. Ich machte die Ausbildung zwar zu Ende, aber dennoch fühlte ich, das es das nicht ist. Ich wußte zwar nicht was ich genau werden wollte, wußte dafür aber das ich gerne lehrte, es liebte Dinge weitergeben und auch kein Problem hatte vor Menschen frei zu sprechen.  Nach der Ausbildung habe ich das Abitur auf der Fachoberschule nachgeholt, habe Psychologie, Religionspädagogik und  Religionsphilosophie studiert. Letzteres weil ich mir durchaus vorstellen konnte evangelischer Pfarrer zu werden, was zu dieser Zeit auch mein Wunsch war.

Darum auch Religionspädagik und Religionsphilosophie im Nebenfach?

Ja genau.

Warum hast du dich dann letztendlich für einen anderen Weg entschieden?

Wäre ich diesen Weg zu Ende gegangen, so hätte ich den Menschen vor denen ich dann ja auch gepredigt hätte eine bestimmte Lehre gewissermaßen „aufdrängen“ müssen. Ich würde mich selbst als tiefgläubig beschreiben, doch genau deswegen konnte ich letztendlich diesen Weg nicht in aller Konsequenz gehen. Ich bin überzeugt, daß es nicht die eine Wahrheit gibt und daß Religion immer auch etwas ist, das jeder Mensch für sich selbst herausfinden muss. Meine Aufgabe sehe ich mehr darin, dem Menschen zu dienen und ihn auf seinen Weg zu begleiten. Mehr unterstützend, nicht aber missionierend.

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An dieser Stelle bleiben wir kurz stehen. Die Alpen vor uns färben sich rot-orangen und die Sonne ist gerade dabei langsam hinter den Bergen zu versinken.

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Du arbeitest mittlerweile schon über 25 Jahre als freier Dozent an mehreren Schule in und um München. Dabei unterrichtest du hauptsächlich junge Menschen. Gibt es eine Tendenz, eine Bewegung im Moment, worüber du sagen könntest, das ist typisch für die jetzige Generation?

Ich würde sagen, das viele der jungen Erwachsenen heute gar nicht wissen wer sie selbst sind. Damit meine ich nicht diese Art von Orientierungslosigkeit die fast alle Jugendliche umgibt, ja die sie sogar brauchen, denn schließlich muß jeder Mensch sich erst langsam vortasten wer er ist und was er werden will. Es ist viel mehr, dieses Gefühl sich selbst so wenig zu kennen. Wo sind meine Stärken, meine Schwächen, meine Talente, meine Begabungen…usw. Es ist wichtig sich selbst reflektieren zu können. Was kann ich besonders gut, was liegt mir nicht so sehr. Erst wenn ich diese Fragen für mich beantworten kann, dann kann ich mutig und selbstbewusst ins Leben gehen.IMG_8149

Um heraus zu finden, was ich im Leben wirklich will?

Ja, denn ich als Lehrer kann meine Schüler ja immer nur begleiten, ihnen evtl. eine Hilfestellung geben. Die Antwort auf die Frage, wer bin und wo will ich hin, muß jeder individuell selbst für sich beantworten.

Du hast Psychologie studiert. Wenn du zum Beispiel Menschen im Alltag begegnest, kommt es da öfters vor, daß du sie unbewusst analysierst? Also zum Beipiel, dieser Mensch könnte  dies oder das Problem haben?

Ganz ehrlich? Umso mehr Wissen ich mir auf diesem Gebiet aneignen durfte, umso demütiger wurde ich tatsächlich. Ich würde mir nie ein Urteil über jemanden erlauben, weil ich ihn ja gar nicht kenne, noch weniger die Gründe warum jener Menschen so geworden ist, wie er eben ist. Es wirken immer so viele Dinge gleichzeitig darauf ein und kein Mensch ist ja wie der andere.

Für dich spielt der Glaube ja eine sehr große Rolle und ich erinnere mich, als einmal im Unterricht die Frage aufkam, ob du persönlich an ein Leben nach dem Tod glaubst. Du hast damals gar nicht mit ja geantwortet,  sondern ganz selbstverständlich und ausführlich davon berichtet, so als ob sich die Frage gar nicht stellen würde. Hand aufs Herz hast du nie daran gezweifelt?

Im Grunde nicht. Es ist für mich nicht eine Frage des Glaubens, mehr des Wissens. Darum zweifele ich auch nicht daran.

Warum bist du dir da so sicher?

Das kann ich dir auch nicht sagen. Es ist einfach so. Ein Buch welches mir zufällig zur rechten Zeit in die Hände fiel und mich sehr beeinflusst hat war das Schicksal als Chance von Thorwald Dethlefsen. Plötzlich war alles niedergeschrieben, was ich tief im Inneren eh schon immer gefühlt habe. Für mich war dieses Buch wirklich wie eine Offenbahrung. Wie der Titel des Buches schon erahnen lässt, ist damit auch gemeint, daß wir immer auch die Aufgabe erhalten, die wir gerade brauchen und im Augenblick auch lösen können. Wir sind hier um zu wachsen. Mit jeder Aufgabe ein Stück mehr. Umso größer der Leidensdruck, umso dringender müssen wir unserem Leben eine Richtung geben. Und die geht möglicherweise ganz woanders hin, als wir uns das vorgestellt haben. Dabei wäre es doch so einfach. Achte auf deine Gefühle und du wirst deinen Weg wissen.

Gibt es dem noch was hinzuzufügen?

Nein, eigentlich nicht. Nur, das ich zugeben muß, daß das im Alltag nicht ganz so leicht ist. Ich selbst predige das ja auch immer regelrecht bei meinen Schülern, achte darauf ob es dir langfristig dabei gut geht, tut es das, dann bleibe dabei. Dann ertappe ich mich aber immer wieder selbst, wie ich mich bei verhältnissmäßig kleinen Dingen immer noch aufrege und dann auch anders verhalte, obwohl ich es doch wissen müsste.

Hattest du persönlich einmal eine Krise, von der du sagst, diese hat alles verändert?

Tatsächlich keine einschneidende, erdbebengleiche Krise, von der ich sagen könnte, das hat alles auf den Kopf gestellt und von heute auf morgen verändert. Mehr die kleine Krisen, die einen aber dann doch aufstehen lassen, um etwas zu ändern.

Wir näheren uns dem Gipfel und als wir am Sundratenbankerl angekommen sind, dämmert es bereits. Leider habe ich auch keine Brotzeit a la Werner Schmidbauer mit selbstgebackenen Fleischpflanzerl vorzuweisen. Meine Brotzeit ist sagen wir mal so: eher einfach. ( Beim nächsten Gipfeltreffen dann!) Und weil ich wirklich selbst überrascht bin, daß wir doch so spät erst weggekommen sind, habe ich nicht einmal eine Taschenlampe eingepackt. Schnelle Brotzeit, ein paar Schlücke Weißbier und wir machen uns auf den Rückweg. Das obere Waldstückerl hat es in sich, langsam gehen wir den dunkelnen Steig nach unten. Irgendwann erreichen wir dann wieder die Lichtung und man kann zumindest jetzt wieder den Weg erkennen.

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Ralph du hast schon an so vielen Schulen unterrichtet, unter anderem auch Schulen als Direktor geleitet, wirst du weiterhin unterrichten?

Wahrscheinlich werde ich irgendwie immer als „Lehrer“ ( im Sinne von lehren) tätig sein. In der nahe Zukunft ist jetzt aber geplant, daß ich mich zusammen mit Angelika (Ralphs große Liebe und langjähriger Lebensgefährtin) nach und nach mehr in ihrer Praxis mit einbringe. Wir planen gemeinsame Seminare und sehen uns als spirituelle Lebensbegleiter und Berater. Meine Zukunft wird also sicher mehr in Landshut sein.

Gibt es etwas das du unseren Bloglesern mit auf den Weg geben möchtest?

Jeder von uns kann immer und überall da, wo er gerade ist, die Welt ein wenig besser machen… Wir sind das Licht der Welt – lassen wir es leuchten!

Spontan dein Lieblingslied?

Spontan würde ich nennen: Whitney Houston, The Greatest Love Of All…

Als wir fast unten am Sundratenparkplatz ankommen sind, scheinen über uns die Sterne. Was für eine wundervolle Herbstnacht!

Lieber Ralph, ich bedanke mich bei dir für deine Zeit, deine ehrlichen Antworten und für das bewegende Gespräch. Ich habe dich für das erste Gipfeltreffen ausgesucht, weil ich es so wichtig finde was du machst und noch mehr wie. Jede Schule kann nicht genug gute Lehrer haben, die ihre Aufgabe so ernst nehmen und mit solchem Herzblut dabei sind wie du. Auf was für wunderbare Schulen könnten wir alle unsere Kinder schicken! Wo sie gesehen und gehört werden, wo Glück ein Unterrichtsfach ist und Liebe der Wegweiser. Und daß du und Angelika jetzt zusammen in der Praxis in Landshut arbeiten werdet, finde ich den besten Gedanken überhaupt! Ihr zwei zusammen könnt Berge versetzten, daß habe ich immer schon gewusst. Ich freue mich so auf euch und auf den nächsten Karfreitag. Danke am allermeisten dafür, daß ich euch kennen lernen durfte!

aus ganzem Herzen M.

drralphbethke.de  www.angelikarosinapopp.de

Der magischer Moment und warum Berge der beste Ort dafür sind

Der magischer Moment und warum Berge der beste Ort dafür sind

Seit Langem schaue ich schon von hier unten rauf. Sehnsuchtsvoll. Verliebt. Besonders abends wenn die Sonne rotgolden hinter den Bergen versinkt und nur die Sunntratenspitze noch in hellem, lodernden Licht leuchtet, dann würde ich am liebsten da ob auf den kleinen Bankerl sitzen. Jetzt am Donnerstag war es endlich soweit: Ruhetag, Feierabend in der Alpencampingrezeption und ein Jetzt-oder-nie-Gedanke. Wer weiß wie lange der Sommer noch bei uns bleibt und die Sonntraten an einem lauen Sommerabend ist im wahrsten Sinne …einfach wundervoll! Die großen Kinder waren mit meinem Mann bei meinen Schwiegereltern und somit bestens versorgt, Baby Kati konnte bei Oma Betty unterschlupfen und somit habe ich in Windeseile meine Bergschuhe und unseren französischen Ferienjobbler Jaques eingepackt und bin los. Ich fühlte mich leicht, fast beschwingt und jeder Schritt nach oben fühlte sich an wie die ersten eiskalten Schlücke Wasser die man nach einer langen Zeit Durst aus einer glasklaren Quelle trinkt. Irgendwie fast lebenswichtig. Wir kraxelten querfeldein, sollte man nicht tun, ich weiß, aber der Weg ist so einfach noch schöner, als er ohnehin schon ist. Entlang dichtbewachsenen Brombeersträuchern, durch Zäune und Geäst hindurch, vorbei an graskauenden Geißböcken und glücklichen Kühen.

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Die Sonne war beinahe untergegangen und wir versuchten euphorisch noch schneller nach oben zu laufen, um pünktlich zum Sonnenuntergang noch auf dem Bankerl zu sitzen. Doch auf einmal war er da, der magische Moment. Wir haben es zwar nicht mehr bis zum Gipfel geschafft, aber das war ja dann auch egal. Vor uns färbte sich der Himmel in den allerschönsten Farben. Lila, Blau, Orange, Rot…Wir hielten an und staunten. Ein paar Minuten standen wir einfach nur so da. Man kann manches Mal so schwer beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn so ein Augenblick wie dieser daher kommt. Es ist ein Gefühl in dem sich ganz plötzlich ein unendlich tiefer Frieden überall um und in einem ausbreitet und sich wie ein sanfter Schleier über alles und jeden legt. Ich glaube, jeder der öfter und gerne auf die Berge geht, kennt es. Das Gipfelglück. Man ist dem Himmel so nah, körperlich und geistig.

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Kurze Zeit später sind wir dann tatsächlich oben angekommen. Das Bankerl is frei, Brotzeit und Getränke werden ausgepackt. Wir reden über all die Dinge in der die letzten drei Wochen wenig oder noch keine Zeit war. Dann schleicht sich kurz der Gedanke ein, was für ein idealer Rahmen das für diesen Blog wäre. So wie das Gipfeltreffen von Werner Schmidbauer, nur halt ohne Promis. Ich werde mir für’s nächste Mal, ein paar Fragen überlegen und für euch jemanden auswählen von dem ich finde, daß er wirklich Interessantes zu erzählen hat. Das hätte Jaques auch, da bin ich mir ganz sicher. Es kommt mir irgendwie so vor, daß man sich leichter öffnet während so einer Bergwanderung. Die Gespräche kommen aus der Tiefe, vielleicht weil man alleine schon optisch einen anderen Abstand und Blickwinkel zu den Dingen bekommt. Da sitzen wir nun schweigend auf unserem Bankerl, aber nicht weil es nichts zu sagen gibt, sondern weil gerade alles gesagt ist. Es ist alles gut.

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Als wir wieder ins Tal wandern leuchtet der Mond (fast Vollmond) und die Sterne für uns. Schon wieder ein magischer Moment. Heute läuft’s aber auch! Ich wünsche mir Jaques kann diese spontane Bergtour und seine Zeit bei uns im Arzbacher Hof mit nach Frankreich nehmen. Wenn es auch nicht einmal ein Monat war in der er bei uns war. Für uns war er eine Bereicherung in jeder Hinsicht und wir sind sehr dankbar, daß wir ihn und seine Familie ein bisserl kennen lernen durften.
Ich wünsche dir, Begegnungen die dein Herz berühren und Berge (und magische Orte) die das auch tun. Und wenn er dann kommt DER magische Moment, dann halt kurz inne und öffne dein Herz soweit es geht, bevor er wieder weg ist. Magische Momente ziehen schnell vorüber, das liegt in ihrer Natur. Wenn ich an dieser Stelle passend zu Frankreich den kleinen Prinzen sprechen lassen könnte, dann würde er sicher sagen, man sieht nur mit den Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Ich wünsche dir, dass du sehen kannst aus ganzem Herzen M.

Lese über die Suntraten (auch Sonntraten geschrieben) im Post „7 Geheimtipps für den Sommer im Isarwinkel“

www.auf-den-berg.de/wandern/bayern/wanderung-auf-die-sonntraten-bei-lenggries

www.hoehenrausch.de/berge/sonntraten/index.php