Annas Leuchten

Annas Leuchten

Vor ziemlich langer Zeit habe ich einmal diese Kurzgeschichte hier geschrieben. Und weil es zur Zeit ziemlich ruhig auf dem Blog ist, was daran liegt, dass ich tausend Sachen neben her schreibe und auch daran weil der Arzbacher Hof Betriebsurlaub hat und ich meine endlich genügend Zeit dafür zu finden. Irgendwie ist mir dann diese Geschichte hier vor die Füße gefallen.  Zufällig. Ich hatte sie einmal für einen Schreibwettbewerb zum Thema „Neue Heimat“ geschrieben. Der Schreibwettbewerb hat nie stattgefunden, aber die Geschichte ist noch da. Und weil es Anna so ähnlich wirklich gibt, ist das für mich gleichzeitig eine Lobeshymne an die Freundschaft und eine Laudatio für einen der lebenswertesten Menschen, den ich jemals kennen gelernt habe. Anna, du weißt wer du wirklich bist. Diese Geschichte hier ist für dich. Aus ganzem Herzen, M.

 

Als ich vor 13 Jahren mit Anna im Flieger nach Amerika saß, hatten wir die gleichen Wünsche und Träume im Gepäck. Wir kannten uns nicht, aber ich erinnere mich genau an sie, obwohl unsere Sitzplätze zwar in einer Reihe, aber nicht direkt nebeneinander lagen. Ihre großen, blauen Augen schienen auf etwas Unsichtbares an der Decke zu starren. Heute weiß ich, dass sie einfach nur intensiv nachdachte. So wie sie es immer noch tut, wenn ihr Blick so ins Leere wandert. Wir waren beide 19 und nahmen für 1 Jahr an einem Austauschprogramm teil. Es war Zufall, dass unsere Großfamilien in denselben kleinen Vorort von Boston lebten und miteinander befreundet waren. Man hätte den Eindruck gewinnen können, jemand hatte die Fäden gezogen und uns zusammen geführt. Als wäre alles arrangiert und ich werde das Gefühl nicht los, dass es immer so ist, bevor wir einen für uns bedeutsamen Mensch zum ersten Mal begegnen. Anna und ich gehörten zusammen. So wie die Blumen und die Bienen oder die Fische und das Wasser. Es war einfach richtig von Anfang an. Wie wenn man plötzlich etwas Wertvolles findet, von dem man gar nicht wusste, dass man es überhaupt gesucht hatte. Mit Anna konnte ich lachen bis uns die Luft wegblieb und im selben Augenblick mit ihr weinen, wenn sie mir von ihrer Mama erzählte und wie sehr sie ihr fehlte. Wir hätten im Auto Tage ohne zu reden nebeneinander sitzen können und es wäre uns nicht seltsam vorgekommen. Doch dafür gab es einfach zu viel das wir uns zu Erzählen hatten. Das Leben fühlte sich leicht und unbeschwert neben Anna an. Ein Gefühl, wie in der Looping-Achterbahn, ganz oben, kurz vor der Kurve zur ersten Umdrehung, nur das es eben nicht aufhörte. Anna und ich reisten viel, sahen wundervolle Orte und trafen außergewöhnliche Menschen. Wir sammelten diese Erlebnisse im Überfluss. Genauso wie Bienen den süßen Honig, als fürchteten sie sich vor mageren Zeiten. Nach einem Jahr hatten wir so viel zusammen erlebt, dass es sich anfühlte, als wäre es ein ganzes Leben gewesen.

Wir freuten uns so auf das Heimkommen, auch wenn es für bedeutete, dass wir uns nicht mehr jeden Tag sehen konnten. Der Begriff Heimat bedeutete uns das Gleiche. Für Anna war es ihr kleines Dorf in der Nähe von Hamburg und für mich meine oberbayerische Idylle im Isarwinkel. Von einem Tag auf den anderen waren wir wieder zurück zu Hause in Deutschland. Plötzlich wieder mitten drin in unserem „alten“ Leben, das jetzt an manchen Stellen eng und unbequem geworden war. Als wäre daraus ein ausgetragener Lieblingspullover geworden, von dem man sich ungern trennt, auch wenn er längst nicht mehr passte. Anna bemerkte das sofort. Sie war gerne wieder in Hamburg und doch hatte sich viel geändert. Anna hatte sich geändert. So kam das Jobangebot von einem Hotel in Schweden genau zur richtigen Zeit. Noch einmal ein Jahr, ein neues Land und die Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Zumindest den Weg dorthin. Anna hatte keine Ahnung wie ein neues Leben aussehen sollte. Sie wusste nicht ob und was sie studieren wollte. Sollte sie von daheim ausziehen und wenn in welche Stadt? Anna stand an einer Kreuzung, die sich vor ihr in unzähligen Wegen aufteilte. Schweden erschien ihr wie eine Art Schonfrist. Der Zustand sich in einem Vakuum aus vielen verschiedenen Möglichkeiten zu befinden war angenehm. Anna musste sich nicht entscheiden, zumindest noch nicht gleich. Anna liebte Schweden vom ersten Augenblick. Sie lernte die Sprache innerhalb kürzester Zeit. Wobei ihr zur Hälfte ihr Sprachtalent und zur anderen Hälfte ihre Zielstrebigkeit immer alle ihre Vorsätze einzuhalten zu Gute kamen. Da sie im Personalhaus des Hotels wohnte, lernte sie bald Leute kennen. Die Tage verbrachte sie mit Arbeiten und die Nächte mit Tanzen. Im Sommer besuchte ich Anna für eine Woche. Sie kam mir mit ihren hellblonden Haaren und den Sommersprossen wie eine Einheimische vor. Anna redete fließend Schwedisch und für mich hörte es sich an, als wenn sie immer schon dort wohnen würde. Anna strahlte und man konnte es nicht übersehen, wie glücklich sie war. Sie leuchtete einfach vor sich hin und erinnerte mich an ein zufriedenes, kleinesGlühwürmchen, das gemütlich an einem schwedischen See in der Abendsonne umher schwebte. Es überraschte mich nicht, als Anna mich ein paar Wochen später anrief, um mir mitzuteilen, dass sie sich verliebt hatte. Glück zieht eben Kreise. „Stell dir vor, gerade eben! Das ist mir wirklich noch nie passiert!“ Anna kicherte wie ein Teenager und erzählte mir von Ville, der auch im Hotel arbeitete und mit ihr im Personalhaus wohnte. Zwischendrin entschuldigte sie sich, dass sie mitten in der Nacht bei mir anrief, aber dort in Schweden wird es einfach nicht richtig dunkel. Anna meinte, irgendwie hätte sie da ständig das Gefühl, dass es früh am Abend ist. Ich musste lachen und freute mich aus ganzem Herzen mit Anna. Da ich Anna kannte, wusste ich Ville bleibt. Bevor Anna sich in jemanden verliebt, scannt sie ihr Gegenüber in Sekundenbruchteilen. Als würde sie feine Sensoren ausfahren und damit jeden noch so versteckten Winkel ausleuchten, um hinterher eine glasklare Analyse über dessen Persönlichkeit zu erstellen. Erst wenn Anna sich absolut sicher ist und er in ihren Augen wirklich liebenswürdig ist und ihre Liebe auch auf Gegenliebe stößt, ist sie bereit ihr Herz zu öffnen. Dann allerdings mit einer solchen Kraft und Hingabe, dass es einer Naturgewalt gleicht, gegen die man keinerlei Mittel besitzt sich dagegen zu wehren. Ich glaube Ville war der erste Mann in den Anna wirklich verliebt war und bei dem es ihr nicht schwer viel,dieses Gefühl auch zu zulassen. Drei Monate später klingelte wieder das Telefon. Dieses Mal früh am Morgen. Ich sah Annas Nummer auf dem Display und schmunzelte: „Guten Morgen. Entweder du hast überhaupt kein Zeitgefühl mehr oder du hast zumindest vorrübergehend aufgehört zu schlafen.“ „Oh, tut mir leid. Ist es noch so früh? Ich brauche wirklich dringend deinen Rat“, antwortet Anna eindringlich. Aufgeregt berichtete sie mir das Ville zurück in sein Heimatdorf zog, das Dorf in dem er aufgewachsen war. Er hatte da ein Haus gekauft, welches er renovieren wollte und Anna gefragt ob sie mit ihm kommen möchte. MeineErklärung war nüchtern und einfach. Ich fand, Anna sollte warten. Nur nichts überstürzen. Rörbäcksnes lag nur zwei Stunden von Tällberg entfernt, dem Ort wo Anna und Ville wohnten. Anna könnte Ville an ihren freien Tagen jede Woche besuchen. Zusammen zu ziehen wäre ein großer Schritt, zumal Anna dafür ja sogar ihren Job im Hotel aufgeben müsste. Rörbäcksnes ist ein so abgelegener, winziger Ort, dass er nicht einmal auf einer gewöhnlichen Landkarte eingezeichnet ist. Es würde nicht gerade einfach werden dort wieder eine neue Arbeitsstelle zu finden. Anna meinte ich hätte ja Recht und obwohl ich nur mit ihr telefonierte, konnte ich sie vor mir sehen, wie sie nachdenklich nickte und ihre Augen das Telefon fixierten. Eine Woche später hat Anna ihren Job gekündigt und ist zu Ville gezogen und ab da begann Schweden Annas neue Heimat zu werden.Die Jahre vergingen und ich dachte oft an Anna. Besonders dann wenn es in Deutschland im Sommer dunkel wurde und ich wusste wie sehr ihr der Sternenhimmel fehlte oder wenn es wieder Lebkuchen in den Läden gab. Anna konnte nie genug davon bekommen und in Schweden waren Lebkuchen nirgendwo auszutreiben. Wir schafften es tatsächlich unsmindestens zweimal im Jahr zu besuchen. Wir waren ständig auf der Suche nach günstigen Flügen und nach Orten, wo wir uns treffen konnten. Einmal verbrachten wir sogar eine Nacht in einem Flughafen in London, nur um uns für ein paar Stunden zu sehen. Ich frage mich, warum ist mir nie etwas aufgefallen? Wie war das möglich, jemanden so gut zu kennen, trotz der Distanz so nahe zu stehen und nichts zu bemerken? Anna war für mich die Lebenskünstlerin, ein Mensch, der in allem und jeder Begegnung das Gute sieht. Bei dem das Leben aus einer unvergleichlichen Mischung aus Gelassenheit und konsequenter Anwesenheit echter Lebensfreude bestand. Anna ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Hatte sie sich etwas vorgenommen, erreichte sie es. Sie war ständig auf der Suche, verlor sich und entdeckte sich wieder neu. Anna war ein Phänomen. Bei Facebook konnte ich in regelmäßigen Abständen Annas buntes Leben bewundern. Anna beim Fischen, mit Ville beim Renovieren in dem neuen Haus, bei der Elchjagd, auf dem Snowmobil und auf einmal sah ich es zum ersten Mal. Annas sonst so fröhliches Lächeln schlich sich auf den Bildern langsam davon, bis es beinahe ganz verschwunden war. Ich begann in ihren Emails zwischen den Zeilen zu lesen und spürte, dass etwas nicht stimmte. Mein Herz klopfte, als wäreich gerade auf was gestoßen, von dem es mir unangenehm war es anzuschauen, aus Angst ich könnte Schlimmes dabei entdecken. Gleich am nächsten Tag rief ich Anna an. An ihrer Stimmlage erkannte ich, dass sie sich freute, dass ich anrief. Wir unterhielten uns eine Weile, bis eine kurze Pause entstand. „Anna du… ist bei dir alles in Ordnung?“ Ich hörte wie sie schluckte. Anna weinte und hörte gar nicht mehr auf zu weinen. Verzweifelt bat ich Anna mir endlich zu sagen was los sei. „Nichts Schlimmes…nichts Schlimmes, “ schluchzt esie. Eine Weile verging, ehe sich Anna wieder beruhigte. „Ich habe nur …ich habe…solches Heimweh!“ sagte Anna mit tränenerstickter Stimme. Am liebsten hätte ich laut losgelacht, so erleichtert war ich. Heimweh. Ich redete Anna gut zu. Ich war fest davon überzeugt, dass es sich um einen vorübergehenden Zustand handelte, der sich bald in Luft auflösen würde. Ein Problem, dass man anpacken konnte. Zu dieser Zeit hatte ich allerdings noch nicht die geringste Ahnung was es bedeutet wirklich Heimweh zu haben.

In der Nacht konnte ich nicht schlafen. Tausend Gedanken stiegen in mir auf. Ich dachte an Anna und an die Nacht die in der wir beide unter freiem Himmel in Monument Valley verbracht hatten. Nach unserem Jahr in Amerika reisten wir noch einen Monat durch die USA. Am Ende unserer Reise hatten wir nicht mehr viel Geld übrig. Deshalb beschlossen wir spontan die Nacht im Freien zu verbringen. Manchmal passiert es, dass dir das Leben völlig unerwartet ein Geschenk direkt vor deine Füße legt. Ein paar Stunden oder Augenblicke in denen deine Seele ganz frei ist. Momente die aus reiner Liebe bestehen und einer schlichten, nackten Schönheit, die dich überwältigt. Von denen du später sagen wirst, dass du sie nicht erklären kannst, weil dir ganz einfach die Worte fehlen, um sie nur annähernd zu beschreiben.Wir saßen irgendwo in der Mojave Wüste, umringt von nichts und doch so viel und befanden uns gerade mittendrin in einem dieser Augenblicke. Anna blinzelte in die Sonne und sah zu wie sie hinter den gigantischen, roten Steinen verschwand. Es kam am ehesten einem klassischen, besonders kitschigen Wild-West-Film nahe, wäre es nicht so schön gewesen. Ich erinnere mich an das Buch „Traumfänger“ von Marlo Morgan und daran, dass die Aborigines darin telepathisch miteinander kommuniziert hatten. Vielleicht steht uns Menschen in der Natur der Zugang dafür offener als sonst in unserer lauten Welt. Ich bin mir sicher, ich konnte spüren was Anna fühlte. Maren war hier, genau in diesem heiligen Moment. Wir legten uns schweigend nebeneinander in unsere Schlafsäcke und alles um uns herum war absolut still. Eine Stille wie ich sie nie mehr wieder vernommen hatte und die mich auf eine sanfte Weise tief berührte. Ich nahm unseren Atem wahr und bemerkte, wie ich ein paar Mal längere Zeit die Luft anhielt, als ob ich den Augenblick nicht erschrecken wollte, so zart und kostbar erschien er mir. Wie lange wir dort gelegen hatten, kann ich nicht mehr sagen, es kam mir ewig vor. Dann begann Anna von Maren, ihrer Mama zu erzählen und ich hörte ihr zu…

Ich kam an einem Freitag im Juni zur Welt und war das erste Kind von Pit und Maren. Maren hatte den schüchternen Pit während der Schulzeit kennengelernt. Irgendwann hat Pit all seinen Mut zusammen genommen und Maren gefragt, ob sie mit ihm zum Tanzen gehen möchte. Maren hat ja gesagt und seitdem waren sie ein Paar gewesen. Ihr Leben war einfach, wenig spektakulär, doch sie waren glücklich und es war klar, dass es Liebe war. Eineinhalb Jahre nach mir kam Marie zur Welt. Wir waren seitdem Tag ein Herz und eine Seele. Oft wurden wir für Zwillinge gehalten und ich kann mich nicht daran erinnern, mit Marie je ernsthaft gestritten zu haben. Unser Nesthäkchen Tim, wurde fünf Jahre später geboren. Zur Freude meines Vaters stellte er sich schon früh als Nachfolger für den Hof heraus. Es war ein unbeschwertes, freies Leben bis sich von heute auf morgen ein großer Schatten über unsere Familie legte. Das war als bei Mama Krebs festgestellt wurde .Nach dem ersten Schock versuchten alle so gut es ging zusammen zu halten und keiner hatte auch nur einen Gedanken daran verloren, dass Mama es vielleicht nicht schaffen könnte. Es folgte der übliche Prozess mit Chemotherapie und Bestrahlungen. Die Therapie schlug an und es schien als wurde alles wieder gut werden. Doch dann kam der Krebs wieder. Mit einer Hartnäckigkeit und Unausweichlichkeit, dem wir hilflos gegenüber standen. Papa fing an die Augen zu verschließen. Als ob er dem Schicksal aus dem Weg gehen konnte, wenn er sich weigerte es anzuschauen. Papa hatte keine Ahnung wie er mit uns Kinderndarüber reden sollte. Er wusste wie wichtig es gewesen wäre, aber er fand einfach nicht die richtigen Worte. Statt dessen hoffte er auf ein Wunder, obwohl Mama von Tag zu Tag schwächer wurde. Er klammerte sich an jeden noch so kleinen Funken Hoffnung, auch wenn es ihn längst schon nicht mehr gab. Papa versuchte Mama festzuhalten. Er wollte sie retten und er glaubte felsenfest daran. Als Mama starb, war es als sei es völlig unerwartet geschehen. Ein Gewittersturm aus heiterem Himmel auf den keiner richtig vorbereitet war. Die Trauer brach über uns herein und riss uns schonungslos mit sich in einen Sog, der aus Verzweiflung und Angst bestand. Jeder versuchte auf seine eigene Art und Weise wieder aufzustehen und ohne Mama weiterzugehen. Papa stürzte sich in Arbeit, um sein Schweigen auf eine Weise zu rechtfertigen und um den Schmerz nicht spüren zu müssen, der zu Hause bei seiner Familie am stärksten war. Er versuchte da zu sein und seine Kinder festzuhalten, doch er konnte nicht über Mamas Tod reden. Bis heute nicht. Wir suchten unseren Weg um damit umzugehen und um den Verlust zu verarbeiten. Marie und ich klammerten uns aneinander, um nicht an der Trauer zu zerbrechen und da war noch Tim der mit seinen 4 Jahren gerade alt genug war zu erspüren was passiert ist, aber es nicht begreifen konnte. Wir bekamen viel Beistand und Hilfe von Freunden, Verwandten und Nachbarn. Der Hof musste bewirtschaftet werden. Es musste geputzt, gekocht und für uns Kinder gesorgt werden. Irgendwie schafften wir es durch die schwere Zeit. Nicht ohne Wunden davon zu tragen und nicht ohne Mama immer noch jeden Tag zu vermissen. In der traurigsten Zeit hatte ich ein paar Stunden mit Mama allein geschenkt bekommen. Kostbare Stunden die ich für immer in mir trage werde und hüte wie einen Schatz. Statt zur Schule bin ich damals zu Mama ins Krankenhaus gegangen. Als ich die Tür zu ihrem Zimmer öffnete, saß Mama am Fenster. Das Licht schimmerte durch ihre offenen Haare und obwohl sie so dünn geworden war, sah sie unglaublich gut und jung aus. „Mensch Anna“, hatte Mama nur geflüstert und mich dann einfach in den Arm genommen. Wir weinten und hielten uns eine Weile im Arm. „Musst du sterben, Mama?“habe ich sie dann gefragt. „Ja“, antwortete Mama ruhig. „Und ich weiß wie ungerecht du das findest. Ich weiß nicht was mit mir passieren wird und ich habe Angst. Nicht vor dem was danach kommt, sondern vor dem Sterben. Es fällt mir so schwer, dieses Leben mit euch und mit dir Anna, zu verlassen. Einfach weil ich euch so sehr liebe.“ Es war seltsam, aber jetzt wo man das was man am meisten gefürchtet hat, ausgesprochen hatte, wurde die Angst kleiner und stand nicht mehr so übermächtig im Raum. „Mama, ich habe viel gelesen und wenn es wahr ist, dass man nach dem Tod weiterlebt und das alles hier nur so was wie ein Übergang ist, dann musst du mir versprechen, dass du mir ein Zeichen schickst. Damit ich weiß, dass du da bist.“ Mama nickte und hielt mich noch fester. Lange saßen wir da am Fenster, ohne ein Wort zu sprechen. Eng umschlungen und dankbar, sich noch einmal so innig begegnen zu dürfen. Ich inhalierte Mamas Duft, spürte ihre Wärme und versuchte so viel es ging davon einzuatmen. „Auf Wiedersehen, Mama“ habe ich zum Abschied gesagt und sie auf die Wange geküsst.Ich habe irgendwie geahnt, dass es tatsächlich das letzte Mal war, das ich Mama so lebendig erlebt habe. Drei Wochen später war Mama gestorben und es gab nichts, dass sie aufhalten hätte können, auch nicht unsere Liebe zueinander.

Die Sekunde in der man einen Menschen erkennt, die Kraft und das Potential das in ihm liegt, beginnt man ihn zu lieben. Wenn man liebt, sieht man die Schönheit die in jedem Einzelnen verborgen liegt und wie ein helles Licht leuchtet.Annas Licht habe ich immer gesehen, aber am hellsten in jener Nacht in Monument Valley. Ich wollte alles dafür tun, es zu beschützen und nach außen zu tragen, damit die ganze Welt es sehen konnte, um sich an Annas Glanz zu erfreuen. Anna so traurig zu sehen, tat mir weh. Für Anna bestand ihr Heimweh nicht nur aus der Tatsache, dass sie ihre Familie aus Deutschland gerne um sich gehabt hätte oder ihr Hamburg fehlte, es war viel mehr die Tatsache, dass sie sich in Rörbäcksnes eingesperrt fühlte wie in einem Käfig. Für Ville war es der Ort an dem er geboren wurde und an dem er auch alt werden wollte. Er konnte sich nicht vorstellen sich irgendwo anders so zufrieden zu fühlen als dort. Es lag wie eine schwere Last auf seinen Schultern, dass Anna genau deswegen oft so betrübt war. Einmal, als dasGefühl so stark wurde, dass es Anna jede Lebensfreude nahm und es sich anfühlte als ersticke man daran, packte Anna ihre Sachen. Sie kündigte ihren Job und zog in eine kleine Hütte in die nächste größere Stadt nach Schweden. Sie hatte solche Sehnsucht danach sich einen eigenen Freundeskreis aufzubauen, einen Job zu finden, der zu ihr passte und um wieder die Möglichkeiten zu haben, ein Leben zu führen, wie sie es sich vorstellte. Doch Anna hielt es ohne Ville dort keinen Monat aus. Spätestens jetzt war klar, Anna wollte nicht ohne Ville sein und Ville nicht ohne Anna. Eine lange Zeit kämpfte Anna gegen das Gefühl an. Sie versuchte Ville dazu zu bewegen, es zumindest doch einmal zu versuchen mit ihr aus Rörbäcksnes wegzuziehen. Doch Anna wusste, mit Ville war das wie mit einer alten Eiche, die ihre Vitalität verliert sobald man sie einmal umgepflanzt hatte. Es gab für sie nur die Möglichkeit, ihr Schicksal anzunehmen. Es war paradox, Anna hatte in Ville die große Liebe gefunden und war gleichzeitig so unglücklich über die Situation in Rörbäcksnes. Dort lebte Villes Familie, seine Freunde, die er schon aus seiner Schulzeit her kannte. Auch wenn Anna ein Teil davon geworden war, so kam es ihr vor, als wenn es eben nur Villes Freunde, Villes Familie war. Das zu akzeptieren fiel Anna schwer und sie haderte mit sich. Aber es hatte auch keiner gesagt, dass es einfach sein würde. Anna hatte solche Angst in Rörbäcksnes zu bleiben und irgendwann ganz dort gefangen zu sein. Ihre Gedanken kreisten ausschließlich darum welche Alternativen es gab. Umso mehr sie grübelte, um so unwahrscheinlicher erschien es Anna hier glücklich zu werden. Sie wusste nur zu gut, wie kurz das Leben sein kann und versuchte jeden Moment auskosten, nicht zuletzt wegen Maren. Ihr zu Ehren wollte sie das Beste aus ihrem Leben machen und Rörbäcksnes war für Anna einfach nicht der richtige Ort dafür, da war sie sich sicher. Die Zeit zerrann zwischen ihren Fingern, sie sehnte sich nach ihren Freunden, ihrer Familie zu Hause, doch wäre sie dort gewesen hätte ihr Ville am allermeisten gefehlt. Anna lernte geduldig zu sein und zu vertrauen. Langsam baute sie sich ein Leben auf, unabhängig von Ville, das immer besser zu ihr passte. Sie machte sich selbstständig mit ihrem eigenen kleinen Fotostudio. Anna bekam bald so viele Aufträge dass sie davon leben konnten. Nie im Traum hätte sie früher in Hamburg daran gedacht, dass sie tatsächlich einmal ihr eigenes Fotostudio besitzen wird. Anna und Ville bekamen Kinder. Zwei bezaubernde Kinder, wie aus einem Astrid Lindgren Film entsprungen, Lias und Marlen. Da war Anna bereit. Bereit sich fallen zu lassen und ganz und gar Villes Frau zu werden. Es fühlte sie nicht mehr so an, als bliebe sie wegen Ville in Rörbäcksnes. Sie blieb weil sie aus ganzem Herzen liebte. Weil sie diese Entscheidung längst schon getroffen hatte und ihr das Leben deswegen einfach gefolgt ist. Solange bis es sie eingeholte hatte und bei Anna angekommen war. An Annas und Villes Hochzeit regnete es. Die kleine Hochzeitsgesellschaft versammelte sich eher als geplant in der Kapelle. Dicke Regentropfen klopften von außen an die Fenster und aufgespannte Regenschirme türmten sich vor dem Eingang. Die Kirche war mit bunten Blumen geschmückt, es duftete nach Rosen und viele weiße Kerzen erleuchteten den Raum. Ein Klavierspieler und eine Cellistin begannen zu spielen. Die Kirchenflügel öffneten sich und Pits Augen füllten sich mit Tränen als er seine Tochter zum Altar führte, um dort ihre Hand in Villes zu legen. Jede Braut hat ihren Zauber, ihren ganz besonderen Glanz. Doch Annas Glanz war nicht gewöhnlich. Anna strahlte von innen heraus. Klares, helles Licht, wie aus einer sprudelnden Quelle. Anna leuchtete wieder, so anmutig und leicht wie damals, als sie nach Schweden zog und glaubte es wäre nur für ein Jahr.

Beitragsbild Nena Lüdemann

Vom Leben geküsst: Herz über Kopf in ein neues Leben! Gastebeitrag von Meike Cornelius

Vom Leben geküsst: Herz über Kopf in ein neues Leben! Gastebeitrag von Meike Cornelius

Heute möchte ich einen Gastbeitrag für meine liebe Bloggerkollegin Michaela vom Blog „Aus-ganzem-Herzen.de“ schreiben. Es dreht sich dabei um Momente, in denen man vor Glück überquillt, alles rund läuft und sich Herzenswünsche im Leben erfüllen. Vom Leben geküsst sozusagen!

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In genau solch glücklicher Situation befinde ich mich aktuell, daher möchte ich Euch gern daran teilhaben lassen. Seit Jahresanfang befinde ich mich in einer meiner größten Umbruchphasen, privat wie beruflich. Die berufliche Veränderungen wurden zwangsweise durch einen Jobverlust ausgelöst. So eine Situation bringt die Chance mit sich, den aktuellen Status zu analysieren und über neue Wege nachzudenken, bevor man wieder aktiv wird. Genau dies habe ich getan. Ich habe mich entschieden, mich an die Selbstständigkeit heran zu wagen. Dank einer Facebook-Challenge, die für Gründer im Online-Business konzipiert ist, habe ich meine Fähigkeiten und Stärken entdeckt, sowie meine Nische und mein Produkt definiert. Wow, Dinge über die ich vorher nie nachgedacht hatte bzw. in meinen kühnsten Träume nie in Erwägung gezogen habe. Zusätzlich habe ich einige Seminare absolviert, um mich über die allgemeinen Rahmenbedinungen zu informieren. Denn so ein Schritt will gut überlegt sein, und entsteht nicht über Nacht. Eine ganz neue Arbeitswelt entdecke ich dadurch, völlig anders strukturiert aber ungemein spannend. Sich selbst zu vermarkten ist eine komplett andere Nummer, als im Auftrag eines Unternehmens aufzutreten. Dabei lernt man auch ganz neue Züge an seiner eigenen Persönlichkeit kennen, die mir bisher unbekannt waren. Da sind Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein gefragt, gepaart mit Kompetenz und Charisma – und wenn’s ganz gut läuft auch mit einer Prise Charme.

Parallel habe ich eine Weiterbildung absolviert, um mich beruflich wieder auf den neuesten Stand meiner Branche zu bringen. Ein schickes Zertifikat darf ich nach Abgabe meiner Abschlußarbeit auch mein eigen nennen. Und der erste Kundenauftrag kam unverhofft auf einmal ums Eck – zu einem Zeitpunkt, an dem ich nicht damit gerechnet hatte. Soviel neuer Input, soviele neue Wege und unterwegs soviele neue inspirierende Kontakte, die ich dadurch kennen gelernt habe. Was für eine Flut an Eindrücken in den letzten Monaten auf mich eingestürmt ist, dafür habe ich gar keine Worte. Aber das Wichtigste für mich; es fühlt sich verdammt gut und richtig an. Es war absolut an der Zeit neue berufliche Wege zu gehen. Von den ganzen tollen Kontakten, die es mit sich bringt ganz zu schweigen – ich bin eine Networkerin mit Passion. Jede Menge kompetenter Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können. Die mir beratend zur Seite stehen und den ein oder anderen Tipp gegeben haben. Manchmal war auch sofort klar, uns verbindet mehr als die berufliche Schiene. Daraus sind zum Teil auch nette Bekanntschaften entstanden. Ich bin gespannt, was die restlichen Monate des Jahres noch passieren wird. Meine aufregende Reise zu neuen Ufern hat jedenfalls begonnen.

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Ganz ähnlich ergeht es mir privat: Hier habe ich nach einer gefühlten Ewigkeit Ende 2015 einen ganz besonderen Lieblingsmenschen getroffen, der meine kleine Welt komplett durcheinander gewirbelt hat. Von der ersten Begegnung war klar, die Chemie stimmt 100%-tig zwischen uns. Bombeneinschlag – ich war Hals über Kopf verliebt! Zuviele Gemeinsamkeiten bezüglich Interessen, Hobbies und Lebensansichten taten sich nach und nach auf. Es war eine absolute Vertrautheit, als wenn man sich bereits jahrelang kennt. Gekrönt von der gemeinsamen Art des trockenen Humors und der Vorliebe für klare Worte. Diesen Tiefgang sowie die ganze Klaviatur der Gefühlsachterbahn habe ich mindestens die letzten 15 Jahre nicht mehr in der Intensität erlebt! Ich hatte bereits Bilder von Hochzeit & Co. im Kopf. Einfach nur schön, wenngleich der Traum von einer gemeinsamen Zukunft nicht lange währte.  Unsere Wege haben sich zwischenzeitlich wieder getrennt, dennoch bin ich dankbar für diese besondere gemeinsame Zeit, einen Seelenverwandten getroffen zu haben. Das passiert einem nicht oft im Leben, dass man auf solche Menschen trifft. Unverhofft ist mir erneut ein besonderer Mann begegnet, der mein Herz auf die ein oder andere Weise berührt hat. Ungewohnt für mich, da mir dies normalerweise ganz selten passiert und nun gleich in Folge. Er hat es dennoch geschafft durch seine Persönlichkeit, sein Charisma, seine Sicht auf das Leben. Der wurde mir quasi zufällig vor die Füße gelegt und nicht gesucht. Abwarten wohin die Reise mit dem neuen Lieblingsmenschen geht – ich bin für Alles offen und lasse mich vom Leben überraschen. Bis dies klar ist, genieße ich jede gemeinsame Minute, jedes Telefonat, jede Nachricht – auch wenn sich die Wege erneut trennen sollten. Aber dies gilt nicht nur für Männer.

Liebe Meike, ich danke dir aus ganzem Herzen für deinen Beitrag. Ich hatte dich ja nach deinen glücklichsten Momenten gefragt und so wie es scheint, zieht sich bei dir dieser „glückliche Augenblick“ schon eine ganze Weile durch dein Leben. Aber ich glaube, du trägst auch viel selbst dazu bei. Wie du erzählst, als du zum Beispiel deinen Job verloren hast. Du hast das als Chance wahrgenommen und nicht als die große Katastrophe. Diese Sichtweise alleine ist schon ein großer Schritt in eine gute Richtung. Dann schreibst du über deinen Lieblingsmenschen und was mir auffällt ist wie positiv du immer noch davon erzählst, auch dann noch wenn ihr euch am Ende doch wieder aus den Augen verloren habt. In den meisten Fällen neigt der Mensch glaube ich dazu, dann auch den Rest negativ zu werten. So nach dem Motto, wenn es schon nicht gehalten hat, dann kann es gar nicht so gut gewesen sein…Ich glaube manches Mal treten einfach Menschen in unser Leben, die einfach nur für kurze Zeit bei uns sind und andere die bleiben. Mit deiner lebensbejahenden Einstellung werden dir noch sicher ganz viele Lieblingsmenschen begegnen. In allen Bereich, da bin ich mir ganz sicher und ich wünsche es dir aus ganzem Herzen, deine Michaela

Wenn ihr mehr von Meike lesen wollt dann kann ich euch ihren Blog Tiefensuche  wirklich allerwärmstens an’s Herz legen. Sehr lesenswert!

Gastbeitrag auf ganzem Herzen von Ela über den Mut des ersten Schrittes und über das Glück der ersten, großen Reise

Gastbeitrag auf ganzem Herzen von Ela über den Mut des ersten Schrittes und über das Glück der ersten, großen Reise

„Kennst du das? Wenn dir das Leben ganz unerwartet ein Geschenk direkt vor deine Füße legt, so daß du fast drüber stolperst und es zumindest fast unmöglich ist es zu übersehen? Wenn etwas so Großartiges passiert, dass es dein Herz unverhofft schneller und lauter schlagen lässt und du das Gefühl hast dich festhalten zu müssen, um nicht fort zu schweben? „

Genau das hatte ich vor ein paar Tage meine geschätzten Bloggerkollegen/innen gefragt. Und dann hatte mir Ela einen ganz bezauberten Gastbeitrag geschickt, in dem sie uns von zwei ihrer allerallerglücklichsten Augenblicken erzählt.Ela schreibt über den Mut nach etwas zu fragen, obwohl man eigentlich davon aus geht, dass es eh nicht funktioniert und von dem Glück, dass man empfindet, wenn es dann doch noch klappt. Die zweite Geschichte handelt davon das die eigene, große Reise auch immer erst mit einer Reise beginnt. Sobald du einmal die Richtung eingeschlagen hast, in die dich dein Herz trägt, dann sei dir sicher du bist auf dem richtigen Weg…aber lest selbst. Das hier ist Ela’s ganz persönliche Glücksgeschichte ;-)♥

Diesen Text las ich vor einigen Tagen auf Facebook und ich fühlte mich sofort angesprochen, zurückversetzt in zwei Situationen, beide aus dem letzten Jahr. Von beiden möchte ich euch erzählen, vielleicht kann ich euch sogar ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern.

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Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an.“ 

Im Jahr 2009 habe ich nach dem Abitur angefangen, zu studieren. Die Soziologie ist ein faszinierendes Fach, weil es sehr vielschichtig ist und man damit nach Abschluss des Studiums in sehr vielen Bereichen arbeiten kann. Genau das ist aber auch eine Schwierigkeit, denn während des Studiums wandelten sich meine Berufswünsche öfters als mir lieb war.

Nachdem ich im fünften Semester ein Praktikum an einem Forschungsinstitut absolviert hatte, war klar, dass ich so etwas auch machen wollte. Nur – dafür braucht man in den allermeisten Fällen einen Doktortitel.

An meiner Heimat-Uni, an der ich den Master gemacht hatte, wollte ich auf keinen Fall bleiben. Zu unglücklich war ich dort zwei Jahre lang. Doch damit sinken auch die Chancen, jemanden zu finden, der die Doktorarbeit betreut. Immerhin kennen die Professoren einen dort. Trotzdem habe ich mir ein Thema überlegt und schrieb einem Professor einer anderen Uni eine Mail, ob wir uns mal zusammensetzen könnten.

„Daraus wird sowieso nichts!“ und „Der bekommt doch sicher total viele Anfragen von irgendwelchen Studierenden!“ wechselten sich in meinem Kopf ab.

Dann kam die Mail – und eine Zusage für ein Gespräch! Fünf Minuten starrte ich fassungslos auf den Text und rief daraufhin meine Mutter an. Sie wusste zugebenermaßen überhaupt nicht, worum es ging, denn ich hatte fast niemanden von dieser Anfrage erzählt. Ich erinnere mich noch, dass mir eine halbe Stunde lang die Hände gezittert haben, so aufgeregt war ich. Das Verfassen einer Antwort war demnach sehr, sehr schwierig…

Und dann kam das persönliche Gespräch, rund zwei Monate später. Wieder dachte ich mir, dass er niemals zustimmen würde, mich zu betreuen. Trotzdem hatte ich mein Thema bzw. meine Forschungsfrage so gut vorbereitet wie es möglich war. Es gab Lücken, es gab Schwachstellen, es gab Änderungsbedarf. Nichts davon war wirklich perfekt. Trotzdem hörte er sich alles geduldig an. Irgendwann sollte ich alles nochmals zusammenfassen und er sagte: „okay, ich verstehe, was Sie wollen, aber da müssen wir weiter dran arbeiten.“

Völlig perplex starrte ich ihn an. WIR müssen daran weiterarbeiten? Wir? War das eine Zusage? War es! Das war ein verrücktes Gefühl, wirklich total verrückt! In meinem Kopf herrschte vollkommene Leere, ich weiß leider überhaupt nicht mehr, mit welchen Worten ich mich verabschiedet habe. Ich habe auch keine Ahnung, wie ich meinen Eltern und meinen Freunden die Situation erklärt habe. Um ehrlich zu sein, habe ich Monate gebraucht, um diese Zusage zu verarbeiten. Ich dachte immer, dass der Professor doch sicherlich Anfang der nächsten Woche eine e-Mail verfassen würde, dass er sich geirrt hätte und die Betreuung doch nicht übernehmen könne.

Auch nach einem Jahr suche ich in meinen Unterlagen noch nach der Betreuungszusage, starre auf das Logo der Uni. Jedes Mal schleicht sich ein riesiges Grinsen in mein Gesicht, denn ich habe die Chance bekommen, einen meiner größten Träume zu verwirklichen.

 Liebe Ela, ich glaube es im Leben auch oft daran an die Geschenke die es einen macht, als Chance zu verstehen. Denn Chance bleiben nur Chancen, wenn man sie nicht nützt. Ich wünsche dir aus ganzem Herzen alles, alles Gute auf deinem weiteren Weg…

„Glück ist, die nächste Reise zu buchen.“

Folgende Geschichte habe ich schon so oft erzählt, dass meine Freunde, die diesen Beitrag sehen werden, gleich wahrscheinlich nicht weiterlesen wollen.

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Als Kind war ich ziemlich schüchtern (was eine maßlose Untertreibung ist!). Die Jahre an der Uni und meine Ehrenämter haben mich selbstbewusster werden lassen. Es ist immer gut, wenn man ein wenig Anerkennung für seine Taten erhält. Warum das wichtig ist, folgt jetzt:

Nachdem ich meine Masterarbeit abgegeben hatte, wollte ich mich selber belohnen: mit einem Sprachkurs an einer Pariser Sprachschule. Alleine verreisen, was für eine Vorstellung! Mal davon abgesehen, dass ich Flugangst habe, sollte ich alleine in einer fremden Stadt bei fremden Menschen (Danke, AirBnb!) leben?

Zu meinem großen Glück war am Abend vor meinem Flug eine Party, die ich besucht habe, so dass ich zumindest so müde war, dass ich den Flug mehr oder weniger verschlafen habe. Der Weg zur Wohnung war schlimm, so viele kleine Straßen, so viele Kreuzungen und die Straßennamen waren mehr oder weniger nicht existent. Die Frau des Gastgebers, mit dem ich bis dahin nur Kontakt hatte, konnte nur mittelmäßig Englisch, mein Französisch war zu dem Zeitpunkt ebenfalls noch mittelmäßig. Es war also eine sehr schwierige Unterhaltung, aber irgendwie haben wir uns verstanden.

Nachdem ich endlich angekommen war, meine Sachen verstaut waren und ich den ersten Abend in der neuen Unterkunft verbracht hatte, wurde mir endlich klar, was ich da tat. Ich war in Paris! In – für mich – einer der schönstehn Städte der Welt! Völlig alleine! Also nicht alleine, aber zumindest war ich alleine angereist.

Die Wochen, die ich in Paris leben konnte, waren zauberhaft. Menschen aus anderen Städten fragten mich nach dem Weg, so heimatverbunden wirkte ich anscheinend. Wobei ich gestehen muss, dass ich in Paris wahrscheinlich bessere Wegbeschreibungen geben kann als in der Stadt, in der ich mein Masterstudium abgeschlossen habe.

Paris ist für mich einer der Orte, an denen ich immer glücklich bin. Ich weiß nicht einmal, woran es liegt. Wahrscheinlich daran, dass ich einige meiner schönsten Erinnerungen mit dieser Stadt verbinde. Ich liebe die Architektur, die Sehenswürdigkeiten, die Menschen, die Kultur. Einfach das Lebensgefühl. Jedes Mal, wenn ich am Flughafen ankomme, denke ich wieder, wie glücklich ich bin, endlich zurückgekommen zu sein. Jeder Abschied ist tragisch, da ich nie weiß, wann ich wieder zurück kann.

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Wenn ich an der Seine stehe und dem Wasser zuschaue, wie es einfach dahinfließt, und im Hintergrund sieht man noch den Eiffelturm, dann schlägt mein Herz ein bisschen lauter. Es ist fast so, als wäre ich verliebt. Wobei ich das wahrscheinlich auch bin. Dank dieser Erfahrung bin ich zudem zum Reise-Junkie mutiert. Natürlich verreise ich gerne mit Freunden, aber inzwischen ist es auch kein Weltuntergang mehr, die Welt alleine zu bereisen.

Paris, merci et je t’aime!

Liebe Ela, och wie ich das Gefühl kenne, wenn man sich so in einen Ort oder eine Stadt veliebt hat, dass man Herzklopfen bekommt, wenn man nur dran denkt. Ich danke dir aus ganzem Herzen für deine zwei wunderschönen Beiträge. In beiden erkenne ich mich selbst absolut wieder. (und ich bin mir sicher, dass es vielen Lesern ähnlich geht) Es hat mich unglaublich gefreut, dass du meinem kleinen Aufruf gefolgt bist und du uns diese zwei ganz persönlichen, an’s Herz gehenden Geschichten erzählt hast. Und ich wünsche dir, dass du noch ganz oft in deinem Leben die Möglichkeit dazu bekommst nach Paris zu reisen. Alles Glück dieser Welt, aus ganzem Herzen Michaela

Und hier ist Ela’s Bücher-Blog, auf dem ihr unbedingt einmal vorbeischauen solltet, weil er wirklich sehr, sehr lesenswert ist…buecherlogie.wordpress.com/

Fotos und Text: Ela Schrader

 

 

Auf der Insel der Geschichtenerzähler

Auf der Insel der Geschichtenerzähler

Stell dir einmal eine kleine, wunderschöne Insel vor. Irgendwo in einem der Ozeane auf dieser Erde. Wenn du genauer hinsiehst erkennst du eine lange, festlich gedeckte Tafel an der sich die unterschiedlichsten Menschen angeregt miteinander unterhalten. Jeder ist anders auf seine Art und Weise, doch was sie alle vereint ist die unsagbar große Leidenschaft fürs  Schreiben. An dieser Tafel erzählt man sich die abenteuerlichsten Geschichten, rührende Gedichte und philosophiert im Kerzenlicht bis weit nach Sonnenuntergang über tausend Dinge, Gott und die Welt. Einige blicken andächtig stundenlang in das offene Meer, um sich von seiner Stille  zum Träumen inspirieren zu lassen. Die Geschichten anderer wiederum haben ihren Ursprung in tiefen Gesprächen, die dem aufrichtigen Wunsch nach Austausch gefolgt sind. Die Besten davon werden auf kunstvolles Papier geschrieben und in bunten Flaschen auf ihren Weg über das weite Meer geschickt. Und weil der Ozean unsagbar groß und durchtränkt von Abenteuern ist, weiß man nie genau, wo sie ihre Bestimmung finden werden.Aber bei einem sei dir gewiss, deine Geschichte ist genau jetzt in diesem Augenblick zu dir unterwegs. Du wirst sie daran erkennen, dass sie irgendetwas in dir auslöst, wovon du keinen Schimmer hattest das es überhaupt existiert. Etwas das dich tief im Herzen berührt, dich aufwühlt, sonderbar bewegt und eine Botschaft für dich bereit hält. Manches Mal wirst du im ersten Augenblick wissen, was sie dir sagen will, ein anders Mal wird dir der Grund dafür verborgen bleiben, aber ausnahmslos immer ist sie auch ein Teil von dir. Weil du und wir alle auch ein Teil vom großen Ganzen sind. Wenn früher die Geschichten reisen lernten, dann geschah das über Bücher, Briefe und Zeitungen. Sonst gab es nicht sehr viele Möglichkeiten. Öffentlich zu schreiben war ein seltenes Privileg, dass nur wenigen Auserwählten gewährt wurde. Dann kam das Internet und wie das Meer spült es bis heute unzählbar viele dieser einzigartigen Flaschen überall und in alle Richtungen. Die Transportmittel wurden immer fortschrittlicher und bald schon konnte man an jeden Ort reisen an den man wollte. Die geheime, unerreichbare Insel der Geschichteerzähler gehörte bald der Vergangenheit an.  Doch ich habe mir sagen lassen, es hat sich wirklich gegeben und es gibt sie immer noch. Und eines Tages finde ich heraus, wie man dort hinkommt.  Denn ihr lieben Geschichtenerzähler da draußen, ich glaube an euch. Ich glaube, dass ihr alles verändert könnt mit ein paar wenigen, aber weisen Worten. Ich glaube, dass ihr unfassbar wertvoll für uns alle seid, weil ihr unsere Helden zum Leben erweckt und uns daran erinnert, wer wir wirklich sind.  Ihr beschreibt für uns den Himmel, die Unendlichkeit dahinter und die Farben tief unten am Meeresgrund. Ihr macht unsere Kinder zu guten Menschen, füllt  Herzen mit Zuversicht und stillt Sehnsüchte, in dem ihr unsere weckt. Ihr lebt unsere Träume, damit wir daran glauben, dass es geht und  ihr habt nicht aufgehört die Liebe zu suchen, weil das am Ende immer alles ist, worum es geht. Dafür danke ich euch aus ganzem Herzen, denn das ist der wahre Grund warum ich schreibe: Ich glaube an euch und an das Wort, welches schon seit jeher am Anfang stand. Ich bitte euch achtet darauf, welche Geschichten ihr erzählen wollt und ob sie diese, unsere Welt, zu einer besseren werden lassen.  Achte auf die Wahrheit und darauf ob sie aus ganzem Herzen kommt. Denn Worte sind unsere Gegenwart und Zukunft zugleich.  arzbacher hof 158Ich wünsche dir mehr Zeit am Meer, weil sie grundsätzlich immer zu wenig ist. Ich wünsche dir Geschichten die für dich geschrieben wurden und welche die zu dir finden, weil du sie ganz einfach selbst erzählen musst.  Denn die Welt braucht mehr Geschichtenerzähler, dass hat schon der Dalai Lama gesagt und der muss es denn nun wirklich wissen.  Ein paar von dieser Geschichtenerzähler habe ich für euch gefunden und gefragt, was das „Bloggen“ (die moderne Form des Erzählens) für sie bedeutet und warum sie überhaupt schreiben? Hier sind ihre Antworten und die Links zu ihren entzückend schönen, amüsanten und hinreißenden Blogs.

Laura von Fundorte :Warum blogge ich: weil ich seit meinem sechsten Lebensjahr schreibe. Geschichten, Tagebuch, liebevoll ausformulierte SMS. Ich brauche das, um den Kopf freizubekommen. Um Meine Gedanken festzuhalten. Ich möchte gerne einen Marmeladenglasaugenblick herstellen- man dreht das Glas auf und fühlt sich gleich wieder in die Situation zurück versetzt und da man nicht mal eben einen Roman schreibt, ist mein Blog ins Leben gerufen worden. Ich möchte Menschen erreichen, Kleinigkeiten im Leben mehr wahrzunehmen. Ich möchte Menschen inspirieren, zu einer Reise, zu einem Cafébesuch. Ich möchte Menschen erreichen und ihren Alltag mit meinen Worten und meinen Bildern ein kleines bisschen farbiger werden lassen.

Uwe Ich habe mit 1000 Pools begonnen:
A. weil ich es als Bewerbungsplus genutzt habe, um einen persönlichen Mehrwert zu generieren
B. weil ich persönliche Erfahrungen gerne auch teilen möchte
C. weil ich oftmals Erlebnisse mehrfach erzählen/tippen durfte, da mich unterschiedliche Freunde gleiche Sachen gefragt haben – so kann ich zukünftig einen Link nutzen und jeder bekommt „dieselbe“ Info! 

Christina: Durch das Schreiben empfinde ich manchmal so eine Art Flow. Es stellt mich zufrieden etwas Sinnvolles fertig zu stellen.Wimmelköpfchen

Joey Penspinning habe ich eröffnet weil:
-ich den Sport wieder populärer machen will, früher war er mal beliebter doch ich kenne heute niemanden aus meinem Umfeld, der es macht.
-es wenige deutsche Tutorials gibt und die meisten deutschen nicht so umfangreich sind und älter sind
-ich die Tutorials zugänglicher machen will. Es gibt noch keine deutsche Website, auf der man einfach ohne Suchen an diese Tutorials kommt und einen Leitfaden hat

Stefan Komm in Bewegung : Manche Aussagen kommen mir sehr bekannt vor. Hab das auch schon mal in ähnlicher Weise geschrieben. Freue mich, dass noch mehr Blogger so denken 😉
Ich blogge aus verschiedenen Gründen. Einer davon ist, dass mir Sprache liegt und ich was zu sagen habe. Und ich möchte Menschen helfen, ihre Trägheit oder den Wunsch nach Perfektionismus zu überwinden, um in Bewegung zu kommen und zu entdecken, welche tollen Menschen sie sind.

Heike: Ich schreibe auf Baobabstories über Afrikanische Affenbrotbäume – also Baobabs – weil ich sie liebe und Bäume generell phantastisch finde. Ich reise viel und besuche die Lebensräume von Baobabs, spreche mit Menschen, die dort leben und auch mit Fachleuten. Natürlich sammle ich Geschichten über Baobabs und schreibe aus meiner Sicht Wissenswertes darüber auf. Für mich sind Baobabs ein Menschen-verbindendes Thema.

Nina: Ich bin 37 jahre alt und es ist wohl etwas spät jetzt (vor 3 wochen) einen blog zu starten. Da ich gerade in Karenz bin und es auch ein Leben ausserhalb des Mama-seins gibt, ich leidenschaftlich gerne fotografiere und mit anderen kommuniziere und netzwerke, lag es für mich nahe. Ich war beruflich im Marketing tätig und es liegt mir einfach Leute anzusprechen. Der Spass ist wohl meine Hauptmotivation. Ich möchte keine grossartigen Lehren verbreiten oder die Welt verbessern. Es wäre schön, wenn ich meine Freude an div. Themen und Dingen (Lifestyle, Fashion, Food, ..) mit anderen teilen kann.mami-envogue

Beatrice: Ich reihe mich mal ein. Das Bloggen macht bisher einfach Spaß. Die Beiträge würde ich sonst immer mal in Form von e-mails verschicken. Malen und zeichnen entspannt mich und somit entstehen die Illustrationen. Natürlich freue ich mich dann, wenn sie nicht einfach irgendwo rumliegen und verstauben, sondern auch gesehen werden. Auf meinem Blog in der Rubrik WER und WARUM habe ich das auch nochmal aufgeschrieben. Beatrice-confuss

Stefanie: Ich blogge weil ich etwas zu sagen habe, weil ich informieren möchte und weil ich die Welt verändern möchte! Außerdem schreibe ich so gerne „smile“-Emoticon Durch das bloggen kann ich meine Gedanken nach außen tragen und lerne dabei noch viele tolle, oftmals gleichgesinnte, Menschen kennen. Es ist auch manchmal ein wenig Therapie, das Schreiben, das Sortieren der Gedanken und das Basteln und Bauen! Alt trifft neu

Marisa:meine Motivation: die Freude daran und ehrlich gesagt auch die Bereitstellung kostenloser Produkte (sonst würde mein Blog keinen Sinn machen). mein Antrieb sind die lieben Kommentare meiner Leser, Feedback von Freunden und Co. meine Botschaft: gebe nie auf, wenn dir mal Leute entfolgen o.ä. Dafür folgen dir morgen 10 neue „smile“-Emoticon Hab Spaß dran und ziehe es durch. Reviews-and-couponing.blogspot.de/

Rene: Ich möchte mit meinem Blog anderen helfen. Insbesondere Personen die durch ADHS massive Probleme in der Berufsfindung und im Berufsleben haben. Außerdem ist mein Blog ein Schritt in die Richtung als Autor meinen Lebensunterhalt verdienen zu können Adsberufe

Melanie:Ich blogge, weil … gute Frage. Wir leben und genießen gern. Wir haben unseren Platz und unser Glück auf dem Land gefunden. Daher lassen wir andere sehr gerne an unserem Landleben teilhaben. Inkl. unser Lieblingsrezepte und unserer Reisen, aber auch dem Alltag, vor allem mit den Hühnern „smile“-Emoticon Land Leben Lieben

Luna: Ich schreibe, weil ich gerne rede. Schreiben ist für mich reden nur leise. Und die kleine Aufregung, die ich habe, wenn ich einen Artikel veröffentliche finde ich toll. Ich schreibe über die kindliche Entwicklung aus der Sicht der Wahrnehmung. Ich möchte Eltern Hintergrundwissen zur sensorischen Integration geben um ihre Kinder besser verstehen zu können. Ich möchte Eltern helfen zu Hause liebevoll mit ihren Kindern zu leben und zu lernen, egal ob mit oder ohne Wahrnehmungsstörung. Meand3kids

Julia: Ich schreibe, um mein Bedürfnis zu stillen, mich auszudrücken (auch beruflich übrigens, aber das unabhängig vom Blog). Mit meinem Blog will ich meine Leidenschaft teilen und ich muss sagen, dass mir das Bloggen sehr viel Zuversicht und Selbstbewusstsein gegeben hat. Ich schätze, ohne meinen Blog hätte ich das „Abenteuer Auswanderung“ nicht in Angriff genommen. Auch tut es manchmal gut, den Blog zum Dampf ablassen nutzen zu können. Oder über Unsicherheiten zu schreiben und anhand von Kommentaren und Reaktionen zu sehen: Hey, Du bist nicht allein. Anderen geht’s auch so und andere geben Dir was zurück, was Du für Dich nutzen kannst. Mein Blog ist vieles: Tagebuch, Kommunikationsstrategie, „Kennenlernplattform“, Abenteuerroman und vor allem ist er zu großen Teilen ein Spiegelbild meiner Seele. Mein Blog entwickelt sich mit mir und meinem Leben mit. Und ich freu mich schon darauf, zu sehen, wohin der Weg gehen wird. Wenn du nach so etwas suchst, darfst auch Du mich gern begleiten. Ich freu mich immer über Besuch: Italien und ich

Aimeè: Meine Motivation war und ist, das ich anderen Menschen zeigen mag, wie jemand mit Multiple Sklerose sein Leben so bewältigt und was es so Lebenswert macht: Und das sind in der Regel ganz viel Kuchen, Gebäck und natürlich etwas Beauty!  Aimee-adams

Mia: Ich blogge um andere Menschen zu erreichen und eventuell dabei auch Gleichgesinnte zu finden. Ich teile gerne mein Wissen und hole mir das der anderen . 🙂 Außerdem macht es mehr als Spaß, es ist nicht nur ein Hobby, es ist Leidenschaft. Ich steh voll hinter dem was ich tue/schreibe. Atroksia

Alexandra: Ich blogge, weil es mir Freude macht Menschen etwas aus meinem Leben zu zeigen,sie also Teil haben zu lassen. Es freut mich immer die lieben Kommentare zu lesen. Außerdem habe ich ein kleines Geheimnis… Ich habe schwere Depressionen und das Bloggen hilft mir die manchmal zu vergessen. Ich habe mir durch das Bloggen eine eigene Welt aufgebaut, habe viele tolle Leute kennen gelernt und viel dazugelernt.Das Bloggen ist also auch wie eine Art Therapie. Ich und das Leben

Julia: Ich blogge schlichtweg aus Freude am Schreiben. Eigentlich bin ich Schriftstellerin mit Leib und Seele, aber für ein eigenes Buch fehlt leider sehr oft die Inspiration und man muss kontinuierlich am Ball bleiben. Da ist so ein Blog ein schöner Ausgleich. Außerdem ist es mir immer ein großes Anliegen, den Menschen ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder sie zum Lachen zu bringen und wenn ich das auch nur bei einem Menschen geschafft habe, bin ich schon happy. Die mit dem roten Lippenstift


Titelbild/Bild M.Linke

Mein liebster Award

Mein liebster Award

Meike von dem Blog Tiefensuche hat mich für den „liebster Award“ nominiert und ihm Zuge dessen ein paar Frage gestellt. Tut mir einen Gefallen und schaut doch einmal bei ihr vorbei, es lohnt sich auf alle Fälle. Ihr aktueller Post dreht sich um das Glück und ich muß schmunzeln, letzte Woche erst habe ich einen Beitrag dazu geschrieben und jetzt begegnet es mir überall und in jeder Blogecke – das im Grunde unbeschreibliche Glück. Das muß wohl am Frühling liegen…

1.Was ist Deine Motivation/Antrieb zu bloggen?

Im Arzbacher Hof werden so viele Geschichten über die Menschen die uns tagtäglich begegnen erzählt und indem ich sie aufschreibe, kann ich dazu beitragen das sie bleiben und nicht vergessen werden. Zudem liebe ich das Schreiben, Wörter und Sätze die Gefühle genau auf den Punkt bringen und das beschreiben, was aus ganzem Herzen kommt.

2. Bekommst Du von Deinen Lesern Feedback zum Blog (Schreibstil, Layout)?

Die erste Zeit hatte ich den Blog „heimlich“ geschrieben, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Nach und nach haben ihn dann Freunde und unsere Familie gelesen und irgendwann habe ich ihn dann bei Facebook eingestellt. Seit ein paar Tagen ist er auch auf unserer offiziellen Homepage (www.arzbacherhof.de) und wächst somit langsam. Ein Feedback bekomme ich meistens für die Texte, aber auch z.B. für das Design, Fotos…erst kürzlich hat mir ein Leser geschrieben, dass er zwar den Text „cool“ findet, aber ihm die Schriftgröße beim Lesen irritierte. Diese Kritiken sind immer sehr wertvoll, weil ich so dann auch erfahren kann, was die Blogleser da draußen empfinden, wenn sie über meinen Blog stolpern.

3. Warum hast Du Dich für Schwerpunkte auf Deinem Blog entschieden? Oder warum schreibst Du lieber allgemein über Persönliches?

Das hat sich so ergeben. Anfangs sollte der Blog „wahre Gastfreundschaft“ heißen, so wie unser Motto im Arzbacher Hof. Mein Mann und ich leben ja mit unseren drei Kindern in einem bayerischen Wirtshaus und der Blog sollte eben genau darüber handeln. Also eher mit dem Arzbacher Hof im Mittelpunkt. Kurz vorher habe ich mich dann doch noch für den Namen „aus ganzem Herzen“ entschieden. Was absolut richtig war, weil ich so viel freier bin in den Themen über die ich schreibe und was mir wichtig ist: sie kommen alle aus ganzem Herzen. Bevor ich einen Beitrag schreibe, folge ich der Energie (würde ich mal so sagen) und schreibe das, was mich im Augenblick am allermeisten bewegt.

4. Wie viel Zeit verbringst Du im Durchschnitt in der Woche mit bloggen?

Ich würde es nicht in Stunden festlegen. Abends habe ich früher immer gelesen, um nach Feierabend „abzuschalten“. Seit dem Bloggen sind es 5-6 Bücher weniger pro Monat. 😉

5. Hast Du über das Bloggen bereits neue persönliche Freundschaften geschlossen?

Ich habe sehr interessante Menschen getroffen, die ich im wahren Leben aber noch nicht kennen lernen durfte. Aber ich hoffe das passiert bald…

6. Was machst Du, wenn Du nicht online bist oder arbeitest? Hobbies?

Ich liebe das Bergsteigen bei uns in den Alpen. Bei meiner Rubrik dem „Gipfeltreffen“ kann ich beides, das Bloggen und das Bergsteigern miteinander verbinden.

7. Wie sieht Dein perfekter Sonntag aus?

Der perfekte Sonntag ist bei uns ja immer ein Arbeitstag, aber deswegen ist er ja nicht weniger perfekt. Ich würde sagen, lauter glückliche Gäste und wenn Sonntag an einem Donnerstag, also an unserem Ruhetag ist, dann ist  es einfach nur Zeit mit unserer Familie zu verbringen. Dabei bin ich am glücklichsten. Definitiv.

8. Urlaubsplanung: Berge oder Meer? Hotel oder Camping?

Meer, weil ich selbst mitten in den Alpen wohne und das Meer so sehr liebe. Hotel oder Camping? Weder das eine noch das andere. Wir leiten ja selbst den Alpencampingplatz, daher können wir in der Zeit in der Camping in Europa am schönsten ist nicht weg. Ins Hotel gehen wir mit den Kinder auch nicht so gerne, eher Fincaurlaub oder Roadtrip würde ich sagen.

9. Vegetarier oder Fleischesser?

Vegetarier, der aber gerne Fisch isst und sehr wenig Fleisch. (ist man dann überhaupt Vegetarier?)

10. Welchen Trend findest Du spannend und warum?

Der das alles wieder zurück zum Ursprung geht. Irgendwann war alles schon mal da und dann sehnt sich der Mensch nach Altbewährtem. Aber trotzdem möchte ich weiterwachsen und nach vorne gehen. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus.

11. Du & Dein Leben in 5 Jahren: Was sind Deine Pläne/Ziele?

Ich mache so ungerne Pläne, weil ich dem Leben gerne die Gelegenheit geben möchte mich dorthin zu führen, wo es denkt, dass es uns am besten gefällt. Und das ist bekanntlich nicht immer das, was man sich für sich selbst vorgestellt hat. Wenn ich sagen würde, ich wünsche mir einfach, dass das Grundgefühl des inneren Friedens und das alles gut ist, wie es momentan ist, einfach nur so bleiben soll, dann wäre das das große Ziel.

Liebe Meike ich danke dir für die Nominierung und denke mir nun selbst 11. Fragen aus, um den Award an jemanden weiterzugeben.Hab weiterhin ein langes, glückliches und lustiges Leben, aus ganzem Herzen, deine M.

Meike und ihr Blog Tiefensuche

Das waren meine 11 beantworteten Fragen: Nun habt Ihr einen kleinen Eindruck von dem Menschen hinter diesem Blog gewonnen. Wenn Ihr auch Lust habt auf eine Nominierung, dann meldet Euch gern bei mir! Parallel habe ich bereits einige Blogger in die Auswahl gezogen, über die ich im nächsten Post berichten werden.

Allerdings gibt es ein paar Regeln, die man beim LIEBSTER AWARD einhalten muss. Hier kommen sie:

  • Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite. Falls möglich, hinterlasst auf ihrem Blog einen entsprechenden Kommentar, in dem ihr auch für andere sichtbar den Award annehmt.

  • Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite, so dass der Liebster Award nach außen hin sichtbar ist und bleibt.

  • Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite. Wer über die Fragen hinaus Fakten über sich präsentieren möchte, kann dies in einem eigenen Blog: Fakten über mich (bis zu 11 möglich); wer mit den Fragen gar nichts anfangen kann, darf sie ausnahmsweise auch mal gegen Fakten austauschen; sollte das dann aber auch entsprechend begründen.

  • Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf euren Blog.

  • Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.

  • Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiter empfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten. Wer möchte kann sich dabei an die 200er – 3000er Follower / Leser Regel halten, also solche Blogs empfehlen, die unterhalb dieser Zahlen liegen.

  • Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt. Empfohlen wird dafür die Kommentarfunktion auf den jeweiligen Blogs zu nutzen, falls diese passend ist.

  • Empfohlen wird auch, die jeweils Nominierten vorab zu fragen, ob sie überhaupt mitmachen wollen, damit sie sich nicht überfallen fühlen.

Für’s Erste habe ich zwei ganz wundervolle Blogs für euch herrausgesucht:

Alena von Wunderbrunnen

Alexandrea von Ich und das Leben

Beide sind mit so viel Herzblut dabei und würden sich über einen Besuch von euch sehr, sehr freuen!

Meine Fragen für euch, Alena und Alexandra

1. Was ist dein größter Traum, wonach sehnst du dich?

2.Wann und weswegen hast du zum letzten Mal geweint?

3.Wer oder was hat dich am allermeisten beeinflusst?

4.Welches Lied (oder Lieder) berührt dich immer wieder, egal wie oft du es hörst?

5.Welches Land würdest du am liebsten bereisen und warum?

6.Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?

7.Welches Buch oder welcher Film hat dich am meisten bewegt und warum?

8.Wie definierst du Liebe?

9. Wobei vergisst du Raum und Zeit, da du ganz im Hier und Jetzt bist?

10.Glaubst du an Zufälle?

11. Was bedeutet Freundschaft für dich?