Urlaub im Zelt: Camping mit der ganzen Familie – ein Interview

Urlaub im Zelt: Camping mit der ganzen Familie – ein Interview

Aus ganzem Herzen und der Alpencampingplatz bei Familista Blog in einem Interview über Campingurlaub mit der ganzen Familie! Schaut unbedingt bei Familista  vorbei -ganz wunderbare Tipps  und äußerst interessante Beiträge rund um die Familie. Ich mag diesen Blog sehr gerne! Danke aus ganzem Herzen für das Interview…hier ist es!

familista1

Camping mit der ganzen Familie

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag und einen zauberhaften Sommeranfang und das Gefühl, daß alles möglich ist…denn der Sommer und dieses Gefühl gehören definitiv zusammen!

Aus ganzem Herzen, Michaela

Heile Welt und Kaiserschmarrn ohne Rosinen

Heile Welt und Kaiserschmarrn ohne Rosinen

Es ist noch immer so, dass wenn mir jemand gesteht meinen Blog zu lesen, ich es noch gar nicht richtig fassen kann. Wenn mir mein Gegenüber dann auch noch die Inhalte einiger Beiträge inklusive Überschrift zitiert, dann bin ich meistens restlos sprachlos. Ich weiß, der Blog ist online und das bedeutet eben auch, dass er rein theoretisch gelesen werden kann. Sollte ja auch der Sinn sein. Über die Wirkung nach außen habe ich mir offen gesagt wenig Gedanken gemacht. Auch wenn sich das jetzt vielleicht zu idealistisch anhört, ist es doch wahr: es geht mir am allermeisten um die Botschaft  und das was ich zu sagen habe, weil es immer erst dann still in mir wird, wenn es ausgesprochen bzw. aufgeschrieben ist.  Genau diese Botschaft würde ich am allerliebsten so wie das olympische Feuer durchs Internet reichen, freundlich darum bittend sie ehrfürchtig weiter zu tragen, um am Ende für etwas Großes zu leuchten. Denn die Sache ist die, dass das letztes Mal eine meiner Leserinnen etwas ausgesprochen hatte, worüber ich mir schon seit geraumer Zeit einmal Gedanken gemacht hatte. Sie sagte im Originalton: „Ich lese deinen Blog so gerne. Für mich ist das immer ein Stück heile Welt, das ist wirklich selten geworden heutzutage.“ Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe mich aufrichtig darüber gefreut. Doch gleichzeitig hinterließ diese Feststellung einen faden, undefinierbaren Beigeschmack, so wie etwas das eigentlich doch ursprünglich gut gemeint, aber doch nicht das war was ich mir eigentlich gewünscht hatte. Wie wenn man auf einer Berghütte einen Kaiserschmarrn bestellt und selbstverständlich davon ausgeht, er sei ohne die Rosinen. Weil man eben Rosinen noch nie gemocht hatte. Der Kaiserschmarrn kommt dann…genau….mit Rosinen und weil sie so großzügig (so gut gemeint eben) überall verteilt sind, wird’s schwer drum herum zu essen und auf Berghütten gehört es nicht zu den guten Manieren etwas auf dem Teller übrig zu lassen. Hättest du das halt mal gesagt mit den Rosinen, denkst du dann. Und darum sage ich es JETZT. Ich war nämlich zu überrascht, zu perplex und vielleicht auch ein bisschen zu geschmeichelt von deinem Geständnis liebe Leserin. In Wahrheit ist das mit der heilen Welt alles nämlich nicht so, überhaupt gar nicht. Auch wenn es sich manches Mal anhört wie aus König Ludwigs weiß-blauen Märchenbuch.  Wir leben hier in einer kleinen, bayerischen Idylle und ich weiß wie kostbar und wertvoll es ist, sich zu Hause und sicher zu fühlen. Anfangs wollte ich diesen Blog nur über den Arzbacher Hof schreiben, also über Themen aus der Gastronomie, alles drum herum und was das alltäglich so bedeutet. Doch dann fand ich, dass es so viel mehr gibt was zu meinem Leben und  somit auch auf wundersame Art und Weise zusammen gehört.  Die vielen Menschen und die Geschichten die uns so bereichern, der Arzbacher Hof, der Alpencampingplatz, die Sehnsucht nach der Ferne und gleichzeitig die Liebe zu Bayern und natürlich die zu unserer Familie. Doch schreibe ich in der Tat sehr wenig über den Stapel Buchführung und die ungeöffnete Post, die sich neben mir auf dem Schreibtisch rekordverdächtig ansammelt und auch nicht über den Wäscheberg im Keller. Ich habe dir auch noch nie von den stundenlangen, nervtötenden Gesprächen mit Versicherungen, mittlerweile ehemaligen Lieferanten und all den zwischenmenschlichen  Herausforderungen der letzten Tage erzählt, weil ich lieber auf das Gute schaue und weil ich bei Fotos grundsätzlich dann auf den Auslöser drücke, wenn alle lachen. Das bedeutet nicht, dass ich das Andere nicht sehe.  Ich hadere genauso mit Erziehungsfragen und lasse letztendlich das Gefühl entscheiden. Ich schmeiße Spielzeugautos (ja wirklich) durchs Kinderzimmer wenn ich sauer bin und bin mir sicher auch italienisches Porzellan (hätte wir eins im Schrank). Ich kann wie eine wilde Löwin Ansagen megaphonemässig durch den Raum brüllen und auf den Tisch hauen, auch wenn man mir das eigentlich gar nicht zutraut. Frag doch mal unsere Kinder! Doch dann wenn es abends wieder leise und ruhig wird, dann höre ich ihn wieder: Den Puls der uns antreibt und zusammen hält und das Herz das laut und warm in mir schlägt. Für unsere Kinder, meinen Mann und meine Familie. Wegen dem ich mich jetzt schon entschieden habe zu bleiben, was auch immer noch kommen mag.  Weil es das alles wert ist und weil es eben keine heile Welt ist, sondern das Leben. Unser Leben. Und wenn du jetzt immer noch hier bist, dann freue ich mich. Ehrlich und aus ganzem Herzen, so wie über einen Kaiserschmarrn ohne Rosinen, denn die mag übrigens keiner von uns.

IMG_002

Ich wünsche dir, daß du dein persönliches Kaiserschmarrn-Lieblingsrezept kennst. Mit oder ohne Rosinien. Denn ein guter Kaiserschmarrn kann manches Mal alles sein. Aus ganzem Herzen, Deine M.

Mein persönlich liebstes und weltbestes Kaiserschmarrnrezept 😉

Zutaten für 2 Personen

75g glattes Mehl
200ml Milch
1 kräftige Prise Salz
2-3 Eier
15g Butter
Puderzucker zum Bestreuen
1 Glas Apfelmus

  1. Das Mehl in eine Schüssel geben und mit Milch und Salz glatt rühren.
  2. Die Eier kräftig unterschlagen, bis eine luftige, cremige Konsistenz erreicht ist.
  3. In einer passenden Pfanne die Butter schmelzen, den Teig eingießen und einen Deckel aufsetzen. Den Schmarrn auf kleiner Flamme solange backen, bis die Unterseite goldbraun ist und der Teig schön aufgegangen ist. Umdrehen nicht vergessen 😉
  4. Den Teig in mundgerechte Stücke reissen(z.B. Teigschaber) und auf einen vorgewärmten Teller geben. Mit reichlich Puderzucker bestreuen und mit Apfelmus servieren.

 

 

Die Arzbacher Hof Bilderwoche / Anfangs März 2016

Die Arzbacher Hof Bilderwoche / Anfangs März 2016

Bisher habe ich vergleichsweise wenig über den Arzbacher Hof geschrieben, obwohl es doch so einen großen Teil in unserem Leben ausmacht. Deswegen nehme ich euch ab sofort immer mal wieder auf eine kleine Bilderreise mit…das war sie also die vergangene Woche bei uns im Arzbacher Hof.

IMG_7495
Aussicht vom Brauneck in die Probstwand/Benediktenwand

 

IMG_7501

Wir haben noch einmal richtig Schnee bekommen im Isarwinkel! Von Arzbach aus sind es nur 10 Minuten Autofahrt bis zur Bergbahn und einmal oben angekommen, ist es jedes Mal wie eine andere Welt. Ich weiß nicht wie man dieses Gefühl nennt, wenn man da oben auf dem Brauneckgipfel sitzt und gefühlt vom Himmel aus auf den Arzbacher Hof hinunter schaut? Verbundenheit? Gipfelglück?

IMG_7506
Garlandabfahrt

Die Abfahrt ist traumhaft. Skifahren macht definitiv glücklich…

Gutes Essen auch 😉

IMG_7536
Tom schneidet den Schweinsbraten für ein Catering auf
Otto bei der Vorbereitung der Anitpastiteller
IMG_7545
Annett serviert unseren Schweinefiletteler mit hausgemachten Spätzle

IMG_7512

IMG_8229
Antipasti-Vorspeise für unsere Gäste
IMG_7525
Sektempfang für ein Geburtstagskind
Wir sind dankbar für jede Art von bürokratischer Arbeitserleichterung – Das neue Zeiterfassungsgerät von Isgus

IMG_7561IMG_7556IMG_7553

Am Sonntag Nachmittag findet dann das 7. Arzbacher Hof Schafkopfturnier statt! Dafür gibt es sagenhafte Preise – der Hauptpreis ist dieses Jahr ein Wiesntisch für 10 Personen inkl. Getränke und Essen!

IMG_7552

Ich wünsche euch einen ganz wundervolles Start in eine grandiose Woche!

Aus ganzem Herzen M.

Ein Herz das kann man nicht verbrennen – Schwester Jutta im Arzbacher Hof

Ein Herz das  kann man nicht verbrennen – Schwester Jutta im Arzbacher Hof

Letzte Woche konntet ihr im aus-ganzem-Herzen-Blog das erste Gipfeltreffen nach lesen, diese Woche stelle ich euch den ersten Herzensmenschen  im Arzbacher Hof vor. Am allerliebsten hätte ich sie auch zu einem Gipfeltreffen eingeladen, aber dafür hatte uns leider die Zeit gefehlt. Seit vielen Jahren kommt sie in regelmäßigen Abständen zu uns in den Arzbacher Hof, nämlich immer dann wenn sie das Ferienhaus der Solanusschwester in Lenggries besucht. Wenn sie mit strahlenden Lächeln und ihren leuchtenden Augen den Raum betritt, ist es genauso wie wenn die Sonne aufgeht. Sie begrüßt uns freundlich, macht ein paar kleine Witze-wir sind uns wie immer kollektiv einig:  Wie schön, daß du wieder hier bist Schwester Jutta. Ihr geht es auch so, betont Schwester Jutta und vor einiger Zeit hat sie uns allen eine Halskette mit einem gesegneten Tau-Kreuz als Talisman geschenkt, die wir seitdem alle hüten wie einen kleinen Schatz von einem ganz besonderen Menschen. Das letzte Mal war Schwester Jutta im Herbst bei uns und ich habe ganz schnell alles stehen und liegen lassen und ihr zwischen Sonntagmittagsbetrieb, Bierbratel und Radler ein paar Fragen gestellt. Ich habe mich so gefreut, daß sie da war und obendrein meine Fragen auch noch gerne beantworten wollte und irgendwie haben wir es geschafft in der kurzen Zeit, Schwester Juttas Leben in Umrissen aufzuschreiben, wenn da auch noch sicher viel Platz für die Details wäre. Ich bitte euch aus ganzem Herzen, zwischen den Zeilen zu lesen und besonders mit offenen Herzen. Schau genauer hin, dann kannst du so wie auf dem Titelbild in ihren verschmitzten Augen ihren herzerfrischenden Humor und den unglaublich liebenswürdigen Menschen der sie zweifelsohne ist, erkennen. Schwester Jutta kommt meistens in Begleitung von einer Mitschwester oder so wie heute von Walter. Darum meine erste Frage…

Liebe Schwester Jutta, ich freue mich so, daß du und Walter wieder hier seit. Kannst du mir kurz erzählen, woher ihr euch überhaupt kennt?

Walter ist ein guter, langjähriger Freund von uns Solanusschwestern. Er und seine Frau Elsa, hatten vor sehr langer Zeit einmal in Landshut in unserem Mutterhaus vorgesprochen, sie würden gerne etwas mit den Schwestern unternehmen, wie eine Bergtour zum Beispiel und auch gerne da helfen, wo einmal Not am Mann ist. Zugegeben eine eher ungewöhnliche Art der Freundschaftsanfrage. Also ich habe mir im ersten Moment gedacht, mit denen stimmt doch was nicht. (Schwester Jutta lacht laut und zwinkert zu Walter rüber) Aber ich muß sagen die Freundschaft hat sich bewährt und ist heute nicht mehr wegzudenken. Walters Frau Elsa ist vor ein paar Jahren leider verstorben, doch die Verbindung zu uns Schwestern blieb trotzdem und Gottseidank weiterhin bestehen.

So, vorweg gleich die wichtigste Frage…

Warum ich ins Kloster gegangen bin?

Genau. Warum bist du ins Kloster gegangen Schwester Jutta?

Für mich war es eine Berufung, an der ich bis heute nicht gezweifelt habe.

Ab wann hattest du zum ersten Mal den Wunsch verspürt ins Kloster gehen zu wollen und warum wurde es letztendlich dann der Orden der Solanusschwestern in Landshut?

Ich hatte damals eine Hauswirtschaftslehre bei den Solanusschwester begonnen und merkte ziemlich schnell, das wäre alles auch was für mich. Nach der Ausbildung habe ich noch ein weiteres Jahr als Angestellte im Haus gearbeitet, bevor ich mich entgültig dazu entschloss dem Orden beizutreten. Es dauert relativ lange bis man sein Gelübe ablegt und damit offiziell Solanusschwester ist. Als erstes hat man eine Art Probezeit, die Kandidatur, das Postulat, anschließend das Noviziat, das zwei Jahre dauert, Profess auf1 Jahr, dann auf 3 Jahre und als allerletztes folgt dann die „Ewige Profess“ die Profess auf Lebenszeit.

Da hast du dann dein Gelübde abgelegt?

Ja, das Gelübde auf Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit und wir Schwestern leben in Gemeinschaft.

solanusschwestern

Ich habe es nicht gefragt, aber es mir im Nachhinein gedacht. Es war bestimmt auch nicht einfach für die Familie von Schwester Jutta, ihre Tochter das Reserl, so hieß Schwester Jutta nämlich früher, ziehen zu lassen. Für uns hinterlässt der Gedanke an das Ablegen eines solchen Gelübdes oft ein „einengendes“ Gefühl. Man verzichtet unter Umständen auch darauf einen Teil von einem selbst zu leben und nicht jeder ist sicherlich dafür geeignet. Aber ist es doch nicht auch so, daß wir das mit jeder Entscheidung die wir im Leben treffen nicht auch selbst ein Stück weit tun? Entscheide ich mich dafür zum Beispiel Kinder zu bekommen, übernehme ich Verantwortung und stelle zumindest vorrübergehend die eigene Freiheit und Selbstverwirklichung hinten an. Wähle ich einen bestimmten Beruf, schließe ich einen anderen aus…usw. Im Grunde ist also jede Entscheidung für oder gegen etwas, es kommt immer auf die Perspektive an aus der wir es betrachten. Schwester Jutta hat sich aus ganzem Herzen für ihren Glauben und ihr Leben als Nonne entschieden.

Die Kirche wird zur Zeit öffentlich oft scharf kritisiert. Was sagst du dazu, wo du doch so sehr mit dem katholischen Glauben verbunden bist?

Natürlich wenn etwas schief läuft, kann das keiner für gut heißen. Aber das tue ich grundsätzlich nicht, egal ob es in der Kirche oder außerhalb geschieht. Unrecht bleibt Unrecht. Wir organisieren im Orden oft Zusammenkünfte mit Jugendlichen in denen auch viel diskutiert und besprochen wird. So hat mir kürzlich erst ein junger Mensch genau die gleiche Frage gestellt wie du jetzt. Er hat auch kritisiert, daß die Kirche sich zu wenig für die Belange von Bedürftigen einsetzen würde. Und ich habe geantwortet indem ich ihn gefragt habe, was tust du, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Weil darauf kommt es an, was jeder einzelne beiträgt, ob er seinen Glauben lebt und Liebe weitergibt und nicht darauf was die Kirche macht. Die Kirche besteht auch nur aus Menschen.  Der Orden versucht immer nach dem Grundsatz unseres Gründers Pater Jakob Schauermann (1880-1957) zu handeln und auf die Zeichen der Zeit zu achten.

Was bedeutet das konkret?

Das bedeutet die Augen und Ohren offen zu halten für das was um uns herum passiert. Wir leben ja nicht isoliert in einem Kloster und bekommen von der Welt da draußen nichts mit. Erst kürzlich wurde bei uns im Orden besprochen, ob wir Flüchtlinge aufnehmen können oder nicht. Wir haben uns entschieden es nicht zu tun, obwohl Gründe wie die reine Nächsteliebe dafür sprechen würden. Die Entscheidung fiel viel mehr auf rationeller Ebene, weil wir Schwestern nicht mehr die Jüngsten sind und wir uns Aufgaben wie dieser im Moment nicht gewachsen fühlen. Hinzu kommt die Sprachbarriere und andere Dinge. Aber wir besprechen solche Sachen täglich in unserer Gemeinschaft und oft kann sicheine Entscheidung dann auch drehen. Es ist wichtig, nicht vorschnell zu handeln, nur aus dem spontanen Gefühl helfen zu wollen. Wir suchen nach der bestmöglichsten Lösung.

Ist es schwierig für euch neuen Mitschwestern zu finden, die dem Orden beitreten wollen?

Ja, ich denke das sind auch die Zeichen der Zeit. Unsere jüngste Mitschwester ist noch keine Vierzig und hatte ganz urplötzlich eine Rückenmarkinfarkt erlitten und sitzt seitdem im Rollstuhl. Sie meistert ihr Leben auch dank ihres starken Glaubens weiterhin sehr gut und kann sich auch nach wie vor selbst versorgen. Aber ich habe mich dennoch gefragt, was will uns Gott damit sagen? Wir werden alle nicht jünger und ich mache mir schon Sorgen, was mit uns Schwestern im Alter geschieht. Noch sind wir einigermaßen rüstig, aber das kann sich oft schnell ändern. Jetzt Michaela muß ich an das denken was du mir vorher erzählt hast. Das du manches Mal das Gefühl hast dringend etwas aufschreiben zu müssen, daß dir auf der Seele liegt. Du musst es die sprichwörtlich von der Seele schreiben.

Dieses Gefühl kenne ich sehr gut. So wie wenn einen ein Gedanke erst dann loslässt sobald man ihn frei lässt.

Genauso erging es mir vor einiger Zeit. Ich konnte nicht schlafen und bin also mitten in der Nacht aufgestanden und habe an unseren Gründer einen Brief geschrieben.  Daran habe ich ihn um ein Zeichen gebeten, was denn jetzt unsere Aufgabe sei, wo wir doch langsam aber sicher älter werden und unsere Kräfte schwinden. Die Mitschwestern haben den Brief gelesen und waren sehr berührt, weil sie genauso fühlen.

Ein paar Tage später kam Schwester Jutta mit den Handwerkern welche die Woche über im Ferienhaus gearbeitet haben noch einmal zu uns in den Arzbacher Hof zum Schweinhaxn-Essen. Sie hatte einen großen Umschlag mit Unterlagen der Solanusschwester für mich dabei ( für deinen Blog;-) und unter anderem den Brief den sie damals an den Gründer geschrieben hatte. Darin schreibt sie über die Mißstände die ihr vorschweben, über ihre Ängste und Wünsche und ich bin aus ganzem Herzen dankbar, daß ich ihn lesen durfte. Er hat mich auch so berührt, weil er einfach so ehrlich und  aus ganzem Herzen kam und mein Respekt vor Schwester Jutta ist dadurch nur noch größer geworden.

Du hast mir einmal von deinen Reisen zu den Missionsstationen erzählt, welche die Solanusschwestern weltweit aufgebaut haben. Kannst du mir kurz noch einmal davon erzählen, damit ich es aufschreiben kann?

Ich habe im Kloster unter anderem die Aufgabe erhalten, ein Zimmer zu räumen, zu sortieren…wenn eine unserer Mitschwestern im Orden verstorben ist. Darauf hin hat man mich auserwählt, meine erste Reise nach Natal/Südafrika anzutreten. Damals um die Missionsstation aufzulösen. Diese Reise hat mich sehr bewegt und so viel für mich verändert. Ich habe damals ein großes Feuer gemacht und all die Sachen die nicht mehr gebraucht wurden in Dankbarkeit verbrannt. Und als ich so am Feuer stand, kam mir der Gedanke: Du kannst alles Materielle verbrennen, es hat keine Bedeutung, das Herz aber (und die Seele) kannst du nicht verbrennen.

Wir unterbrechen das Gespräch für einen Augenblick. Schwester Jutta’s Augen füllen sich mit Tränen und ich kann so sehr fühlen, was sie im Moment fühlt. Und ich frage mich, was wäre passiert hätte man Schwester Jutta ihren Herzenswunsch erfüllt, auf einer der Missionsstationen des Ordens zu arbeiten? Das Gelübte beinhaltet auch Gehorsam und Schwester Jutta ist in Landshut im Mutterhaus geblieben, weil sie da gebraucht wurde. Ich kann mir das gut vorstellen, weil ihre ansteckende Energie einfach zu positiv ist, um darauf verzichten zu können.

Du durftest noch einmal auf eine große Reise gehen?

Ja und dafür bin ich unendlich dankbar.  Ich reiste für drei Wochen nach Coroatá in Brasilien. Diese Reise hat mir so viel bedeutet und ich durfte in dieser kurzen Zeit unglaublich viel lernen.

brasilien_herbst_2011_300
Solanusschwestern in Brasilien

 

Schwester Jutta schwärmt mir noch von dem Land und von den Menschen vor. Erzählt aber auch von der Notwendigkeit und der Hilfe der Missonsstätte dort und ich könnte ihr noch stundenlang zuhören.

Es gibt mit Sicherheit auch viel in Landshut zu tun, darum hat man dich dann wieder zu Hause gebraucht.

Ja, es gibt viel zu tun. Der Orden ist ja auch der Träger des Kinderkrankenhauses St.Marien ( in dem übrigens Herr Dr. Bethke siehe 1.Gipfeltreffen für ein Jahr Schulleiter der Berufsschule für Kinderkrankenpflege war, so klein ist die Welt) und dann ja auch das Mutterhaus in Landshut. Deswegen haben wir ja auch ein Ferienhaus in Lenggries, indem wir uns hin und wieder alle erholen können.

mutterhaus
Das Mutterhaus in Landshut

Gibt es etwas, daß du den Bloglesern gerne mit auf den Weg geben möchtest?

Ich habe ja vorhin von den Zeichen der Zeit erzählt. Unser Patron nach dem wir gegründet wurden der heilige Franziskus Solanus (1549-1610) war ja auch ein Reisender, jemand der sich um Kranke und Menschen kümmerte die Hilfe brauchten und genau diese Zeichen der Zeit sehr genau beobachtet hat.

Ich glaube, es ist nicht wichtig, daß es in ein paar Jahren vielleicht keinen Orden der Solanusschwester mehr gibt, es ist auch nicht wichtig, das es mich, Schwester Jutta gibt oder gegeben hat. Wenn es so gewollt ist, dann soll es so sein und es ist auch gut so. Aber was mir am Herzen liegt, ist das der Glaube in den Familien weitergereicht wird. Der Glaube an Gott und daran, daß jeder Einzelne soviel Gutes bewirken kann, daß er die Welt damit verändert.

Liebe Schwester Jutta, ich danke dir für deine Zeit und aus ganzem Herzen für dieses tief bewegende Gespräch mit dir. Du bist ein leuchtendes Beispiel für das was Glaube sein kann und daß Kirche nicht  aus einem starrem Korsett aus Dogmen und auferlegten Glaubessätzen bestehen muß, sondern  lebendig sein kann und durch Menschen wie dich heller als je zu vor leuchtet.  Ich wünsche dir ( und natürlich auch Walter und Elsa, die weiterhin und auf ewig mit euch verbunden ist) und deinen Mitschwestern alles Glück dieser Erde und das die Sonne für dich scheint und dich wärmt, genau so wie du es für anderen tust.

Aus ganzem Herzen,

deine M.

Liebe ist Leben

Liebe ist Leben

Aus der Erde sind wir genommen, zur Erde sollen wir wieder werden, Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub

Heute am Aschermittwoch sind unsere Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen des Zugunglücks in Bad Aibling. Wenn so viele Menschen auf einmal in den Tod gerissen werden, dann macht uns das im ersten Moment fassungslos. Wir erahnen und fühlen das Trauma für die betroffenen Familien, welches sich dahinter verbirgt. Auch bei uns im Arzbacher Hof war heute wieder einmal eine Trauerfeier. Ich wollte schon so oft darüber schreiben, aber irgendwie scheint es mir besonders heute an diesem Aschermittwoch der richtige Moment dafür. Früher als Kind habe ich es nicht verstehen können, warum man nach einer Beerdigung sich noch einmal im Wirtshaus trifft. Vor Kummer würde man doch bestimmt nicht einen Bissen herunter bekommen. Das Wort „Leichenschmaus“ habe ich nie gemocht, auch heute nicht. Ich würde mir einen neuen Namen aussuchen „Lebensfest“ oder so.

Aber ich habe jetzt Jahre später den Sinn dahinter erkannt und auch die Wichtigkeit dieser alten Tradition. Ich habe Trauerfeiern erlebt, bei denen uns und dem gesamten Personal ganz seltsam zumute war. Einfach weil es sich um einen besonders traurigen Fall gehandelt hat. Das Schulkind, das gerade einmal ein halbes Jahr später zu ihrem Papa in den Himmel nachgefolgt ist. Der junge Familienvater der ganz plötzlich und unerwartet verstorben ist. Doch besonders da, mußte ich feststellen wie wertvoll es ist, wenn man nach der Beerdigung im engsten Kreis und auf einem neutralen Boden noch einmal zusammen kommt. Man redet über die verstorbene Person, weint und lacht, trinkt zusammen den Lieblingslikör oder wählt ein Gericht aus, das der Mensch um den man trauert zu Lebzeiten gerne mochte. Oft habe ich es als kurzes Durchatmen, als Kräftesammeln vor dem Weg nach Hause empfunden. Besonders bei ältern Menschen, wenn der Ehepartner mit dem man fast sein ganzes Leben lang verheiratet war gestorben ist, dann ist da oft diese Leere die in den ersten Tag zu Hause wartet, eine der größten Ängste. Wie gut es dann tut, noch einmal alle seine Lieben, Verwandten, Freunde um sich zu wissen. Das stärkt, keine Frage. Zusammen essen bedeutet, auch wenn es noch so sehr weh tut: Das Leben geht weiter. Das Wichtigste für uns ist immer, daß neben all dem gastronomischen  Aspekten genügend Raum für die Persönlichkeit des Verstorbenen ist.  Genau so als würde man ihm/ihr zu Ehren ein Fest ausrichten. Kerzen, persönliche Meükarten, Steine oder Tafeln mit den Namen oder Wünschen…es ist im Endeffekt egal. Aber es gibt nichts Schlimmeres bei einer Trauerfeier, als einen unpersönlichen und gefühlsarmen Rahmen.  Das ist unter normalen Umständen schon schrecklich, für Trauerende ist es kaum auszuhalten. Es ist dann beinahe so, als würde man den Menschen, um den man trauert, gar nicht sehen oder würdigen. Denn Trauern ist Lieben. Umso mehr man in Verbindung ist, umso tiefer ist die Trauer. Trauer ist etwas dynamisches, das man nicht kontrollieren kann. Man kann sich nur öffnen und die Dankbarkeit zulassen die neben all den tausend Gefühlen ganz zum Schluß kommt. Die Dankbarkeit darüber daß man diesen geliebten Menschen getroffen hat und Zeit zusammen geschenkt bekommen hat. Ich bin oft berührt, so wie heute. Weil wieder eine ganz besondere Familie ihre liebe Oma mit soviel Gefühl und Herzlichkeit auf ihren letzten Weg begleitet hat und ich wünsche aus ganzem Herzen alles Gute. Trauerfeiern können traurig und schön zur gleichen Zeit sein.  Versuche in jeder Situation aus der Liebe heraus zu handeln, halte dein Herz weit offen, das Leben ist endlich. Oft vergessen wir das. Ich habe einmal mit meinem Papa gewettet, daß wir uns alle einmal wiedersehen. 50 Euro für den der Recht hat. Eine gute Wette, weil ich ja sowieso nicht verlieren kann. Denoch bin ich überzeugt davon, das war immer schon so. Ich habe keine Ahnung woher das kommt, es ist mehr ein Urvertrauen in mir, daß es nur so sein kann. Und trotzdem, macht es mir Angst, wenn ich daran denke. Weil man alle Menschen die man liebt am liebsten nie loslassen möchte. Doch Leben ist Lieben. Trauern ist lieben. Es ist die Sehnsucht nach einander, die so sehr weh tut, aber die uns auch über uns hinaus wachsen lässt.

Und du? Richte dir ein Leben ein, in dem du von Liebe umgeben bist. Liebe muss fliessen, so wie ein wilder, klarer Gebirgsbach aus einer reinen, kraftvollen Quelle. Möge die Liebe immer in dir sein, denn sie wird dich durch und über alles tragen.

Aus ganzem Herzen M.

Bild M.Linke

Und ich möchte dir eine Frage stellen. Vielleicht musstest du schon einmal einen großen Verlust in deinem Leben erleben. Wie denkst du über Trauer? Was hat dir geholfen?

Karneval, Fasching und du

Karneval, Fasching und du

 Movie_30.01.2016

Irgendwie ist das schon immer lustig mit dem Fasching. Es gibt diesbezüglich immer nur zwei Kategorien Menschen. Die, die den Fasching lieben oder die, die laut eigener Behauptung einfach keine Faschingstypen sind. Von einem echten Kölner habe ich mir sagen lassen, daß das Wort Fasching alleine schon eine Beleidigung wäre, denn Fasching muß Karneval heißen. Und überhaupt wissen wir hier in Bayern gar nicht was ein richtiger Karneval ist, denn der geht bekanntlich ja schon im November los und nicht erst zwei Monate später. Am Sonntag ist in Lenggries wieder Faschingszug oder Maschkarazug, wie man bei uns in Oberbayern sagt. Das ist hier im Isarwinkel eine echte Rarität. In Lenggries findet dieser nur alle 5 Jahre statt und in Bad Tölz (Reichersbeuern) und meinem kleinen Heimatdörfchen Arzbach ist es sogar nur alle 10 Jahre soweit. Das macht die Umzüge dann aber erst wirklich besonders, weil man als durchschnittlich Sterblicher nicht allzu viel Gelegenheiten hat an so einem Ereignis dabei zu sein.

Arzriver – Wie die Indianer und Cowboys in den Isarwinkel kamen

Arzriver – Wie die Indianer und Cowboys in den Isarwinkel kamen

Vielleicht gibt es unter euch noch welche, die sich noch an den Kehraus im Arzbacher Hof erinnern? Am Faschingsdienstag wurde nach einem rauschenden Faschingsball und einer uralten Tradition der Fasching offiziell verabschiedet. Dafür hat man tatsächlich jedes Jahr einen Freiwilligen gefunden, den man dann in einen sargähnlichen Gegenstand aufgebahrt (ja aufgebahrt) hat. Jeder der Faschingsgäste verabschiedete sich dann persönlich von seinem Fasching in dem sie ihm Schnaps, Getränkereste, Zigarettenkippen (!!!) … einfach alles was man so einem Lebemensch wie dem Fasching als letzten Gruß auf den Weg geben möchte, mit in seine letzte Ruhestätte kippten. Leider haben wir von dieser Zeit keine Fotos mehr. Geschichten gibt es auf alle Fälle genügend. Theo L. aus München zum Beispiel hat seine Rolle des verstorbenen Faschings so täuschend echt gespielt, daß man sich während des Begräbnisses tatsächlich nicht mehr sicher war, ob er wirklich noch lebt.  Und weil früher das“Raufen“ grundsätzlich als Standard für einen guten Faschingsball gegolten hat, war am Ende meisten mehr vom Inventar kaputt, als alle Faschingsgäste miteinander an der Bar hätten trinken können. Irgendwann wurde so der Fasching vorrübergehend für immer im Arzbacher Hof beerdigt.

Aber eben nur vorrübergehend. 2012 haben wir ihn dann langsam wieder aufgeweckt. Und er ist von den Toten auferstanden, unser geliebter Fasching vom Arzbacher Hof. Das Motto war mit meiner reinkarnierten Indianervergangenheit und nach einem Besuch im mittlerweile nicht mehr existierenden Oklahoma und im Rattlesnakesaloon in München klar – der Wilde Westen musste es sein.  Dann brauchten wir noch einen Namen, der erste und einzige Vorschlag von Hans Demmel wurde sofort so übernommen: Arzriver. That’s it! Dann haben wir einfach den ganzen Arzbacher Hof in einen Saloon umgebaut und am Ende war’s so echt, daß wir uns fühlten als wären wir wirklich dort. Wild wild west. Wir haben an alle Orte die uns eingefallen sind Plakate aufgehängt, jeden halbwegs cowboyähnlichschauenden Passanten einen Flyer in die Hand gedrückt und erst gemerkt wie sehr uns die Arzriver Idee in den Bahn gezogen hat, als wir uns einmal beim Mittagessen über verschiedene Coltgrößen unterhielten. Das war einfach deswegen weil wir uns so sehr gewünscht haben, den Fasching weiterhin am Leben zu halten. Und jetzt 4 Jahre später ist er lebendiger denn je und wartet darauf, mit uns in den Sonnenuntergang (bis zum Sonnenaufgang) zu reiten und uns zu crazy drinks an der Bar zu verführen. Irgendwie ist es doch so, ein bisschen wilder Westen steckt in jedem von uns. Henry Fonda, Claudia Cardinale oder doch lieber ein weiser Medizinmann. Wer bist du? Wir, soviel ist jedenfalls sicher, stehen genau hier an der Schwingtür des Arzriver Saloons und warten auf dich. Wer auch immer du sein magst. Du kannst dir garnicht vorstellen, wie sehr wir uns über dich freuen. Truth. I swear. Und wenn du mich irgendwo im Arzriver-Pao-Wow findest, ich lade dich sehr gerne auf einen Whiskey oder so an der Saloonbar ein. Indianerehrenwort.

Termin vormerken: 30.01.2016 ab 20 Uhr mit den fabelhaften Honky Tonk 5 und dem legendären DJ Master G

Was ich dir wünsche? Freude am Leben und finde heraus wieviele von dir noch in dir schlummern. Du bist nicht immer der für den du dich hältst. Aus ganzem Herzen M.

 

395873_10150598129508444_1541114604_n

 

Der allererste Arzriver

Der Arzriver No 2

 

 

 

 

Der Arzbacher Hof Rückblick auf das Jahr 2015 und der Blick von oben

Der Arzbacher Hof Rückblick auf das Jahr 2015 und der Blick von oben

Das Jahr hat genau noch einen einzelnen Tag übrig und wie so oft um diese Zeit haben wir das Gefühl, daß wir etwas Altes loslassen müssen, um wieder etwas Neues einladen zu können. Eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude und manches Mal auch aus Trauer und Hoffnung. Egal aus was für einer Mischung dein „Altes-Jahr- Neues-Jahr-Cocktail“ dieses Mal besteht, so hoffe ich, daß du trotzdem zuversichtlich in die Zukunft schauen kannst.

Bei uns im Arzbacher Hof war allerhand los. Es ist schon erstaunlich was überhaupt so in ein Jahr passt. Die letzten Monate habe ich vergleichsweise wenig über den Alltag im Arzbacher Hof geschrieben, obwohl das ja immer einen sehr großen Teil bei uns ausmacht. Wenn ich schreibe, dann folge ich immer dem Gefühl und erzähle die Geschichten, die erzählt werden wollen (auch wenn ich das nicht immer bei allen schaffe – wert wären sie es allemal). Was 2016 betrifft: mein Kopf ist gefüllt mit neuen Ideen für den Blog. Die Herzmenschen-Geschichten und die Gipfeltreffen, wollten wohl einfach nicht mehr ins alte Jahr mit rein und darum nehme ich sie jetzt einfach mit in das nächste. Vielleicht habt ihr es ja gelesen und mitbekommen, mir ist kurz bevor ich auf den Veröffentlichen-Buttom drücken wollte, die Speicherkarte mit all den Fotos des letzten Sommers, einschließlich Herbst, kaputt gegangen. Natürlich habe ich keines der Bilder gespeichert. Is ja klar. Im Moment kümmert sich eine Datenwiederherstellungsfirma darum. Aber Bilder hin oder her, wir hatten eine ganz wundervolle Arzbacher Hof Saison. Einen Bilderbuchsommer und einen ebenso Bilderbuchherbst, ach es war überhaupt ein Bilderbuchmärchenjahr. Der Campingplatz war fast immer ausgebucht und wir durften jede Menge Feiern, Grillabende, Hochzeiten usw. miterleben, viele wundervolle Menschen kennenlernen oder auch wiedersehen und mit jedem neuen Jahr werde ich noch ein bisschen mehr demütiger, weil ich einfach so dankbar bin, daß ich mit meiner Familie genau hier leben darf. Das war das was mich früher immer so an den Reisen fasziniert hatte, die wundersamen Begegnungen. Das man irgendwie immer genau zum richtigen Zeitpunkt die „richtigen“Menschen getroffen hatte, einfach so und die vielen, vielen Zufälle, die ich mir bis heute oft noch nicht erklären kann. Jetzt habe ich das Glück, daß wir genau hier an einem Platz sind an denen die Menschen reisen, übernachten, Essen gehen, wieder weiterreisen und schon bin ich wieder mittendrin im Karussell der magischen Fügungen, ohne je den Ort zu wechseln.

An dieser Stelle möchte ich mich einmal aus ganzem Herzen bei unseren Mitarbeitern bedanken. Für ihre Energie wahre Gastfreundschaft zu leben und für den Zufall, der genau diese Menschen alle zu uns geführt hat! Dieses Jahr waren wir alle zusammen und gemeinsam mit der Waldherr Alm in Hamburg. 30 Bayern in Hamburg! Wir hatten eine so großartige Zeit dort und ich habe mich wieder einmal mehr in diese Stadt verliebt, die so weltoffen, einzigartig und besonders ist.

IMG_0270

20151120_102106IMG_022420151122_08035220151122_082358IMG_0204IMG_0226Reeperbahn-RitzeIMG_0257IMG_0201Hamburg Panorama nach Fischmarkt

Diese Zeit mit unserer ganzen Arzbacher Hof Familie war etwas ganz Wertvolles und das die Waldherr Alm auch noch dabei war, hat es nur noch einzigartiger gemacht. Ich glaube das haben wir alle gespürt. Jetzt sind wir unter dem Jahr ja so viele Stunden täglich zusammen und ich werte das jetzt einfach einmal als ein gutes Zeichen, daß jeder sich auch außerhalb der Arbeitszeit freut, wenn er den anderen sieht . Ohne Ausnahme. Die drei Tage Hamburg würden, viele, viele lustige Seiten hier im Blog füllen. Vielleicht erzähle ich euch einmal davon…dieses Jahr eher nicht mehr.

Am Jahresanfang durften wir uns unsere kleine, bunte Welt von oben anschauen. Mit einem Heißluftballon sind wir über unsere Häuser und über die Dinge hinweg geschwebt. (und wir hatten richtig viel Schnee zu dieser Zeit) Alles wirkte so unsagbar friedlich und es ist seltsam, aber geht es euch auch so, von oben aus der Distanz betrachtet, hat man das Gefühl den Bezug zu den kleinen Alltagsleben da unten zu verlieren. Fast so als ob der Blick sich weitet und damit auch irgendwie der Geist. Ich glaube, wir täten gut daran, das Leben öfters aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieser Blick aus dem Ballon und auf unsere Heimat, den Isarwinkel,  hat mich das ganze Jahr über treu begleitet. In so mancher Situation habe ich mich daran zurück erinnert, wie leicht doch alles da oben war und wie unwichtig Unwichtiges tatsächlich ist. Meinen Blog gab es damals noch gar nicht, vielleicht schon in Gedanken. Aber so ist es doch immer, alles fängt mit einem klitzekleinen Gedanken an. Einen Wunsch, eine Sehnsucht. Darum pass einmal mehr auf das auf was du denkst oder dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.

IMG_4777IMG_4887IMG_4767

Was bleibt mir anderes als dir ein überragendes Neues Jahr im besten Sinne zu wünschen.  Vergiß nicht, dich vom alten Jahr zu verabschieden und dich zu bedanken,  es wird ein Abschied für immer sein. Für den ein oder anderen mag es ein gutes Jahr gewesen sein, für manche Menschen ein trauriges. Doch es gibt immer etwas, wofür du dankbar sein kannst. Halte deine Augen und dein Herz offen. Nada mas.  Alles Liebe für dich und einen guten Flug in eine neues Jahr, aus ganzem Herzen M.

Fotos S.Hanus, K.Dülks, M.Linke

Der Arzbacher Hof trifft das Festzelt

Der Arzbacher Hof trifft das Festzelt

Letztes Wochenende wurde uns an eine ganz besondere Ehre zu teil. Wir durften anlässlich des Almbauertages drei Tage lang ein Festzelt für 1000 Personen organisieren und bewirten.  Der Veranstalter des 68. Almbauerntag vom 09.-11.10.2015 war der Almwirtschaftlicher Verein Oberbayern (AVO) zusammen mit der Gemeinde Wackersberg.

In der Nachkriegszeit herrschte große Not, da es an allen Dingen des täglichen Bedarfs mangelte. Es gab nicht annähernd ausreichend Nahrung, dazu fehlten Kleidung und Wohnung. Millionen Flüchtlinge kamen aus dem Osten ohne ein Dach über dem Kopf, ohne Arbeit – in ein Land mit zerstörten Städten und demontierten Industrieanlagen. Das Geld hatte keinen Wert mehr, der Großteil an Geschäften musste über den Tauschhandel abgewickelt werden. Der Überlebenswille der Menschen in der Zeit danach war aber besonders stark. Zu dieser Gruppe gehörten auch Georg Fischbacher vom Unterbuchberghof am Tegernsee und seine Mitstreiter in Sachen Almwirtschaft. Mit der Gründung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) wollten sie gemeinsam das Land wieder aufbauen, durch einen Zusammenschluss aller oberbayerischen Almbauern bessere Lebensbedingungen für ihre Berufskollegen schaffen und aktiv und rührig ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie wollten nach Kräften am Wiederaufbau der Heimat beteiligt sein und nicht jammern und um Almosen betteln. Fischbacher verstand es, mit Überzeugungskraft und Überredungskunst alle positiven Kräfte in der oberbayerischen Almwirtschaft um sich zu sammeln. Das war eine Gruppe von aufrechten und vertrauenswürdigen Männern, die sich schnell den Respekt der Politiker und die Achtung der Behörden verschaffen konnten, die es auch verstanden, sachlich auf die Bedeutung der Almwirtschaft und ihre missliche Lage aufmerksam zu machen. Am 30. August 1947 fand im Sitzungssaal des „Landwirtschaftlichen Wochenblattes“ in München die Gründungsbesprechung des „Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern“ statt. Aus der Niederschrift über die Gründungsbesprechung geht hervor, dass sich die anwesenden 17 Almbauern für eine eigene Organisation aussprachen und einen Anschluss an den Bayerischen Bauernverband ablehnten. Georg Fischbacher bestand auf einer zwanglosen Organisation der oberbayerischen Almbauern zur Wahrung ihrer Interessen, die speziell bei den vielen Berechtigungsalmen in Oberbayern einer individuellen Lösung bedürfen. Im Rahmen dieser Gründungsbesprechung stimmten die Almbauern über die Vorstandschaft und die Einteilung der Bezirksalmbauernschaften ab. Die weiteren Organisationsaufgaben, die Aufstellung einer Satzung und die Eintragung des Vereins wurden der Vorstandschaft übertragen. ( Quelle www.almwirtschaft.net)

Einmal im Jahr treffen sich nun alle Mitglieder zur Hauptversammlung am Almbauertag. An diesem Tag wurden unter anderem langjährige Almleute geehrt, ein Festgottesdienst mit anschließendem Festzug abgehalten und natürlich darf dann auch ein Festzelt mit reichlich Bier und deftigem Essen nicht fehlen. Dieses Mal werde ich gar nicht soviel schreiben, sondern einfach einmal nur die Bilder für sich sprechen lassen, weil ich finde, daß es sie in diesem einen speziellen Fall viel mehr aussagen als tausend Worte.

Die Vorbereitungen zum Festzelt begannen schon ein halbes Jahr vorher, aber richtig konkret und auch greifbar ist es dann erst, wenn da Zelt steht.

IMG_8893IMG_8889Zeltaufbau 2015 031 - KopieIMG_8915

IMG_8885Zeltaufbau 2015 046 - Kopie

Tausend Vorbereitungen, so viele Gedanken und irgendwann geht’s dann einfach los. Es ist ein bißchen so wie vor Prüfungen, wenn man das Gefühl hat, man könnte immer noch was anschauen, immer noch was verbessern.  Und mit Sicherheit gibt es etwas, daß man beim nächsten Mal anderes machen würden. Etwas an das man gerade jetzt nicht denkt.  Wir sind aufgeregt und voller Vorfreude. Das erste Mal Festzelt. Unglaublich.

IMG_9013IMG_8942IMG_9019IMG_8937

Es ist angerichtet und kann endlich los gehen…

IMG_8948

IMG_8917

Freitag, 09. Oktober 19 Uhr. O’zapft is. 1.Tag. Zur Einstimmung das Weinfest vom Maßenclub mit der Band „Tiroler Ursprung“ und die Erkenntnis des Tages, daß die Personaldichte im Service halbiert werden kann. Nicht wegen zu geringer Auslastung, sondern wegen Effektivität;-)

IMG_8969IMG_8971IMG_8989IMG_8980

IMG_8966

Tag 2. Samstag, 10. Oktober.2015 „Oimarisch g’spuid und g’sunga“ Es spielen uns singen: die Musikkapelle Wackersberg, die Lärchkogel Musi und der Wackersberger Almchor. Hans Demmel moderiert den Abend, gewohnt souverän und äußerst unterhaltsam.

IMG_9095 IMG_9150 IMG_9144 IMG_9103

Auftritt der GoaslerIMG_9160

Der Almochs  „Klitschko“ vom hiesigen Bauern Alois Willibald und seiner Familie wird für seinen großen Tag am Sonntag vorbereitet. A Mordsviech so a Ochs.

IMG_9073IMG_9200

IMG_9125IMG_9154IMG_9165IMG_9163

Tag 3/ DER Almbauerntag. Gleich in der Früh klingelt das Telefon und der Hans Demmel ist dran. Der Festgottesdienst ist im Zelt und nicht wie geplant an der Pestkapelle. Umziehen, alles einpacken in Rekordzeit und rauf nach Wackersberg. Um 10 Uhr geht’s los, das Festzelt ist randvoll und wir startklar…

IMG_9214IMG_9229IMG_9234

Film Festgottesdienst/Festumzug:

MVI_9284

MVI_9228

IMG_9270

IMG_9247IMG_9272

IMG_9296IMG_9315

IMG_9277IMG_9317

IMG_9301IMG_9307

IMG_9320IMG_9349

IMG_9358IMG_9363

IMG_9381IMG_9388IMG_9397IMG_9379

…und dann war’s auf einmal vorbei das Almbauernwochenende und wir waren froh und glücklich. Einfach deswegen weil es eine so wertvolle Erfahrung für uns war und wir alle Eindrücke, all die „neuen“ Dinge die wir dabei lernen durften mit zu uns in den Arzbacher Hof nehmen können. Und zum Schluß und am allermeisten bedanken wir uns bei allen Mitwirkenden, ehrenamtlichen Helfern, bei unseren Gästen und einfach bei jeden der den Almbauerntag in irgendeiner Art und Weise unterstützt hat. Vergelt’s Gott wie man bei uns in Bayern sagt aus ganzem Herzen. Ohne die ganze Unterstützung und das uns entgegengebrachte Vertrauen wäre das alles nicht möglich gewesen. Das ist uns klar.

Nach dem Abbau am Montag fahre ich noch einmal an dem Platz an dem noch einen Tag vorher so viele Menschen zusammen gegessen, Hacker Pschorr Bier getrunken und viel gelacht haben. Neue Geschichten die man sich später einmal erzählen wird sind entstanden und jeder sieht das Festzelt aus seiner eigenen Perspektive. Ein seltsames Gefühl über die leere Festwiese zu gehen. Es ist so wie wenn man eine Kerze ausbläst. Das Feuer erlischt zwar, aber die Energie bleibt noch im Raum. ( das habe ich einmal irgendwo gehört und ich finde den Vergleich an dieser Stelle sehr treffend) Ich schaue mich dankbar um und bin wieder einmal faziniert. Ich denke an meinen Mann, der das Zelt ja schon seit Monaten in seinem Kopf mehrmals auf und abgebaut hat. Ich bin kurz vorher dazu gekommen, als er es bereits sehen konnte und habe mich gerne an seine Seite gestellt und es mir zeigen lassen. Was alles möglich ist…

Was ich dir heute wünsche? Ich wünsche dir, daß du immer davon überzeugt bist, daß alles grundsätzlich möglich ist. Daß du keine Angst vor dem Unbekannten hast und daß du die gleiche Erfahrung wie wir an diesem Wochenende machen darfst: Es gibt immer genug Menschen, die hinter dir stehen und dir helfen. Einfach so und weil sie es gerne und  aus ganzem Herzen tun. Ich bin mir sicher, alles Gute kommt zurück. An einer anderen Stelle, an einem anderen Ort.

aus ganzem Herzen, M.

Wahre Liebe geht durch den Magen – ein bayerisches Gedicht zu Kirchweih

Wahre Liebe geht durch den Magen – ein bayerisches Gedicht zu Kirchweih

Von da Fliagaplatt’n und da Liebe

Passt’s amoi auf, jetzt erzähl i eich was
von oana idylischen Wiesn, mit am saftigem Gras
wo friedlich nebeneinander lem, Ant’n, Gäns und Henna
und i frag di, gibt’s was des is no scheena?
Doch im Zustand der Glückseeligkeit
kimmts auf omoi gor soweit
das sich a Ant’n in an Gänserich verliebt
ja was auf der Welt ois gibt?

A den Gänserich den hat’s dawischt und de zwoar wern a Paar
jetzt kannt ma moana ois is g’richt, ois is wunderbar
Aber aus is mit der Glückseeligkeit
und auf der Wies’n gibt’s nur no Tratsch & Neid
A Ant’n und a Gans des passt ja garned zam
a so a Schmarr’n, des dauert gwiss ned lang
A bsonders blede Gans de faucht, nimmer lang dann is eh Kirchweih
dann sterb’n ma olle und aus is dann mit eichana Liebelei
Do ruckt der Gänserich no a bisserl näher zu seiner Ant’n hi
und sagt, las nur redn, i bin do für di
weg geh i von dir nia
und wenn i stirb dann nur mit dir
De Ant’n flüstert, i hab di gern
wenn scho, dann mecht i mit dir zam im Ofen knusperig wern
neben dir lieg’n in da Soß, bei Knödel, Blaukraut und am Truthahnfilet Kirchweih zu Ehr’n
mit dir miteinander an Märtyerertod sterb’n
So is dann a kemma und du fragst di was is aus dene zwoa woarn
in Himmel san’s kemma, weil’s so heldenhaft san gstorb’n
Jetzt hockan’s glücklich auf oana Wolkn und schaun oba wia de Leid im Arzbacher Hof a Fliaggaplatt’n essen
und wünschen sich, das earna Botschaft nia vergess’n
drum los dir groad no omoi sagn
wahre Liebe de geht durch’n Magn

aus ganzem Herzen für eich,

von M.