Urlaub im Zelt: Camping mit der ganzen Familie – ein Interview

Urlaub im Zelt: Camping mit der ganzen Familie – ein Interview

Aus ganzem Herzen und der Alpencampingplatz bei Familista Blog in einem Interview über Campingurlaub mit der ganzen Familie! Schaut unbedingt bei Familista  vorbei -ganz wunderbare Tipps  und äußerst interessante Beiträge rund um die Familie. Ich mag diesen Blog sehr gerne! Danke aus ganzem Herzen für das Interview…hier ist es!

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Camping mit der ganzen Familie

Ich wünsche euch einen wundervollen Tag und einen zauberhaften Sommeranfang und das Gefühl, daß alles möglich ist…denn der Sommer und dieses Gefühl gehören definitiv zusammen!

Aus ganzem Herzen, Michaela

Heile Welt und Kaiserschmarrn ohne Rosinen

Heile Welt und Kaiserschmarrn ohne Rosinen

Es ist noch immer so, dass wenn mir jemand gesteht meinen Blog zu lesen, ich es noch gar nicht richtig fassen kann. Wenn mir mein Gegenüber dann auch noch die Inhalte einiger Beiträge inklusive Überschrift zitiert, dann bin ich meistens restlos sprachlos. Ich weiß, der Blog ist online und das bedeutet eben auch, dass er rein theoretisch gelesen werden kann. Sollte ja auch der Sinn sein. Über die Wirkung nach außen habe ich mir offen gesagt wenig Gedanken gemacht. Auch wenn sich das jetzt vielleicht zu idealistisch anhört, ist es doch wahr: es geht mir am allermeisten um die Botschaft  und das was ich zu sagen habe, weil es immer erst dann still in mir wird, wenn es ausgesprochen bzw. aufgeschrieben ist.  Genau diese Botschaft würde ich am allerliebsten so wie das olympische Feuer durchs Internet reichen, freundlich darum bittend sie ehrfürchtig weiter zu tragen, um am Ende für etwas Großes zu leuchten. Denn die Sache ist die, dass das letztes Mal eine meiner Leserinnen etwas ausgesprochen hatte, worüber ich mir schon seit geraumer Zeit einmal Gedanken gemacht hatte. Sie sagte im Originalton: „Ich lese deinen Blog so gerne. Für mich ist das immer ein Stück heile Welt, das ist wirklich selten geworden heutzutage.“ Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe mich aufrichtig darüber gefreut. Doch gleichzeitig hinterließ diese Feststellung einen faden, undefinierbaren Beigeschmack, so wie etwas das eigentlich doch ursprünglich gut gemeint, aber doch nicht das war was ich mir eigentlich gewünscht hatte. Wie wenn man auf einer Berghütte einen Kaiserschmarrn bestellt und selbstverständlich davon ausgeht, er sei ohne die Rosinen. Weil man eben Rosinen noch nie gemocht hatte. Der Kaiserschmarrn kommt dann…genau….mit Rosinen und weil sie so großzügig (so gut gemeint eben) überall verteilt sind, wird’s schwer drum herum zu essen und auf Berghütten gehört es nicht zu den guten Manieren etwas auf dem Teller übrig zu lassen. Hättest du das halt mal gesagt mit den Rosinen, denkst du dann. Und darum sage ich es JETZT. Ich war nämlich zu überrascht, zu perplex und vielleicht auch ein bisschen zu geschmeichelt von deinem Geständnis liebe Leserin. In Wahrheit ist das mit der heilen Welt alles nämlich nicht so, überhaupt gar nicht. Auch wenn es sich manches Mal anhört wie aus König Ludwigs weiß-blauen Märchenbuch.  Wir leben hier in einer kleinen, bayerischen Idylle und ich weiß wie kostbar und wertvoll es ist, sich zu Hause und sicher zu fühlen. Anfangs wollte ich diesen Blog nur über den Arzbacher Hof schreiben, also über Themen aus der Gastronomie, alles drum herum und was das alltäglich so bedeutet. Doch dann fand ich, dass es so viel mehr gibt was zu meinem Leben und  somit auch auf wundersame Art und Weise zusammen gehört.  Die vielen Menschen und die Geschichten die uns so bereichern, der Arzbacher Hof, der Alpencampingplatz, die Sehnsucht nach der Ferne und gleichzeitig die Liebe zu Bayern und natürlich die zu unserer Familie. Doch schreibe ich in der Tat sehr wenig über den Stapel Buchführung und die ungeöffnete Post, die sich neben mir auf dem Schreibtisch rekordverdächtig ansammelt und auch nicht über den Wäscheberg im Keller. Ich habe dir auch noch nie von den stundenlangen, nervtötenden Gesprächen mit Versicherungen, mittlerweile ehemaligen Lieferanten und all den zwischenmenschlichen  Herausforderungen der letzten Tage erzählt, weil ich lieber auf das Gute schaue und weil ich bei Fotos grundsätzlich dann auf den Auslöser drücke, wenn alle lachen. Das bedeutet nicht, dass ich das Andere nicht sehe.  Ich hadere genauso mit Erziehungsfragen und lasse letztendlich das Gefühl entscheiden. Ich schmeiße Spielzeugautos (ja wirklich) durchs Kinderzimmer wenn ich sauer bin und bin mir sicher auch italienisches Porzellan (hätte wir eins im Schrank). Ich kann wie eine wilde Löwin Ansagen megaphonemässig durch den Raum brüllen und auf den Tisch hauen, auch wenn man mir das eigentlich gar nicht zutraut. Frag doch mal unsere Kinder! Doch dann wenn es abends wieder leise und ruhig wird, dann höre ich ihn wieder: Den Puls der uns antreibt und zusammen hält und das Herz das laut und warm in mir schlägt. Für unsere Kinder, meinen Mann und meine Familie. Wegen dem ich mich jetzt schon entschieden habe zu bleiben, was auch immer noch kommen mag.  Weil es das alles wert ist und weil es eben keine heile Welt ist, sondern das Leben. Unser Leben. Und wenn du jetzt immer noch hier bist, dann freue ich mich. Ehrlich und aus ganzem Herzen, so wie über einen Kaiserschmarrn ohne Rosinen, denn die mag übrigens keiner von uns.

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Ich wünsche dir, daß du dein persönliches Kaiserschmarrn-Lieblingsrezept kennst. Mit oder ohne Rosinien. Denn ein guter Kaiserschmarrn kann manches Mal alles sein. Aus ganzem Herzen, Deine M.

Mein persönlich liebstes und weltbestes Kaiserschmarrnrezept 😉

Zutaten für 2 Personen

75g glattes Mehl
200ml Milch
1 kräftige Prise Salz
2-3 Eier
15g Butter
Puderzucker zum Bestreuen
1 Glas Apfelmus

  1. Das Mehl in eine Schüssel geben und mit Milch und Salz glatt rühren.
  2. Die Eier kräftig unterschlagen, bis eine luftige, cremige Konsistenz erreicht ist.
  3. In einer passenden Pfanne die Butter schmelzen, den Teig eingießen und einen Deckel aufsetzen. Den Schmarrn auf kleiner Flamme solange backen, bis die Unterseite goldbraun ist und der Teig schön aufgegangen ist. Umdrehen nicht vergessen 😉
  4. Den Teig in mundgerechte Stücke reissen(z.B. Teigschaber) und auf einen vorgewärmten Teller geben. Mit reichlich Puderzucker bestreuen und mit Apfelmus servieren.

 

 

Die Verlosung vom Frühlingsostergewinnspiel

Die Verlosung vom Frühlingsostergewinnspiel

Heute war so ein wunderschöner Karsamstag! Vormittags war es bewölkt und bis zum Nachmittag kam die Sonne immer mehr durch. Genau pünktlich zu Ostern. Ich habe mir zwei unserer Kinder geschnappt und bin mit dem Zettel bewaffnet auf dem alle 41 Namen der Gewinnspielteilnehmer standen an unser Lieblingsplätzerl an der Isar. Tom jr. hat mit geschlossenen Augen die Gewinner gezogen und falls er geschummelt hat, macht das nichts, weil er kann nämlich noch nicht lesen. Es war also definitiv eine intuitive Glücksverlosung.

Ich würde euch am allerallerliebsten alle einen Preis zuschicken, weil ich mich doch so sehr über jeden Einzelnen gefreut habe, der mitgemacht hat. Ich verspreche ich schaue mich wieder nach schönen Dinge für euch um und allerspätestens im Sommer gibt es wieder ein Gewinnspiel aus ganzem Herzen.  Indianerehrenwort. Aber jetzt geht’s los…tatatata…hier sind die Gewinner!

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Die Gewinnerin des Kissens ist: Ramona!

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Die Gewinnerin des Holzherzes ist: Roswitha Heufelder!

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Und nun noch eine Gewinnerin: Katharina vom Blog so nah uns so fern gewinnt den Steinbock!

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Ich danke euch so sehr für’s Mitmachen und wünsche euch sonnige Tage und ein wundervolles Osterfest in bester Gesellschaft!

aus ganzem Herzen, M.

Bilder M.Linke

Die Arzbacher Hof Bilderwoche / Anfangs März 2016

Die Arzbacher Hof Bilderwoche / Anfangs März 2016

Bisher habe ich vergleichsweise wenig über den Arzbacher Hof geschrieben, obwohl es doch so einen großen Teil in unserem Leben ausmacht. Deswegen nehme ich euch ab sofort immer mal wieder auf eine kleine Bilderreise mit…das war sie also die vergangene Woche bei uns im Arzbacher Hof.

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Aussicht vom Brauneck in die Probstwand/Benediktenwand

 

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Wir haben noch einmal richtig Schnee bekommen im Isarwinkel! Von Arzbach aus sind es nur 10 Minuten Autofahrt bis zur Bergbahn und einmal oben angekommen, ist es jedes Mal wie eine andere Welt. Ich weiß nicht wie man dieses Gefühl nennt, wenn man da oben auf dem Brauneckgipfel sitzt und gefühlt vom Himmel aus auf den Arzbacher Hof hinunter schaut? Verbundenheit? Gipfelglück?

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Garlandabfahrt

Die Abfahrt ist traumhaft. Skifahren macht definitiv glücklich…

Gutes Essen auch 😉

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Tom schneidet den Schweinsbraten für ein Catering auf
Otto bei der Vorbereitung der Anitpastiteller
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Annett serviert unseren Schweinefiletteler mit hausgemachten Spätzle

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Antipasti-Vorspeise für unsere Gäste
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Sektempfang für ein Geburtstagskind
Wir sind dankbar für jede Art von bürokratischer Arbeitserleichterung – Das neue Zeiterfassungsgerät von Isgus

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Am Sonntag Nachmittag findet dann das 7. Arzbacher Hof Schafkopfturnier statt! Dafür gibt es sagenhafte Preise – der Hauptpreis ist dieses Jahr ein Wiesntisch für 10 Personen inkl. Getränke und Essen!

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Ich wünsche euch einen ganz wundervolles Start in eine grandiose Woche!

Aus ganzem Herzen M.

Ein Herz das kann man nicht verbrennen – Schwester Jutta im Arzbacher Hof

Ein Herz das  kann man nicht verbrennen – Schwester Jutta im Arzbacher Hof

Letzte Woche konntet ihr im aus-ganzem-Herzen-Blog das erste Gipfeltreffen nach lesen, diese Woche stelle ich euch den ersten Herzensmenschen  im Arzbacher Hof vor. Am allerliebsten hätte ich sie auch zu einem Gipfeltreffen eingeladen, aber dafür hatte uns leider die Zeit gefehlt. Seit vielen Jahren kommt sie in regelmäßigen Abständen zu uns in den Arzbacher Hof, nämlich immer dann wenn sie das Ferienhaus der Solanusschwester in Lenggries besucht. Wenn sie mit strahlenden Lächeln und ihren leuchtenden Augen den Raum betritt, ist es genauso wie wenn die Sonne aufgeht. Sie begrüßt uns freundlich, macht ein paar kleine Witze-wir sind uns wie immer kollektiv einig:  Wie schön, daß du wieder hier bist Schwester Jutta. Ihr geht es auch so, betont Schwester Jutta und vor einiger Zeit hat sie uns allen eine Halskette mit einem gesegneten Tau-Kreuz als Talisman geschenkt, die wir seitdem alle hüten wie einen kleinen Schatz von einem ganz besonderen Menschen. Das letzte Mal war Schwester Jutta im Herbst bei uns und ich habe ganz schnell alles stehen und liegen lassen und ihr zwischen Sonntagmittagsbetrieb, Bierbratel und Radler ein paar Fragen gestellt. Ich habe mich so gefreut, daß sie da war und obendrein meine Fragen auch noch gerne beantworten wollte und irgendwie haben wir es geschafft in der kurzen Zeit, Schwester Juttas Leben in Umrissen aufzuschreiben, wenn da auch noch sicher viel Platz für die Details wäre. Ich bitte euch aus ganzem Herzen, zwischen den Zeilen zu lesen und besonders mit offenen Herzen. Schau genauer hin, dann kannst du so wie auf dem Titelbild in ihren verschmitzten Augen ihren herzerfrischenden Humor und den unglaublich liebenswürdigen Menschen der sie zweifelsohne ist, erkennen. Schwester Jutta kommt meistens in Begleitung von einer Mitschwester oder so wie heute von Walter. Darum meine erste Frage…

Liebe Schwester Jutta, ich freue mich so, daß du und Walter wieder hier seit. Kannst du mir kurz erzählen, woher ihr euch überhaupt kennt?

Walter ist ein guter, langjähriger Freund von uns Solanusschwestern. Er und seine Frau Elsa, hatten vor sehr langer Zeit einmal in Landshut in unserem Mutterhaus vorgesprochen, sie würden gerne etwas mit den Schwestern unternehmen, wie eine Bergtour zum Beispiel und auch gerne da helfen, wo einmal Not am Mann ist. Zugegeben eine eher ungewöhnliche Art der Freundschaftsanfrage. Also ich habe mir im ersten Moment gedacht, mit denen stimmt doch was nicht. (Schwester Jutta lacht laut und zwinkert zu Walter rüber) Aber ich muß sagen die Freundschaft hat sich bewährt und ist heute nicht mehr wegzudenken. Walters Frau Elsa ist vor ein paar Jahren leider verstorben, doch die Verbindung zu uns Schwestern blieb trotzdem und Gottseidank weiterhin bestehen.

So, vorweg gleich die wichtigste Frage…

Warum ich ins Kloster gegangen bin?

Genau. Warum bist du ins Kloster gegangen Schwester Jutta?

Für mich war es eine Berufung, an der ich bis heute nicht gezweifelt habe.

Ab wann hattest du zum ersten Mal den Wunsch verspürt ins Kloster gehen zu wollen und warum wurde es letztendlich dann der Orden der Solanusschwestern in Landshut?

Ich hatte damals eine Hauswirtschaftslehre bei den Solanusschwester begonnen und merkte ziemlich schnell, das wäre alles auch was für mich. Nach der Ausbildung habe ich noch ein weiteres Jahr als Angestellte im Haus gearbeitet, bevor ich mich entgültig dazu entschloss dem Orden beizutreten. Es dauert relativ lange bis man sein Gelübe ablegt und damit offiziell Solanusschwester ist. Als erstes hat man eine Art Probezeit, die Kandidatur, das Postulat, anschließend das Noviziat, das zwei Jahre dauert, Profess auf1 Jahr, dann auf 3 Jahre und als allerletztes folgt dann die „Ewige Profess“ die Profess auf Lebenszeit.

Da hast du dann dein Gelübde abgelegt?

Ja, das Gelübde auf Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit und wir Schwestern leben in Gemeinschaft.

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Ich habe es nicht gefragt, aber es mir im Nachhinein gedacht. Es war bestimmt auch nicht einfach für die Familie von Schwester Jutta, ihre Tochter das Reserl, so hieß Schwester Jutta nämlich früher, ziehen zu lassen. Für uns hinterlässt der Gedanke an das Ablegen eines solchen Gelübdes oft ein „einengendes“ Gefühl. Man verzichtet unter Umständen auch darauf einen Teil von einem selbst zu leben und nicht jeder ist sicherlich dafür geeignet. Aber ist es doch nicht auch so, daß wir das mit jeder Entscheidung die wir im Leben treffen nicht auch selbst ein Stück weit tun? Entscheide ich mich dafür zum Beispiel Kinder zu bekommen, übernehme ich Verantwortung und stelle zumindest vorrübergehend die eigene Freiheit und Selbstverwirklichung hinten an. Wähle ich einen bestimmten Beruf, schließe ich einen anderen aus…usw. Im Grunde ist also jede Entscheidung für oder gegen etwas, es kommt immer auf die Perspektive an aus der wir es betrachten. Schwester Jutta hat sich aus ganzem Herzen für ihren Glauben und ihr Leben als Nonne entschieden.

Die Kirche wird zur Zeit öffentlich oft scharf kritisiert. Was sagst du dazu, wo du doch so sehr mit dem katholischen Glauben verbunden bist?

Natürlich wenn etwas schief läuft, kann das keiner für gut heißen. Aber das tue ich grundsätzlich nicht, egal ob es in der Kirche oder außerhalb geschieht. Unrecht bleibt Unrecht. Wir organisieren im Orden oft Zusammenkünfte mit Jugendlichen in denen auch viel diskutiert und besprochen wird. So hat mir kürzlich erst ein junger Mensch genau die gleiche Frage gestellt wie du jetzt. Er hat auch kritisiert, daß die Kirche sich zu wenig für die Belange von Bedürftigen einsetzen würde. Und ich habe geantwortet indem ich ihn gefragt habe, was tust du, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen? Weil darauf kommt es an, was jeder einzelne beiträgt, ob er seinen Glauben lebt und Liebe weitergibt und nicht darauf was die Kirche macht. Die Kirche besteht auch nur aus Menschen.  Der Orden versucht immer nach dem Grundsatz unseres Gründers Pater Jakob Schauermann (1880-1957) zu handeln und auf die Zeichen der Zeit zu achten.

Was bedeutet das konkret?

Das bedeutet die Augen und Ohren offen zu halten für das was um uns herum passiert. Wir leben ja nicht isoliert in einem Kloster und bekommen von der Welt da draußen nichts mit. Erst kürzlich wurde bei uns im Orden besprochen, ob wir Flüchtlinge aufnehmen können oder nicht. Wir haben uns entschieden es nicht zu tun, obwohl Gründe wie die reine Nächsteliebe dafür sprechen würden. Die Entscheidung fiel viel mehr auf rationeller Ebene, weil wir Schwestern nicht mehr die Jüngsten sind und wir uns Aufgaben wie dieser im Moment nicht gewachsen fühlen. Hinzu kommt die Sprachbarriere und andere Dinge. Aber wir besprechen solche Sachen täglich in unserer Gemeinschaft und oft kann sicheine Entscheidung dann auch drehen. Es ist wichtig, nicht vorschnell zu handeln, nur aus dem spontanen Gefühl helfen zu wollen. Wir suchen nach der bestmöglichsten Lösung.

Ist es schwierig für euch neuen Mitschwestern zu finden, die dem Orden beitreten wollen?

Ja, ich denke das sind auch die Zeichen der Zeit. Unsere jüngste Mitschwester ist noch keine Vierzig und hatte ganz urplötzlich eine Rückenmarkinfarkt erlitten und sitzt seitdem im Rollstuhl. Sie meistert ihr Leben auch dank ihres starken Glaubens weiterhin sehr gut und kann sich auch nach wie vor selbst versorgen. Aber ich habe mich dennoch gefragt, was will uns Gott damit sagen? Wir werden alle nicht jünger und ich mache mir schon Sorgen, was mit uns Schwestern im Alter geschieht. Noch sind wir einigermaßen rüstig, aber das kann sich oft schnell ändern. Jetzt Michaela muß ich an das denken was du mir vorher erzählt hast. Das du manches Mal das Gefühl hast dringend etwas aufschreiben zu müssen, daß dir auf der Seele liegt. Du musst es die sprichwörtlich von der Seele schreiben.

Dieses Gefühl kenne ich sehr gut. So wie wenn einen ein Gedanke erst dann loslässt sobald man ihn frei lässt.

Genauso erging es mir vor einiger Zeit. Ich konnte nicht schlafen und bin also mitten in der Nacht aufgestanden und habe an unseren Gründer einen Brief geschrieben.  Daran habe ich ihn um ein Zeichen gebeten, was denn jetzt unsere Aufgabe sei, wo wir doch langsam aber sicher älter werden und unsere Kräfte schwinden. Die Mitschwestern haben den Brief gelesen und waren sehr berührt, weil sie genauso fühlen.

Ein paar Tage später kam Schwester Jutta mit den Handwerkern welche die Woche über im Ferienhaus gearbeitet haben noch einmal zu uns in den Arzbacher Hof zum Schweinhaxn-Essen. Sie hatte einen großen Umschlag mit Unterlagen der Solanusschwester für mich dabei ( für deinen Blog;-) und unter anderem den Brief den sie damals an den Gründer geschrieben hatte. Darin schreibt sie über die Mißstände die ihr vorschweben, über ihre Ängste und Wünsche und ich bin aus ganzem Herzen dankbar, daß ich ihn lesen durfte. Er hat mich auch so berührt, weil er einfach so ehrlich und  aus ganzem Herzen kam und mein Respekt vor Schwester Jutta ist dadurch nur noch größer geworden.

Du hast mir einmal von deinen Reisen zu den Missionsstationen erzählt, welche die Solanusschwestern weltweit aufgebaut haben. Kannst du mir kurz noch einmal davon erzählen, damit ich es aufschreiben kann?

Ich habe im Kloster unter anderem die Aufgabe erhalten, ein Zimmer zu räumen, zu sortieren…wenn eine unserer Mitschwestern im Orden verstorben ist. Darauf hin hat man mich auserwählt, meine erste Reise nach Natal/Südafrika anzutreten. Damals um die Missionsstation aufzulösen. Diese Reise hat mich sehr bewegt und so viel für mich verändert. Ich habe damals ein großes Feuer gemacht und all die Sachen die nicht mehr gebraucht wurden in Dankbarkeit verbrannt. Und als ich so am Feuer stand, kam mir der Gedanke: Du kannst alles Materielle verbrennen, es hat keine Bedeutung, das Herz aber (und die Seele) kannst du nicht verbrennen.

Wir unterbrechen das Gespräch für einen Augenblick. Schwester Jutta’s Augen füllen sich mit Tränen und ich kann so sehr fühlen, was sie im Moment fühlt. Und ich frage mich, was wäre passiert hätte man Schwester Jutta ihren Herzenswunsch erfüllt, auf einer der Missionsstationen des Ordens zu arbeiten? Das Gelübte beinhaltet auch Gehorsam und Schwester Jutta ist in Landshut im Mutterhaus geblieben, weil sie da gebraucht wurde. Ich kann mir das gut vorstellen, weil ihre ansteckende Energie einfach zu positiv ist, um darauf verzichten zu können.

Du durftest noch einmal auf eine große Reise gehen?

Ja und dafür bin ich unendlich dankbar.  Ich reiste für drei Wochen nach Coroatá in Brasilien. Diese Reise hat mir so viel bedeutet und ich durfte in dieser kurzen Zeit unglaublich viel lernen.

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Solanusschwestern in Brasilien

 

Schwester Jutta schwärmt mir noch von dem Land und von den Menschen vor. Erzählt aber auch von der Notwendigkeit und der Hilfe der Missonsstätte dort und ich könnte ihr noch stundenlang zuhören.

Es gibt mit Sicherheit auch viel in Landshut zu tun, darum hat man dich dann wieder zu Hause gebraucht.

Ja, es gibt viel zu tun. Der Orden ist ja auch der Träger des Kinderkrankenhauses St.Marien ( in dem übrigens Herr Dr. Bethke siehe 1.Gipfeltreffen für ein Jahr Schulleiter der Berufsschule für Kinderkrankenpflege war, so klein ist die Welt) und dann ja auch das Mutterhaus in Landshut. Deswegen haben wir ja auch ein Ferienhaus in Lenggries, indem wir uns hin und wieder alle erholen können.

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Das Mutterhaus in Landshut

Gibt es etwas, daß du den Bloglesern gerne mit auf den Weg geben möchtest?

Ich habe ja vorhin von den Zeichen der Zeit erzählt. Unser Patron nach dem wir gegründet wurden der heilige Franziskus Solanus (1549-1610) war ja auch ein Reisender, jemand der sich um Kranke und Menschen kümmerte die Hilfe brauchten und genau diese Zeichen der Zeit sehr genau beobachtet hat.

Ich glaube, es ist nicht wichtig, daß es in ein paar Jahren vielleicht keinen Orden der Solanusschwester mehr gibt, es ist auch nicht wichtig, das es mich, Schwester Jutta gibt oder gegeben hat. Wenn es so gewollt ist, dann soll es so sein und es ist auch gut so. Aber was mir am Herzen liegt, ist das der Glaube in den Familien weitergereicht wird. Der Glaube an Gott und daran, daß jeder Einzelne soviel Gutes bewirken kann, daß er die Welt damit verändert.

Liebe Schwester Jutta, ich danke dir für deine Zeit und aus ganzem Herzen für dieses tief bewegende Gespräch mit dir. Du bist ein leuchtendes Beispiel für das was Glaube sein kann und daß Kirche nicht  aus einem starrem Korsett aus Dogmen und auferlegten Glaubessätzen bestehen muß, sondern  lebendig sein kann und durch Menschen wie dich heller als je zu vor leuchtet.  Ich wünsche dir ( und natürlich auch Walter und Elsa, die weiterhin und auf ewig mit euch verbunden ist) und deinen Mitschwestern alles Glück dieser Erde und das die Sonne für dich scheint und dich wärmt, genau so wie du es für anderen tust.

Aus ganzem Herzen,

deine M.

Liebe ist Leben

Liebe ist Leben

Aus der Erde sind wir genommen, zur Erde sollen wir wieder werden, Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub

Heute am Aschermittwoch sind unsere Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen des Zugunglücks in Bad Aibling. Wenn so viele Menschen auf einmal in den Tod gerissen werden, dann macht uns das im ersten Moment fassungslos. Wir erahnen und fühlen das Trauma für die betroffenen Familien, welches sich dahinter verbirgt. Auch bei uns im Arzbacher Hof war heute wieder einmal eine Trauerfeier. Ich wollte schon so oft darüber schreiben, aber irgendwie scheint es mir besonders heute an diesem Aschermittwoch der richtige Moment dafür. Früher als Kind habe ich es nicht verstehen können, warum man nach einer Beerdigung sich noch einmal im Wirtshaus trifft. Vor Kummer würde man doch bestimmt nicht einen Bissen herunter bekommen. Das Wort „Leichenschmaus“ habe ich nie gemocht, auch heute nicht. Ich würde mir einen neuen Namen aussuchen „Lebensfest“ oder so.

Aber ich habe jetzt Jahre später den Sinn dahinter erkannt und auch die Wichtigkeit dieser alten Tradition. Ich habe Trauerfeiern erlebt, bei denen uns und dem gesamten Personal ganz seltsam zumute war. Einfach weil es sich um einen besonders traurigen Fall gehandelt hat. Das Schulkind, das gerade einmal ein halbes Jahr später zu ihrem Papa in den Himmel nachgefolgt ist. Der junge Familienvater der ganz plötzlich und unerwartet verstorben ist. Doch besonders da, mußte ich feststellen wie wertvoll es ist, wenn man nach der Beerdigung im engsten Kreis und auf einem neutralen Boden noch einmal zusammen kommt. Man redet über die verstorbene Person, weint und lacht, trinkt zusammen den Lieblingslikör oder wählt ein Gericht aus, das der Mensch um den man trauert zu Lebzeiten gerne mochte. Oft habe ich es als kurzes Durchatmen, als Kräftesammeln vor dem Weg nach Hause empfunden. Besonders bei ältern Menschen, wenn der Ehepartner mit dem man fast sein ganzes Leben lang verheiratet war gestorben ist, dann ist da oft diese Leere die in den ersten Tag zu Hause wartet, eine der größten Ängste. Wie gut es dann tut, noch einmal alle seine Lieben, Verwandten, Freunde um sich zu wissen. Das stärkt, keine Frage. Zusammen essen bedeutet, auch wenn es noch so sehr weh tut: Das Leben geht weiter. Das Wichtigste für uns ist immer, daß neben all dem gastronomischen  Aspekten genügend Raum für die Persönlichkeit des Verstorbenen ist.  Genau so als würde man ihm/ihr zu Ehren ein Fest ausrichten. Kerzen, persönliche Meükarten, Steine oder Tafeln mit den Namen oder Wünschen…es ist im Endeffekt egal. Aber es gibt nichts Schlimmeres bei einer Trauerfeier, als einen unpersönlichen und gefühlsarmen Rahmen.  Das ist unter normalen Umständen schon schrecklich, für Trauerende ist es kaum auszuhalten. Es ist dann beinahe so, als würde man den Menschen, um den man trauert, gar nicht sehen oder würdigen. Denn Trauern ist Lieben. Umso mehr man in Verbindung ist, umso tiefer ist die Trauer. Trauer ist etwas dynamisches, das man nicht kontrollieren kann. Man kann sich nur öffnen und die Dankbarkeit zulassen die neben all den tausend Gefühlen ganz zum Schluß kommt. Die Dankbarkeit darüber daß man diesen geliebten Menschen getroffen hat und Zeit zusammen geschenkt bekommen hat. Ich bin oft berührt, so wie heute. Weil wieder eine ganz besondere Familie ihre liebe Oma mit soviel Gefühl und Herzlichkeit auf ihren letzten Weg begleitet hat und ich wünsche aus ganzem Herzen alles Gute. Trauerfeiern können traurig und schön zur gleichen Zeit sein.  Versuche in jeder Situation aus der Liebe heraus zu handeln, halte dein Herz weit offen, das Leben ist endlich. Oft vergessen wir das. Ich habe einmal mit meinem Papa gewettet, daß wir uns alle einmal wiedersehen. 50 Euro für den der Recht hat. Eine gute Wette, weil ich ja sowieso nicht verlieren kann. Denoch bin ich überzeugt davon, das war immer schon so. Ich habe keine Ahnung woher das kommt, es ist mehr ein Urvertrauen in mir, daß es nur so sein kann. Und trotzdem, macht es mir Angst, wenn ich daran denke. Weil man alle Menschen die man liebt am liebsten nie loslassen möchte. Doch Leben ist Lieben. Trauern ist lieben. Es ist die Sehnsucht nach einander, die so sehr weh tut, aber die uns auch über uns hinaus wachsen lässt.

Und du? Richte dir ein Leben ein, in dem du von Liebe umgeben bist. Liebe muss fliessen, so wie ein wilder, klarer Gebirgsbach aus einer reinen, kraftvollen Quelle. Möge die Liebe immer in dir sein, denn sie wird dich durch und über alles tragen.

Aus ganzem Herzen M.

Bild M.Linke

Und ich möchte dir eine Frage stellen. Vielleicht musstest du schon einmal einen großen Verlust in deinem Leben erleben. Wie denkst du über Trauer? Was hat dir geholfen?

Karneval, Fasching und du

Karneval, Fasching und du

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Irgendwie ist das schon immer lustig mit dem Fasching. Es gibt diesbezüglich immer nur zwei Kategorien Menschen. Die, die den Fasching lieben oder die, die laut eigener Behauptung einfach keine Faschingstypen sind. Von einem echten Kölner habe ich mir sagen lassen, daß das Wort Fasching alleine schon eine Beleidigung wäre, denn Fasching muß Karneval heißen. Und überhaupt wissen wir hier in Bayern gar nicht was ein richtiger Karneval ist, denn der geht bekanntlich ja schon im November los und nicht erst zwei Monate später. Am Sonntag ist in Lenggries wieder Faschingszug oder Maschkarazug, wie man bei uns in Oberbayern sagt. Das ist hier im Isarwinkel eine echte Rarität. In Lenggries findet dieser nur alle 5 Jahre statt und in Bad Tölz (Reichersbeuern) und meinem kleinen Heimatdörfchen Arzbach ist es sogar nur alle 10 Jahre soweit. Das macht die Umzüge dann aber erst wirklich besonders, weil man als durchschnittlich Sterblicher nicht allzu viel Gelegenheiten hat an so einem Ereignis dabei zu sein.

Arzriver – Wie die Indianer und Cowboys in den Isarwinkel kamen

Arzriver – Wie die Indianer und Cowboys in den Isarwinkel kamen

Vielleicht gibt es unter euch noch welche, die sich noch an den Kehraus im Arzbacher Hof erinnern? Am Faschingsdienstag wurde nach einem rauschenden Faschingsball und einer uralten Tradition der Fasching offiziell verabschiedet. Dafür hat man tatsächlich jedes Jahr einen Freiwilligen gefunden, den man dann in einen sargähnlichen Gegenstand aufgebahrt (ja aufgebahrt) hat. Jeder der Faschingsgäste verabschiedete sich dann persönlich von seinem Fasching in dem sie ihm Schnaps, Getränkereste, Zigarettenkippen (!!!) … einfach alles was man so einem Lebemensch wie dem Fasching als letzten Gruß auf den Weg geben möchte, mit in seine letzte Ruhestätte kippten. Leider haben wir von dieser Zeit keine Fotos mehr. Geschichten gibt es auf alle Fälle genügend. Theo L. aus München zum Beispiel hat seine Rolle des verstorbenen Faschings so täuschend echt gespielt, daß man sich während des Begräbnisses tatsächlich nicht mehr sicher war, ob er wirklich noch lebt.  Und weil früher das“Raufen“ grundsätzlich als Standard für einen guten Faschingsball gegolten hat, war am Ende meisten mehr vom Inventar kaputt, als alle Faschingsgäste miteinander an der Bar hätten trinken können. Irgendwann wurde so der Fasching vorrübergehend für immer im Arzbacher Hof beerdigt.

Aber eben nur vorrübergehend. 2012 haben wir ihn dann langsam wieder aufgeweckt. Und er ist von den Toten auferstanden, unser geliebter Fasching vom Arzbacher Hof. Das Motto war mit meiner reinkarnierten Indianervergangenheit und nach einem Besuch im mittlerweile nicht mehr existierenden Oklahoma und im Rattlesnakesaloon in München klar – der Wilde Westen musste es sein.  Dann brauchten wir noch einen Namen, der erste und einzige Vorschlag von Hans Demmel wurde sofort so übernommen: Arzriver. That’s it! Dann haben wir einfach den ganzen Arzbacher Hof in einen Saloon umgebaut und am Ende war’s so echt, daß wir uns fühlten als wären wir wirklich dort. Wild wild west. Wir haben an alle Orte die uns eingefallen sind Plakate aufgehängt, jeden halbwegs cowboyähnlichschauenden Passanten einen Flyer in die Hand gedrückt und erst gemerkt wie sehr uns die Arzriver Idee in den Bahn gezogen hat, als wir uns einmal beim Mittagessen über verschiedene Coltgrößen unterhielten. Das war einfach deswegen weil wir uns so sehr gewünscht haben, den Fasching weiterhin am Leben zu halten. Und jetzt 4 Jahre später ist er lebendiger denn je und wartet darauf, mit uns in den Sonnenuntergang (bis zum Sonnenaufgang) zu reiten und uns zu crazy drinks an der Bar zu verführen. Irgendwie ist es doch so, ein bisschen wilder Westen steckt in jedem von uns. Henry Fonda, Claudia Cardinale oder doch lieber ein weiser Medizinmann. Wer bist du? Wir, soviel ist jedenfalls sicher, stehen genau hier an der Schwingtür des Arzriver Saloons und warten auf dich. Wer auch immer du sein magst. Du kannst dir garnicht vorstellen, wie sehr wir uns über dich freuen. Truth. I swear. Und wenn du mich irgendwo im Arzriver-Pao-Wow findest, ich lade dich sehr gerne auf einen Whiskey oder so an der Saloonbar ein. Indianerehrenwort.

Termin vormerken: 30.01.2016 ab 20 Uhr mit den fabelhaften Honky Tonk 5 und dem legendären DJ Master G

Was ich dir wünsche? Freude am Leben und finde heraus wieviele von dir noch in dir schlummern. Du bist nicht immer der für den du dich hältst. Aus ganzem Herzen M.

 

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Der allererste Arzriver

Der Arzriver No 2

 

 

 

 

Der Arzbacher Hof Rückblick auf das Jahr 2015 und der Blick von oben

Der Arzbacher Hof Rückblick auf das Jahr 2015 und der Blick von oben

Das Jahr hat genau noch einen einzelnen Tag übrig und wie so oft um diese Zeit haben wir das Gefühl, daß wir etwas Altes loslassen müssen, um wieder etwas Neues einladen zu können. Eine Mischung aus Wehmut und Vorfreude und manches Mal auch aus Trauer und Hoffnung. Egal aus was für einer Mischung dein „Altes-Jahr- Neues-Jahr-Cocktail“ dieses Mal besteht, so hoffe ich, daß du trotzdem zuversichtlich in die Zukunft schauen kannst.

Bei uns im Arzbacher Hof war allerhand los. Es ist schon erstaunlich was überhaupt so in ein Jahr passt. Die letzten Monate habe ich vergleichsweise wenig über den Alltag im Arzbacher Hof geschrieben, obwohl das ja immer einen sehr großen Teil bei uns ausmacht. Wenn ich schreibe, dann folge ich immer dem Gefühl und erzähle die Geschichten, die erzählt werden wollen (auch wenn ich das nicht immer bei allen schaffe – wert wären sie es allemal). Was 2016 betrifft: mein Kopf ist gefüllt mit neuen Ideen für den Blog. Die Herzmenschen-Geschichten und die Gipfeltreffen, wollten wohl einfach nicht mehr ins alte Jahr mit rein und darum nehme ich sie jetzt einfach mit in das nächste. Vielleicht habt ihr es ja gelesen und mitbekommen, mir ist kurz bevor ich auf den Veröffentlichen-Buttom drücken wollte, die Speicherkarte mit all den Fotos des letzten Sommers, einschließlich Herbst, kaputt gegangen. Natürlich habe ich keines der Bilder gespeichert. Is ja klar. Im Moment kümmert sich eine Datenwiederherstellungsfirma darum. Aber Bilder hin oder her, wir hatten eine ganz wundervolle Arzbacher Hof Saison. Einen Bilderbuchsommer und einen ebenso Bilderbuchherbst, ach es war überhaupt ein Bilderbuchmärchenjahr. Der Campingplatz war fast immer ausgebucht und wir durften jede Menge Feiern, Grillabende, Hochzeiten usw. miterleben, viele wundervolle Menschen kennenlernen oder auch wiedersehen und mit jedem neuen Jahr werde ich noch ein bisschen mehr demütiger, weil ich einfach so dankbar bin, daß ich mit meiner Familie genau hier leben darf. Das war das was mich früher immer so an den Reisen fasziniert hatte, die wundersamen Begegnungen. Das man irgendwie immer genau zum richtigen Zeitpunkt die „richtigen“Menschen getroffen hatte, einfach so und die vielen, vielen Zufälle, die ich mir bis heute oft noch nicht erklären kann. Jetzt habe ich das Glück, daß wir genau hier an einem Platz sind an denen die Menschen reisen, übernachten, Essen gehen, wieder weiterreisen und schon bin ich wieder mittendrin im Karussell der magischen Fügungen, ohne je den Ort zu wechseln.

An dieser Stelle möchte ich mich einmal aus ganzem Herzen bei unseren Mitarbeitern bedanken. Für ihre Energie wahre Gastfreundschaft zu leben und für den Zufall, der genau diese Menschen alle zu uns geführt hat! Dieses Jahr waren wir alle zusammen und gemeinsam mit der Waldherr Alm in Hamburg. 30 Bayern in Hamburg! Wir hatten eine so großartige Zeit dort und ich habe mich wieder einmal mehr in diese Stadt verliebt, die so weltoffen, einzigartig und besonders ist.

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20151120_102106IMG_022420151122_08035220151122_082358IMG_0204IMG_0226Reeperbahn-RitzeIMG_0257IMG_0201Hamburg Panorama nach Fischmarkt

Diese Zeit mit unserer ganzen Arzbacher Hof Familie war etwas ganz Wertvolles und das die Waldherr Alm auch noch dabei war, hat es nur noch einzigartiger gemacht. Ich glaube das haben wir alle gespürt. Jetzt sind wir unter dem Jahr ja so viele Stunden täglich zusammen und ich werte das jetzt einfach einmal als ein gutes Zeichen, daß jeder sich auch außerhalb der Arbeitszeit freut, wenn er den anderen sieht . Ohne Ausnahme. Die drei Tage Hamburg würden, viele, viele lustige Seiten hier im Blog füllen. Vielleicht erzähle ich euch einmal davon…dieses Jahr eher nicht mehr.

Am Jahresanfang durften wir uns unsere kleine, bunte Welt von oben anschauen. Mit einem Heißluftballon sind wir über unsere Häuser und über die Dinge hinweg geschwebt. (und wir hatten richtig viel Schnee zu dieser Zeit) Alles wirkte so unsagbar friedlich und es ist seltsam, aber geht es euch auch so, von oben aus der Distanz betrachtet, hat man das Gefühl den Bezug zu den kleinen Alltagsleben da unten zu verlieren. Fast so als ob der Blick sich weitet und damit auch irgendwie der Geist. Ich glaube, wir täten gut daran, das Leben öfters aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieser Blick aus dem Ballon und auf unsere Heimat, den Isarwinkel,  hat mich das ganze Jahr über treu begleitet. In so mancher Situation habe ich mich daran zurück erinnert, wie leicht doch alles da oben war und wie unwichtig Unwichtiges tatsächlich ist. Meinen Blog gab es damals noch gar nicht, vielleicht schon in Gedanken. Aber so ist es doch immer, alles fängt mit einem klitzekleinen Gedanken an. Einen Wunsch, eine Sehnsucht. Darum pass einmal mehr auf das auf was du denkst oder dir wünscht, es könnte in Erfüllung gehen.

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Was bleibt mir anderes als dir ein überragendes Neues Jahr im besten Sinne zu wünschen.  Vergiß nicht, dich vom alten Jahr zu verabschieden und dich zu bedanken,  es wird ein Abschied für immer sein. Für den ein oder anderen mag es ein gutes Jahr gewesen sein, für manche Menschen ein trauriges. Doch es gibt immer etwas, wofür du dankbar sein kannst. Halte deine Augen und dein Herz offen. Nada mas.  Alles Liebe für dich und einen guten Flug in eine neues Jahr, aus ganzem Herzen M.

Fotos S.Hanus, K.Dülks, M.Linke

Von echten Eisbären und der Vergänglichkeit von Speicherkarten

Von echten Eisbären und der Vergänglichkeit von Speicherkarten

Eine Freundin hat einmal zum mir gesagt, wenn sie auf Reisen geht, dann packt sie ins Handgepäck immer alle „wichtigen Dinge“ für die nächsten drei Tage. Nur für den Fall, daß das Gepäck einmal nicht mit ihr ankäme. Noch nie vorher hatte ich mir Gedanken darüber gemacht, daß mein Koffer verloren gehen könnte. Zwei Wochen später stand ich tatsächlich in New York am Flughafen ohne Gepäck, weil das versehentlich in Haiti ( wenn’s stimmt) gelandet ist. Im Handgepäck hatte ich ein Buch, meine Kamera und eine Flasche Wasser. Das Bargeld hatte ich im Koffer verstaut. Sicherheitshalber, damit ich es nicht verlieren könne.

So ähnlich war das jetzt auch mit meiner Speicherkarte. Ich kaufte mir eine mit 16 GB. Ich habe damit sprichwörtlich alles auf eine Karte gesetzt, damit nicht so viele davon irgendwo rumliegen, es könnte ja mal eine verloren gehen. Das genau diese Speicherkarte mit allen Bildern und Videos des letzten halben Jahres kaputt gehen könnte, daran habe ich nun wirklich nicht gedacht. Obwohl das doch nahe liegend ist. Die Karte war fast voll und ich wollte die Bilder die nächsten Tage runterladen. Denkste. Die niederschmetternde Nachricht vom Fotofachgeschäft: die Karte ist kaputt, Daten nicht mehr lesbar. Letzter Ausweg: man kann die Karte einschicken in ein noch mal spezielleres Datenrettungslabor. Bezahlt wird nur bei Gelingen einer erfolgreichen Wiederherstellung und dann bitte außerordenlich viel, 370 Euro für 16GB. Oh Mann! Vor meinem inneren Augen läuft automatisch ein Bild nach dem anderen an mir vorbei- so wie früher beim Diaschauen. Unser Urlaub in Travemünde. Klick. Kati’s 1. Geburtstag. Klick. Meine ersten Gipfeltreffen und Herzensmenschentreffen im Arzbacher Hof. Fertig geschrieben. Ich wollte sie final nur noch mit Bilder unterlegen bevor ich dann auf den Veröffentlichen-Buttom drücke. Klick. Das Kinderkochen im August und die 30 Kinder, die erwartungsvoll ihre Adressen in meine Liste gekritzelt haben, damit ich ihnen später die Fotos zu schicken kann. Klick. Gefühlt klickt es endlos in mir weiter. Mein Herz wird schwer. Mein Instinkt rät mir panisch die Speicherkarte sofort einzuschicken. Vielleicht ist es die letzte Chance auf die Rettung der Bilder. Ich denke an den Radar vergangene Woche, den ich gerade noch rechtzeitig gesehen habe und im letzen Moment abbremsen konnte. Das wären mit Sicherheit 100 Euro geworden. Die 50 Euro die ich letztes Mal in meinem ausgebleichten Skihose vom Dachboden gefunden habe. Das war kurz nach der D-Mark. Gott sei Dank hatte ich den Schein schon in Euro umgetauscht. Ich denke weiter nach, ob ich in der letzten Zeit irgendwas gewonnen habe? Eher nicht. Leichter wird es mir sicher einmal fallen zu unserer Tochter zu sagen, hier schau das schöne Bild vom ersten Schultag, das hat 370 Euro gekostet, das wieder herzustellen. Ist doch besser als ich habe leider kein Foto für dich. Aber dann überlege ich…Was ist das, was uns so sehr an alten Fotos festhalten lässt? Weil es stimmt doch, die Erinnerungen sind in unserem Kopf, bestenfalls in unserem Herzen. Außerdem mag ich es doch nicht an Dinge anzuhaften. Aber sind Fotos doch nicht viel mehr? Glücklicherweise habe ich eine Angewohnheit meine Lieblingsfotos zeitnah an meine Lieblingsmenschen zu mailen. Oder ich habe sie hier im Blog hoch geladen. Wenigstens komme ich einmal nicht in Erklärungsnot, wenn unsere Kinder bei Facebook zum Posten alter Bilder nominiert werden. Ich komme zu dem Entschluss, es sollte wohl so sein. Die Fotos für der schon fertig geschriebenen Blogeinträge kann ich nach fotografieren und den Rest muß ich einfach gut beschreiben. Mir fällt eine Situation im Tierpark ein. Die Eisbärzwillinge Nela und Nobby sind frisch auf die Welt gekommen. Die Zoobesucher drängen um das Gehege. Smartphones werden gezückt. Ich beobachte eine Schulklasse. Sie fotografieren die kleine Nela und Brüderchen Nobby und schauen beim Weggehen noch mal sichtlich entzückt die gerade eben geschossenen Fotos auf dem Smartphone an. Voll süß die zwei! Halt, möchte ich rufen, ihr habt sie doch gar nicht in echt gesehen. Dreht noch mal um. Stopp! Es tut mir wirklich körperlich weh, daß sie sie gar nicht richtig angeschaut haben. Mein Gefühl sagt mir, daß ist der beste Weg das Gespür für’s Hier und Jetzt zu verlieren. Ziemlich hoher Preis, weitaus höher wie ein Smartphone je kosten würde.

Ich habe mir eine neue Speicherkarte gekauft. Damit kann ich neue Bilder machen und vom „alten“ Jahr ein Fotobuch das bleibt. Dann lösche ich alle Fotos von denen ich sowieso viel zu viel habe und suche mir die Wichtigsten aus, die ich sicherheitshalber noch einmal extra abspeichere. Sowie ich seit der New York Kofferpleite jetzt immer eine Zahnbürste im Handgepäck dabei habe. Ich glaube wir brauchen Fotos, weil sie uns das Gefühl geben, wir könnten Augenblicke einfangen. Aber die Wahrheit ist, ein Moment ist für dich genau so wertvoll, wie du ihn siehst. Ein Foto ist dabei „nur“ die Erinnerungsstütze. Es liegt an dir, an deiner Bewertung. Ich weiß das ja alles, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Karte nicht doch noch ein schicke . Nur für alle Fälle. Es kostet ja nur was, wenn’s klappt.

Ich wünsche dir, daß du echte Eisbären siehst, nicht nur auf Fotos. Im Idealfall in der Antarktis, weil es soll traumhaft schön sein da. Ich kann das sagen, weil ich habe das auf Bildern gesehen. 🙂 Und ich wünsche dir, daß du die Wunder dieser Welt in dir speicherst, unverwüstlich und in Farbe. Dort sind sie am richtigen Platz und gut aufgehoben. Erzähle möglichst viele Geschichten darüber, dann sind sie unsterblich. Erzähle aber nur die besten Geschichten, die aus ganzem Herzen, die anderen sortierst du aus. Denn mehr brauchst du nicht. Aus ganzem Herzen, M.