7 Geheimtipps für den Sommer im Isarwinkel

7 Geheimtipps für den Sommer im Isarwinkel
Der Sommer bleibt und verwandelt Bayern und den Isarwinkel in ein Paradies. Gibt es ihn den perfekten Tag und das was man unbedingt einmal diesen Sommer getan haben soll? Unbedingt finde ich…hier sind sie meine 7 besonderen Momente für den Sommer 2015! Ausgangspunkt Arzbacher Hof.
1.Eine Bergtour über das Längental auf die Benediktenwand!Das Schönste im Sommer ist, wenn man ganz früh aufsteht und noch im Dunkeln unterm Sternenhimmel um 4 Uhr morgens los geht. Am besten fährt man bis zur Seiboldshütte
mit dem Radl (wegen der entspannenden Talfahrt hinterher ;-)und stellt dann das Radl dahinter im Hölzl ab. Bis zum Gipfel sind es ca. 3 Stunden und man genießt eine wunderschöne Aussicht bei Sonnenaufgang und ist bis auf ein paar Übernachtungsgäste in der Schutzhütte meistens ganz alleine am Gipfel. Steinböcke inklusive.
Der besondere Moment: Die Ruhe am Gipfel und die gewaltige Bergkulisse der Voralpen bei SonnenaufgangÜber die Tour zur Benediktenwand durfte ich für euch auf dem Münchner Kindl schreiben unter  Münchner Hausberge Teil 1

Aufstieg zur Benediktenwand über den Probstkessel
Aufstieg zur Benediktenwand über den Probstkessel

2.SonntratenEin zauberhafter, kleiner Berg für eine leichte Wanderung am Abend. Damit’s schneller geht über den Isarsteig nach Gaißach radln. Am Sonntratn-Parkplatz Radl abstellen von dort aus führt ein kleiner Steig in einer halben bis dreiviertel Stunde zum Gipfel. Am allerschönsten ist diese Wanderung mit abschließender Brotzeit bei Sonnenuntergang am Gipfel:-)! Erdbeeren, Johannesbeeren und Blaubeeren sind in großen Mengen am Wegesrand zu pflücken.
Der besondere Moment: Wenn die Sonne im Tal längst schon untergegangen ist und sie auf dem Sonntratn-Bankerl noch auf einen runter scheint und die Aussicht auf den Isarwinkel von oben und in der Dämmerung.

Sundraten bei Nebelstimmung
Sundraten bei Nebelstimmung

3. Schlauchbootfahren an der IsarEinstieg am Sylvenstein. Ausstieg in Arzbach an der Brücke. Wer dann noch Lust hat, kann weiter nach Bad Tölz fahren…gerne bieten wir euch einen Shuttleservice an, um die Autos und euch wieder abzuholen.
Der besondere Moment: Sich auf der Isar mit seinem Boot treiben zu lassen und sich zu fühlen als wäre man irgendwo in Kanada.

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Am Isarufer in Bad Tölz

4. Schwimmbadtag im AlpenbadEinen Tag zum Ausspannen im wunderschönen Alpenbad Arzbach und abends noch eine Runde Tennisspielen! (Ausrüstung kann man ausleihen)
Der besondere Moment: die Abkühlung im Arzbach und der Blick zur Benediktenwandhttp://www.alpenbad.net/

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Die „Schleiss’n“ im Alpenbad

5.Wasserfall und ArzbachwanderungMit dem Radl bis zum hinteren Kirchsteinhüttenparkplatz fahren. Dann an der Brücke links durch den Arzbach gehen, nach ca. 15 Minuten kommt ein zauberhafter Wasserfall und ein paar Gumpen zum Baden. A ganz a scheens Fleckerl.
Der besondere Moment: Die quirligen, glücklichen Fische im klaren Gebirgswasser zu beobachten und zu erkennen: mehr braucht es zum Leben nicht!

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6.Gumpen am Schrombach und Sylvenstein, VorderissMit dem Radl kann man bequem auf dem Radlweg bis zum Sylvenstein fahren. Am Damm links Richtung Fall. Dort findet man überall um den See ein gemütliches Platzerl, um einen Seetag zu geniessen. An der Wasserwacht sogar ein öffentliche Grillstelle. Kurz nach dem Sylvenstein kommt die mit ihren Felsformationen fast mystisch anmutende Landschaft: die Vorderriss. Für alle die gerne allein sind! Bademöglichkeit an der Isar.
Bei der Rückfahrt kurz vorm Damm links die Abfahrt Richtung Isar abbiegen. Nach ein paar hundert Meter Richtung Schrombachtal noch einmal links abbiegen. Dort sind viele kleine Gumpen- einfach reinspringen! Ein verstecktes, kleines Paradies!
Der besondere Moment: Wenn man sich in Vorderriss wie der einzige Mensch auf der Welt fühlt und der Augenblick wenn man im Schrombach vom Felsen runterspringt und ein paar Meter später in das erfrischende Gebirgswasser eintaucht!

Der Sylvensteinsee
Der Sylvensteinspeicher

7. WalchenseeVon Arzbach aus, sind es ca. 30km. Wunderschöner See, gut mit dem Radl erreichbar. Besonders zu empfehlen ist die Radltour um den Walchensee (ca.25 km) vorbei am Wikidorf und an zahlreichen Badeufern. Boote für eine Paddeltour über den Walchensee können gemietet werden und nicht verpassen sollte man den Eiswagen, der den Walchensee im Sommer umrundet und umwerfendes Eis verkauft. Beim Nachhauseweg unbedingt im Cafe Landermühle im Leger einkehren. Himmlische gute Kuchen und eine riesengroße Auswahl.
Der besondere Moment: wenn das türkisfarbene Wasser des Walchensees in der Sonne spiegelt und es einen glauben lässt man ist mitten in der Karibik und der erste Schluck Eiskaffee vom Gelati-Mann!

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Der Walchensee, die Karibik der Alpen

Geniesst euer Leben und diesen Sommer in vollen Zügen, aus ganzem Herzen M.

Bilder Benediktenwand T.Linke/Alpenbad S.Ehricht/Walchensee N.Luedemann                                    Isar, Sundraten M.Linke Titelbild Sven Ehricht

Was der Regen im Biergarten und die Prioritäten in deinem Herzen gemeinsam haben

Was der Regen im Biergarten und die Prioritäten in deinem Herzen gemeinsam haben

Gestern war im Arzbacher Hof der 4. Grillabend dieser Saison und wie so oft am Freitag bangten wir alle, ob das Wetter hält und wir draußen im Biergarten feiern können. Regnet es gleich zu Beginn um 18 Uhr, dann wissen wir wie wir dran sind. Dann wird im Saal und Stüberl hergerichtet. Schwierig wird’s bei einer ungenauen Prognose. Das schöne Wetter kann halten, es kann aber auch wie aus dem Nichts ein Gewitter aufziehen. So wie gestern. Biergarten voll, dann plötzlich kam der Wind und wie so oft auch kurz danach der Regen. Alle Gäste stürmen reflexartig nach innen. Die Tische müssen so schnell wie möglich abgeräumt werden, unsere Gäste werden angehalten UNBEDINGT ihre Tischnummern vom Biergarten mitzunehmen, damit sie später noch ihr bestelltes Essen warm serviert bekommen. Danach versuchen wir immer so eine Art System rein zu bringen, denn das von eben ist ja gerade überfällig. Wie wenn man im Fußball eins null hinten liegt und muß jetzt voll in die Offensive. Nach einer Stunde hat sich alles wieder beruhigt, die Gäste haben ihren Platz gefunden. Die „Argeter Buam“ sind auf die Bühne im Saal umgezogen und spielen wieder zünftig Oberkrainer Polkas. Uuund jetzt kommt sie wieder meine philosophische Überleitung, aber so ist es doch: Wie oft denken wir alles muß nach Plan laufen und dann kommt auf einmal alles ganz anders. Wie nach einen Sturm, finden wir uns dann erst einmal zurecht. Wir laufen zunächst orientierungslos umher, bis wir uns langsam wieder sammeln und eine neue Strategie entwickeln, um weiter zu gehen. Viel zu wenig ist uns doch bewußt, daß das Leben überhaupt nicht planbar ist, wenigstens nicht die großen Sachen. Du kannst dir aber alles wünschen, sei aber nicht enttäuscht, wenn das Gewünschte dann in einer ganz anderen Form eintrifft, wie du es dir vorgestellt hast. Du wünscht dir mehr Zeit für dich und dein Fernseher geht kaputt. Du kannst dich darüber ärgern oder einfach einmal für einen Abend ein Buch lesen (oder meinen Blog…hihi) oder spazieren gehen. Das wolltest du doch schon so lange einmal wieder machen. Du sehnst dich nach guten Gesprächen mit deinen Freunden, als sie auf einmal vor der Tür stehen. Genau da als du gerade die Wohnung putzen willst. Du kannst sie wieder fortschicken, mit der Begründung es ist gerade schlecht, aber du rührst dich dann, wenn es besser paßt. Die Wahrheit ist, es wird nie besser passen. Es gibt sogar noch eine zweite Wahrheit, es liegt alles an dir, in deiner Hand, in deiner Macht. Du siehst die Dinge aus deiner Sicht. Es geschieht immer das, was du für möglich hältst und wofür du dich entscheidest. Ein Afrikaner der zum Beispiel wochenlang auf Regen wartet, wird ihn anders bewerten als wir gestern beim Grillabend. Setze deine Prioritäten. Was ist dir wichtig? Ich meine wirklich, wirklich wichtig. Ist es die Reise die du schon so lange machen wolltest, dann warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt dafür. Es wird in vermutlich nie geben. Sind es deine Freunde, dann triff dich mit ihnen. Jetzt. Sicher, Sachen müssen erledigt werden und du kannst auch deine Arbeit total gerne machen und gleichzeitig deine Familie lieben. ( Ich hoffe sehr, daß das der Fall ist;-) Wenn du im Moment zehn Stunden am Tag arbeitest, anstatt mit deinen Kindern im Freibad rum zu springen, dann heißt das nicht, daß dir Familie nichts Wert ist. Im Gegenteil. Es sind die Prioritäten in deinem Herzen die ich meine. Ich bin überzeugt, wenn du diese einmal klar gesetzt hast, so wie Wegweiser die fest in Beton zementiert sind, zeigt sich das auch im Außen. Die Menschen um dich werden spüren, wenn sie dir viel bedeuten und dann darfst du auch einmal zu deinen Freunden sagen, ich muß jetzt wirklich erst die Wohnung sauber machen, aber heute abend komme ich auf ein Glas Wein zu dir. Sie werde es verstehen, weil sie die Wahrheit ja spüren. Ich wünsche dir, daß du weise entscheidest was du mit deiner kostbaren Zeit anfängst und daß du das mit ganzem Herzen tust. Meine Oma hat immer gesagt, wer weiß wofür es gut ist. Betrachte das Leben von hinten. Rückwirkend machen viele Dinge Sinn, auch wenn du es damals nicht verstehen konntest. Versuche immer das Gute zu sehen. Ich wünsche dir, daß es bei dir immer gutes Wetter gibt, egal ob die Sonne scheint oder es in Strömen regnet. Irgendwo habe ich einmal gelesen, hinter den Wolken scheint immer die Sonne. Und ich sage dir: vergiß nicht, der Himmel war nie blauer als jetzt.
Aus ganzem Herzen M.
Bild/ Franz Xaver Kohlauf

Sommerkinder

Sommerkinder

Unsere Kinder sind eingeschlafen. In unserem großen Bett unter dem Sternenhimmel dieser lauen Sommernacht, der durch das weit geöffnete Dachfenster blinzelt. Sommer, Sterne und schlafende Kinder, eine zauberhaft anrührende Kombination. Wer hat sich so etwas Schönes nur ausgedacht? Ich denke an meine Kindheit und an den Sommer, an diese grenzenlose Freiheit. Als würde sich alles um einen herum ein kleines Stückchen ausdehnen und weiter werden. Dieses universale Gefühl mit jedem und allem verbunden zu sein hat sich als unerschütterliches Urvertrauen in mir festgesetzt. Alles ist gut, alles wird gut. Die Sommer bei uns bestanden in meiner Erinnerung immer aus blauen Himmel und Sonnenschein. Das es höchstwahrscheinlich auch mindestens genauso viel Regentage gab, habe ich ausgeblendet. Die paar wenigen an die ich mich erinnere, waren im Grunde nur eine Vorbereitung zur nächsten Hitzewelle. Der Arzbacher Hof und der Alpencampingplatz waren ein internationaler Treffpunkt und Austauschplatz für uns Kinder. Das wir verschiedene Sprachen gesprochen haben hat uns nicht gestört, weil wir auf einer ganz anderen Ebene kommunizierten. Wir sind morgens mit den ersten Sonnenstrahlen aufgewacht und zum Spielen nach draußen. Kurz vorm Dunkelwerden sind wir dann alle wieder nach Hause, um in unsere Betten zu fallen, todmüde, aber glücklich. Im Grunde eine Art Wanderzirkus, mit festem Standpunkt. Wir waren wie Reisende, die doch immer am selben Ort blieben. Die Geschichten und Abenteuer die wir mit unseren „Weggefährten“ teilen durften waren kostbare Souvenirs aus den unterschiedlichsten Ländern, die wir sorgfältig in unserem imaginären Schrein stellten, um sie immer mit uns zu tragen. Jetzt beinahe fünfundzwanzig Jahre später, lebe ich immer noch an diesem kleinen Ort, der mir soviel bedeutet. Ich bin unendlich dankbar, daß unsere Kinder nun das Gleiche erleben dürfen. Ich sehe ihre Augen funkeln, wild, lebendig und so hungrig auf das Leben wie wir damals. Ich bin überzeugt, alles was wir im Moment für sie tun können ist ihnen diese Freiheit zu gewähren, die ich damals erfahren habe. Sie möglichst lange auf zu lassen, um jede Sekunde zu genießen. Um Glühwürmchen zu suchen, Walderdbeeren zu sammeln, Wassermelonen und Eis zu essen bis man Bauchweh bekommt.

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Das Bewußtsein, daß wir nicht alleine auf dieser Welt sind und das es noch so viele andere Menschen gibt. Vor Kurzem ist mir zufällig das beeindruckende Buch von Catharina Rust „Das Mädchen vom Amazonas“ in die Hände gefallen. Eines der Bücher die man in einem Zug ausliest. Als Kind lebte sie in Mashipurimo, einem Urwalddorf am Amazonas. Während ihre Eltern, beide Deutsche, die Lebensweise der Aparai-Wajana-Indianer erforschten, wuchs sie wie eine Indianerin auf – fernab westlichen Komforts, doch aufgehoben in der Gemeinschaft eines Stammes. Vielleicht ist der Vergleich weit her geholt, aber ein bißchen erinnert mich ihre Geschichte auch an meine Kindheit in Arzbach. Das Indinanerspielen im Arzbach, die Lianen und Hütten die wir uns aus Seilen und Holz gebaut haben und das Empfinden, daß wir wertvoll sind und uns genügen. Wenn es notwendig wäre, hätten wir aber auch die Kraft die Welt zu retten. Ich wünsche dir, daß du darauf vertrauen kannst, daß unsere Erde ein guter Ort ist. Und du dich überall zu Hause fühlst, weil Heimat ein Gefühl ist, das in dir ist. Ich wünsche dir, daß das Kind von damals immer ein Teil von dir bleibt. Mögen alle Kinder ihren Platz im Leben finden, an dem sie sich zu Hause fühlen und den Raum & die Nähe die sie brauchen, um Flügel und Wurzeln zur selben Zeit wachsen zu lassen.
Aus ganzem Herzen, M.

Titelbild und Bilder M.Linke/Juli2015

 

 

 

Vom mutig sein und tiefer schwimmen

Vom mutig sein und tiefer schwimmen

Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. Diesen Spruch von Khalil Gibran, habe ich irgendwann, irgendwo einmal gelesen und er hat mich so berührt, daß er mich seitdem begleitet. Deswegen frage ich jetzt dich, wonach sehnst du dich?  Damit meine ich nicht die großen Werte wie Liebe, Glück, Gesundheit…die uns allen einheitlich wichtig sind. Sondern wofür kannst du dich begeistern? Wo liegen deine Stärken? Welche Musik liebst du? Welche Art von Büchern liest du? Welcher Film hat dich bewegt? In welche Länder möchtest du reisen und an welche Orte kehrst du immer wieder zurück? Wenn alle Umstände passen würden, wo würdest du dann leben? Wäre es genau hier, wo du jetzt bist oder träumst du von einer Bambushütte in der Südsee? Wer soll dann bei dir sein, für wen schlägt dein Herz und was würdest du dir wünschen, wenn du drei Wünsche frei hättest? Wenn du mir diese Fragen beantwortest, könnte ich dich wirklich sehen. Zumindest einen Teil von dir, den dafür echt und in Farbe. Ein Lebenslauf ohne eine Anreihung von Zahlen und Zertifikaten. Stell dir zum Beispiel ein Bewerbungsgespräch vor, bei dem es nicht darum geht, sich in einem möglichst guten Licht darzustellen, sondern einfach darum heraus zu finden, wer du bist. Die Frage ist doch, ob Arbeitnehmer und Arbeitgeber zwischenmenschlich gut zusammen passen, ob sie die gleichen Lebensziele verfolgen, sich ergänzen und gemeinsam weiterentwickeln können. Zugegeben wäre das ein sehr idealistischer Zustand, aber ich glaube es wäre möglich. So frage ich oft in einem Bewerbungsgespräch, warum möchtest du bei uns arbeiten? Viel aussagekräftiger als irgendein Zeugnis von dir ist doch, wo liegt deine Leidenschaft und wofür „brennst“ du? Wo stehst du gerade, wo willst du hin? Unseren Kindern erzähle ich oft meine Geschichte von dem kleinen, bunten Fisch der an der Oberfläche des Meeres schwimmt und unendlich traurig ist über die Tatsache, daß er keinen Freund findet, der so ist wie er. Eine ganze Weile geht das so, bis er irgendwann seinen ganzen Mut zusammen nimmt und in das unbekannte Tiefe schwimmt. Je tiefer er schwimmt, um so mehr Fische erkennt er die ihm ähnlich sehen. Sein Herz klopft immer lauter und er ist so aufgeregt, daß er übermutig noch weiter nach unten schwimmt. Als er ganz unten am Grund ankommt, traut er seinen Augen kaum. Ein ganzer Schwarm bunter Fische die genauso sind wie er! In den schillernsten Farben schwimmen sie an ihm vorbei, so etwas Schönes hat er zuvor noch nie gesehen. Komm mit uns mit, kleiner Fisch, wir sind deine Familie, ruft ihm einer der Fische aus dem Schwarm freundlich zu. Den kleinen Fisch kullern viele kleine Fischtränen über die dicken Fischbacken, denn zum ersten Mal in seinem Leben weiß er was es heißt richtig glücklich zu sein. Ich wünsche Dir, den Mut des kleinen Fisches, tiefer zu schwimmen, um heraus zu finden wer du bist. Ich wünsche dir, daß du Menschen begegnest, die dich verstehen und dich erkennen. Ich wünsche dir, daß du glücklich bist, weil du du bist. Aus ganzem Herzen, M.
Bild/ M.Linke Mallorca 2010

Das Lied zum Text

Wish you were here ( Pink Floyd)

So, so you think you can tell
Heaven from Hell
Blue skies from pain
Can you tell a green field
From a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?Did they get you to trade
Your heroes for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?
And did you exchange
A walk on part in a war
For a lead role in a cage?How I wish, how I wish you were here
We’re just two lost souls
Swimming in a fish bowl
Year after year
Running over the same old ground
What have we found?
The same old fears
Wish you were here

Der Tag am See

Der Tag am See

Das Wetter in Bayern ist sensationell schön. Obendrein sind die Prognosen auch noch sensationell gut. Blauer Himmel und Sonne überall. Es ist erst dann richtig Sommer, wenn wieder über die Hitze gejammert wird. Das traut man sich nämlich nicht, wenn das Wetter zuvor wochenlang grottenschlecht war. Als könnte man durch „nur übers mieses Wetter reden“ die Regenwolken wieder zurück locken. Schönes Wetter und Sommer bedeutet bei uns viele Menschen im Biergarten und auf dem Alpencampingplatz. Könnt ihr denn den Sommer auch genießen? Ihr bekommt ja gar nichts mit. Findet ihr denn auch ein bißchen Zeit für einander? So oder so ähnliche Fragen werden uns manchmal gestellt. Die Antwort ist immer leicht. Wir genießen den Sommer. Und wenn viele Gäste auch viel Arbeit bedeuten, wir lieben das. Frag doch mal Mick Jagger, wie ihm das so im Sommer geht, wenn er mit seinen Jungs auf Tour ist. Die sagen ja auch nicht, Mist, das Stadion voll, Sommer und heiß, wir würden dann jetzt mal lieber am See beim Grillen sitzen. So geht’s uns auch, wir wollen bei euch sein und ein verdammt „gutes Konzert“ spielen, damit ihr am Ende alle gut gelaunt wieder nach Hause geht. Auf die Frage, ob wir denn Zeit für uns finden ist die Antwort nicht ganz so leicht. Vor 10 Jahren hätte ich mir das nur schwer vorstellen können, daß es jemanden gibt mit dem ich freiwillig beinahe immer zusammen bin. Ohne jeglichen Fluchtgedanken. Jetzt ist es genauso gekommen und wir sind sogar noch mehr geworden. Unsere Familie. Manchmal passiert dann etwas Seltsames. Obwohl wir uns ständig sehen, haben wir eine solche Sehnsucht nach uns. Ich weiß, schwer zu erklären. Heute war dieses Gefühl wieder besonders ausgeprägt vorhanden und wir haben dann spontan unser Boot auf unseren Bus gepackt, haben unsere Köchin und die Kellnerin angerufen, ob sie vielleicht eher kommen könnten und sind für ein paar Stunden verschwunden. Ich glaube wenn man seinem Gefühl folgt, besonders wenn es einheitlich stark ist, wird man belohnt. In unserem Fall mit einem magischem Tag an einem unbeschreiblich schönen See, gerade mal 30 Km von uns. Baby Kati ist im Wasser auf meinem Arm eingeschlafen, Tommy und Leni sind mit Papa Tom Bootgefahren, easy living für ein paar Stunden und das Bewußtsein, daß es so ein großes Glück ist, daß wir uns gefunden haben! Das größte Geschenk überhaupt – auf die Gefahr hin das sich das jetzt so kitschig wie eine Blumentapete aus den 70gern anhört. Ich wünsche dir, daß du immer deinem Herzen folgst, die Gefühle sind die Sprache in der es zu dir spricht. Du wirst sehen, du wirst belohnt werden. Ausnahmelos. Das wünsche ich dir aus ganzem Herzen und eine Gute Nacht, M.
www.walchensee.de
Bild M.Linke / Juli 2015

Über das Losgehen und das Ankommen

Über das Losgehen und das Ankommen

Wenn jemand mit vollbepackten Rucksack je nach Wetterlage durchnäßt oder verschwitzt bei uns an der Campingrezeption steht, sich nach einen Zeltstellplatz für eine Nacht und dem besten Weg zur Tutzinger Hütte erkundigt, dann ist es ziemlich wahrscheinlich, daß es sich um einen „Venedigwanderer“ handelt. Vom Arzbacher Hof aus ist die Tutzinger Hütte in ungefähr 4 Stunden zu erreichen und so ist der Alpencampingplatz besonders die letzten Jahre zu einer beliebten letzten Übernachtungsmöglichkeit vor dem Einstieg in das Voralpengebirge geworden. Mich hat die Strecke auch seit jeher fasziniert. Die magische Landschaft der Alpen bis übers Karwendel, den Dolomiten und am Ende der bestimmt mühsame, lange Weg der Piave Ebene entlang und die große Freude, wenn man endlich das Meer sehen kann. Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlt nach 4-5 Wochen (wenn man keine größeren Pausen oder längere Aufenthalte plant) bei einem herzhaften Teller Pasta und gutem Wein auf dem Markusplatz in der Sonne zu sitzen und zu wissen man ist angekommen. Die Eindrücke und die Erlebnisse die man auf dem Weg haben durfte und die man im besten Fall in angenehmer Gesellschaft teilen darf. Definitiv ein gutes Gefühl.

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Mit Leni und Tommy in Venedig / Juni 2012

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Heute erst sind wieder ein paar der Wanderer aufgebrochen. Eine junge Frau, die alleine unterwegs war und ein flottes Ehepaar anfangs sechzig. Wir kamen kurz ins Gespräch und sie schwärmten von ihrer geplanten Reise von München nach Venedig und davon, daß sie sich einen langersehnten Traum erfüllen. Sie wollten solange warten bis sie beide in Rente sind, um sich dann soviel Zeit nehmen zu können wie sie eben brauchen. Bis Mitte September möchten sie unterwegs sein. Ich gebe noch ein paar Tipps für den Aufstieg und mache mir Gedanken, da sie erst um circa 9 Uhr aufbrechen und es um diese Zeit bereits 30 Grad Außentemperatur bei uns hat. Nur zu gut weiß ich wie heiß es auf dem Weg zur Benediktenwand im Sommer werden kann. Beinahe unerträglich heiß. In der Probstwand gibt es auch keinen Baum unter dem man sich einmal kurz stellen könnte. Ich frage mich, ob sie gut angekommen sind und nur zu gerne würde ich ihre Geschichten hören, die sie unterwegs noch erleben werden. Ich denke an früher, wie oft ich die Benediktenwand raufgekraxelt bin und das es jedes Mal anders war. Der Sonnenaufgang am Gipfelkreuz. Die Steinböcke die sich unbeeindruckt mitten auf den Weg ausruhen. Ein plötzlicher Regenschauer. Hitze. Schnee. Blumenwiesen. Die letzten Jahre bin ich nie wieder dort gewesen, auch wenn ich es mir so oft vorgenommen habe. Irgendwann werde ich einfach einmal wieder losgehen. Das hier ist mein allererster Eintrag in meinen eigenen Blog und es ist auch ein bißchen so, wie endlich losgehen. Weil darum geht es doch. Wenn es an der Zeit ist, einfach JETZT los zu gehen. Ich schließe meine Augen und kann ein Ziel vor mir sehen. Ich weiß noch nicht genau wie es aussieht, weil ich ja noch nie da gewesen bin. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt auf dem Weg zu sein und anzukommen. Definitiv (noch) ein gutes Gefühl. Ich wünsche dir, daß du los gehen kannst und ich wünsche dir das Gefühl zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist…aus ganzem Herzen M.

www.muenchenvenedig.de

Bild T.Linke