Ich kann mich noch so gut an unser erstes Treffen erinnern. Dominikas Blog From Munich with love war einer der ersten Blogs, die ich regelmäßig und sehr, sehr gerne gelesen habe. Irgendwann hat mich Dominika dann zusammen mit ihrer Familie mich bei uns im Arzbacher Hof besucht.  Sie  war damit die erste Bloggerin überhaupt, die ich bisher getroffen hatte.  Ich fand Dominika und ihren Mann Tobias vom ersten Augenblick total sympathisch und die beiden Jungs zauberhaft.  Anfangs lugten sie vorsichtig hinter Dominikas Rücken hervor, doch es dauerte nicht lange als sie mit Tobias und unserem Sohn Fußball spielten. „Wir brauchen nur einen Ball, dann ist alles gut, “ scherzte Dominika. Während die Jungs Fußball spielten, unterhielten wir beide uns und stellten fest, wie seltsam es ist, wenn man über den Blog schon so viel übereinander gelesen hat. Es ist dann fast so, als würde man sich bereits kennen. Wir sind mit den Kindern zum Jaudn Hangflitzer gefahren und hatten einen wirklich richtig tollen Tag miteinander.  Dominika schrieb in ihren Start ups über den Arzbacher Hof und über mein Mama Leben in einem bayrischen Wirtshaus und es war klar, irgendwann da müssen wir beide zusammen auf Gipfeltreffen gehen. Es war gar nicht so einfach einen Termin zu finden, aber am 6.Mai dieses Jahres war es dann endlich soweit. Und ich freue mich so darauf Dominika wiederzusehen.  Immer wenn ich auf ein Gipfeltreffen gehe, dann suche ich den passenden Berg aus, von dem ich mir sicher bin, dass er zum Charakter meiner Begleitung passt. Dann habe ich meistens noch ein zwei Alternativen, falls es regnen sollte. Nur dieses Mal hat es zu Ostern noch geschneit und alle Routen die ich mir überlegt hatte, fielen wegen zu viel Schnee auf den Gipfel komplett aus. Als ich mit Carola und Jochen auf dem Heigelkopf war, sind wir nicht ganz auf den Gipfel gegangen. Aber als jemand der in der Arzbach/ Wackersberg aufgewachsen ist, kann ich diesen Gipfel nicht einfach auslassen und  jetzt passt er einfach perfekt zu der derzeitigen Wetterlage.

Mit unserem VW Bus holte ich Dominika in Lenggries am Bahnhof ab. Wie wunderbar das sie hier ist! Ich erzählte ihr von meinen Plan und Dominika zweifelte noch an ihren Schuhen, weil ja selbst am Heigelkopf ein paar restliche Schneefelder sind. Ach, die Schuhe passen schon. Wir parkten am Waldherralm-Parkplatz und marschierten los. Dominika erzählte mir, dass sie heute das mit der Instagram Story ausprobieren möchte. Immer wieder hielten wir an, schoßen ein paar Fotos so nebenbei. Zwei Bloggerinnen eben. Aber trotzdem nahmen wir diesen milden Frühlingstag ganz bewusst war. Die ersten Blumen spitzten zaghaft zwischen den Wiesen durch.  Ich war wirklich glücklich, dass sie hier war.

Dominika du bist ja in Polen aufgewachsen. Was hat dich in deiner Familie als Kind in deiner Heimat am meisten geprägt?

In der Kindheit bestimmt meine 4 Jahre ältere Schwester Kinga. Sie war damals für mich sehr wichtig, mein Vorbild in vielen Sachen und eine Bezugsperson. Inzwischen hat unsere Beziehung mehr mit Freundschaft und Partnerschaft zu tun, auch wenn ich immer noch die kleinere Schwester bin. Als Kinder spielten wir besonders gerne Rollenspiele, bei denen unsere imaginären Ehemänner auf Geschäftsreise waren und erst am Wochenende heimkamen. Das war vielleicht ein bisschen wie eine Vorahnung (lacht). Ich bin in der Stadt Radom, 100km südlich von Warschau aufgewachsen.  Meine Familie war sehr herzlich und bei uns wurde immer viel gelacht, doch ich habe auch schon sehr früh gelernt mit wenig Konsum aus kommen zu müssen. Als Kind war das nicht immer einfach, aber heute sehe ich wie oft mir das tatsächlich zugutegekommen ist. Essen einfach so wegwerfen, nur weil es im Moment zu viel ist, dass kann ich einfach nicht.  Das Band meiner Schwester und mir war schon sehr innig und eng, als 10 Jahre später dann noch unser Bruder Milosz zu uns kam. Doch wir sind schon sehr froh, dass wir ihn haben.

Warst du ein eher ruhiges oder ein lebhaftes Kind?

Oh, ich war total schüchtern. Wirklich. Ich weinte tatsächlich oft, war sehr verletzlich und emotional.  Ich vertraute nur meinen Bezugspersonen in der Familie und später im Verwandtschaftskreis. Schulveranstaltungen bei denen man auf der Bühne auftreten musste, waren schrecklich für mich und ich mied sie wo es nur ging. Diese Eigenschaften erkenne ich heute hin und wieder übrigens auch in unseren Kindern wieder. 

Ich musste lachen, weil ich mir das gar nicht richtig vorstellen kann. Schließlich ist Dominika heute u.a. Eventmanagerin und organsierte zum Beispiel die mittlerweile sehr beliebten Bloggerevents im Kinderkunsthaus. Wie konntest du denn diese Schüchternheit überwinden? Dominika ist ein so ausgeglichener und ruhiger Mensch, aber wenn sie im Mittelpunkt steht, gleichzeitig auch sehr professionell und selbstbewusst.

Das war nicht immer so und das musste ich mir auch alles irgendwie erarbeiten. Aber ich habe mir über die Jahre eine sehr erfolgreiche Methode angewöhnt. Wenn ich vor etwas Angst habe, dann mache ich es einfach. In der Regel wird dann genau die Angst immer kleiner und selbst wenn sie am Ende nicht ganz weg ist, bestimmt sie mein Handeln nicht mehr, weil ich mich ihr ja gestellt habe. Heute habe ich sogar richtig Freude daran und bin nun ja sogar Bloggerin geworden. Das wäre früher undenkbar gewesen.

Wir haben das steilste Stück hinter uns und drehen uns um, um ins Tal zu zurück zu schauen. Was für eine Aussicht. Dominika hat ihn auch. Diesen Blick für die Natur. Für die Details. Für die vielen Wunder um uns herum. Das habe ich sofort gespürt, als wir uns getroffen haben und genau darum habe ich sie auch direkt in mein Herz  geschlossen.

Woran glaubst du Dominika?

Ich glaube, dass wenn man an sich ein guter und ehrlicher Mensch ist, das Gute auch immer zurück kommt. Und ich glaube, dass es viel mehr gibt, als nur das, was wir sehen und hören können.

Genau das glaube ich auch. Ach was, davon bin ich überzeugt. Wir müssen so viel Wahrheit, Herzenswärme und Liebe wie nur möglich in unsere Leben lassen. Im Grunde ist das alles was zählt.

Du hast auch viele Jahre im Ausland verbracht und sprichst vier Sprachen. Dein beruflicher Lebenslauf ist lang.  Wo hast du denn überall gelebt?

Nach dem Abitur habe ich im Polnischen Kultur Institut Kulturwissenschaften studiert mit Schwerpunkt in der „Kulturellen Animation.“ Das Thema meiner Magisterarbeit handelte von der Fotografie.  Nach Ende des Studiums im Juli 2004 ging ich als Projektassistentin in die Eventabteilung „Divastero Giovani ed Eventi“ in Lugano  in der Schweiz. Während meiner Studienzeit hatte ich dort schon immer in den Semesterferien gejobbt. Übrigens auch in der Gastronomie.

In der Gastronomie?

Ja, damals sollte ich in einer Alm arbeiten. Ich war ja noch Studentin und der Aufenthalt wurde ganz kurzfristig organisiert.  Ich bin dorthin mit einem Bus gefahren. Ich hatte nicht mal genug Bargeld dabei, um eine Bahnkarte aus Zürich nach Bellinzona zu kaufen, wo ich dann abgeholt werden sollte. Im Bus habe ich eine Frau kennen gelernt, die mir diese paar Franken geliehen hat. Da sie in Locarno in einer Eisdiele ausgeholfen hat, habe ich ihr das Geld später zurück gebracht. Ohne das Geld hätte ich kein Ticket kaufen können. 

Wir redeten davon wie wichtig diese angeblich kleinen Dinge sind, die fremde Menschen manches Mal für einen tun, die aber in Wahrheit so gewichtig sein können.

Lugano sollte überhaupt noch eine schicksalshafte Begegnung für Dominkas Leben bedeuten. Bei einem Salsakurs lernte sie dort nämlich Tobias kennen und lieben. Dominika war die einzige die Englisch und Italienisch sprach und würde deshalb als Übersetzerin für Tobias von der Tanzlehrerin ausgewählt.

Ich musste für ihn den Kursinhalt vom Italienischen ins Englische dolmetschen, damals konnte ich ja noch kein Deutsch. Tobias stammt ja aus dem Schwarzwald.

Wie ging es dann mit euch weiter?

Wir waren beide frisch verliebt und es war für uns einfach klar, wir möchten auf jeden Fall zusammen bleiben. Als Tobias in Deutschland einen guten Job fand, zogen wir Ende 2005 gemeinsam nach Hamburg. Das war für uns beide ein Neuanfang und heute eine schöne Erinnerung an unsere Anfangszeit als Paar. Wir fanden beide eine gemütliche Wohnung für uns beide und ich versuchte so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Mit Tobias hatte ich natürlich den besten Lehrer an meiner Seite. Im März 2006 arbeitet ich selbstständig im Kultur und Eventmanagement. Ich durfte unter anderem die Projektleitung der Fotoausstellung „Ein paar Paare – Pare par“ übernehmen, arbeitete als Gästebetreuerin und Dolmetscherin. 2007 dann wieder in der Projektassistenz bei der Agentur Ereignisreich. Später ergab es sich noch einmal als Projektmanagerin in einem Kinderzentrum in Danzing und für über ein Jahr als Koordinatorin im Nationaltheater in Warschau zu arbeiten. Tobias und ich führten damals praktisch eine Fernbeziehung, heirateten aber gleichzeitig 2009 in Warschau.  2010 zog ich dann endgültig zu Tobi nach München. (im Schwarzwald holten wir dann noch die standesamtliche Trauung „in deutsch“ nach) Ich arbeitete erstmals als Teamassistentin im polnischen Kulturzentrum, bevor ich mit unserem ersten Sohn schwanger wurde.  Auch während unserer Familienzeit habe ich mich weitergebildet.

Und wie entstand dann die Idee zu deinen beiden Blogs? (Dominika führt zwei Blogs www.frommunichwithlove.de und ihren polnischen Blog polkawmonachium.blogspot.de)

Auf meinem Blog gab ich bereits ein paar Antworten dazu, z. B. auf der Seite “FAQ – frequently asked questions“. Hier wies ich auf das Buch hin “Mama muss die Welt retten. Wie Mütter vom Wickeltisch aus Karriere machen” von Caroline Rosales und Isa Grütering. Das Buch gab mir tatsächlich den direkten Impuls, sich mit dem Thema Bloggen nicht nur ausschließlich als Hobby, sondern auch als Hauptberuf zu beschäftigen. Aus dem kleinen „Test“ für die Übergansphase in Elternzeit ist ein anständiger Job geworden.

 

 

Im August 2016 bis kurz vor unserem Umzug nach Frankfurt arbeitete ich auch wieder außerhalb meiner Bloggertätigkeiten.  Demnächst würde ich mich gerne selbstständig machen und als Social Media Beraterin tätig sein.

Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Dominika weiß unglaublich viel und kann ihr Wissen auch gut und anschaulich erklären, was ich persönlich immer sehr, sehr wichtig finde.

 

 

Wir waren so sehr in unsere Gespräche vertieft, dass wir auf einmal merkten, dass wir schon da fast da sind. Wir setzen uns auf das kleine Gipfelbankerl und genossen erst einmal die herrliche  Aussicht von da oben! Ein Schmetterling fliegt um uns rum, als wollte er uns mitteilen, dass der Frühling bald da ist. Ich packte die vorbereitete Brotzeit aus. Natürlich darf der Früchtetee in der Marco Polo Thermoskanne aus der Goddie Bag des letzten Bloggerevents aus dem Kinderkunsthaus und der hausgemachte Mirabellenlikör vom Arzbacher Hof nicht fehlen.

Als wir uns im Gipfelbuch eintragen, werde ich ein bisschen wehmütig. Dominika hatte vor kurzem noch eine Bucket list geschrieben, auf der alle Dinge stehen, die sie vor ihren großen Umzug mit ihrer Familie nach Frankfurt noch unbedingt tun möchte. Unser Gipfeltreffen war auch dabei und jetzt hat sich dieser Wunsch tatsächlich noch erfüllt. Tobias fand vor einiger Zeit einen sehr guten Job in Frankfurt. Dominika blieb mit den Kindern vorerst in München. Die Stadt an die sich alle doch so sehr gewöhnt hatten und in der sich die ganze Familie so wohl fühlte. Doch irgendwann merkten sie, dass nicht nur der Körper, sondern auch die Seele kränkelte. Da war es dann klar…Home is wherever I am with you. Die junge Familie wird schon bald nach unserem Treffen nach Frankfurt ziehen

Noch lange saßen wir da oben auf dem Heigelkopf in der milden Frühlingssonne. Schließlich hatten wir uns so viel zu erzählen. Als ich wir uns an den Abstieg machten, war es bereits Nachmittag.

Am Parkplatz angekommen, kehrten wir noch auf einen Kaffee, Apfelschorle und Kuchen in der Waldherr Alm ein. Die Kuchen dort sind riesig und unglaublich lecker! Dominika bestand, trotz Protest meinerseits darauf mich einzuladen.

Wo würdest du dich gerne heute in 10 Jahren sehen?

Da ich meinen beruflichen Weg in der letzten Zeit etwas zurück stecken musste, hoffe ich sehr, dass es sich in den nächsten Jahren verbessert, dass ich endlich finanziell unabhängig und frei sein kann. Ich hoffe, ich darf eine Tätigkeit ausüben, die mir sehr viel Spaß macht und mich einfach zufrieden stellt. 

Was würdest du abschließend  als deinen größten Wunsch bezeichnen?

Dass meine Familie immer zusammen hält, dass und keine Lebenssituationen aus einander bringen. Dass meine Kinder immer zu mir stehen werden und ihre polnische Identität nicht verlieren werden.

Wenn sie denn einen Botschaft an unsere Blogleser hätte, die man als Weisheit auf einen Tischkalender schreiben würde, wie würde die denn lauten?

Habe keine Angst, sondern stell dich genau dem was dir Angst macht. Meistens liegt in dem was du meidest auch dein größteses Potiental. Glaube an dich. Sei beharrlich und fleißig, irgendwann wirst du dein Ziel erreichen. Vielleicht anders wie du es erwartet hast, aber du wirst ankommen. Probiere viel aus, so wirst du am meisten lernen. Und sei ehrlich mir dir und mit anderen.

Kurz später standen wir beide am Bahnhof von Bad Tölz und warteten noch ein paar Minuten ehe die BOB kam, mit der Dominika zurück nach München fuhr.

Das Gipfeltreffen war so einzigartig und speziell für mich. Dominika ist ein so besonderer und herzlicher Mensch.  Das wir uns wiedersehen, dass weiß ich einfach und ich bin aufrichtig froh, sie kennen gelernt zu haben.

Danke auch aus ganzem Herzen für diesen wunderbaren Tag mit dir Dominika. Ich werde für immer in mir tragen und mich daran erinnern und mich wie Heidi fragen, ob man wohl vom Römer in Frankfurt auch die Berge sehen kann? Aus ganzem Herzen, deine Michaela

www.hoehenrausch.de/berge/heigelkopf/


4 thoughts on “From Munich with love trifft aus ganzem Herzen – Gipfeltreffen auf den Heigelkopf mit Dominika

  1. Liebe Michaela, mich beeindruckt immer sehr, mit wieviel Liebe, Fingerspitzengefühl und Humor Du Dich den Menschen näherst und sie für Dich gewinnst. Wieder einmal eine wunderschöne und stimmungsvolle Beschreibung eines Gipfeltreffens!
    Angelika

  2. Liebe Angelika, danke aus ganzem Herzen ♥ Und am allermeisten liegt es an den wunderbaren Menschen, die mit mir auf den Berg gehen! Dominika z.b mit mir auf dem Blomberg oder du mit mir auf die Denkalm

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