Auf der Insel der Geschichtenerzähler

Stell dir einmal eine kleine, wunderschöne Insel vor. Irgendwo in einem der Ozeane auf dieser Erde. Wenn du genauer hinsiehst erkennst du eine lange, festlich gedeckte Tafel an der sich die unterschiedlichsten Menschen angeregt miteinander unterhalten. Jeder ist anders auf seine Art und Weise, doch was sie alle vereint ist die unsagbar große Leidenschaft fürs  Schreiben. An dieser Tafel erzählt man sich die abenteuerlichsten Geschichten, rührende Gedichte und philosophiert im Kerzenlicht bis weit nach Sonnenuntergang über tausend Dinge, Gott und die Welt. Einige blicken andächtig stundenlang in das offene Meer, um sich von seiner Stille  zum Träumen inspirieren zu lassen. Die Geschichten anderer wiederum haben ihren Ursprung in tiefen Gesprächen, die dem aufrichtigen Wunsch nach Austausch gefolgt sind. Die Besten davon werden auf kunstvolles Papier geschrieben und in bunten Flaschen auf ihren Weg über das weite Meer geschickt. Und weil der Ozean unsagbar groß und durchtränkt von Abenteuern ist, weiß man nie genau, wo sie ihre Bestimmung finden werden.Aber bei einem sei dir gewiss, deine Geschichte ist genau jetzt in diesem Augenblick zu dir unterwegs. Du wirst sie daran erkennen, dass sie irgendetwas in dir auslöst, wovon du keinen Schimmer hattest das es überhaupt existiert. Etwas das dich tief im Herzen berührt, dich aufwühlt, sonderbar bewegt und eine Botschaft für dich bereit hält. Manches Mal wirst du im ersten Augenblick wissen, was sie dir sagen will, ein anders Mal wird dir der Grund dafür verborgen bleiben, aber ausnahmslos immer ist sie auch ein Teil von dir. Weil du und wir alle auch ein Teil vom großen Ganzen sind. Wenn früher die Geschichten reisen lernten, dann geschah das über Bücher, Briefe und Zeitungen. Sonst gab es nicht sehr viele Möglichkeiten. Öffentlich zu schreiben war ein seltenes Privileg, dass nur wenigen Auserwählten gewährt wurde. Dann kam das Internet und wie das Meer spült es bis heute unzählbar viele dieser einzigartigen Flaschen überall und in alle Richtungen. Die Transportmittel wurden immer fortschrittlicher und bald schon konnte man an jeden Ort reisen an den man wollte. Die geheime, unerreichbare Insel der Geschichteerzähler gehörte bald der Vergangenheit an.  Doch ich habe mir sagen lassen, es hat sich wirklich gegeben und es gibt sie immer noch. Und eines Tages finde ich heraus, wie man dort hinkommt.  Denn ihr lieben Geschichtenerzähler da draußen, ich glaube an euch. Ich glaube, dass ihr alles verändert könnt mit ein paar wenigen, aber weisen Worten. Ich glaube, dass ihr unfassbar wertvoll für uns alle seid, weil ihr unsere Helden zum Leben erweckt und uns daran erinnert, wer wir wirklich sind.  Ihr beschreibt für uns den Himmel, die Unendlichkeit dahinter und die Farben tief unten am Meeresgrund. Ihr macht unsere Kinder zu guten Menschen, füllt  Herzen mit Zuversicht und stillt Sehnsüchte, in dem ihr unsere weckt. Ihr lebt unsere Träume, damit wir daran glauben, dass es geht und  ihr habt nicht aufgehört die Liebe zu suchen, weil das am Ende immer alles ist, worum es geht. Dafür danke ich euch aus ganzem Herzen, denn das ist der wahre Grund warum ich schreibe: Ich glaube an euch und an das Wort, welches schon seit jeher am Anfang stand. Ich bitte euch achtet darauf, welche Geschichten ihr erzählen wollt und ob sie diese, unsere Welt, zu einer besseren werden lassen.  Achte auf die Wahrheit und darauf ob sie aus ganzem Herzen kommt. Denn Worte sind unsere Gegenwart und Zukunft zugleich.  arzbacher hof 158Ich wünsche dir mehr Zeit am Meer, weil sie grundsätzlich immer zu wenig ist. Ich wünsche dir Geschichten die für dich geschrieben wurden und welche die zu dir finden, weil du sie ganz einfach selbst erzählen musst.  Denn die Welt braucht mehr Geschichtenerzähler, dass hat schon der Dalai Lama gesagt und der muss es denn nun wirklich wissen.  Ein paar von dieser Geschichtenerzähler habe ich für euch gefunden und gefragt, was das „Bloggen“ (die moderne Form des Erzählens) für sie bedeutet und warum sie überhaupt schreiben? Hier sind ihre Antworten und die Links zu ihren entzückend schönen, amüsanten und hinreißenden Blogs.

Laura von Fundorte :Warum blogge ich: weil ich seit meinem sechsten Lebensjahr schreibe. Geschichten, Tagebuch, liebevoll ausformulierte SMS. Ich brauche das, um den Kopf freizubekommen. Um Meine Gedanken festzuhalten. Ich möchte gerne einen Marmeladenglasaugenblick herstellen- man dreht das Glas auf und fühlt sich gleich wieder in die Situation zurück versetzt und da man nicht mal eben einen Roman schreibt, ist mein Blog ins Leben gerufen worden. Ich möchte Menschen erreichen, Kleinigkeiten im Leben mehr wahrzunehmen. Ich möchte Menschen inspirieren, zu einer Reise, zu einem Cafébesuch. Ich möchte Menschen erreichen und ihren Alltag mit meinen Worten und meinen Bildern ein kleines bisschen farbiger werden lassen.

Uwe Ich habe mit 1000 Pools begonnen:
A. weil ich es als Bewerbungsplus genutzt habe, um einen persönlichen Mehrwert zu generieren
B. weil ich persönliche Erfahrungen gerne auch teilen möchte
C. weil ich oftmals Erlebnisse mehrfach erzählen/tippen durfte, da mich unterschiedliche Freunde gleiche Sachen gefragt haben – so kann ich zukünftig einen Link nutzen und jeder bekommt „dieselbe“ Info! 

Christina: Durch das Schreiben empfinde ich manchmal so eine Art Flow. Es stellt mich zufrieden etwas Sinnvolles fertig zu stellen.Wimmelköpfchen

Joey Penspinning habe ich eröffnet weil:
-ich den Sport wieder populärer machen will, früher war er mal beliebter doch ich kenne heute niemanden aus meinem Umfeld, der es macht.
-es wenige deutsche Tutorials gibt und die meisten deutschen nicht so umfangreich sind und älter sind
-ich die Tutorials zugänglicher machen will. Es gibt noch keine deutsche Website, auf der man einfach ohne Suchen an diese Tutorials kommt und einen Leitfaden hat

Stefan Komm in Bewegung : Manche Aussagen kommen mir sehr bekannt vor. Hab das auch schon mal in ähnlicher Weise geschrieben. Freue mich, dass noch mehr Blogger so denken 😉
Ich blogge aus verschiedenen Gründen. Einer davon ist, dass mir Sprache liegt und ich was zu sagen habe. Und ich möchte Menschen helfen, ihre Trägheit oder den Wunsch nach Perfektionismus zu überwinden, um in Bewegung zu kommen und zu entdecken, welche tollen Menschen sie sind.

Heike: Ich schreibe auf Baobabstories über Afrikanische Affenbrotbäume – also Baobabs – weil ich sie liebe und Bäume generell phantastisch finde. Ich reise viel und besuche die Lebensräume von Baobabs, spreche mit Menschen, die dort leben und auch mit Fachleuten. Natürlich sammle ich Geschichten über Baobabs und schreibe aus meiner Sicht Wissenswertes darüber auf. Für mich sind Baobabs ein Menschen-verbindendes Thema.

Nina: Ich bin 37 jahre alt und es ist wohl etwas spät jetzt (vor 3 wochen) einen blog zu starten. Da ich gerade in Karenz bin und es auch ein Leben ausserhalb des Mama-seins gibt, ich leidenschaftlich gerne fotografiere und mit anderen kommuniziere und netzwerke, lag es für mich nahe. Ich war beruflich im Marketing tätig und es liegt mir einfach Leute anzusprechen. Der Spass ist wohl meine Hauptmotivation. Ich möchte keine grossartigen Lehren verbreiten oder die Welt verbessern. Es wäre schön, wenn ich meine Freude an div. Themen und Dingen (Lifestyle, Fashion, Food, ..) mit anderen teilen kann.mami-envogue

Beatrice: Ich reihe mich mal ein. Das Bloggen macht bisher einfach Spaß. Die Beiträge würde ich sonst immer mal in Form von e-mails verschicken. Malen und zeichnen entspannt mich und somit entstehen die Illustrationen. Natürlich freue ich mich dann, wenn sie nicht einfach irgendwo rumliegen und verstauben, sondern auch gesehen werden. Auf meinem Blog in der Rubrik WER und WARUM habe ich das auch nochmal aufgeschrieben. Beatrice-confuss

Stefanie: Ich blogge weil ich etwas zu sagen habe, weil ich informieren möchte und weil ich die Welt verändern möchte! Außerdem schreibe ich so gerne „smile“-Emoticon Durch das bloggen kann ich meine Gedanken nach außen tragen und lerne dabei noch viele tolle, oftmals gleichgesinnte, Menschen kennen. Es ist auch manchmal ein wenig Therapie, das Schreiben, das Sortieren der Gedanken und das Basteln und Bauen! Alt trifft neu

Marisa:meine Motivation: die Freude daran und ehrlich gesagt auch die Bereitstellung kostenloser Produkte (sonst würde mein Blog keinen Sinn machen). mein Antrieb sind die lieben Kommentare meiner Leser, Feedback von Freunden und Co. meine Botschaft: gebe nie auf, wenn dir mal Leute entfolgen o.ä. Dafür folgen dir morgen 10 neue „smile“-Emoticon Hab Spaß dran und ziehe es durch. Reviews-and-couponing.blogspot.de/

Rene: Ich möchte mit meinem Blog anderen helfen. Insbesondere Personen die durch ADHS massive Probleme in der Berufsfindung und im Berufsleben haben. Außerdem ist mein Blog ein Schritt in die Richtung als Autor meinen Lebensunterhalt verdienen zu können Adsberufe

Melanie:Ich blogge, weil … gute Frage. Wir leben und genießen gern. Wir haben unseren Platz und unser Glück auf dem Land gefunden. Daher lassen wir andere sehr gerne an unserem Landleben teilhaben. Inkl. unser Lieblingsrezepte und unserer Reisen, aber auch dem Alltag, vor allem mit den Hühnern „smile“-Emoticon Land Leben Lieben

Luna: Ich schreibe, weil ich gerne rede. Schreiben ist für mich reden nur leise. Und die kleine Aufregung, die ich habe, wenn ich einen Artikel veröffentliche finde ich toll. Ich schreibe über die kindliche Entwicklung aus der Sicht der Wahrnehmung. Ich möchte Eltern Hintergrundwissen zur sensorischen Integration geben um ihre Kinder besser verstehen zu können. Ich möchte Eltern helfen zu Hause liebevoll mit ihren Kindern zu leben und zu lernen, egal ob mit oder ohne Wahrnehmungsstörung. Meand3kids

Julia: Ich schreibe, um mein Bedürfnis zu stillen, mich auszudrücken (auch beruflich übrigens, aber das unabhängig vom Blog). Mit meinem Blog will ich meine Leidenschaft teilen und ich muss sagen, dass mir das Bloggen sehr viel Zuversicht und Selbstbewusstsein gegeben hat. Ich schätze, ohne meinen Blog hätte ich das „Abenteuer Auswanderung“ nicht in Angriff genommen. Auch tut es manchmal gut, den Blog zum Dampf ablassen nutzen zu können. Oder über Unsicherheiten zu schreiben und anhand von Kommentaren und Reaktionen zu sehen: Hey, Du bist nicht allein. Anderen geht’s auch so und andere geben Dir was zurück, was Du für Dich nutzen kannst. Mein Blog ist vieles: Tagebuch, Kommunikationsstrategie, „Kennenlernplattform“, Abenteuerroman und vor allem ist er zu großen Teilen ein Spiegelbild meiner Seele. Mein Blog entwickelt sich mit mir und meinem Leben mit. Und ich freu mich schon darauf, zu sehen, wohin der Weg gehen wird. Wenn du nach so etwas suchst, darfst auch Du mich gern begleiten. Ich freu mich immer über Besuch: Italien und ich

Aimeè: Meine Motivation war und ist, das ich anderen Menschen zeigen mag, wie jemand mit Multiple Sklerose sein Leben so bewältigt und was es so Lebenswert macht: Und das sind in der Regel ganz viel Kuchen, Gebäck und natürlich etwas Beauty!  Aimee-adams

Mia: Ich blogge um andere Menschen zu erreichen und eventuell dabei auch Gleichgesinnte zu finden. Ich teile gerne mein Wissen und hole mir das der anderen . 🙂 Außerdem macht es mehr als Spaß, es ist nicht nur ein Hobby, es ist Leidenschaft. Ich steh voll hinter dem was ich tue/schreibe. Atroksia

Alexandra: Ich blogge, weil es mir Freude macht Menschen etwas aus meinem Leben zu zeigen,sie also Teil haben zu lassen. Es freut mich immer die lieben Kommentare zu lesen. Außerdem habe ich ein kleines Geheimnis… Ich habe schwere Depressionen und das Bloggen hilft mir die manchmal zu vergessen. Ich habe mir durch das Bloggen eine eigene Welt aufgebaut, habe viele tolle Leute kennen gelernt und viel dazugelernt.Das Bloggen ist also auch wie eine Art Therapie. Ich und das Leben

Julia: Ich blogge schlichtweg aus Freude am Schreiben. Eigentlich bin ich Schriftstellerin mit Leib und Seele, aber für ein eigenes Buch fehlt leider sehr oft die Inspiration und man muss kontinuierlich am Ball bleiben. Da ist so ein Blog ein schöner Ausgleich. Außerdem ist es mir immer ein großes Anliegen, den Menschen ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder sie zum Lachen zu bringen und wenn ich das auch nur bei einem Menschen geschafft habe, bin ich schon happy. Die mit dem roten Lippenstift


Titelbild/Bild M.Linke


14 thoughts on “Auf der Insel der Geschichtenerzähler

  1. Unglaublich toll geworden. Bin sprachlos….das hat was poetisches, traumeigenes. Ich freue mich, dass ich daran teil haben kann. Danke. 🙂 Mia

  2. Liebe Mia, vielen, vielen Dank! Ich freue mich sehr darüber, am allermeisten das du dabei gewesen bist! Herzliche Grüße aus dem Isarwinkel!

  3. Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. Es liest sich so schön 🙂

    Gerade der letzte Abschnitt „Ich bitte euch achtet darauf, welche Geschichten ihr erzählen wollt und ob sie diese, unsere Welt, zu einer besseren werden lassen…..“

    Ich bin dabei <3 Lasst und die Welt zu einer besseren werden, durch unsere Geschichten…

  4. Danke dir liebes Sternchen für deinen Kommentar! Ja, ich glaube auch es ist immer wichtig sich vorher zu fragen, ob der Beitrag den man schreibt, die Welt (denn wenn man öffentlich schreibt, kann es ja im Grunde jeder lesen) berreichert oder eben nicht. Danke dir aus ganzem Herzen für deinen Beitrag dazu 😉

  5. Liebe Michaela,

    bei deinen Worten lief mir ein angenehmer Schauer über den Rücken und Elefantenpickel sprießten förmlich auf meine Haut. Gänsehaut kann man das einfach nicht mehr nennen. Dieser Beitrag ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Welt.

    liebste Grüße
    Rebecca

  6. Liebe Rebecca, ach wie freut mich deine Kommentar! Ich danke dir aus ganzem Herzen…jetzt bin ich wirklich sprachlos!

  7. Liebe Aimée, ach danke…das freut mich sehr. Ich danke dir, daß du dabei gewesen bist! Schicke dir tausend liebe Grüße aus dem Isarwinkel!

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