Vom mutig sein und tiefer schwimmen

Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. Diesen Spruch von Khalil Gibran, habe ich irgendwann, irgendwo einmal gelesen und er hat mich so berührt, daß er mich seitdem begleitet. Deswegen frage ich jetzt dich, wonach sehnst du dich?  Damit meine ich nicht die großen Werte wie Liebe, Glück, Gesundheit…die uns allen einheitlich wichtig sind. Sondern wofür kannst du dich begeistern? Wo liegen deine Stärken? Welche Musik liebst du? Welche Art von Büchern liest du? Welcher Film hat dich bewegt? In welche Länder möchtest du reisen und an welche Orte kehrst du immer wieder zurück? Wenn alle Umstände passen würden, wo würdest du dann leben? Wäre es genau hier, wo du jetzt bist oder träumst du von einer Bambushütte in der Südsee? Wer soll dann bei dir sein, für wen schlägt dein Herz und was würdest du dir wünschen, wenn du drei Wünsche frei hättest? Wenn du mir diese Fragen beantwortest, könnte ich dich wirklich sehen. Zumindest einen Teil von dir, den dafür echt und in Farbe. Ein Lebenslauf ohne eine Anreihung von Zahlen und Zertifikaten. Stell dir zum Beispiel ein Bewerbungsgespräch vor, bei dem es nicht darum geht, sich in einem möglichst guten Licht darzustellen, sondern einfach darum heraus zu finden, wer du bist. Die Frage ist doch, ob Arbeitnehmer und Arbeitgeber zwischenmenschlich gut zusammen passen, ob sie die gleichen Lebensziele verfolgen, sich ergänzen und gemeinsam weiterentwickeln können. Zugegeben wäre das ein sehr idealistischer Zustand, aber ich glaube es wäre möglich. So frage ich oft in einem Bewerbungsgespräch, warum möchtest du bei uns arbeiten? Viel aussagekräftiger als irgendein Zeugnis von dir ist doch, wo liegt deine Leidenschaft und wofür „brennst“ du? Wo stehst du gerade, wo willst du hin? Unseren Kindern erzähle ich oft meine Geschichte von dem kleinen, bunten Fisch der an der Oberfläche des Meeres schwimmt und unendlich traurig ist über die Tatsache, daß er keinen Freund findet, der so ist wie er. Eine ganze Weile geht das so, bis er irgendwann seinen ganzen Mut zusammen nimmt und in das unbekannte Tiefe schwimmt. Je tiefer er schwimmt, um so mehr Fische erkennt er die ihm ähnlich sehen. Sein Herz klopft immer lauter und er ist so aufgeregt, daß er übermutig noch weiter nach unten schwimmt. Als er ganz unten am Grund ankommt, traut er seinen Augen kaum. Ein ganzer Schwarm bunter Fische die genauso sind wie er! In den schillernsten Farben schwimmen sie an ihm vorbei, so etwas Schönes hat er zuvor noch nie gesehen. Komm mit uns mit, kleiner Fisch, wir sind deine Familie, ruft ihm einer der Fische aus dem Schwarm freundlich zu. Den kleinen Fisch kullern viele kleine Fischtränen über die dicken Fischbacken, denn zum ersten Mal in seinem Leben weiß er was es heißt richtig glücklich zu sein. Ich wünsche Dir, den Mut des kleinen Fisches, tiefer zu schwimmen, um heraus zu finden wer du bist. Ich wünsche dir, daß du Menschen begegnest, die dich verstehen und dich erkennen. Ich wünsche dir, daß du glücklich bist, weil du du bist. Aus ganzem Herzen, M.
Bild/ M.Linke Mallorca 2010

Das Lied zum Text

Wish you were here ( Pink Floyd)

So, so you think you can tell
Heaven from Hell
Blue skies from pain
Can you tell a green field
From a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?Did they get you to trade
Your heroes for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?
And did you exchange
A walk on part in a war
For a lead role in a cage?How I wish, how I wish you were here
We’re just two lost souls
Swimming in a fish bowl
Year after year
Running over the same old ground
What have we found?
The same old fears
Wish you were here


One thought on “Vom mutig sein und tiefer schwimmen

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