Über das Losgehen und das Ankommen

Wenn jemand mit vollbepackten Rucksack je nach Wetterlage durchnäßt oder verschwitzt bei uns an der Campingrezeption steht, sich nach einen Zeltstellplatz für eine Nacht und dem besten Weg zur Tutzinger Hütte erkundigt, dann ist es ziemlich wahrscheinlich, daß es sich um einen „Venedigwanderer“ handelt. Vom Arzbacher Hof aus ist die Tutzinger Hütte in ungefähr 4 Stunden zu erreichen und so ist der Alpencampingplatz besonders die letzten Jahre zu einer beliebten letzten Übernachtungsmöglichkeit vor dem Einstieg in das Voralpengebirge geworden. Mich hat die Strecke auch seit jeher fasziniert. Die magische Landschaft der Alpen bis übers Karwendel, den Dolomiten und am Ende der bestimmt mühsame, lange Weg der Piave Ebene entlang und die große Freude, wenn man endlich das Meer sehen kann. Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlt nach 4-5 Wochen (wenn man keine größeren Pausen oder längere Aufenthalte plant) bei einem herzhaften Teller Pasta und gutem Wein auf dem Markusplatz in der Sonne zu sitzen und zu wissen man ist angekommen. Die Eindrücke und die Erlebnisse die man auf dem Weg haben durfte und die man im besten Fall in angenehmer Gesellschaft teilen darf. Definitiv ein gutes Gefühl.

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Mit Leni und Tommy in Venedig / Juni 2012

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Heute erst sind wieder ein paar der Wanderer aufgebrochen. Eine junge Frau, die alleine unterwegs war und ein flottes Ehepaar anfangs sechzig. Wir kamen kurz ins Gespräch und sie schwärmten von ihrer geplanten Reise von München nach Venedig und davon, daß sie sich einen langersehnten Traum erfüllen. Sie wollten solange warten bis sie beide in Rente sind, um sich dann soviel Zeit nehmen zu können wie sie eben brauchen. Bis Mitte September möchten sie unterwegs sein. Ich gebe noch ein paar Tipps für den Aufstieg und mache mir Gedanken, da sie erst um circa 9 Uhr aufbrechen und es um diese Zeit bereits 30 Grad Außentemperatur bei uns hat. Nur zu gut weiß ich wie heiß es auf dem Weg zur Benediktenwand im Sommer werden kann. Beinahe unerträglich heiß. In der Probstwand gibt es auch keinen Baum unter dem man sich einmal kurz stellen könnte. Ich frage mich, ob sie gut angekommen sind und nur zu gerne würde ich ihre Geschichten hören, die sie unterwegs noch erleben werden. Ich denke an früher, wie oft ich die Benediktenwand raufgekraxelt bin und das es jedes Mal anders war. Der Sonnenaufgang am Gipfelkreuz. Die Steinböcke die sich unbeeindruckt mitten auf den Weg ausruhen. Ein plötzlicher Regenschauer. Hitze. Schnee. Blumenwiesen. Die letzten Jahre bin ich nie wieder dort gewesen, auch wenn ich es mir so oft vorgenommen habe. Irgendwann werde ich einfach einmal wieder losgehen. Das hier ist mein allererster Eintrag in meinen eigenen Blog und es ist auch ein bißchen so, wie endlich losgehen. Weil darum geht es doch. Wenn es an der Zeit ist, einfach JETZT los zu gehen. Ich schließe meine Augen und kann ein Ziel vor mir sehen. Ich weiß noch nicht genau wie es aussieht, weil ich ja noch nie da gewesen bin. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt auf dem Weg zu sein und anzukommen. Definitiv (noch) ein gutes Gefühl. Ich wünsche dir, daß du los gehen kannst und ich wünsche dir das Gefühl zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist…aus ganzem Herzen M.

www.muenchenvenedig.de

Bild T.Linke


5 thoughts on “Über das Losgehen und das Ankommen

  1. Guten Morgen!

    Dein Text macht Lust auf Wandern, losbrechen, aufbrechen, erleben. Das aktuelle Wetter in Schleswig Holstein legt einen trüben, wohligen Regenschleier über jeglichen Antrieb, der die Hürde der Überwindung ein wenig höher legt.
    Aber man lässt sich ja nicht unterkriegen – Schritt für Schritt gehts voran. Notfalls halt mit Gummistiefeln 😉

    Ich wünsche dir, dass du es bald in Angriff nimmst, den Weg erneut zu gehen! Vielleicht stehe ich auch irgendwann nassgeregnet vor eurer Rezeption!
    LG
    Ani

  2. LIebe Ani! Den Weg zur Benediktenwand durfte ich vor kurzem tatsächlich gehen und davon schreibe ich auch bald etwas auf dem Blog! Und ich wünsche mir es wird irgendwann bis nach Venedig sein und das du tatsächlich einmal nassgeregnet (oder auch nicht;-) vor unserer Rezeption stehst! Ich danke dir aus ganzem Herzen für deinen Kommenatr und schicke dir einen ganz lieben Gruß nach Schleswig Holstein direkt aus Bayern! Michaela

  3. Liebe Michaela,
    was für ein wunderschöner Text über die München-Venedig Route. Und so treffend!! Ein Jahr später waren auch wir bei Euch auf dem Campingplatz zu Gast, als Zwischenstation auf unserer München-Venedig Route. Wir fühlten uns bei Euch so wohl, wie es Dein einfühlsamer Text vermuten lässt. Deshalb werdet Ihr ganz sicher als „Seelenplätzchen“ auf dem Traumpfad München-Venedig in unserem Buch erwähnt werden. Und das liegt nicht nur an der feinen „süssen Verführung“, die wir in Eurem Gasthof genossen haben. Sondern ganz besonders an Euch als herzliche Gastgeber. Ihr werdet es erfahren, wenn das Buch (hoffentlich Ende 2016) fertig sein wird. Liebe Grüsse aus der Schweiz

  4. Liebe Petra, ach mei, danke für deinen Kommentar. Er freut mich ganz besonders. Ach jetzt weiß ich garnicht was ich sagen soll, danke aus ganzem Herzen und tausend liebe Grüße aus dem Isarwinkel in die Schweiz!

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